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Hashimoto-Thyreoiditis – kurz zusammengefasst

  • Es handelt sich um eine chronisch anhaltende Autoimmunerkrankung der Schilddrüse, die durch das körpereigene Immunsystem hervorgerufen wird
  • Hashimoto geht oft mit anderen Autoimmunkrankheiten einher, etwa Typ-1-Diabetes.
  • Die Symptome sind sehr vielfältig, denn Schilddrüsenhormone beeinflussen viele Körperfunktionen. Außerdem kann es dabei zu Anzeichen einer Über- und Unterfunktion des Organs kommen.
  • Der Arzt erkennt die Krankheit normalerweise anhand von Bluttests und einer Ultraschalluntersuchung.
  • Die Therapie besteht im Regelfall darin, die fehlenden Hormone in Form von L-Thyroxin zu ersetzen, um so die Schilddrüsenfunktion zu normalisieren und die Symptome zu lindern.

Was ist eine Hashimoto-Thyreoiditis?

Die Hashimoto-Thyreoiditis (auch chronische lymphozytäre Thyreoiditis genannt) ist eine häufige, langsam und chronisch verlaufende, schmerzlose Autoimmunerkrankung der Schilddrüse. Die Schilddrüse ist ein kleines Organ, das sich unterhalb des Kehlkopfes an die Luftröhre schmiegt. Sie produziert lebenswichtige Schilddrüsenhormone, die Stoffwechsel, Kreislauf, Wachstum und Psyche beeinflussen.

Die Krankheit hat ihre Ursache im körpereigenen Abwehrsystem. Es greift "irrtümlich" das Gewebe der Schilddrüse an und schädigt es. So entsteht die chronische Schilddrüsenentzündung (chronische Thyreoiditis). Weil das eigene Immunsystem beteiligt ist, heißt sie auch Autoimmunthyreoiditis. Die Krankheit führt letztlich zur Schilddrüsenunterfunktion, also einem Mangel an Schilddrüsen-Hormonen. Frauen sind häufiger betroffen als Männer. Bei Frauen fällt der Erkrankungsbeginn oft mit den Wechseljahren zusammen. Dann wird die Schilddrüsenerkrankung leicht übersehen, weil die Symptome lange als "Wechseljahrsbeschwerden" fehlgedeutet werden.

Ihren Namen verdankt die Krankheit ihrem Entdecker, dem japanischen Arzt Hakaru Hashimoto.

Was sind die Ursachen der Schilddrüsenkrankheit vom Typ Hashimoto?

Die Erkrankung gehört zu den sogenannten Autoimmunkrankheiten. Sie entstehen durch einen Fehler der Körperabwehr.

Normalerweise wird das Immunsystem immer dann aktiv, wenn schädliche Bakterien oder Viren in den Organismus gelangen und bekämpft werden müssen. Der Körper bildet Antikörper gegen die Eindringlinge, um sie unschädlich zu machen. Das Abwehrsystem tritt außerdem in Aktion, wenn einzelne Körperzellen infiziert oder stark geschädigt sind, und deshalb beseitigt werden sollen.

Bei einer Autoimmunkrankheit attackiert der Organismus jedoch plötzlich gesundes körpereigenes Gewebe, im Falle der Schilddrüsenkrankheit vom Typ Hashimoto das der Schilddrüse. Wie es zu diesem Fehler kommt, ist nicht genau bekannt. Experten vermuten, dass möglicherweise eine bakterielle oder virale Infektion die fatale Autoimmunreaktion in Gang setzt. Viele Fragen sind aber noch offen.

Sicher ist, dass eine gewisse Neigung zu Hashimoto bereits in den Genen steckt. Verwandte von Menschen mit der Schilddrüsenkrankheit sind häufiger betroffen als der Bevölkerungsdurchschnitt. Die Störung wird aber nicht direkt "weitervererbt".

Große Mengen Jod können die Krankheit offenbar verschlechtern oder vorzeitig zum Ausbruch bringen, wenn bereits eine entsprechende Veranlagung besteht. Patienten, die an der Schilddrüsenkrankheit leiden, oder nahe Verwandte mit der Erkrankung haben, sollten sich deshalb am besten vom Arzt oder Apotheker beraten lassen, bevor sie zu zusätzlichem Jod in Form von Nahrungsergänzungsmitteln greifen. Der normale Jodgehalt in der täglichen Nahrung stellt laut Experten kein Problem dar.

Hashimoto kann mit anderen Autoimmunkrankheiten gemeinsam auftreten. Beispiele sind die Weißfleckenkrankheit (Vitiligo), Zöliakie (Glutenunverträglichkeit) und Diabetes mellitus Typ 1 (Zuckerkrankheit). Wer an dieser Stoffwechselstörung leidet, sollte bei entsprechenden Symptomen unbedingt daran denken, auch die Schilddrüse überprüfen zu lassen. Das gilt besonders, wenn der Blutzucker häufig in Richtung Unterzucker entgleist.

Schematische Darstellung vom Darm

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Verlaufsformen der Hashimoto-Thyreoiditis

Atrophe Form: Hier schwinden die Zellen der Schilddrüse. Das Organ schrumpft. In Deutschland leidet die Mehrheit der Patienten an dieser Variante der Krankheit.

Hypertrophe Form: Bei dieser – hierzulande selteneren – Form vergrößert sich die Schilddrüse, ein Kropf (eine Struma) entsteht.

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Die Krankheit verläuft oft lange ohne Beschwerden, da der Körper die Hormonspiegel noch eine Weile aufrechterhalten kann. Werden die Hormonspeicher der Schilddrüse durch die Autoimmunreaktion angegriffen, dann können vorübergehend ungewöhnlich große Mengen Schilddrüsenhormone ins Blut gelangen und Symptome einer Schilddrüsenüberfunktion auslösen. Im weiteren Verlauf wird das Gewebe des Organs immer mehr geschädigt, sodass es allmählich funktionsuntüchtig wird. Der Spiegel an Schilddrüsenhormonen sinkt ab. Beschwerden der Schilddrüsenunterfunktion stellen sich ein. Die Hashimoto-Thyreoiditis ist eine der häufigsten Ursachen einer Schilddrüsenunterfunktion im Erwachsenenalter und nicht heilbar, aber gut behandelbar.

Beratende Expertin

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Frau Professor Dr. med. Petra-Maria Schumm-Draeger ist Internistin und Endokrinologin. 1989 habilitierte sie sich im Fach "Innere Medizin". 1995 bekam sie die Bezeichnung "außerplanmäßiger Professor" durch den Minister für Wissenschaft und Kunst des Landes Hessen verliehen. Von 2002 bis 2016 war Sie als Chefärztin der Klinik für Endokrinologie, Diabetologie und Angiologie des Klinikums Bogenhausen (Städtisches Klinikum München GmbH) tätig. Seit 01.07.2016 leitet sie als ärztliche Direktorin das Zentrum / Innere Medizin / Fünf Höfe in München.

Wichtiger Hinweis

Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder –behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich.

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