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Was ist schlechter Appetit?

Kein Appetit? Das kann jedem mal passieren und legt sich meist wieder. Manchmal versetzt Stress der Essenslust einen Dämpfer, oder eine Magenverstimmung verdirbt einem den Appetit. Hat jemand ein geringes Bedürfnis nach Nahrungsaufnahme, gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder gehört er zu den notorisch genügsamen Essern, die deshalb zwar nicht gleich appetitlos, für gewöhnlich aber schlank sind. Oder sein Appetit hat sich verändert. Wenn jemand, der bislang im Ruf stand, ein guter Esser zu sein, sich neuerdings zu jedem Bissen zwingen muss, stimmt etwas nicht. Appetit bedeutet Lust auf Essen und Genuss. Bei Appetitlosigkeit, auch Inappetenz genannt, ist dieses Bedürfnis verflogen. Manche haben eine besondere Abneigung gegen bestimmte Nahrungsmittel, etwa Fleisch. Hält der Appetitverlust länger an, lässt auch das Hungergefühl allmählich nach. In der Regel zeigt die Gewichtskurve dann nach unten. Spürt jemand über längere Zeit null Verlangen, etwas zu essen, obwohl er schon seit Stunden oder Tagen kaum etwas zu sich genommen hat, sprechen Mediziner auch von Anorexie.

Im Zwischenhirn regeln der Hypothalamus (im Bild hellgrün) und nahe Kerngebiete (violett) vegetative Reaktionen und Gefühle wie Appetit. Auch das Großhirn ist beteiligt

Im Zwischenhirn regeln der Hypothalamus (im Bild hellgrün) und nahe Kerngebiete (violett) vegetative Reaktionen und Gefühle wie Appetit. Auch das Großhirn ist beteiligt

Anders die Anorexia nervosa oder Magersucht. Dabei handelt sich um eine psychisch bedingte Ess-Störung bei jungen Menschen. Während Mädchen und Jungen als Jugendliche noch  nahezu gleich häufig betroffen sind, zeigt sich die Krankheit insgesamt  häufiger bei Frauen als bei Männern. Sie geht mit einem gestörten Bild  vom eigenen Körper und stark veränderten Essverhalten einher. Die  Betroffenen stemmen sich mit allen Mitteln gegen ihren – anfangs völlig  normalen – Appetit. Insofern ist die Bezeichnung Anorexia nervosa für  die Magersucht eigentlich nicht ganz zutreffend. Im weiteren Verlauf  jedoch verschwinden Appetit und Hungergefühle, und die Betroffenen  magern zusehends ab. Durch die Unterernährung entgleist die innere  Balance des Körpers schwerwiegend, was tödlich enden kann.

Was macht Appetit – oder appetitlos?

Komplexe Vorgänge regeln Gefühle wie Hunger, Sättigung und die Lust auf Essen. Körpersignale, Hormone und Botenstoffe im Gehirn, sogenannte Neurotransmitter, greifen dabei eng ineinander. Ihre Aktivitäten werden im Hunger- und Sättigungszentrum des Hypothalamus gebündelt. Das ist ein Teil des Zwischenhirns. Über weitere Kontrollinstanzen im Gehirn wirken auch Sinnesreize, die Psyche und Willensentscheidungen auf das Essverhalten ein: Ein Augenschmaus in Form lecker zubereiteter Häppchen, ein köstlicher Duft aus der Küche – da läuft uns das Wasser im Munde zusammen. Während Appetit eine psychische Wahrnehmung ist, gilt Hunger als ein rein körperliches Signal. Bei quälend leerem Magen zählt nur eins: Sich möglichst bald satt essen. Hunger ist Not, schickt Mensch wie Tier auf Nahrungssuche. Denn um zu überleben, braucht der Körper Substanz und Energie. Ein wichtiger Signalgeber für das Hungerzentrum ist zum Beispiel die innere Uhr, die uns sagt, dass es Zeit zum Essen ist. Auch wer im Hungerzustand friert und – ganz wichtig – einen zu niedrigen Zucker im Blut hat, oder wer zu hastig isst, ohne richtig zu kauen, ruft sein Hungerzentrum auf den Plan. Fehlt es an Appetit, dann läuft etwas falsch im System. Was es im Einzelfall ist, lässt sich wegen der Komplexität der Abläufe nicht immer leicht ausmachen – körperliche und seelische Veränderungen sind eng miteinander verbunden.

Kein Appetit: Wann zum Arzt?

Appetitlos ohne Ende: Das sollten Sie immer ernst nehmen. Umso mehr, wenn ungewollter Gewichtsverlust oder andere Beschwerden dazukommen. Warten Sie dann nicht länger ab, sondern gehen Sie zum Arzt. Erscheint es plausibel, dass Sie stressbedingt weniger essen, beobachten Sie sich nach der ersten Überraschung auf der Waage ein paar Tage aufmerksam und spüren Sie möglichen körperlichen Veränderungen nach. Falls die Gewichtskurve auch nach Abklingen der hektischen Phase abwärts tendiert, ziehen Sie auf jeden Fall einen Arzt hinzu.

Appetitlosigkeit: Begleitsymptome

Mangelnder Appetit ist ein Allgemeinsymptom, das bei zahlreichen Krankheiten auftreten kann. Beschreiben Betroffene ihre Symptome, stehen häufig Beschwerden wie Übelkeit, Erbrechen oder ungewollter Gewichtsverlust im Vordergrund, die Appetitlosigkeit ist sozusagen inbegriffen. Allerdings kann jemand auch bei normalem oder gutem Appetit ungewollt an Körpergewicht verlieren. Das ist beispielsweise typisch für eine Überfunktion der Schilddrüse. Sogar Gewichtszunahme kommt bei Appetitlosigkeit vor – zum Beispiel bei einer Unterfunktion der Schilddrüse oder Herzschwäche. Allerdings zeigt die Waage hier keine Zunahme des "Speckgürtels" an. Vielmehr ist der Grund Einlagerung von Wasser im Gewebe – bei Herzschwäche, bei Unterfunktion der Schilddrüse eine veränderte Struktur der Haut und des darunterliegenden Gewebes. An den geschwollenen Unterschenkeln ist das besonders gut sicht- und fühlbar. Übelkeit und Erbrechen begleiten Appetitlosigkeit ausgesprochen häufig. Dabei könnten auch medizinische Behandlungen eine Rolle spielen (siehe weiter unten im Abschnitt "Medikamente und andere Therapien"). Oder es kommt neben gestörtem Appetit zu Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und Durchfall wie bei einem Magen-Darm-Infekt. Auch eine Malaria (Wechselfieber) kann sich, meist neben einem charakteristischen Fieberverlauf, anfangs so äußern. Waren Sie kürzlich in einem Malariagebiet? Sind Appetitlosigkeit und Übelkeit mit Verstopfung, vielleicht auch Nierenkoliken gepaart, könnte zum Beispiel eine Überfunktion der Nebenschilddrüse (siehe unten, Abschnitt "Stoffwechselstörungen, hormonelle Erkrankungen") dahinterstecken. Aber auch ganz andere Symptomkombinationen sind möglich, etwa Appetitlosigkeit plus deutliches Krankheitsgefühl, Halsschmerzen, andere starke Schmerzen, zum Beispiel an bestimmten Gelenken oder Kopfschmerzen, Husten, Atemnot, Müdigkeit, Fieber, auffallende Hauterscheinungen und vieles mehr.

Ältere Menschen kämpfen oft mit dem Appetit und ernähren sich unzureichend

Ältere Menschen kämpfen oft mit dem Appetit und ernähren sich unzureichend

Überblick: Die wichtigsten Ursachen von Appetitlosigkeit

Bei älteren Menschen gehört Appetitlosigkeit oft zum Alltag. Auch mit dem Durstgefühl steht es bei ihnen nicht zum Besten. Beides – Durst wie Appetit – lässt im Alter nach.

Chronisch zehrende Krankheiten – etwa des Herzens, der Lungen oder auch bösartige Erkrankungen – schlagen bekanntlich häufig auf den Appetit. Daher fühlt sich so manch einer schon bei einer kurzen Appetitkrise alarmiert. Vielleicht liegt es aber nur an dem neuen Medikament, das er seit kurzem einnimmt? Einige Arzneimittel können als Nebenwirkung den Appetit hemmen, wie zuvor bereits angesprochen. Mitunter kann jemandem der Appetit vergehen bei einer Schluckstörung oder einem Passagehindernis im Verdauungstrakt, etwa in der Speiseröhre oder am Magenausgang. Die Betroffenen nehmen aus Angst vor Schmerzen oder einem Rückstau dann oft nur noch kleine Nahrungsmengen zu sich. Nochmals: Eine mit Appetitlosigkeit verbundene Gewichtsabnahme ist immer ein Warnzeichen. Akut bedrohlich wird es, wenn bei einem Patienten zusätzlich Krankheitszeichen wie Störungen des Gleichgewichtes, Benommenheit oder Bewusstseinstrübung, verminderte Urinausscheidung oder sehr hohes Fieber auftreten: Rufen Sie dann umgehend den Notarzt (Rettungsdienst, Notruf 112). Obwohl ungewollte Gewichtsabnahme hier häufiger zur Sprache kommt, ist es nicht das Hauptthema. Dazu gibt es einen eigenen Beitrag: "Gewichtsverlust". Und: Angesichts der vielfältigen Ursachen von Appetitlosigkeit zeigt dieser Beitrag einen Ausschnitt auf. Dabei kann eine Einteilung in fünf Gruppen helfen:

  • Seelische Belastungen und psychische Krankheiten
  • Körperliche Krankheiten
  • Medikamente und andere Therapien
  • Alkohol, Drogen, Vergiftungen
  • Lebensphasen, Lebensumstände

In den folgenden Abschnitten geht es, was Bremswirkungen der Psyche auf den Appetit anbelangt, um Stress, Computerspielsucht und Depressionen. Zu körperlichen Krankheiten, die den Appetit vertreiben können, gehören Entzündungen im Mund und Rachen, Erkrankungen im Bauchraum, Infektionskrankheiten / sogenannte Kinderkrankheiten, Stoffwechselstörungen und hormonelle Erkrankungen, Herzkrankheiten, Nierenversagen, Autoimmunerkrankungen, Störungen des Salzhaushaltes sowie Krebserkrankungen.

Zeitmangel, Termindruck, Stress: Im Team- oder Therapiegespräch lassen sich Lösungen finden

Zeitmangel, Termindruck, Stress: Im Team- oder Therapiegespräch lassen sich Lösungen finden

  • Seelische Belastungen und psychische Erkrankungen

Stress: Fragt man in der Runde, wer nicht gestresst ist, so fühlt sich meist nur eine Minderheit angesprochen. Mit anderen Worten: Allenthalben Stress. Der grundsätzlich sinnvolle Alarmzustand, der uns anspornt, kann ins Gegenteil ausarten, wenn er uns ständig unter Strom setzt. Am Ende steht dann vielleicht ein Burnout-Syndrom. Veränderungen des Appetits in beiden Richtungen – zu wenig, manchmal aber auch zu viel Essgelüste, vor allem Lust auf Süßes – sind nur zwei von vielen Stress-Symptomen. Nicht selten steht einem der Sinn vor allem nach Süßem. Mehr darüber und wie Sie gegensteuern können, lesen Sie unter "Stress verhindern, Burnout vermeiden". – Computerspielsucht (Internetspielsucht): Über diese nicht stoffgebundene Sucht wird in letzter Zeit vermehrt diskutiert, doch als Suchtkrankheit mit Missbrauchs- und Abhängigkeitsrisiko ist sie bislang nicht anerkannt. Unter anderem besteht Unklarheit darüber, wie verbreitet das Ganze wirklich ist. Internet-Spielsucht ist nämlich auf den ersten Blick nicht immer leicht von anderen psychischen Erkrankungen abzugrenzen. Mitunter ähneln manche Verhaltensformen einer hyperkinetischen Störung. Dazu zählt unter anderem das Aufmerksamkeits-Hyperaktivitätssyndrom (ADHS, hier: Erwachsene). Das zu beurteilen, obliegt Ärzten vom Fach und Psychologen. Die Betroffenen, häufig Kinder und Jugendliche, aber auch ganze Familien, verbringen Stunden vor dem Rechner und hängen der virtuellen Erlebniswelt nach, wo sie sich womöglich wohler fühlen als im realen Alltag. Ist der Computer außer Reichweite, fühlen manche Betroffenen sich nervös, reagieren gereizt, manchmal auch aggressiv, sind antriebslos, vernachlässigen sich selbst, wozu auch gehört, dass sie persönliche Bedürfnisse und Gewohnheiten wie Essen, Schlafen und Sozialkontakte vernachlässigen. In Deutschland gibt es erste Spezialambulanzen an Universitätskliniken, die sich mit dem Problem befassen. Besprechen Sie sich zunächst mit Ihrem Hausarzt, wenn Sie meinen, dass Sie oder Ihr Kind Hilfe brauchen. – Depression: Mehr als ein Stimmungstief und ständiges Grübeln,  anders als eine natürliche Trauerreaktion, zäher als  Niedergeschlagenheit und Mutlosigkeit bei einer Lebenskrise: Ist das  eine Depression? Eine Depression ist tiefgehend, ergreift im Kern vom  Betroffenen Besitz. Oft gibt es gar keinen konkreten Auslöser für den  anhaltend bedrückten Gemütszustand – oder auch die auffallende  Überaktivität und Arbeitssucht. Die Depression hat viele Gesichter, die  Vielfalt möglicher Anzeichen ist groß. Was den Appetit betrifft, so  lässt er recht häufig nach, manchmal ist er aber auch gesteigert. Umfassende Informationen finden Sie im Ratgeber "Depressionen".

  • Körperliche Krankheiten

Erkrankungen im Bauchraum: Hier geht es vor allem um den Verdauungstrakt und die Leber, unser zentrales Stoffwechselorgan. Mitunter schlagen Durchblutungsstörungen im Bauchraum auf den Appetit.

Hinter Appetitlosigkeit kann ein Problem mit dem Magen stecken

Hinter Appetitlosigkeit kann ein Problem mit dem Magen stecken

- - Akute Magenschleimhautentzündung (Gastritis): Viele bringen Appetitlosigkeit mit einer Magenverstimmung in Verbindung.  Da liegen sie oft richtig. Ahnt man doch meistens schon, was einem  abends auf den Magen und am nächsten Morgen auf den Appetit geschlagen hat. In der Tat gehört die Gastritis zu den häufigsten Ursachen der Appetitlosigkeit. Stress, Alkohol, Nikotin oder Kaffee im Übermaß und Medikamente wie zum Beispiel bestimmte Schmerzmittel (nicht steroidale Antirheumatika) sind gängige Auslöser. Eine Gastritis kann auch bei einer Magen-Darm-Infektion auftreten (siehe nachfolgend: Gastroenteritis). Symptome: Plötzliche Appetitlosigkeit, unangenehmer Geschmack im Mund, Schmerzen im Oberbauch, Aufstoßen, Völlegefühl, manchmal Erbrechen. Ausführliche Informationen zur Gastritis gibt es im Ratgeber "Magenschleimhautentzündung". - - Akute Magen-Darm-Entzündung (Gastroenteritis): Für das auch Brechdurchfall oder fälschlicherweise Magen-Darm-Grippe genannte Krankheitsbild sind überwiegend Infektionserreger verantwortlich – verschiedene Viren, beispielsweise Noroviren, sodann Bakterien wie Campylobacter, Salmonellen oder Escherichia (E) Coli. Sie verursachen häufig auch Reisediarrhö – den Durchfall, den sich sehr viele einhandeln, die in sich tropische oder subtropische Gegenden begeben und nicht an die örtlichen Hygieneverhältnisse gewöhnt sind. Man muss aber gar nicht so weit in die Ferne schweifen: Infektionen mit bestimmten Kolibakterien (EHEC) können auch in unseren Breiten Probleme bereiten, und zwar keineswegs geringe, wie die jüngste Vergangenheit, als es zu teilweise tödlichen Krankheitsverläufen kam, zeigte. Seltener kommen Parasiten wie Amöben oder Giardien als Auslöser einer Gastroenteritis infrage. Symptome: Appetitlosigkeit, Übelkeit, eventuell Erbrechen, wenige Stunden später gefolgt von Durchfall, Bauchschmerzen oder -krämpfen. Der Stuhl kann wässrig, schleimig oder blutig werden, der Flüssigkeitsverlust durch das Erbrechen und den Durchfall erheblich sein. Teilweise tritt auch Fieber auf. Mehr dazu in den Ratgebern "Bauchschmerzen", "Übelkeit, Erbrechen", "Durchfall" sowie "Blut am After, aus dem Darm" Kapitel "Enddarm, Dickdarm, Dünndarm", Abschnitt: "Infektiöse Kolitis / Enterokolitis"). - - Magenoperation (Magen(teil)entfernung): Wurde der Magen als  Ganzes oder sein unterer Anteil entfernt, stellt sich häufig  Appetitlosigkeit ein. Dadurch und aufgrund anderer Folgen, etwa einer  beschleunigten Nahrungspassage, verlieren die Betroffenen an Gewicht.  Eventuell kommt es auch zu Mangelerscheinungen. Meistens gelingt es mit  der Zeit jedoch, die Ernährung an die neue Lage anzupassen. Dann stabilisiert sich das Ergebnis auf  der Waage – allerdings meist auf einem niedrigeren Niveau.

"Tatort" (Unter-)Bauch rechts: Hier bereitet manchmal ein entzündeter Blinddarm oder die Crohn-Krankheit Schmerzen. Und der Appetit vergeht

"Tatort" (Unter-)Bauch rechts: Hier bereitet manchmal ein entzündeter Blinddarm oder die Crohn-Krankheit Schmerzen. Und der Appetit vergeht

- -  Blinddarmentzündung (Appendizitis): Auslösend ist meist ein Sekret- oder Kotstau und eine dadurch begünstigte Entzündung, ausgehend von Darmbakterien, im sogenannten Wurmfortsatz (Appendix). Der ist das kleine Anhängsel des eigentlichen Blinddarms rechts im Bauch. Das gesamte Gebilde stellt den Anfang des Dickdarms dar. Wenn der Wurmfortsatz abknickt, können Nahrungsbestandteile eingeklemmt werden und eine Entzündung auslösen. Auch eine vorbestehende Darmentzündung, seltener Würmer sind mögliche Ursachen. Symptome: Auch wenn die Beschwerden nicht immer eindeutig sind, können anfangs Appetitlosigkeit und wandernde Bauchschmerzen, die sich nach gewisser Zeit im rechten Unterbauch festsetzen, auf eine Blinddarmentzündung hinweisen. Häufiger kommen auch Übelkeit, Erbrechen, Verstopfung und Fieber dazu. Weiteres lesen Sie im Ratgeber "Blinddarmentzündung". - -  Chronisch-entzündliche Darmerkrankung, hier: Morbus Crohn: Die Crohn-Krankheit kann abschnittsweise den gesamten Magen-Darm-Trakt – vom Mund bis zum After – entzündlich verändern. Daneben können auch Organe wie Gelenke, Haut, Augen oder Leber miterkranken. Was genau die Crohn-Krankheit verursacht, ist unbekannt. Offenbar spielen genetische Veranlagung, Immunvorgänge und Umweltfaktoren eine Rolle. Leitsymptome sind teils wässrige, teils schleimige Durchfälle und Bauchschmerzen, häufig rechts im Bauch beziehungsweise Unterbauch. Die Beschwerden treten schubweise auf. Dazu kommen oft Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust und Müdigkeit, manchmal Fieber. Hautausschläge oder Hautinfektionen, Augenentzündungen mit Rötungen und Sehstörungen, Juckreiz aufgrund bestimmter Veränderungen in der Leber oder schmerzende Gelenke an Gliedmaßen und Wirbelsäule zeigen an, dass die Krankheit auch über den Darm hinaus aktiv ist. Über Ursachen, Symptome, Diagnose, Therapie und Ernährung bei diesem Krankheitsbild informiert Sie der Ratgeber "Morbus Crohn". - -  Durchblutungsstörungen des Darmes (chronische Mesenterialischämie, Angina abdominalis): Ursache ist meist eine Arterienverkalkung (Arteriosklerose), die allmählich zur Verengung oder zum Verschluss eines Darmgefäßes führt, oder eine Venenthrombose vor Ort.  Um die Beschwerden – nahezu regelhaft nach dem Essen auftretende Bauschmerzen – zu vermeiden, essen die Betroffenen wenig(er) und  nehmen meist auch an Gewicht ab. Auch wenn dieser Nebeneffekt dem einen oder anderen gefällt, sollte er sich doch dringend vom Arzt  untersuchen lassen, um eine Schädigung des Darmes und Folgeprobleme  abzuwenden. Schmerzen sind schließlich immer ein Warnsignal. Unter anderem kann eine Untersuchung wie die Duplexsonografie (Gefäß-Ultraschall) wertvolle Informationen liefern. Symptome: Typisch sind Bauchschmerzen, die etwa zwanzig bis sechzig Minuten nach dem Essen auftreten und längere Zeit, ungefähr eine bis vier Stunden, anhalten.

Auch Lebererkrankungen verursachen oft Appetitlosigkeit

Auch Lebererkrankungen verursachen oft Appetitlosigkeit

- - Hepatitis: Hepatitis bedeutet Leberentzündung. Dabei werden Leberzellen geschädigt. Erkrankungen des zentralen Stoffwechselorgans nehmen ausgesprochen häufig den Appetit. Tritt auch eine Gelbsucht auf, führt die Spur meist direkt zur Leber. Es gibt zahlreiche Ursachen – von Infektionen durch spezielle Hepatitis-Viren und andere Viren über Bakterien, Stoffwechsel- und Immunstörungen bis hin zu Medikamenten, Chemikalien, Giften und Genussgiften wie Alkohol (siehe weiter unten). Eine akute Hepatitis kann mehr Beschwerden bereiten als eine chronische. Häufige Symptome bei Hepatitis sind Appetitverlust, eventuell Übelkeit, dazu Unwohlsein oder ein Krankheitsgefühl ähnlich wie bei Grippe. Wenn die Leber vergrößert ist, kann das ein Druckgefühl oder Schmerzen im rechten Oberbauch erzeugen. Je nach Ursache können vielfältige Krankheitszeichen dazukommen, etwa leichtes Fieber, Lymphknotenschwellungen, Juckreiz, eine Gelbsucht, dunkler Urin und entfärbter Stuhl, auch Gelenkbeschwerden und Hautausschläge. Alles Wissenswerte über Leberentzündungen finden Sie, wenn Sie auf unsere Seite "Hepatitis" klicken. - - Leberzirrhose: Bei einer Zirrhose geht Lebergewebe schleichend zugrunde und wird durch regellos wucherndes Bindegewebe ersetzt. Es gibt viele Ursachen, darunter chronische Leberentzündungen, auch durch Alkoholmissbrauch, Entzündungen der Gallengänge und sogenannte Speicherkrankheiten wie Morbus Wilson (Kupferspeicherkrankheit). Die zirrhotische Leber verhärtet sich, bildet Knoten und schrumpft häufig. In der Folge kann es zu Funktionsausfällen und zum sogenannten Pfortaderhochdruck kommen. Die Pfortader bringt nährstoffreiches Blut aus den Eingeweiden zur Leber. Bei erhöhten Druck in diesem Bereich nimmt das Blut einen Umweg. Bei Überlastung bilden sich nicht selten in der Speiseröhre aus überfüllten Venen Krampfadern, die gefährlich bluten können. Zum anderen kommt die Leber ihren wichtigen Stoffwechsel- und Entgiftungsaufgaben nicht mehr richtig nach. Zu den Symptomen gehören Appetitlosigkeit, Leistungsabfall, Schmerzen im Bauch, die nicht immer genau lokalisierbar sind, Blähungen, Gewichtsverlust und Neigung zu Blutergüssen. Der Ratgeber "Leberzirrhose" hält Informationen über Ursachen, Symptome, Diagnose und Therapie des Krankheitsbildes für Sie bereit.

Entzündete Mandeln mit Eiterstippchen (schematisch)

Entzündete Mandeln mit Eiterstippchen (schematisch)

– Entzündungen im Mund und Rachen:Der gesamte obere Bereich des  Verdauungstraktes – von der Zungenspitze bis zum Kehlkopf – ist  hochempfindlich. Kein Wunder, dass Entzündungen der Schleimhaut hier  leicht schmerzhaft sind und den Appetit verderben. Häufig, aber nicht nur sind  Krankheitserreger für die Entzündung  verantwortlich. Aber auch mechanische Kräfte wie Druck durch eine  Prothese oder zu rabiates Bürsten bei der Zahnpflege, das  Zahnfleischschäden provozieren kann, spielen eine Rolle. Weit verbreitet  sind die lästigen Aphthen,  deren eigentliche Ursache noch weitgehend ungeklärt ist.  Abwehrschwäche, eine Chemotherapie oder zu wenig Speichel können der  Mundschleimhaut besonders zusetzen. Auch Tumoren können im Mundbereich  Probleme bereiten. Unter anderem kommen sogenannte  Plattenepithelkarzinome vor. Hochprozentige Alkoholika und Rauchen  insbesondere filterloser Zigaretten erhöhen hier das Risiko deutlich. Achtung: Entdecken Sie eine Wunde im Mund, die nach zwei Wochen noch nicht  abgeheilt ist, gehen Sie umgehend zu einem Zahnarzt oder Facharzt für  Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie. Symptome: Je nach Ursache zeigen sich im Mund oder Rachen Rötungen, Bläschen, Geschwüre oder gelblich-weiße Beläge, häufig schmerzhaft, eventuell  auch leicht blutend. Appetitlosigkeit kann Folge einer bestimmten  Grunderkrankung sein, etwa einer fieberhaften Mandelentzündung (Angina  tonsillaris, siehe nachfolgend), oder unmittelbar auf Schmerzen beim Kauen und Schlucken  beruhen. Häufig kommt es auch zu einem unangenehmen Geschmack im Mund  und Mundgeruch. – Infektionskrankheiten: Grundsätzlich kann Appetitlosigkeit bei  vielen Infektionen als Begleiter typischer Symptome wie Fieber, Übelkeit  und Erbrechen auftreten. Da letztere als besonders unangenehm empfunden  werden, hinterlassen sie meistens den stärkeren Eindruck und werden als Symptome häufiger angeführt als die (meist inbegriffene) Appetitlosigkeit. Nachfolgend einige Beispiele. - - Mandelentzündung (Angina tonsillaris): Es gibt verschiedene Arten von Mandelentzündungen. Mit Abstand die häufigsten Erreger sind Viren. Die klassische akute Angina  wird durch Bakterien namens Streptokokken der Gruppe A ausgelöst. Dabei  entzünden sich die Gaumenmandeln, oft auch das umgebende Gewebe. Die  Mandeln sind stark gerötet und weisen Eiterstippchen auf. Die  Lymphknoten am Hals und Kieferwinkel schwellen an und sind  druckschmerzhaft. Es erkranken vor allem größere Schulkinder und junge  Erwachsene. Symptome: Appetitlosigkeit, Schluckbeschwerden,  Halsschmerzen, kloßige Sprache, Abgeschlagenheit, Fieber, vermehrter  Speichelfluss und Mundgeruch. Ausführlicher können Sie im Ratgeber "Mandelentzündung" darüber nachlesen.  - - Pfeiffersches  Drüsenfieber (infektiöse Mononukleose): Die auch "Kusskrankheit"  genannte Virusinfektion wird durch Kontakt mit erregerhaltigem Speichel  übertragen – daher der Name. Verantwortlich ist das Ebstein-Barr-Virus  (EBV), das zu den Herpesviren gehört. Die Infektion verursacht besonders  bei jugendlichen und jungen Erwachsenen Beschwerden, während bei  Kindern und Kleinkindern praktisch keine Symptome oder nur leichte  Erkältungszeichen auftreten. Die Viren befallen unter anderem bestimmte  weiße Blutkörperchen, verteilen sich in verschiedenen Organen,  darunter Lymphknoten und Milz, und bleiben lebenslänglich im Körper.  Sie können später wieder aktiv werden und dadurch den Speichel erneut  ansteckend machen. Beim Betroffenen selbst tritt die Krankheit überwiegend nur einmal auf. Die Infektion ist in der Regel nach einigen Wochen, manchmal aber auch erst nach längerer Zeit ausgestanden. Symptome: Häufig kommt es zu leichtem Fieber, Halsschmerzen, Kopf- und  Gliederschmerzen sowie Lymphknotenschwellungen, etwa am Hals und im  Nacken. Bei der Hälfte der Betroffenen entwickelt sich eine spezielle  Form der Mandelentzündung. Außerdem sind ein Hautausschlag, eine  Schwellung von Leber und Milz, Appetitlosigkeit und weitere Symptome  möglich. Welche das sind, steht im Ratgeber "Pfeiffersches Drüsenfieber (Mononukleose)".

Reisen und Appetit vertragen sich nicht immer gut

Reisen und Appetit vertragen sich nicht immer gut

- - Befall mit Bandwürmern (Zestoden): Zu Bandwurmerkrankungen, die mit Appetitlosigkeit einhergehen können, zählen zum Beispiel Infektionen mit dem Rinderbandwurm (Taenia saginata). Infektionsquellen sind Speisen mit rohem oder zu wenig gegartem, larvenhaltigen Fleisch. Die Erkrankung ist aufgrund der Hygienestandards in Europa sehr selten geworden. Manch einer bringt den Parasiten von einer Fernreise mit. Symptome: Bandwurmerkrankungen verlaufen häufig beschwerdelos. Gelegentlich machen sie sich mit Beschwerden wie bei einer Magen-Darmkrankheit bemerkbar: Es kommt zu Appetitlosigkeit, Unwohlsein, wechselhaften Verdauungsstörungen mit Durchfall und Verstopfung. Manchmal steht Gewichtsverlust (eventuell sogar trotz vermehrten Hungergefühls) im Vordergrund, daneben sind auch Kopfschmerzen und Schwindel möglich. Ganz gelegentlich verursacht der Bandwurm eine Blinddarm-, Gallenblasen- oder Bauchspeicheldrüsenentzündung. Der Wurmbefall als solcher ergibt sich zufällig bei einer Stuhluntersuchung, oder es fallen abgestoßene, weißliche, bewegte Glieder des Bandwurms im Stuhl auf (Proglottiden). Unter der Lupe kann der Parasitologe Merkmale erkennen, die eine genauere Zuordnung der Proglottide erlauben. Therapeutisch ist ein spezielles Medikament angezeigt, das als Einmaldosis eingenommen wird, gegebenenfalls mit Wiederholung nach zehn Tagen. Achtung: Der Hunde- und der Fuchsbandwurm (Echinokokken der Typen granulosus und multilocularis) gehören ebenfalls zu den Bandwürmern; sie verursachen aber besondere Krankheitsbilder(siehe unter"). - - Gelbfieber: Die Virusinfektion kommt in tropischen und subtropischen Zonen Südamerikas und Afrikas vor und wird von Stechmücken übertragen. Symptome: Meistens verläuft sie als kurze Fieberkrankheit über drei bis vier Tage mit Appetitlosigkeit, Übelkeit und Erbrechen, Kopfschmerzen, Schüttelfrost und Rückenschmerzen. Nur bei einem Teil der Betroffenen folgt eine zweite Krankheitsphase, die oft schwerer, mitunter auch tödlich verläuft. Gegen die Infektion gibt es eine Schutzimpfung. Mehr dazu im Beitrag "Gelbfieber". - - HIV-Infektion / AIDS: Die Abkürzung AIDS steht für die englische Bezeichnung Acquired Immune  Deficiency Syndrome, zu Deutsch: erworbenes Immundefektsyndrom. Sechs  Wochen nach einer mutmaßlichen Infektion kann anhand eines  modernen  Antikörper-Antigen-Suchtests (allgemein AIDS-Test genannt) eine   Infektion nachgewiesen oder ausgeschlossen werden. Mögliche Erstsymptome: Wenige Tage bis Wochen nach einer Infektion mit dem HI-Virus (HIV) fühlen sich Betroffene oft abgeschlagen. Sie bekommen teilweise Fieber, geschwollene Lymphknoten, Schluckbeschwerden, eventuell einen Hautausschlag am Rumpf. Da diese Beschwerden oft nach etwa zwei Wochen wieder abklingen, wird ihnen nicht viel Bedeutung beigemessen. Anschließend folgt eine symptomfreie Zeit, die Monate bis Jahre dauern kann. In dieser Phase vermehren sich die Viren und schwächen das Immunsystem. Erst dann tritt die eigentliche AIDS-Erkrankung auf. Symptome: Die Patienten sind appetitlos, verlieren häufig an Gewicht und leiden vermehrt an Infektionen wie zum Beispiel Pilz- oder Herpeserkrankungen. Diese sogenannten opportunistischen Infektionen sind zahlreich und vielfältig. Bei intakter Immunabwehr treten sie nicht oder nur in schwächerer Form auf.

Appetitlos, fiebrig, Halsweh: Vieles kommt da infrage – bei Kindern wie Erwachsenen

Appetitlos, fiebrig, Halsweh: Vieles kommt da infrage – bei Kindern wie Erwachsenen

Sogenannte Kinderkrankheiten:Kinder verlieren schnell den Appetit, wenn sie krank werden. Hier zwei typische Beispiele für Kinderkrankheiten, die aber auch im Erwachsenenalter noch auftreten können: - - Mumps (Ziegenpeter, Parotitis epidemica): Die Virusinfektion betrifft schwerpunktmäßig Kinder zwischen zehn und vierzehn Jahren. Typisch ist eine Entzündung und Schwellung der Ohrspeicheldrüsen (Parotitis). Dabei schwellen nacheinander beide Wangen im Gesicht deutlich an – mitunter so stark, dass die Ohrläppchen abstehen. Eine Miterkrankung der Bauchspeicheldrüse, von Hoden oder (seltener) Eierstöcken – hier jeweils mit der Gefahr späterer Unfruchtbarkeit –, oder der Hirnhaut beziehungsweise des Gehirns (Meningo-Enzephalitis) zählt zu den komplikationsträchtigen bis bedrohlichen Verläufen. Vorbeugend wirkt eine Kombinationsimpfung, die zugleich gegen Masern, Röteln und Windpocken schützt. Symptome: Falls Symptome auftreten, sind Beschwerden wie Appetitlosigkeit, Abgeschlagenheit und Kopfschmerzen ein bis zwei Wochen nach der Ansteckung erste Krankheitszeichen. Meistens gehen Ohrenschmerzen der Schwellung im Gesicht voraus, die sich zwischen Wange und Ohr ausbreitet. Das Ganze wiederholt sich auf der anderen Seite. Die dicken Backen können von Fieber, Halsschmerzen, Kau- und Schluckbeschwerden begleitet sein. Zum Nachlesen: Beitrag "Mumps". - - Windpocken (Varizellen): Das Windpocken-Virus, das zu den Herpes-Viren gehört, ist hoch ansteckend. Die Infektion verbreitet sich als Tröpfcheninfektion beim Sprechen oder Niesen von Mensch zu Mensch, doch kann die virushaltige feuchte Luft auch über größere Distanzen noch infektiös sein. Typischerweise erkranken Kinder im Kleinkind- und Grundschulalter. Symptome: Erste Allgemeinsymptome sind Kopfschmerzen, leichtes Fieber, Appetitlosigkeit, Krankheitsgefühl. Zwei bis drei Tage später tritt dann schubweise ein Hautausschlag mit kleinen, roten Flecken auf, der bald zu den typischen, stark juckenden Bläschen wird. Sie finden sich vor allem am Rumpf. Nach und nach tauchen die Flecken und die daraus entstehenden Bläschen auch an anderen Körperstellen auf, mitunter sogar an den Schleimhäuten. Der Ratgeber "Windpocken" sagt Ihnen genauer, was Sie darüber wissen sollten

Die Bauchspeicheldrüse (hier gelb gekennzeichnet) bildet Stoffwechselenzyme und -hormone, darunter Insulin

Die Bauchspeicheldrüse (hier gelb gekennzeichnet) bildet Stoffwechselenzyme und -hormone, darunter Insulin

 Stoffwechselstörungen, hormonelle Erkrankungen: Krankheitsbilder, die im Zusammenhang mit Appetitstörungen zu Buche schlagen können, sind mehr oder weniger bekannt: Sie reichen von Diabetes bis zu Veränderungen der Schilddrüse oder der Nebenschilddrüsen. - - Diabetes mellitus: Bei Diabetes spricht der Körper, insbesondere Leber- und Muskelzellen, nicht mehr ausreichend auf die zuckersenkende Wirkung des Hormons Insulin an. Schließlich fällt es ganz aus. In der Folge ist der Blutzucker zu hoch. Das führt unter anderem zu Nervenschädigungen. Diabetiker haben daher häufiger einen trockenen Mund und einen nachlassenden Geschmackssinn. Zudem gibt es mit den Zähnen öfter Probleme. Alles dies kann den Appetit verschlechtern, wozu auch bestimmte Medikamente, die den Blutzucker senken, beitragen (siehe unten). Die Betroffenen sollten sich unbedingt vom Arzt beraten lassen, wie sie die Behandlung und Ernährung in der Balance halten können. Denn sonst gerät der Blutzucker leicht außer Kontrolle, und es kann sich zum Beispiel eine gefährliche Unterzuckerung entwickeln. Mehr dazu in den Ratgebern "Diabetes mellitus Typ 1" und "Diabetes mellitus Typ 2" - - Morbus Addison: Andere Namen für diese Krankheit sind Bronze(haut)krankheit oder primäre chronische Nebennieren(rinden)-Insuffizienz. Die Nebennieren sind paarige Drüsen und sitzen wie kleine Kappen auf den Nieren. Sie produzieren lebenswichtige Hormone für den Blutsalz- und Energiehaushalt wie Aldosteron und Kortisol. Auch beeinflussen sie den Blutdruck maßgeblich. Bei der Addison-Krankheit, die am häufigsten durch eine Immunstörung bedingt ist, werden die Nebennieren stark angegriffen und bilden zu wenig Hormone. Andere, seltenere Ursachen einer Nebennieren(rinden-)Insuffizienz sind zum Beispiel Infektionen (früher häufig die Tuberkulose) oder Geschwulsterkrankungen. Zu den Symptomen gehören Appetitmangel und Übelkeit, nachlassende Leistungsfähigkeit, Gewichtsverlust, Müdigkeit, niedriger Blutdruck mit Kollapsneigung, eine gebräunt wirkende, dunkler pigmentierte Haut. Unter anderem ist der Kalziumspiegel im Blut erhöht, was allerdings auch zahllose andere Ursachen haben, zugleich aber wiederum den Appetit verschlechtern kann. Akute Belastungen oder Infektion können zu einer Addison-Krise mit der Gefahr eines Schocks oder Komas führen. Der Beitrag "Nebennierenrindeninsuffizienz" informiert Sie ausführlich. - -  Unterfunktion der Hirnanhangdrüse (Hypophysenvorderlappen-Insuffizienz): Die Hirnanhangdrüse (Hypophyse) ist ein wichtiges Hormon-Steuerzentrum im Gehirn. Sie regt die Nebennieren, Schilddrüse, Hoden und Eierstöcke an. Zugleich untersteht sie dem Hypothalamus. Dieser Gehirnabschnitt regelt unter anderem zentrale Körpervorgänge wie Nahrungs- und Wasseraufnahme, das Niveau der Körpertemperatur und die Sexualität. Tritt eine Unterfunktion der Hirnanhangdrüse auf, kann dies zahlreiche Ursachen haben. Infrage kommen Infektionen, Entzündungen, ferner Verletzungen oder Operationen. Letztere können jeweils indirekt als massiver Stressfaktor, aber auch direkt schädigend wirken. Gelegentlich setzt eine Geschwulsterkrankung der Hirnanhangdrüse zu. Von der Ursache hängt zudem ab, ob die Drüse plötzlich (akut) oder langsam (chronisch) ausfällt. Symptome: Je nachdem, welche Steuer-Hormone und davon abhängige Körperhormone letztlich fehlen, resultieren bestimmte Störungsbilder. Wie so oft ist die dabei auftretende Appetitlosigkeit eins von mehreren Allgemeinsymptomen. Dazu kommen dann jeweils die speziellen Ausfall-Symptome. Trifft es vor allem die Nebennieren, entsteht ein Zustand wie bei einer Nebennieren(rinen-)insuffizienz (siehe oben: Addison-Krankheit). Allerdings ist die Hautpigmentierung diesmal abgeschwächt, die Haut wirkt bleich. In anderen Fällen erhält vor allem die Schilddrüse zu wenig Signale (siehe nächster Abschnitt, "Unterfunktion der Schilddrüse"). Als weitere Möglichkeit kann es zu einem Mangel an Geschlechtshormonen mit Unfruchtbarkeit und Störungen der Körperbehaarung kommen.

Die schmetterlingsförmige Schilddrüse sitzt vorne am Hals

Die schmetterlingsförmige Schilddrüse sitzt vorne am Hals

- - Unterfunktion der Schilddrüse (Hypothyreose): Die Schilddrüse bildet lebenswichtige Hormone, die zahlreiche Körpervorgänge beeinflussen. Fehlt es an Schilddrüsenhormonen, liegt das zum Beispiel öfter an einer Immunstörung wie der Hashimoto-Thyreoiditis, einer chronischen Autoimmunerkrankung. Frauen sind davon häufiger betroffen als Männer. Seltener entspricht die Störung einer Unterfunktion der Hirnanhangdrüse (siehe oben). Die Symptome bei Hypothyreose sind gemäß ihrer umfangreichen Aufgaben vielfältig: Appetitlosigkeit, Gewichtszunahme durch Gewebeschwellung (zum Beispiel an den Unterschenkeln; beim Eindrücken bilden sich keine Dellen), Leistungsabfall, Müdigkeit, Verlangsamung, Verstopfung, kühle, trockene Haut, raue Stimme und Muskelschwäche sind nur einige davon. Mehr dazu und zur Diagnose und Therapie der Hypothyreose im Ratgeber "Unterfunktion der Schilddrüse". - - Überfunktion der Nebenschilddrüsen (Hyperparathyreoidismus) mit erhöhtem Kalziumspiegel als Folgeerscheinung: Die Nebenschilddrüsen sitzen jeweils oben und unten an den beiden Schilddrüsen"flügeln" und haben die Größe eines Weizenkorns. Sie geben das Parathormon ab, das zusammen mit Vitamin D den Kalzium-Stoffwechsel steuert. Eine Überfunktion ist unter anderem eine Reaktion auf einen Kalziumverlust. In der Folge kann der Kalziumspiegel steigen. Der ursprünglich auslösende Kalziummangel beruht meist auf einem Vitamin-D-Mangel, Erkrankungen der Nieren oder anderen Störungen. Diese Grunderkrankungen können verschiedene Beschwerden verursachen, die sich mit denen der überaktiven Nebenschilddrüsen überschneiden. Symptome: Je nach Schweregrad sind das Appetitlosigkeit, Übelkeit, Verstopfung, vermehrter Durst, Nierensteine, Magengeschwüre, Knochenbrüche und andere Skelettveränderungen, psychische Störungen, Gedächtnisprobleme und vieles mehr.

Herzkappen und wie sie gestört sein können

Herzkappen und wie sie gestört sein können

– Herzkrankheiten: Herz ist nicht immer Trumpf. Es kann auch leiden und das Allgemeinbefinden deutlich trüben. - - Herzinnenhautentzündung (Endokarditis): Die Herzinnenhaut bildet unter anderem die Herzklappen. Hier spielen sich Herzinnenhautentzündungen hauptsächlich ab. Dazu kommt es vor allem durch Bakterien, etwa Staphylokokken oder Streptokokken. Die Keime können zum Beispiel aus einem eitrigen Infektionsherd stammen oder bei einem Eingriff auf dem Blutwege ins Herz gelangen. Patienten mit angeborenen Herzfehlern, vorgeschädigten Herzklappen, wiederhergestellten, also rekonstruierten oder künstlichen Klappen sind besonders für eine infektiöse Endokarditis gefährdet. Die Entzündung kann die Herzklappen (weiter) schädigen, sodass sie funktionsuntüchtig werden. Seltener entstehen entzündliche Veränderungen an den Klappen durch andere Ursachen, etwa Immunstörungen. Symptome: Fieber und Schüttelfrost ebenso wie Appetitlosigkeit, Gewichtsabnahme und vermehrtes Schwitzen sind Allgemeinsymptome, die etwa zwei Wochen nach der bakteriellen Streuung eine Endokarditis anzeigen können. Als Komplikation bilden sich mitunter an den entzündeten Klappen kleine Gerinnsel, die aus dem Herzen ausgeschwemmt werden und mit dem Blut in ein anderes Organ gelangen können. Dann kommt es zu einer Embolie, einem Gefäßverschluss. Je nachdem, welches Organ wie stark betroffen ist, kann ein bedrohliches Krankheitsbild die Folge sein. Dem Arzt gibt ein Herzgeräusch, das er beim Abhören feststellt, zusammen mit der Krankengeschichte und den Symptomen einen Hinweis. Eingehend informiert Sie der Ratgeber "Endokarditis". - - Herzschwäche (Herzinsuffizienz): Herzschwäche gehört zu den häufigsten Herzkrankheiten. Das Herz arbeitet hier schlechter. Dann sammelt sich das Blut zum Beispiel vermehrt in den herznahen Venen an. Normalerweise fließt es von dort in die rechte Herzhälfte, um anschließend die Lungen zu passieren. Symptome: Bei fortgeschrittener Herzschwäche staut sich das Blut vor allem in den Gefäßen des Magens und der Leber. Das führt unter anderem zu Appetitlosigkeit, zu einem Völlegefühl und Störungen der Leberfunktion. Außerdem sind Schwellungen an den Füßen und vorne an den Unterschenkeln (beim Eindrücken bleiben Dellen zurück) sowie Flüssigkeitsansammlungen im Bauchraum ein typisches Zeichen der Rechtsherzinsuffizienz. Bei einer Schwäche des linken Herzens staut sich das Blut vor dem linken Herzen in der Lunge zurück. Dann kommt es zu Atemnot bei körperlicher Belastung, schließlich auch in Ruhe. Ist das Herz als Ganzes geschwächt, treten die Symptome gemeinsam auf. Der Betroffene ist zudem sehr erschöpft, kaum oder gar nicht mehr belastbar, kann an Gewicht verlieren und braucht eine intensive Behandlung, meist in der Klinik. Im Ratgeber "Herzinsuffizienz" lesen Sie alles Wissenswerte über das Krankheitsbild.

– Nierenversagen: Die Nieren leisten ungeheuer viel für den Körper. Sie sind nicht nur für die Ausscheidung, Entgiftung und Rückgewinnung von Körperstoffen zuständig, sondern regeln auch den Salz- und Wasserhaushalt. Außerdem spielen sie eine maßgebliche Rolle für den Blutdruck, für bestimmte Stoffwechselvorgänge und die Blutbildung. Krankes oder geschädigtes Nierengewebe kann dazu führen, dass die Nieren versagen. Es kommt zur Vergiftung des Körpers – akut oder chronisch. Zahlreiche Faktoren können die Nieren angreifen. Alterungsvorgänge, Diabetes mellitus und Bluthochdruck zum Beispiel setzen Blutgefäßen der Nieren auf Dauer zu. Ärzte sprechen in Anlehnung an die Arterioklerose von Nephrosklerose; Nephro- steht für Niere, -sklerose für Verkalkung. Die Nieren werden in der Folge schlechter durchblutet, der Blutdruck steigt, das Nierengewebe nimmt Schaden. Bei ständig zu hohem Blutdruck schreitet eine Nephrosklerose meist schneller fort, das kann akut zu Nierenversagen und weiteren Komplikationen führen. Entzündungen und Infektionen der Nieren, etwa bei Steinleiden, können zur Folge haben, dass Bindegewebe in den Nieren zunimmt (Fibrose) und das Nierengewebe schrumpft. Eine Schrumpfniere stellt ihre Tätigkeit ein. Auch Medikamente können die Nieren nachhahltug schädigen. Symptome bei chronischem Nierenversagen: Die Harnproduktion sinkt. Schädliche Substanzen sammeln sich im Körper an; ohne Blutwäsche (Dialyse) oder Nierenverpflanzung entwickelt sich eine fortschreitende Harnvergiftung. Die Patienten haben eine fahlgelbe Hautfarbe und leiden unter Juckreiz, Geschmacksstörungen, Appetitlosigkeit, Mundgeruch, Übelkeit und Erbrechen, schließlich Gewichtsverlust. Es treten Schwellungen auf. Außerdem können sich eine Blutarmut, Knochenerweichung, Konzentrationsstörungen, Bluthochdruck und Herzschwäche einstellen. In der Lunge staut sich Flüssigkeit. Am Ende kommt es zu schweren Störungen des Gehirns mit Krampfanfällen und Bewusstseinsstörungen bis hin zum Koma sowie Herzversagen. Ausführlich informiert Sie der Ratgeber "Nierenversagen" darüber.

– Migräneanfall: Migräne ist eine eigenständige Kopfschmerzerkrankung. Wichtig: Bei häufigen Attacken ist eine vorbeugende Therapie (Prophylaxe) angezeigt! Die Kopfschmerzphase des Migräneanfalls dauert mindestens vier Stunden. Nicht selten halten Migräne-Beschwerden bis zu drei Tage lang an, danach sind sie vorbei. Symptome: Bei fast jeder Migräne-Attacke treten Kopfschmerzen und teilweise auch Übelkeit mit Erbrechen auf. Naheliegend, dass den Betroffenen dabei eine Zeit lang auch der Appetit vergeht. Zugleich sind sie empfindlich gegenüber Licht und Lärm. Die meist starken Kopfschmerzen treten überwiegend auf einer Seite auf, können aber auch den gesamten Kopf erfassen. Die Schmerzen werden als pulsierend empfunden und besonders im Bereich von Stirn, Schläfen und den Augen lokalisiert. Bei Bewegung verstärken sich die Beschwerden; Ruhe und Dunkelheit lindern sie. Mehr über das Krankheitsbild erfahren Sie im Ratgeber "Migräne". – Autoimmunerkrankungen: Wenn das Immunsystem körpereigene Strukturen als fremdartig ansieht und gegen sie vorgeht, hat sich eine Autoimmunerkrankung entwickelt. Dabei kommt es zu Entzündungen. Warum das Immunsystem sich so verhält, bleibt unklar. Teilweise spielen erbliche Faktoren eine Rolle. Zu den häufigeren Autoimmunerkrankungen gehören die rheumatoide Arthritis (RA) und Krankheitsbilder, die sich überwiegend außerhalb der Gelenke abspielen, wie Bindegewebsrheumatismus (Kollagenosen) und Gefäßentzündungen (Vaskulitis, Arteriitis). Beispielhaft nachfolgend einige Kurzinfos zu Rheuma am Beispiel der rheumatoiden Arthritis und zweier Krankheiten namens Riesenzellarteriitis und Polymyalgia rheumatica. - - Rheumatoide Arthritis (RA): RA ist die häufigste Form von Gelenkrheuma. Bei der chronischen, schubweise verlaufenden Erkrankung entzündet sich die Innenhaut vor allem kleiner Gelenke (Arthritis). Die Entzündung kann auch auf Sehnen und Schleimbeutel übergreifen. Außerdem werden mitunter Organe wie Nieren, Leber, Herz und Lunge, die Augen oder das Nervensystem mit einbezogen. Ungefähr ein Prozent der Erwachsenen ist betroffen, Frauen deutlich häufiger als Männer. Die meisten Patienten erkranken um das 55. Lebensjahr. Symptome: Dass Gelenkrheuma auch zu Allgemeinbeschwerden führt, erscheint überraschend. Da es sich aber sich um eine Allgemeinerkrankung handelt, reagiert der Körper insgesamt. Damit verbundene Beschwerden können unter anderem Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust, Nachtschweiß, Muskelschmerzen, Müdigkeit, Antriebslosigkeit, Krankheitsgefühl und sogar depressive Verstimmung sein. Leitsymptom ist eine schmerzhafte Gelenksteifigkeit in den frühen Morgenstunden. Sie hält mindestens über dreißig Minuten an, um dannn allmählich nachzulassen. Hauptsächlich betroffen sind die Grund- und Mittelgelenke der Finger sowie die Handgelenke. Anzeichen hierfür kann manchmal ein schmerzhafter Händedruck sein. Auch der Vorfußbereich ist oft betroffen. Zudem sind die Gelenke geschwollen, ihre Konturen verstreichen. Im akuten Entzündungsschub können sich schmerzhafte Gelenkergüsse bilden. An den Sehnen – häufig auf den Streckseiten von Gelenken – entstehen sogenannte Rheumaknoten. Mit der Zeit lässt die Beweglichkeit der erkrankten Gelenke nach. Dem kann allerdings eine frühzeitige Therapie entgegensteuern. Es gibt verschiedene Sonderformen der RA mit abweichendem Erkrankungsmuster. Alles Wissenswerte zu der Erkrankung im Ratgeber "Rheumatoide Arthritis". - - Vaskulitis – Riesenzellarteriitis und Polymalgia rheumatica: Vaskulitis-Erkrankungen sind autoimmunbedingte Gefäßentzündungen. Die Symptome hängen davon ab, welche Adern (arteriellen Gefäße) – kleine, mittlere oder große – in welchen Organen oder Körpergegenden betroffen sind.

Die Riesenzellarteriitis ist eine Vaskulitis im Versorgungsbereich der Halsschlagader. Eventuell erkranken auch andere große Gefäße wie die Hauptschlagader oder Gliedmaßenarterien. Die Krankheit ist die häufigste Vaskulitis-Form, kommt allerdings deutlich seltener vor als die rheumatoide Arthritis. An Riesenzellarteriitis erkranken überwiegend ältere Frauen. Ein Teil der Patienten ist außerdem an einer sogenannten Polymyalgia rheumatica erkrankt. Leitsymptome der Riesenzellarteriitis sind pochende Kopfschmerzen, die Patienten häufig in der Schläfengegend lokalisieren. Manchmal empfinden sie auch Schmerzen beim Kauen. Es drohen Sehstörungen und Erblindungsgefahr. Beides lässt sich durch rechtzeitige Gabe von Kortison verhindern. Ein solches positives Ergebnis werten Ärzte auch als klinischen Beleg für die Diagnose. Polymyalgia rheumatica führt zu Entzündungen von Gelenken und Schleimbeuteln im Schulter- und Beckenbereich. Hier kommt es zu heftigen Schmerzen nachts und anhaltender Morgensteifigkeit, und die Schulter- und Beckenmuskeln sind sehr druckschmerzhaft. Ein Teil der Patienten entwickelt zudem eine Gefäßentzündung, die einer Riesenzellarteriitis entspricht. Wie bei anderen rheumatischen Erkrankungen treten auch bei Riesenzellarteriitis und Polymyalgia rheumatica Allgemeinsymptome auf, darunter Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust, Nachtschweiß, Abgeschlagenheit, eventuell Fieber und depressive Verstimmung. Mehr dazu in den Ratgebern "Riesenzellarteriitis" und "Chronischer Schulterschmerz, steife Schulter, Kapitel: Andere Ursachen." – Krebskrankheiten: Eine Krebserkrankung kann im Laufe der Zeit zu Appetit- und Gewichtsverlust führen. Häufig passiert das zum Beispiel während einer Chemo- oder Strahlentherapie (siehe unten). Umgekehrt macht es aber keinen Sinn, von diesen Symptomen im Vorfeld gleich auf eine bösartige Erkrankung zu schließen. Vertrauen Sie sich jedoch baldmöglich einem Arzt oder Ihrem Hausarzt an, der Sie und Ihre Kranken- und Familiengeschichte in der Regel gut kennt. Er wird im Gespräch mit Ihnen ausloten, was Ihre Gesundheit momentan beeinträchtigen könnte, Sie (erneut) untersuchen und die nächsten Schritte festlegen.

  • Medikamente und andere Therapien

Medikamente können den Appetit verschlechtern – etwa als Nebenwirkung oder mögliches Anzeichen einer Überdosierung. Manche führen zu Geschmacksveränderungen und stören so auch den Appetit. Nachfolgend einige Beispiele. Überprüfen Sie bei entsprechendem Verdacht jeweils den Beipackzettel und beraten Sie sich mit Ihrem Arzt und Apotheker. Setzen Sie ein Medikament aber nie ohne Rücksprache mit Ihrem Arzt ab.

– Digitalis (Herzglykoside): Präparate mit Digoxin oder Digitoxin werden hauptsächlich gegen Herzschwäche, mitunter auch bei manchen Herzrhythmusstörungen eingesetzt. Zu den häufigen Nebenwirkungen gehören Symptome wie Sehstörungen in Form von Gelb-Grün-Sehen, Appetitverlust, Übelkeit und Erbrechen sowie Herzrhythmusstörungen. – Vitamin-D: Vitamin D erhöht die Kalziumaufnahme im Darm und Knochen. Bei einer Überdosierung – dann ist vor allem der sogenannte Calcidiol-Wert, eine Vorstufe des aktiven Vitamins D3, im Blut erhöht – resultiert aus verschiedenen Gründen ein zu hoher Kalziumspiegel im Blut (siehe auch oben). Es kommt zu einer Knochen"entkalkung". Möglicherweise lagert sich Kalzium in Geweben ab. Das kann zum Beispiel zu Nierensteinen, schlimmstenfalls zum Nierenversagen führen. Symptome sind unter anderem Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen, Kopfschmerzen, Müdigkeit, starker Durst, Herzrhythmusstörungen. – Auch einige Antibiotika können als unerwünschte Wirkungen mitunter Beschwerden wie Appetitlosigkeit, Übelkeit und Erbrechen verursachen. – Kalziumantagonisten vom Dihydropyridin-Typ wie Nifedipin kommen vor allem bei Bluthochdruck, stabiler Herzkranzgefäßerkrankung (stabile koronare Herzkrankheit mit Brustschmerz = Angina pectoris) und dem sogenannten Raynaud-Syndrom zum Einsatz. Letzteres geht mit anfallsartigen Gefäßkrämpfen an Fingern und Zehen einher. Diese sind dann zunächst kalt, blass und gefühllos, schmerzen, verfärben sich anschließend blau, röten sich schließlich, kribbeln und klopfen. Eine häufige Nebenwirkung von Nifedipin sind Kopfschmerzen, seltener kommt es zu Magen-Darm-Beschwerden, Völlegefühl und Appetitlosigkeit. – Morphinhaltige Präparate unterdrücken starke Schmerzen. Der Arzt dosiert sie genau nach Bedarf. Zu den Nebenwirkungen zählen unter anderem Appetitlosigkeit und Geschmacksveränderungen. –  Appetitzügler wirken definitionsgemäß appetithemmend. Dazu gehören zum Beispiel die umstrittenen Amphetamine (rezeptpflichtig, etwa der Wirkstoff Phenylpropanolamin). Die verschiedenen Stoffe und Abkömmlinge aus dieser Gruppe können zahlreiche Nebenwirkungen haben, unter anderem gefährliche Effekte auf Herz, Kreislauf und Gefäße. Hinzu kommt, dass sie abhängig machen können. Nicht von ungefähr werden sie auch als Doping- und Rauschmittel (aufputschend = "Speed") missbraucht. Andere neuere Appetitzügler wurden inzwischen vom Markt genommen. Die Amphetamin-ähnliche Substanz Methylphenidat wird zur Behandlung der Aufmerksamkeits- / Hyperaktvitätsstörung (ADHS) eingesetzt. Als eine von vielen möglichen Nebenwirkungen lässt der Appetit nach. – Chemotherapie: Chemotherapeutika oder Zytostatika treffen Zellen, die sich schnell teilen. Das tun Tumorzellen. Aber auch gesunde Schleimhautzellen im Verdauungstrakt sind sehr teilungsfreudig. Daher gehören unangenehme Magen-Darm-Entzündungen, Entzündungen der Mundschleimhaut und Geschmacksveränderungen zu den lästigen Nebenwirkungen einiger, aber nicht aller Chemotherapien. Schon bald nach der Behandlung heilen diese Schäden wieder ab. Dann kehrt auch der vorübergehend gestörte Appetit wieder zurück. – Strahlentherapie (Radiotherapie): Strahlen können Krebszellen gezielt vernichten, allerdings nicht ohne gewisse Nebenwirkungen. Allerdings erholen sich viele gesunde Körperzellen in der Umgebung des Strahlenfeldes gut von den Nebeneffekten. Während die meisten Patienten die Strahlentherapie relativ problemlos durchlaufen, können sich bei einigen doch Folgeerscheinungen einstellen, die manchmal auch länger anhalten. Symptome: Häufig kommt es etwa zu Allgemeinbeschwerden wie chronische Erschöpfung (chronic fatigue-Syndrom) und Appetitlosigkeit. Weitere Nebenwirkungen hängen von der Grundkrankheit, dem individuellen Gesundheitszustand, der Vorbehandlung, dem Bestrahlungsfeld sowie Art und Dosis der Radiotherapie ab. Bei Bestrahlungen im Kopf, am Hals und Verdauungstrakt ist mit Schleimhautentzündungen in den entsprechenden Körperbereichen zu rechnen. Werden die Speicheldrüsen beeinträchtigt, kommt es oft zu Trockenheit im Mund und Hals. Beides – Entzündung wie Trockenheit – kann zu Infektionen, Schluckstörungen und in der Folge wiederum zu Appetitlosigkeit führen. Mitunter droht eine Mangelernährung. Das Behandlungsteam berücksichtigt solche Probleme schon im Vorfeld; geschulte Fachkräfte bereiten die Patienten mit einer Ernährungsberatung und auch psychologisch auf die Therapie vor. – Antidiabetika: Arzneistoffe wie Metformin, Exenatide oder Liraglutide werden neben anderen Zuckersenkern bei Diabetes mellitus Typ 2 eingesetzt. Antidiabetika senken den Blutzucker. Zugleich vermindern die drei genannten Arzneistoffe als erwünschte Wirkung das Hungergefühl beziehungsweise den Appetit.

  • Alkohol, Drogen und Vergiftungen

Zahlen sprechen eine klare Sprache: Nach Schätzungen der deutschen Hauptstelle für Suchtgefahren sind in Deutschland ungefähr 1,3 Millionen Menschen abhängig von Alkohol und etwa 1,4 Millionen konsumieren Medikamente, die süchtig machen können. Zu niht stoffgebundener Sucht wie zum Beispiel Internetabhängigkeit siehe oben. – Alkoholsucht: Sie ist definiert als krankhafte Abhängigkeit von Alkohol. Es kommt zu körperlichen, psychischen und sozialen Problemen sowie vielfältigen Folgeschäden – bis hin zu Todesfällen. Schätzungsweise weit über eine Million der erwachsenen Menschen in Deutschland sind alkoholabhängig. Alkohol wirkt einmal direkt nach der Aufnahme auf den Körper. Zu hoher Alkoholkonsum über längere Zeit ruft darüber hinaus Schäden hervor, die erst nach Monaten oder Jahren erkennbar werden. Symptome: Besonders häufig wird die Leber geschädigt. Dann lässt unter anderem der Appetit zu wünschen übrig. Oft verlieren die Betroffenen durch eine Mangelernährung deutlich an Gewicht. Dies hat neben der Appetitlosigkeit verschiedene, komplexe Ursachen. Wer außer der Reihe mal am Abend zu tief ins Glas geschaut hat, verspürt nicht selten morgens keinerlei Appetit, was sich tagsüber aber bessert. Ist dem nicht so, kann eine Alkohol-Gastritis dahinterstecken. Machen Sie sich im Ratgeber "Alkoholabhängigkeit (Alkoholsucht)" genauer über die Ursachen, Symptome, Therapie- und Vorbeugemöglichkeiten kundig. – Drogen: Appetitlosigkeit gehört auch bei Gebrauch mancher Dogen zu den unmittelbaren Effekten. Zu Amphetaminen ("Weckamine") siehe oben unter Appetitzügler. Kokain euphorisiert stark und dämpft dafür in gefährlich unkontrollierbarem Ausmaß Gefühle wie Hunger / Appetit, Durst und Müdigkeit. – Chronische Bleivergiftung (Blei = Pb): Hauptquelle für die Aufnahme von Blei, vor allem bei Erwachsenen, ist die Nahrung. Für Lebensmittelkontaktmaterialien hat der Europarat einen Wert von 10 Mikrogramm / Liter festgelegt (allerdings nicht rechtsverbindlich). Für das Trinkwasser gilt seit 1. Dezember 2013 ein Grenzwert von 10 Mikrogramm / Liter. Früher waren alte Blei- oder verzinkte Stahlrohre in Häusern eine verbreitete Gefahr. Heute spielt berufliche Exposition die größere Rolle. Der MAK-Wert, also die maximale Arbeitsplatz-Konzentration, liegt in Europa inzwischen bei 100 Mikrogramm Pb (anorganisches Blei) beziehungsweise bei 75 Mikrogramm Pb (organisches Blei) pro Kubikmeter Luft. Kinder nehmen Blei leichter als Erwachsene auf. Das hat unter anderem damit zu tun, dass bleihaltiger Staub wegen der Schwere des Metalls in den niedrigen Luftschichten schwebt, sodass Kinder mehr davon einatmen. Aufgenommenes Blei heftet sich schnell an die roten Blutkörperchen. Dann wandert es in verschiedene Organe, etwa in die Leber oder ins Gehirn. Hauptspeicherorte sind Zähne und Knochen, die das Blei jahrelang im Körper in Umlauf bringen. Unter anderem stört es die Blutbildung und kann bei Kindern die körperliche und geistige Entwicklung verzögern. Was Grenzwerte für Schwermetalle in Kinderspielzeug angeht, gilt auch für Deutschland die Richtlinie der Europäischen Union. Zuständig für Beratung, Diagnose und Therapie sind  Arbeitsmediziner und Toxikologen. Weitere Informationen beim  Umweltbundesamt, beim Bundesamt für Risikobewertung und bei der  Bundesanstalt für Arbeitsschutz und  Arbeitsmedizin (siehe auch unter "Fachliteratur"). Symptome: Eine chronische Bleivergiftung ist unter anderem gekennzeichnet durch Blutarmut, gelblich-fahle Hautfarbe, teilweise einen grauschwarzen Saum am Zahnfleischrand, Appetitlosigkeit, Magenbeschwerden, Nervosität, Unkonzentriertheit, Müdigkeit. In späteren Stadien können neurologische Störungen auftreten, etwa Nervenschädigungen.

  • Lebensphasen und Lebensumstände

Fortgeschrittenes Alter, Schwangerschaft, bestimmte Entwicklungsabschnitte in der Kindheit, Zeitverschiebung auf Reisen, Schichtarbeit: Alles dies sind Umstände, bei denen der Appetit manchmal streikt. – Höheres Lebensalter: Viele ältere Menschen ernähren sich mangelhaft und tendieren zu Untergewicht und Mangelerscheinungen. Zu den Ursachen gehören Appetitlosigkeit, Kau- und Schluckbeschwerden, Zahnprobleme, natürlich auch Krankheiten. Hinzu kommt, dass mit dem Älterwerden das Geschmacks- und Geruchsempfinden nachlässt. Einsamkeit oder der Verlust des Lebenspartners können nachhaltig auf den Appetit schlagen. Mangelernährung schwächt die Abwehrkräfte, die Infektionsanfälligkeit steigt. Wer dann krank wird, hat noch weniger Appetit. – Schwangerschaft: Schwangerschaftserbrechen (Emesis gravidarum): Übelkeit und gelegentliches Erbrechen morgens gehören zu den ersten Veränderungen, um nicht zu sagen "Anzeichen", einer Schwangerschaft. Die Aussichten, dass sich das Problem nach der zehnten Schwangerschaftswoche legt, sind meistens gut. Nur bei etwa jeder hundertsten Schwangeren trüben anhaltende Übelkeit und Erbrechen mehr als fünfmal am Tag die Vorfreude auf das Kind nachhaltig. Appetitlosigkeit ist zwar hier nicht der Auslöser, doch es ist klar, dass die Betroffenen mit dem Essen und Trinken in dieser Situation kaum noch nachkommen und schnell an Gewicht verlieren. Ärzte sprechen dann von übermäßigem Schwangerschaftserbrechen (Hyperemesis gravidarum). Es ist wegen der Gefahr der Austrocknung und Salz-Wasserentgleisung bedrohlich für Mutter und Kind und muss umgehend behandelt werden. Das Spektrum der Möglichkeiten ist groß und mussabgeklärt werden, therapeutische Schwerpunkte liegen unter anderem auf einer Ernährungsberatung, psychologischen Unterstützung und bestimmten Medikamenten. Meist ist eine Klinikbehandlung unvermeidlich. - - Akute Schwangerschaftsfettleber: Die Ursache dieser schwangerschaftsbedingten Erkrankung ist noch unklar. Vermutet wird ein Stoffwechseldefekt in den Leberzellen, der erst in der Schwangerschaft zum Tragen kommt und dazu führt, dass die Leberzellen verfetten. Die Störung tritt meist zwischen der 30. und 38. Schwangerschaftswoche auf. Gehen Sie bei auffälligem Unwohlsein und Schmerzen umgehend zum Frauenarzt. Zu den Symptomen gehören Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen, Krankheitsgefühl und Schmerzen im rechten Oberbauch unter dem Rippenbogen. Einige Tage später kann sich eine Gelbsucht entwickeln. Entwicklung im Kindesalter: Manchmal stellen Kinder ihre Eltern schon sehr früh auf eine harte Geduldsprobe. Das Zahnen, die Umstellung auf Beikost, der Übergang vom Füttern zum selbstständigen Essen, die Geburt eines Geschwisterkindes, Veränderungen bei der Betreuung, die Trotzphase – alles dies kann beim Kleinen regelrecht eine Verweigerungshaltung auslösen. Und das ist eine äußerst wirksame Form des Protestes. Denn wer als Mutter oder Vater leicht die Nerven verliert, läuft Gefahr, inkonsequent zu sein und dem Nachwuchs zu viele Zugeständnisse zu machen. Kleinkinder haben aber meist ein gutes Gefühl für Hunger und Sättigung. Lassen Sie das ruhig zu. Andererseits muss das Kind lernen, dass es feste Essensregeln gibt. Kein Tag ist aber wie der andere. Solange sich ein Kind gut entwickelt und fröhlich ist, besteht kein Grund zur Besorgnis, wenn es ausnahmsweise mal nicht viel essen will. Ist es krank und hat wenig Appetit, ist das meist auch eine normale Reaktion. Isst ein Kind aber tatsächlich längere Zeit schlecht, und wirkt es auffallend zierlich, blass, matt oder erschöpft, müssen Sie den Kinderarzt zu Rate ziehen. Im Vorfeld geben schon die regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen Ihnen und Ihrem Kind wertvolle Hilfestellung. Mehr zu diesem Thema per Klick auf die Seite "Ernährung: Wie Kinder gesund essen". Zu Kinderkrankheiten siehe oben im Abschnitt "Krankheiten / Infektionskrankheiten". – Konflikt mit der inneren Uhr: Jetlag, Schichtarbeit nachts: Bei Fernreisen – nach Osten in den verkürzten Tag hinein stärker als in Richtung Westen – bringt die neue Zeitzone unseren Biorhythmus aus dem Takt. Meistens ist das vorübergehend, und der Körper arrangiert sich Schritt für Schritt mit den neuen Uhrzeiten. Oder er stellt sich bei kurzem Aufenthalt erst gar nicht um. Nachtarbeit steht dem normalen Tag-Nacht-Programm des Körpers immer entgegen, auch wenn man sich scheinbar an diese Arbeitsform gewöhnt hat. Die Zeit, die pro 24 Stunden ohne Tageslicht verbracht wird, ist überproportional zu lang, den überwiegend zu kurzen und oft nicht erholsamen Schlaf am Tage eingerechnet. Bei Unterbrechungen mit Schichtpausen muss der Körper sich zudem ständig an das Hin und Her anpassen. Alles das hinterlässt Spuren. Symptome: Kurzfristig, also zum Beispiel beim Jetlag, treten oft Müdigkeit, Kopfschmerzen, Konzentrationsprobleme und Schlafstörungen auf. Übelkeit kann auf den Appetit schlagen, oder dieser meldet sich zur falschen Zeit. Wechselt jemand nach einer längeren Periode mit Nacht(schicht-)arbeit wieder auf Tagesarbeit um, bleibt der Schlaf oft anhaltend beeinträchtigt. Das Risiko für Bluthochdruck, Herzerkrankungen und Magenprobleme ist erhöht.

Fehlt der Appetit länger, ist der Arzt gefragt

Fehlt der Appetit länger, ist der Arzt gefragt

Appetitlosigkeit: Diagnose und Therapie

Wenn der Appetit nur vorübergehend fehlt, sind keine ärztlichen Untersuchungen nötig. Anhaltender Appetit- und Gewichtsverlust dagegen muss umfassend abgeklärt werden. Das beinhaltet zunächst ein ausführliches Gespräch mit dem Arzt über Ihre Krankengeschichte, soweit sie nicht schon bekannt ist. Auch über Ihre aktuelle berufliche und private Situation wird der Arzt sich ein möglichst genaues Bild machen wollen. Informieren Sie ihn darüber, welche Medikamente Sie einnehmen und wie Sie es mit dem Gebrauch von Genussmitteln halten. Die anschließende körperliche Untersuchung kann weitere Hinweise geben. Durchaus möglich ist, dass der Arzt Sie im Laufe der Diagnostik an einen Spezialisten überweist. Die Therapie richtet sich nach der Diagnose. Hält die Appetitlosigkeit länger an, wird Ihr Arzt das Notwendige tun, um eine Mangelernährung und weitere Komplikationen bei Ihnen zu vermeiden. Dazu gehören eine Ernährungsberatung, eventuell der Ersatz fehlender Vitamine und Mineralstoffe, gegebenenfalls auch eine spezielle Ernährungstherapie.

Mehr Appetit: So helfen Sie sich selbst

Nachdem der Arzt Entwarnung gegeben hat, können Sie sich guten Gewissens ein wenig mehr Zeit gönnen und Ihre Lebensgewohnheiten etwas unter die Lupe nehmen: die Ernährung, den Schlafrhythmus, die Häufigkeit der körperlichen Bewegung. Versuchen Sie herauszufinden, wo es Verbesserungsmöglichkeiten gibt.

  • Gehen Sie zu bekömmlicher, abwechslungsreicher Kost mit viel frischen, pflanzlichen Zutaten über. So fällt das Essen leichter, und Sie kommen auch auf Ihr Vitamin- und Mineralstoff-Soll.
  • Essen Sie aber immer wieder mal, was Ihnen stets geschmeckt hat.
  • Richten Sie, wenn möglich, mehrere kleine Mahlzeiten für sich her. Nehmen Sie diese zu Ihnen angenehmen Zeitpunkten ein.
  • Auch das Auge isst mit: Leckere Zubereitung regt den Appetit an.
  • Sparen Sie beim Alkohol.
Zubereitungen aus Tausendgüldenkraut (Foto) und anderen Heilpflanzen helfen gegen leichte Appetitlosigkeit

Zubereitungen aus Tausendgüldenkraut (Foto) und anderen Heilpflanzen helfen gegen leichte Appetitlosigkeit

  • Pflanzliche Mittel oder Tees, etwa mit Bestandteilen aus Heilpflanzen wie Gelber Enzian, Tausendgüldenkraut, Löwenzahn, Schafgarbe, Wermut, Ceylon-Zimt oder Ingwer können gegen Appetitlosigkeit helfen. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt und Apotheker, ob etwas gegen die Einnahme spricht oder worauf Sie achten sollten. Dies gilt insbesondere in der Schwangerschaft.
  • Bewegen Sie sich regelmäßig an der frischen Luft.
  • Entspannungsverfahren wie autogenes Training oder progressive Muskelentspannung nach Jacobson können die Stressbewältigung unterstützen.

Fachliteratur

Herold G und Mitarbeiter: Innere Medizin, 2015, Köln Gerd Herold Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie et a.: THerapie entzündlicher Erkrankungen der Gaumenmandeln – Tonsillitis. AWMF-Register Nr. 017/024, S2k, Stand: 08/2015, Online: http://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/017-024l_S2k_Tonsillitis_Gaumenmandeln_2015-08.pdf (Abgerufen am 29.09.2015) Deutsche Gesellschaft für Neurologie: Leitlinien für Diagnostik und Therapie in der Neurologie: Kopfschmerzen und andere Schmerzen. AWMF-Registrier-Nr. 030-057, S1, Stand 09/2012, Änderung am 21.03.2013, gültig nach Verlängerung bis 29.09.2017. Online: http://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/030-057l_S1_Migraene_Therapie_2012_verlaengert.pdf (Abgerufen am 29.09.2015) Problematik, Klinik und Beispiele der Spurenelementvergiftung - Blei: Meißner D, Klemm, M, Zogbaum M: Toxichem Krimtech 2011; 78 (3):453 http://ag-spielsucht.charite.de/computerspiel/merkmale_der_computerspielsucht/ (Abgerufen am 23.09.2015)

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