Senioren Ratgeber

Zum Spezialsalon gehen

Chemo- oder Strahlentherapie führen zu Haarausfall. Deshalb bekommen Frauen mit einer Krebsdiagnose ein Rezept von Arzt oder Ärztin für eine Perücke, bevor die Therapie losgeht. Das Rezept kann nur bei „präqualifizierten Zweithaarspezialisten“ eingelöst werden. Sie sind zertifiziert, um mit den Krankenkassen abzurechnen.

Die Mitarbeiter sind im Idealfall so geschuhlt, dass die angepasste Perücke weder rutscht noch als solche erkennbar sein sollte. Vielleicht kann der Stammfriseur einen Salon empfehlen, eine Übersicht über zugelassene Friseursalons hat aber auch die eigene Krankenkasse. Am besten anrufen und eine Liste schicken lassen.

Passendes Modell finden

Eine maßgefertigte Perücke zu knüpfen dauert mehrere Monate. Krepspatientinnen bekommen deshalb Sofortmodelle, die angepasst werden. Am besten macht eine Patientin den Beratungstermin aus, bevor die Haare ausgehen.

Jetzt wird ausgewählt, ob es eine Echt- oder Kunsthaarperücke wird, ob das Kassenmodell ausreicht oder es ein höherwertiges Modell mit privater Zuzalung werden soll. Auch Allergien gegen verwendete Materialien oder ländere Kortisongaben werden abgeklärt. Letztere wirken sich auf Passform aus, wenn das Gesicht anschwillt.

Chemotherapie

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Übelkeit oder Mundschleimhautentzündung durch die Chemo, Müdigkeit nach der Bestrahlung: Bei der Behandlung von Brustkrebs kommt es häufig zu Nebenwirkungen. Einige Tipps zum Umgang damit

Kunst- oder Echthaar wählen

Reine Kunsthaarperücken eignen sich am besten für Kurzhaarfrisuren. Sobald die Haare auf Schultern oder Kragen reiben, verfilzen sie in der Regel. Auch über Nacht müssen sie abgenommen werden. Wer gerne kocht und backt, muss mit Kunsthaaren aufpassen: Sie sind schneller entflammbar.

Preislich macht es einen Unterschied, ob die Perücke handgeknüpft oder maschinengefertigt ist - egal ob Echt- oder Kunsthaar.

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„Wie spende ich meine Haare?“

… fragt sich unsere Autorin Helena Salamun. Sie will Menschen helfen, die wegen einer Krankheit wie Krebs eine Glatze oder kahle Stellen am Kopf haben.

Perücke abholen

Sobald die ersten Haare ausgehen, lassen sich viele Patientinnen im Friseursalon gleich alle Haare abnehmen. Der Haarersatz kann jetzt direkt am Kopf angepasst werden. Das geht am besten, wenn die eigenen Haare ab sind. Sonst sitzt der Schnitt nicht richtig, da die Perücke beim Schneiden rutschen kann.

Nach Haarteil fragen

Manchmal wachsen die Haare nach der Therapie nicht mehr wie gewohnt nach oder es bleiben kahle Stellen. Dann kann ein Haarteil helfen. Wichtig ist, dass Patientinnen sich dann ein neues Rezept für die sogenannte Dauerversorgung holen. Das wird von der Krankenkasse meistens höher bezuschusst. Die Expertin oder der Experte beraten, was die beste Lösung für die Patientin ist.

Zweithaar pflegen

Achten Sie auf die Herstelleranweisung! Dort steht, ob ein spezielles Shampoo verwendet werden muss und ob die Perücke geföhnt werden darf. Leider gibt es keine einheitliche Pflegeanleitung für alle Perücken. Bei einer Echthaarparücke gilt: Alles, was das eigene Haar schädigen würde, sollte man auch mit der Perücke nicht machen.

Wie lange die Perücke hält, hängt hauptsächlich von der Qualität ab und wie stark sie beansprucht wird. Mit Perücke schlafen, intensives Frisieren mit Glätteisen oder Lockenstab oder eine schwitzige Kopfhaut setzen der Perücke zu. Wer die Perücke nachts auslüften lässt, hängt sie am besten über einen Perückenständer.

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