Wo genau liegt die Bauchspeicheldrüse?

Der Fachbegriff für die Bauchspeicheldrüse lautet „Pankreas“. Das Wort setzt sich aus den griechischen Begriffen „pan“ für „alles“ und „kreas“ für „Fleisch“ zusammen. Die Bauchspeicheldrüse liegt quer im Oberbauch unmittelbar zwischen Magen, Zwölffingerdarm und Milz. Bei einem Erwachsenen

  • wiegt sie im Schnitt 60 bis 100 Gramm
  • ist 15 bis 20 Zentimeter lang
  • ist ein bis zwei Zentimeter dick

Die Bauchspeicheldrüse hat eine längliche Form und wird eingeteilt in Pankreaskopf, -körper und -schwanz.

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Was macht die Bauchspeicheldrüse?

Eine wichtige Aufgabe des Pankreas ist die Produktion von Verdauungsenzymen, zum Beispiel Amylase und Lipase. Die Enzyme werden durch einen feinen Gang direkt in den Zwölffingerdarm zum Nahrungsbrei gegeben. Sie helfen bei der Verdauung und Aufnahme von

  • Eiweißen (zum Beispiel aus Fleisch)
  • Fetten
  • und Zuckern (Kohlenhydraten)

Die zweite Aufgabe der Bauchspeicheldrüse ist die Produktion von Hormonen, insbesondere Insulin und Glukagon. Die Hormone werden von dem sogenanntem Inselapparat, auch „Langerhans’sche Inseln“, produziert. Diese liegen vor allem im Pankreasschwanz. Die Hormone gelangen direkt ins Blut. Sie regulieren den Blutzucker:

  • Insulin senkt den Blutzucker, das Hormon entsteht in den Beta-Zellen
  • Glukagon hebt den Blutzucker an, es wird in den Alpha-Zellen gebildet

Blutwerte

Eine Blutabnahme liefert Hinweise, ob die Bauchspeicheldrüse richtig funktioniert.

Hier finden Sie die wichtigsten Blutwerte zur Bauchspeicheldrüse genauer erklärt.

Untersuchung der Bauchspeicheldrüse

Da das Pankreas aus sehr weichem Gewebe besteht und von vielen Organen umgeben ist, kann es schwierig sein, das Pankreas bei einer Ultraschalluntersuchung gut zu sehen.

Möchte man die Gänge der Bauchspeicheldrüse, ihre Form und die Gewebebeschaffenheit genauer beurteilen, gibt es einige Untersuchungsmethoden, die sich besonders dafür eignen.

Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse

Wenn die Bauchspeicheldrüse erkrankt, wird erst richtig klar, welche wichtige Rolle sie eigentlich spielt. Eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse heißt Pankreatitis. Hierbei lässt sich unterscheiden zwischen

  • akuter Bauchspeicheldrüsenentzündung (akuter Pankreatitis)
  • und chronischer Bauchspeicheldrüsenentzündung (chronischer Pankreatitis).

Ist die Blutzuckerregulierung gestört, kann ein Diabetes mellitus ("Zuckerkrankheit") entstehen. Bauchspeicheldrüsenkrebs wird oft erst spät erkannt. Auch sogenannte Zysten machen sich selten bemerkbar, diese sind aber meist harmlos. Hier finden Sie ausführlichere Informationen zu Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse:

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Was tut der Bauchspeicheldrüse gut?

Entzündungen der Bauchspeicheldrüse können durch Alkohol oder Nikotin ausgelöst werden. Diese beiden Faktoren begünstigen auch die Bildung von Krebszellen. Als weiteren Risikofaktor für Pankreaskrebs konnte man jüngst einen vorbestehenden Diabetes Mellitus Typ II identifizieren. Neben gesunder, abwechslungsreicher Ernährung ist es daher ratsam, auf seinen Blutzuckerspiegel zu achten.

Quellen

Amboss, Pankreas (https://www.amboss.com/de/wissen/Pankreas letzter Abruf: 11.02.2021)

Amboss, Akute Pankreatitis (https://www.amboss.com/de/wissen/Akute_Pankreatitis letzer Abruf: 11.02.2021)

Yuan C, Babic A, Khalaf N, et al. Diabetes, Weight Change, and Pancreatic Cancer Risk. JAMA Oncol. 2020;6(10):e202948. doi:10.1001/jamaoncol.2020.2948

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