Aufhören mit dem Rauchen – das wünschen sich viele Raucher. Doch oft fällt es schwer, den Rauchverzicht langfristig durchzuhalten. Nach einem erfolgreichen Rauchstopp auch auf Dauer Nichtraucher bleiben – das ist die eigentliche Herausforderung. Meistens sind dafür mehrere Aufhör-Versuche nötig. Doch mit ein wenig Hilfe und einer klaren Entscheidung ist es machbar, dauerhaft auf Zigaretten zu verzichten. Wichtig sind dabei die richtige Motivation und geeignete Mittel und Methoden während der Entwöhnungsphase sowie Strategien zur Vorbeugung gegen Rückfälle.

Mittel und Methoden zur Nikotinentwöhnung

Wohl die meisten Raucher versuchen erst einmal alleine, vom Glimmstängel loszukommen. "Ohne Unterstützung liegt die Erfolgsquote beim ersten Versuch allerdings bei nur drei bis sechs Prozent", sagt Professor Stephan Mühlig, Psychologe, Suchtforscher und Leiter der Raucherambulanz an der Technischen Universität Chemnitz.

Manchen Rauchern helfe es, den Tabakkonsum zu reduzieren und langsam aufzuhören. "Das verführt jedoch zum Selbstbetrug und hält die psychische Abhängigkeit länger aufrecht", sagt der Suchtexperte. Viele Betroffene haben daher mehr Erfolg mit der Schlusspunkt-Methode, bei der sie vom einen auf den anderen Tag aufhören. "Demgegenüber funktioniert kontrolliertes und reduziertes Rauchen bei den meisten Rauchern nicht auf Dauer", erklärt Mühlig. Inzwischen gibt es zahlreiche Mittel und Methoden, um die Tabakentwöhnung zu erleichtern.

Therapie in der Gruppe

Eine gute Erfolgsquote erreichen verhaltenstherapeutische Entwöhnungsprogramme in der Gruppe. Diese werden beispielsweise in den universitären Raucherambulanzen auf wissenschaftlicher Grundlage angeboten. "Die Gruppe bietet Rückhalt und erzeugt eine Art von hilfreichem sozialen Druck, wirklich durchzuhalten", erklärt Mühlig, der selbst solche Kurse leitet. Die Therapie muss bislang teilweise selbst bezahlt werden, fünf- bis zehn-stündige Kurse kosten zwischen 150 und 300 Euro. Gesetzliche Krankenkassen bezuschussen die Maßnahme pro Jahr mit 75 bis 100 Euro, einige erstatten den Gesamtbetrag. Falls Sie interessiert sind, fragen Sie daher bei Ihrer Krankenkasse nach, ob sie sich an den Kosten beteiligt. Das in die eigene Gesundheit investierte Geld spart man durch den Zigarettenverzicht schnell wieder ein. Nach sechs bis acht Wochen als Nichtraucher hat sich der Kurs für den Durchschnittsraucher allein finanziell schon gelohnt.

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Nikotinersatz und Medikamente aus der Apotheke

Nikotinersatzpräparate, zum Beispiel in Form von Kaugummis, Pflastern oder Lutschtabletten erleichtern die Entwöhnung, indem sie Nikotin abgeben und damit die Entzugserscheinungen stark lindern. "Die Präparate sind nicht verschreibungspflichtig, allerdings werden die Kosten von den Krankenkassen auch nicht ersetzt", sagt Mühlig. Außerdem gibt es weitere rezeptpflichtige Medikamente in Tablettenform, die die Entzugssymptome wirksam mildern und den Abstinenzerfolg erhöhen können. Da diese jedoch auch ernste Nebenwirkungen hervorrufen können, sind sie verschreibungspflichtig und dürfen nur unter ärztlicher Kontrolle eingenommen werden. Diese Medikamente werden ebenfalls nicht von der Gesetzlichen Krankenkasse erstattet.

Die E-Zigarette wird zunehmend als Alternative zur Tabakzigarette genutzt. Mühlig: "Sie ist zwar vermutlich weniger gesundheitsgefährdend, aber auch nicht völlig unproblematisch. Gesundheitlich ist allein der vollständige Rauchstopp zu empfehlen." Als Entwöhnungsmittel sei die E-Zigarette bislang umstritten. Kritiker weisen darauf hin, dass es keine einheitliche Kontrolle der Inhaltsstoffe und des Nikotingehaltes der eingefüllten Flüssigkeiten gibt. Es fehlen noch Langzeitstudien zur Schädlichkeit einiger Inhaltsstoffe. Außerdem setzen die Geräte je nach Bauart mehr oder weniger Nikotin aus den Flüssigkeiten frei. Somit kann der Nutzer nicht feststellen, welche Dosis an Nikotin er tatsächlich inhaliert. Andererseits zeigen manche Studien, dass unter Umständen sogar das Dampfen nikotinfreier E-Zigaretten zu einem geringeren Zigarettenkonsum führen kann.

Alternative Methoden zur Nikotinentwöhnung

Das Angebot an alternativen Therapien ist groß. Suchtforscher Mühlig warnt vor teuren, teilweise unseriösen Methoden, die mit Halbwahrheiten und angeblich hohen Erfolgsquoten werben. Besonders beliebt seien Akupunktur und Hypnose. "Ihr Nutzen ist jedoch wissenschaftlich nicht ausreichend belegt", gibt Mühlig zu bedenken. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, informiert sich zum Beispiel im Internet auf der gemeinsamen Seite des Deutschen Krebsforschungszentrums und der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung www.anbieter-raucherberatung.de über empfehlenswerte Programme in der näheren Umgebung.

Gesundheitliche Folgen des Rauchens

Rauchen ist der mit Abstand wichtigste Risikofaktor für einige ernsthafte Krankheiten und verkürzt das Leben um durchschnittlich zehn Jahre. Das Deutsche Krebsforschungszentrum spricht von 110.000 bis 140.000 Menschen jährlich, die allein in Deutschland an den Folgen des Rauchens sterben. Hinzu kommen über 3.300 Nichtraucher, die an den Folgen des Passivrauchens sterben.

Rauchen schädigt fast jedes Organ, besonders die Atemwege und das Herz-Kreislaufsystem. Bis zu 90 Prozent aller Lungenkrebsfälle werden durch Nikotinkonsum verursacht, zudem haben Raucher ein mindestens doppelt so hohes Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen und Schlaganfälle. Eine häufige Raucherkrankheit ist die chronisch-obstruktive Bronchitis. Sie äußert sich zunächst oft durch eine anhaltende Entzündung der Atemwege – die zu dem verharmlosend als "Raucherhusten" bezeichnetem Symptom führen kann – und hat im Laufe der Jahre in einigen Fällen eine ernsthafte Behinderung zur Folge. Sogar Psyche und Gehirn kann der Qualm schädigen: "Studien haben belegt, dass Raucher ein signifikant höheres Risiko für Depressionen, Angststörungen und Demenz-Erkrankungen haben, sogar das Suizidrisiko ist mehrfach erhöht", warnt Mühlig.

Rauchen aufhören senkt Herzinfarktrisiko

Die Hälfte der tabakbedingten Todesfälle tritt laut Deutschem Krebsforschungszentrum bereits im mittleren Alter zwischen 35 und 69 Jahren ein. Nur 58 Prozent der Raucher erreichen das 70. Lebensjahr, nur 26 Prozent werden 80 Jahre oder älter. Zum Vergleich: 81 Prozent der Nichtraucher werden 70 Jahre und 59 Prozent erleben ihren 80. Geburtstag.

Doch egal, wie lange und viel Sie geraucht haben: Aufhören lohnt sich immer! Warum zeigt Ihnen das nachfolgende Video.

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Die richtige innere Einstellung

Die eigene Gesundheit, die Belastung von Freunden und Familie durch Passivrauchen, die Kosten für die Zigaretten und nicht zuletzt das unangenehme Gefühl, von einer – wenn auch legalen – Droge abhängig zu sein: Gründe, mit dem Rauchen aufzuhören, gibt es viele. "Suchtverhalten ist aber nicht rational. Das Wissen um die Risiken, die Kosten, das alles zählt für Raucher nicht, wenn sie innerlich nicht bereit zum Aufhören sind", so Suchtforscher Mühlig. Überredungsversuche, Druck von außen – das alles bringt wenig oder führt unter Umständen sogar zur Verfestigung des Suchtverhaltens.

Viele Raucher würden zwar gerne aufhören, scheuen jedoch die vermeintlich schwer erträgliche Zeit der Entwöhnung. In Wirklichkeit hält der körperliche Entzug aber nur vier bis sechs Wochen an, die schlimmsten Entzugserscheinungen lassen sogar schon nach wenigen Tagen nach. Auch die Intensität der Symptome wird von Rauchern meist massiv überschätzt. Die Angst vor dem Entzug ist in der Regel schlimmer als der Entzug selbst.

Diese innere Zerrissenheit ist typisch für süchtige Raucher. Sie finden immer neue "Gründe", warum sie jetzt gerade unmöglich aufhören können. "Mehrere Rauchstoppversuche sind normal. Ich selbst habe es erst beim sechsten oder siebten Anlauf geschafft, dauerhaft von den Zigaretten loszukommen", gibt Mühlig zu. Sein Tipp: Versuchen Sie es einfach konsequent weiter. Anfänglich rückfällig werden ist keine Schande, sondern die Regel. Und irgendwann schaffen Sie es für immer. Jeder kann vom Rauchen loskommen – wenn man es wirklich will und verstanden hat, wie man die Sucht überwindet.

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