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Bluthochdruck wird oft unterschätzt: Er ist meist zunächst nicht spürbar und verursacht keine oder nur leichte Symptome, bei denen viele nicht hellhörig werden. Dabei kann die sogenannte arterielle Hypertonie verschiedene Organe schwer schädigen – und auch tödlich sein, wenn sie zu Folgen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall führt. Eine weitere schlechte Nachricht: Bluthochdruck ist eine der häufigsten Erkrankungen überhaupt. Derzeit sind 31,8 Prozent der Menschen in Deutschland betroffen[1] – nahezu jeder oder jede Dritte. In höherem Alter, also ab 65 Jahren, haben bereits fast zwei Drittel Bluthochdruck. Doch die gute Nachricht ist, dass die meisten Menschen viel tun können, um ihm vorzubeugen – und er bei der Mehrzahl der Betroffenen gut behandelbar ist.

Was ist normal, ab wann besteht Bluthochdruck?

Ob beim Messen zu Hause oder in der ärztlichen Praxis: Liegt der Blutdruck wiederholt über 140/90 mmHg, besteht ein Bluthochdruck (arterielle Hypertonie).

Normal bei Selbstmessung: unter 135/85 mmHg

Normal bei Messung in der ärztlichen Praxis: unter 140/90 mmHg

Hochnormal (leicht erhöhte Werte): 130/85 bis 139/89 mmHg

Bluthochdruck: ab 140/90 mmHg[2]

Die Blutdruckwerte am linken und am rechten Arm können sich leicht unterscheiden. Beträgt der Unterschied jedoch mehr als 10 mmHg, sollte ein Arzt oder eine Ärztin nachmessen[3].

Was bedeuten die Blutdruck-Werte?

Auf dem Blutdruck-Messgerät stehen zwei Werte:

  • Der höhere Wert ist der systolische Blutdruck. Er entsteht, wenn das Herz sich zusammenzieht und das Blut in die Gefäße pumpt – dann ist der Druck am höchsten.
  • Der niedrigere Wert ist der diastolische Blutdruck. Er entsteht, wenn das Herz sich wieder weitet, um sich erneut mit Blut zu füllen.

Bei einem Blutdruck von 120/80 mmHg liegt der systolische Druck bei 120, der diastolische bei 80 mmHg.

Schwankungen sind normal

Bei gesunden Menschen reagiert der Blutdruck flexibel auf die Erfordernisse des Körpers, damit die Organe stets ausreichend durchblutet sind. Bei körperlicher Anstrengung pumpt das Herz beispielsweise schneller und der Blutdruck steigt an – vor allem der systolische. Außerdem stellen sich die Gefäße je nach Situation weiter oder enger – bei Stress verengen sie sich zum Beispiel, was den Blutdruck ebenfalls erhöhen kann. Liegt keine Krankheit vor, sinkt der Blutdruck nach der Belastung wieder auf ein normales Level.

Auch im Laufe des Tages schwankt der Blutdruck nach einem bestimmten Rhythmus. Morgens steigt er in der Regel, mittags fällt er ab und am späteren Nachmittag steigt er wieder an. In der Nacht sinkt der Blutdruck. Bei Menschen mit Bluthochdruck funktioniert auch dieser Mechanismus häufig nicht mehr[4].

Wie regelt der Körper den Blutdruck?

Der Körper regelt den Blutdruck mithilfe eines komplexen Systems, viele Komponenten greifen ineinander. Die wichtigsten sind:

  • das sympathische Nervensystem, auch Sympathikus genannt
  • das Renin-Angiotensin-Aldosteron-System (RAAS)
  • die Nieren und Nebennieren: Letztere bilden unter anderem das blutdrucksteigernde Hormon Aldosteron
  • der Salz- und Wasserhaushalt
  • die Blutgefäße, vor allem die großen, elastischen Schlagadern
  • Druckfühler an den Halsschlagadern, auch Barorezeptoren genannt

Zentrale Blutdruckregler sind unter anderem das sympathische Nervensystem mit den Stresshormonen Adrenalin und Noradrenalin sowie das Renin-Angiotensin-Aldosteron-System (RAAS), das den Flüssigkeits- und Elektrolythaushalt des Körpers regelt.

Ist das sympathische Nervensystem sehr aktiv, zum Beispiel bei Stress, befindet sich der Körper im Angriffs- oder Verteidigungsmodus. Das Herz schlägt schneller, der Blutdruck steigt. Daran wirken auch die Nieren mit: Sie bilden unter anderem mehr von dem Enzym Renin, daraufhin steigt auch Angiotensin an, genauer: Angiotensin II. Das ist ein blutdruckseigerndes Hormon. Es veranlasst zum Beispiel, dass die Gefäße sich verengen und die Nebennieren vermehrt Hormone wie Aldosteron abgeben, das ebenfalls den Blutdruck steigen lässt. Dieses wiederum sorgt dafür, dass die Nieren mehr Natrium und Wasser im Körper zurückhalten. Auf diese Weise regeln sie die Blutmenge und beeinflussen darüber den Blutdruck.

Eine weitere Blutdruckregelgröße ist die Elastizität der Gefäße, also ihre Fähigkeit, sich zu dehnen und an Druckänderungen anzupassen. Das betrifft vor allem die großen Arterien. Aber auch die kleinen Schlagadern können sich auf bestimmte Kreislaufreize hin anspannen. Sogenannte Barorezeptoren an der Wand der Blutgefäße registrieren laufend den Blutdruck.

Jedes Element für sich und alle zusammen beeinflussen den Blutdruck. Nach einem akuten Ereignis wie Stress gehen die beschriebenen blutdrucksteigernden Einflüsse im gesunden Organismus zurück. Halten sie an, behält der Körper das erhöhte Blutdruckniveau bei und Bluthochdruck entsteht.

Welche Folgen hat Bluthochdruck für die Gesundheit?

Bluthochdruck ist häufig zunächst nicht spürbar. Dabei kann er viele Organe schwer schädigen – und auch tödlich sein. Was sind die Mechanismen dahinter?

Bluthochdruck (Hypertonie) ist neben Rauchen, Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) und Fettstoffwechselstörungen ein wesentlicher Risikofaktor für Herz- und Gefäßkrankheiten. Viele Patientinnen und Patienten erreichen zwar dank einer Behandlung wieder Werte im Normalbereich. Doch leider klappt dies nicht bei allen. Zudem leiden viele unter unerkanntem Bluthochdruck. Dann drohen Herzerkrankungen wie Herzschwäche und Vorhofflimmern oder schwerwiegende Komplikationen wie Gehirnblutung, Schlaganfall, Herzinfarkt oder Nierenversagen, die auch tödlich sein können.

Was passiert bei Bluthochdruck?

Bei Bluthochdruck ist der Druck in den Gefäßen erhöht. Das Problem: Anfangs bereitet das kaum Beschwerden. Daher bleibt Bluthochdruck häufig lange Zeit unerkannt und unbehandelt. Auf Dauer kann ein zu hoher Druck in den Gefäßen jedoch das Herz und andere lebenswichtige Organe schädigen. Außerdem setzt die natürliche Gefäßalterung bei Bluthochdruck früher ein und schreitet schneller fort. Die Blutgefäße verkalken vorzeitig, Arteriosklerose entsteht. Dadurch können verschiedene Organe schlechter durchblutet und in ihrer Funktion beeinträchtigt werden. Nieren- und Augenerkrankungen wie die hypertensive Retinopathie entstehen zum Beispiel oft durch einen zu hohen Blutdruck.

Auswirkungen auf Herz und Nieren

Sind die zu den Nieren führenden Gefäße von einer Arteriosklerose betroffen, ist die Durchblutung der Nieren eingeschränkt. Daraufhin versuchen die Nieren gegenzusteuern und schütten vermehrt blutdrucksteigernde Botenstoffe aus. Ein fataler Kreislauf entsteht, der den Blutdruck weiter in die Höhe treibt. Mit der Zeit kann es zu einem Nierenversagen kommen, das mitunter tödlich verläuft.

Wenn das Herz ständig mit hoher Kraft pumpen muss, verdickt sich mit der Zeit der Herzmuskel. Schafft es dieser nicht mehr, die erforderliche Leistung zu erbringen, sinkt die Blutmenge, die das Herz auswirft. Auch Durchblutungsstörungen können die Funktion des Herzens beeinträchtigen. Eine mögliche Folge kann eine schlechtere Pumpleistung – eine Herzinsuffizienz (Herzschwäche) – sein, die ebenfalls tödlich sein kann.

Wenn Gefäße durch Bluthochdruck geschädigt und durch Arteriosklerose verengt sind, können Blutgerinnsel entstehen – Herzinfarkt oder Schlaganfall sind mögliche Folgen.

Daraus folgt: Bluthochdruck sollte behandelt werden, um den erhöhten Druck in den Gefäßen zu senken und lebensbedrohliche Folgekrankheiten wie Herzinfarkt und Schlaganfall zu verhindern.

Welche Symptome treten bei Bluthochdruck auf?

Bei Bluthochdruck treten meist erst spät Symptome auf. Das ist ein wesentlicher Grund dafür, dass die Krankheit oft erst spät erkannt wird.

Wer einen zu hohen Blutdruck hat, spürt davon meistens lange Zeit nichts. Nach und nach können allgemeine Symptome auftreten wie:

Weil die Symptome eher allgemeiner Natur sind, werden viele Menschen nicht sofort auf ihren Bluthochdruck aufmerksam. Häufig – aber nicht nur – entwickelt sich Bluthochdruck am Übergang zur zweiten Lebenshälfte. Zu diesem Zeitpunkt sind Frauen oft auch in den Wechseljahren. Die dann auftretenden Beschwerden lassen sich leicht mit denen bei Bluthochdruck verwechseln. Dies ist einer der Gründe, warum Bluthochdruck – speziell bei Frauen – manchmal schlechter erkannt wird. Deshalb: Frauen wie Männer sollten bei neu auftretenden Problemen wie den beschriebenen zu Arzt oder Ärztin zu gehen.

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Bluthochdruck: Was Frauen wissen sollten

In Deutschland leidet jede dritte erwachsene Person unter Bluthochdruck. Das sind 20 bis 30 Millionen Menschen. Zwar sind ungefähr gleich viele Frauen wie Männer betroffen - trotzdem ist es sinnvoll, sie getrennt zu betrachten zum Artikel

Im weiteren Verlauf können dann auch Symptome auftreten wie:

  • Sehstörungen
  • Schmerzen und Engegefühl in der Brust (Angina pectoris)
  • Wassereinlagerungen
  • kalte Gliedmaßen oder schlecht heilende Wunden
  • Erektionsstörungen bei Männern
  • Bewegungs- oder Sinnesstörungen

Weitere Krankheitszeichen wie Konzentrations- oder Gedächtnisprobleme hängen von möglichen Gefäß- und Organschäden durch den erhöhten Blutdruck ab.

Krisenhafte Blutdruckanstiege spüren Betroffene oft, aber auch nicht immer. Mögliche Anzeichen sind zum Beispiel Schwindel, Unruhe, Angst, Zittern, Panikgefühle, Atemnot oder ein Engegefühl in der Brust. Am besten sofort den Blutdruck kontrollieren (lassen) und bei hohen Druckwerten oder anhaltenden Beschwerden den Notruf 112 wählen.

Achtung: Plötzliche Sehstörungen, zum Beispiel Doppelbilder, außerdem Symptome wie Kribbeln, Taubheitsgefühl oder eine Lähmung auf einer Körperseite – am Arm, Bein oder im Gesicht –, eine Sprachstörung oder plötzlich auftretende starke Kopfschmerzen können Warnzeichen oder Symptome eines Schlaganfalls sein: Sie sollten dann unverzüglich den Rettungsdienst unter der 112 alarmieren!

Diagnostik: Wie kann man Bluthochdruck erkennen?

Bluthochdruck ist häufig nur über eine Blutdruckmessung erkennbar, denn er verursacht meist zunächst keine Symptome. Liegen die Werte bei der wiederholten und korrekt durchgeführten Messung zu Hause über 135/85 mmHg, sollte die Ärztin oder der Arzt den Blutdruck überprüfen.

Blutdruck selbst messen

Blutdruck selbst messen: Eine Anleitung

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Liegen die Werte in der ärztlichen Praxis bei 140/90 mmHg oder höher, wird der Arzt oder die Ärztin verschiedene weitere Untersuchungen durchführen, um festzustellen, ob ein Bluthochdruck vorliegt – und falls ja, ob bereits Folgeschäden eingetreten sind.

Manchmal wird Bluthochdruck auch von einer anderen Krankheit verursacht. Auch das prüft die Ärztin oder der Arzt.

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Wie kann man Bluthochdruck erkennen?

Bluthochdruck diagnostiziert die Ärztin oder der Arzt. Wie die Blutdruckmessung in der Arztpraxis funktioniert und welche Untersuchungen noch wichtig sind. zum Artikel

Wie behandelt man Bluthochdruck?

Um leichten Bluthochdruck zu behandeln, reicht es oft, den Lebensstil zu ändern. Dazu gehören als erste Maßnahmen – falls nötig – ein Rauchstopp und ein reduzierter Alkoholkonsum. Außerdem hilft es, sich ausgewogen und möglichst salzarm zu ernähren sowie regelmäßig zu bewegen. Bei Übergewicht sollte man dauerhaft abnehmen. Und auch die seelische Verfassung nimmt Einfluss auf den Blutdruck – oft hilft es, Stress zu reduzieren.

Reichen diese Maßnahmen nicht aus, können zusätzlich Medikamente einen zu hohen Blutdruck senken. Meist sind diese gut verträglich und müssen dauerhaft eingenommen werden. Sie machen den gesunden Lebensstil aber keinesfalls überflüssig.

Bluthochdruck: Wann wie behandeln?

Bei der Planung der Therapie wird der Arzt oder die Ärztin im Blick haben, ob die Patientin oder der Patient ein erhöhtes Risiko für eine schwere Herz-Kreislauf-Erkrankung wie Herzinfarkt und Schlaganfall hat. Dies lässt sich anhand von Faktoren wie dem Lebensstil und den vorliegenden medizinischen Befunden abschätzen. Die blutdrucksenkende Therapie hat zum Ziel, die Betroffenen vor diesen Gefahren zu schützen. Das geht umso besser, je früher die Behandlung startet.

  • Patientinnen und Patienten mit hochnormalen Blutdruckwerten von 130-139 mmHg/70-79 mmHg und niedrigem Herz-Kreislauf-Risiko empfiehlt die Ärztin oder der Arzt in der Regel zunächst Maßnahmen für einen gesünderen, den Blutdruck senkenden Lebensstil.
    Hat er oder sie aber zum Beispiel eine Erkrankung der Herzkranzgefäße und insofern ein erhöhtes Herzinfarktrisiko, kann die Ärztin oder der Arzt eventuell auch schon bei hochnormalem Blutdruckwerten ein Medikament verschreiben.
  • Bei einem Bluthochdruck Grad 1 mit Werten von 140-159/90-99 mmHg werden Medikamente empfohlen, wenn der Blutdruck auf einen gesünderen Lebensstil nicht ausreichend reagiert. Dies wird zuvor in der Regel über einige Zeit getestet und überprüft. Diese Vorgehensweise gilt für Patientinnen und Patienten mit niedrigem oder mäßigem Herz-Kreislauf-Risiko, ohne Gefäßschäden, ohne chronische Nierenkrankheiten und ohne andere Organschäden durch den Bluthochdruck.
    Hat eine Patientin oder ein Patient jedoch bereits Gefäßschäden beziehungsweise ein beträchtliches Herz-Kreislauf-Risiko, wird er oder sie auch bei leichtem Bluthochdruck vom Grad 1 in der Regel gleich mit blutdrucksenkenden Medikamenten behandelt – zusätzlich zu den Maßnahmen für einen gesünderen Lebensstil.
  • Ab einem Bluthochdruck Grad 2 mit Werten ab 160/100 mmHg wird grundsätzlich eine medikamentöse Behandlung empfohlen.
  • Bei gebrechlichen älteren Patienten entscheidet die Ärztin oder der Arzt individuell, ob eine Therapie mit blutdrucksenkenden Medikamenten sinnvoll ist.
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Welche Medikamente helfen bei Bluthochdruck?

Reicht eine Umstellung des Lebensstils nicht aus, können Medikamente helfen, den Blutdruck zu senken. In den meisten Fällen kommen Kombinationspräparate mit mehreren Wirkstoffen zum Einsatz. zum Artikel

Blutdruckzielwerte bei der Therapie

Allgemeines Ziel bei der Therapie von Bluthochdruck ist, zuverlässig Werte zwischen 120/ 70 mmHg und 140/90 mmHg zu erreichen. Das genaue Ziel wird individuell mit dem behandelnden Arzt oder der behandelnden Ärztin festgelegt, da einige Einflussfaktoren wie Alter, Vorerkrankungen, Risikofaktoren für Herz-Kreislauf- und Nierenerkrankungen und Verträglichkeit der Medikamente berücksichtigt werden müssen.

Sind die Blutdruckwerte gut eingestellt, liegen also unter 140/90 mmHg, reicht es im Normalfall, diese jährlich zu kontrollieren. Liegen Begleiterkrankungen vor, wird die Kontrolle engmaschiger, zum Beispiel alle drei Monate, erfolgen[2].

Welche Faktoren erhöhen das Risiko für Bluthochdruck?

Die Faktoren, die das Risiko, an Bluthochdruck zu erkranken, erhöhen, teilen sich in beeinflussbare und nicht beinflussbare. Erstere betreffen den Lebensstil, zu letzteren gehören die Gene und das Alter. Meistens kommen mehrere Risikofaktoren zusammen, wenn ein Bluthochdruck entsteht.

Wie kann man Bluthochdruck vorbeugen?

Ideal ist es natürlich, wenn der Blutdruck normal bleibt. Vor allem, wenn in der Familie gehäuft Bluthochdruck oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen auftreten, ist es wichtig, diesen vorzubeugen. Entscheidend ist dabei ein gesunder Lebensstil mit:

  • Rauchstopp
  • wenig Alkohol
  • gesunder Ernährung
  • regelmäßiger körperlicher Bewegung
  • der Vermeidung von Übergewicht
  • wenig Kochsalz
  • wenig Stress

Was tun bei einer Blutdruckkrise?

Krisenhafte Blutdruckanstiege sind immer ein Alarmzeichen. Betroffene spüren die sich anbahnende Entgleisung meist, aber nicht immer. Folgende Symptome können auftreten:

  • Schwindel
  • Unruhe
  • Angst
  • Zittern
  • Panikgefühle
  • Atemnot
  • Engegefühl in der Brust (Angina pectoris)

Wie gefährlich die Situation ist, bestimmt nicht nur die Höhe des Blutdruckwertes. Entscheidend sind vielmehr die Reaktionen sensibler Organe wie Herz und Herzkranzgefäße, Hauptschlagader, Gehirn, Nieren und Augen. Treten also im Zuge der Druckerhöhung Brustschmerzen, ausgeprägte Atemnot, Sehstörungen oder sogar ein Kollaps auf, ist das ein absoluter Notfall – eine Behandlung in der Klinik ist unumgänglich.

Demgegenüber lässt sich ein erhöhter Blutdruck ohne alarmierende Begleitsymptome meist gut beherrschen. Der Arzt oder die Ärztin kann ihn dann langsam senken. Dies ist teils auch ambulant möglich – vor allem, wenn der Bluthochdruck bereits bekannt und medikamentös eingestellt worden ist, noch keine Organschäden eingetreten sind und eine engmaschige ärztliche Kontrolle gesichert ist. Bei einem kurzfristig stark erhöhten Blutdruck ohne weitere Symptome sollten Betroffene daher auf jedem Fall ihren Hausarzt oder ihre Hausärztin anrufen. Ist diese oder dieser nicht erreichbar, hilft der ärztliche Bereitschaftsdienst unter der Nummer 116 117.

Fazit: Liegt der Blutdruck bei der Messung in der Arztpraxis wiederholt über 140/90 mmHg, besteht ein Bluthochdruck (Hypertonie). Oft treten keine oder nur leichte Symptome auf. Doch Bluthochdruck kann viele Organe schwer schädigen – und auch tödlich sein. Um ihn zu diagnostizieren, setzt die Ärztin oder der Arzt neben einer körperlichen Untersuchung und der Blutdruckmessung auch Blut- und Urinuntersuchungen sowie ein EKG ein. Leichte Formen können mit einer Umstellung des Lebensstils, schwerere mit Medikamenten meist gut behandelt werden.


Quellen:

  • [1] Hannelore Neuhauser, Ronny Kuhnert, Sabine Born: 12-Monats-Prävalenz von Bluthochdruck in Deutschland. Journal of Health Monitoring: https://www.rki.de/... (Abgerufen am 06.10.2023)
  • [2] Bundesärztekammer (BÄK) Arbeitsgemeinschaft der Deutschen Ärztekammern, Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF) et al.: Nationale VersorgungsLeitlinie Hypertonie (2023). https://www.leitlinien.de/... (Abgerufen am 06.10.2023)
  • [3] Heinzl, Susanne: Früherkennung Peripherer Gefässerkrankungen: Höhere Blutdruckunterschiede in den Armen relevant?. Deutsches Ärzteblatt: https://www.aerzteblatt.de/... (Abgerufen am 06.10.2023)
  • [4] Deutsche Herzstiftung: Gibt es einen Zusammenhang zwischen Tageszeit und Blutdruck?. https://herzstiftung.de/... (Abgerufen am 06.10.2023)

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