Diabetes Ratgeber

Welche Wirkstoffe gibt es?  

Metformin ist das einzige Biguanid.

Wie wirkt es? Metformin hemmt die Neubildung von Glukose in der Leber. So gelangt weniger vom Körper produzierter Zucker ins Blut. Außerdem lässt es die Zellen auf das blutzuckersenkende Insulin wieder besser ansprechen. Weitere vermutete Effekte: Metformin verbessert den Blutzucker durch Wirkung auf den Darm und das Gehirn.

Wirkstoff

Metformin ist das einzige Biguanid.

Anwendung

Einnahme als ­Tablette, ein- bis dreimal täglich nach dem Essen. Um Nebenwirkungen zu mildern, beginnt man mit einer niedrigen Dosis, die nach Angaben des Arztes über mehrere Wochen schrittweise erhöht wird.

Wirkweise

Metformin senkt den Blutzucker auf mehrfache Art. Es sorgt dafür, dass die Leber weniger Glukose (Traubenzucker) produziert, dass der Darm weniger Glukose aus der Nahrung aufnimmt und Körperzellen, etwa in der Leber, wieder besser auf Insulin ansprechen.

Für wen eignet es sich?  Es ist das Mittel der Wahl bei Übergewichtigen mit Typ-2-Diabetes. Oft verordnet der Arzt es nach der Dia­gnose, wenn er auch eine Änderung der Lebensweise empfiehlt. 

Und für wen nicht? Metformin muss bei schwerer Nierenschwäche abgesetzt werden, außerdem bei manchen akuten oder chronischen Erkrankungen, etwa des Herzens oder der Leber.

Wie nimmt man es ein? Ein- bis dreimal täglich nach den Mahlzeiten.

Welche Nebenwirkungen gibt es? Vor allem zu Therapiebeginn können Magen-Darm-Beschwerden auftreten. Um das zu verhindern, startet man die Therapie mit einer niedrigen Dosis und erhöht diese schrittweise.

Das sagen Experten: Ein bewährter Klassiker und gleichzeitig ein sehr sicheres, modernes Medikament. Metformin ist in jedem Stadium des Diabetes gut einsetzbar, alleine und auch in Kombination mit anderen Wirkstoffen. Manche Patienten vertragen es aber nicht.

Vorteile  

Mit Metformin hat man sehr lange Erfahrung. Darum beginnt eine medikamentöse Therapie bei Typ 2 fast immer damit. Es lässt sich auch gut mit anderen Blutzuckersenkern kombinieren und hilft vermutlich unter anderem, das Risiko für einen Herzinfarkt zu senken. Zu Unterzuckerungen oder einer Gewichtszunahme führt es nicht. 

Nebenwirkungen

Vor allem zu ­Therapiebeginn sind meist vorübergehende Magen-Darm-Probleme möglich.

Ungeeignet bei

Schweren akuten Erkrankungen oder chronischen Erkrankungen, die sich plötzlich verschlechtern — etwa eine entgleiste Herzschwäche, schwere Nierenschwäche oder Leberversagen.

Apotheker-Rat

Halten Sie sich bei der Dosierung wie immer genau an den Plan Ihres Arztes. So kann sich der Körper an Metformin gewöhnen und kommt oft gut damit klar.

Wichtig: Diese Informationen ersetzen nicht die Lektüre des Beipackzettels. Lassen Sie sich im Zweifelsfall von Ihrem Apotheker oder Arzt beraten.