Kurz erklärt: Brustkrebs

Brustkrebs ist die häufigste Krebserkrankung der Frau. Alle Frauen ab 30 können daher einmal jährlich ihre Brust in der Frauenarztpraxis auf Veränderungen abtasten lassen. Von 50 bis 69 Jahren bekommen sie alle zwei Jahre ein Mammographie-Screening zur Früherkennung von Brustkrebs angeboten.

Wie gut die Heilungsaussichten bei einem Mammakarzinom sind, hängt unter anderen davon ab, um welche Art von Tumor es sich handelt, welche Rezeptoren sich auf seiner Oberfläche befinden, wie groß der Tumor ist und wie weit er sich bereits ausgebreitet hat. Die Behandlung kann in Abhängigkeit davon auch unterschiedlich aussehen. Zum Einsatz kommen neben der Operation unter anderem Strahlen- und Chemotherapie, antihormonelle Therapien sowie zielgerichtete Medikamente und Antikörper. Frauen mit einem genetisch erhöhten Brustkrebsrisiko sollten Früherkennungsuntersuchungen bereits früher und besonders gewissenhaft wahrnehmen

In Deutschland erhalten jedes Jahr rund 70.000 Frauen[1] die Diagnose Brustkrebs. Brustkrebs ist damit die häufigste Krebserkrankung des weiblichen Geschlechtes. Statistisch gesehen erkrankt etwa jede achte Frau im Laufe ihres Lebens daran. Verbesserte Früherkennung und Therapie haben aber dafür gesorgt, dass immer mehr Frauen mit Brustkrebs geheilt werden können. Seit 1990 sinkt die Sterblichkeit durch die Erkrankung.

Übrigens: Auch Männer können Brustkrebs bekommen, allerdings sehr selten. Unter 100 an Brustkrebs erkrankten Personen ist im Schnitt nur eine ein Mann.

Kann man in jedem Alter Brustkrebs bekommen?

Brustkrebs kann auch schon bei jungen Frauen auftreten. Etwa 30 Prozent der Frauen sind bei ihrer Erkrankung jünger als 55 Jahre. Das Durchschnittsalter der Betroffenen liegt allerdings über 60 Jahre.

Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, Brustkrebs zu überleben?

Vorab muss man sagen, dass die Erkrankung bei jeder Frau unterschiedlich verläuft und die Überlebensrate natürlich auch maßgeblich von verschiedenen Faktoren abhängig, beispielsweise der Bösartigkeit des Tumors und davon wie fortgeschritten er bei der Diagnose ist.

Insgesamt liegt die relative 5-Jahres-Überlebensrate von Brustkrebspatientinnen, über alle Erkrankungsstadien betrachtet, mittlerweile bei durchschnittlich 88 Prozent. Der Ausdruck "relative 5-Jahres-Überlebensrate" ist eine statistische Angabe, die häufig bei Krebserkrankungen angewendet wird. Sie besagt, wie viele Patienten von hundert Betroffenen fünf Jahre nach Feststellung der Diagnose leben, bezogen auf die im selben Zeitraum überlebende Allgemeinbevölkerung gleichen Alters und Geschlechts. Das bedeutet:

Die große Mehrheit (88 von 100) der von Brustkrebs betroffenen Frauen ist also fünf Jahre nach der Diagnose am Leben, auch zehn Jahre danach beträgt die relative Überlebensrate noch 83 Prozent.

Wovon hängt die Prognose ab?

Zunächst einmal gilt: Je früher Brustkrebs erkannt wird, desto besser sind im Allgemeinen die Heilungssaussichten. Entscheidend für die Prognose, also für den voraussichtlichen Verlauf der Erkrankung, ist neben der Tumorgröße und dem Ausbreitungsstadium der biologische Charakter des Krebses. Daraus lassen sich Rückschlüsse auf sein Wachstumsverhalten und die benötigte Behandlung der Betroffenen ziehen. Für die Therapiewahl werden die biologischen Einschätzungen der Erkrankung immer wichtiger. Aber auch ob zum Zeitpunkt der Diagnosestellung bereits Tochtergeschwülste (Metastasen) vorhanden sind, beeinflusst die Aussichten. Ebenso spielen das Alter der Patientin und Begleiterkrankungen bei der Prognose eine Rolle. Deshalb sind statistische Zahlen letztlich relativ und im Hinblick auf den individuellen Krankheitsverlauf stets mit Vorsicht zu betrachten.

Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich.


Quellen:

Thema Brustkrebs










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