Karotte: Die Beta-Carotin-Bombe

Karotte, Möhre, gelbe Rübe: ein Gemüse, viele Namen. Egal, wie man Karotten nennt – gesund sind sie allemal. Und dass sie gut für die Augen sind, stimmt tatsächlich
23.04.2014

Karotten enthalten mehr Beta-Carotin als viele andere Gemüse

Shotshop/Kajsa Sjoeblom

Inhaltsstoffe: Beta-Carotin für die Augen

Carotinoide geben den Karotten die typische orange Farbe. Zu ihnen gehört auch Beta-Carotin, das in Möhren reichlich vorkommt. Der Körper kann Beta-Carotin in Vitamin A umwandeln, das Vitamin wird unter anderem zum Hell-Dunkel-Sehen benötigt. So betrachtet stimmt es also, dass Karotten "gut für die Augen" sind. Der in Karotten enthaltene Ballaststoff Pektin quillt im Magen-Darm-Trakt auf und gibt so ein besseres Sättigungsgefühl. Roh hat die Möhre, deren Geschmack maßgeblich von ihrem hohen Zuckergehalt kommt, eine leicht entwässernde Wirkung.

Herkunft der Möhre: Aus Südeuropa und Asien

Die Möhre (aus dem Urgermanischen "morphon" für "gelbe Wurzel") kennt man im deutschsprachigen Raum auch als Karotte, Mohrrübe oder gelbe Rübe. Ursprünglich kommt sie aus Südeuropa und Asien, wird aber heutzutage in allen temperierten Gegenden angebaut. Die ältesten Belege für die Kultivierung der Möhre stammen aus der Antike. Bereits um 60 nach Christus erwähnt Dioskurides in seinem Codex ihre Nutzung als Heilpflanze. Über den heutigen Iran kam die Möhre im 12. Jahrhundert nach Spanien und Italien, von wo aus sie sich in ganz Mitteleuropa ausbreitete.

Botanik: Aus der Familie der Doldenblütler

Daucus carota ssp. sativus ist eine zweijährige Pflanze aus der Familie der Doldenblütler. Die Form des Speicherorgans wechselt zwischen rund, zylindrisch oder kegelförmig. Die Sprossachse, die sich im zweiten Jahr entwickelt, trägt die Blütenstände. Sie ist weit verzweigt und kann bis zu anderthalb Metern wachsen. Die meist zwittrigen, cremefarbenen Blüten werden von Insekten bestäubt.  

Saison: Die meisten Karotten stammen aus heimischem Anbau

Die Deutschen lieben gelbe Rüben. Nach den Tomaten kommen sie an zweiter Stelle auf der Gemüse-Beliebtheitsskala. Deshalb sind sie das ganze Jahr über zu kaufen, wobei 75 Prozent der automatisierten Massenproduktion aus heimischem Anbau stammen. Nur etwa ein Viertel wird für die Wintermonate bis Mai importiert. So kommt etwa die Bundmöhre mit Laub (auch Jungkarotte genannt) aus Spanien und Italien. Weltweit angebaut, spielt sie eine wichtige Rolle in der industriell gefertigten Babynahrung. Spezielle Sorten in weiß, gelb, dunkelrot oder schwarzviolett bereichern das Angebot.

Lagerung: Ungewaschen und ohne Laub

Die Karotte sollte stets ungewaschen und ohne Laub lagern, da sie sonst früher zu welken beginnt. Im Angebot sind zu Beginn der Saison die knackigen Bundmöhren. Sie sind recht zart und daher nur begrenzt haltbar. Ab Mitte Juli gibt es die Waschmöhren zu kaufen. Sie halten sich bis zu vier Wochen im Kühlschrank, ebenso die Spätmöhren. Wer Karotten einfriert, sollte sie vorher putzen, je nach Bedarf schälen, waschen und drei Minuten blanchieren. Anschließend kann man sie würfeln oder in Scheiben schneiden.

Tipps zur Zubereitung: Mit ein paar Tropfen Öl

Beim Kauf ist darauf zu achten, dass die Möhren unversehrt und fest sind. Bei Bundkarotten ist das kräftige Grün des Laubes ein Frische-Indikator. Ein grüner Kopfansatz bei Waschkarotten hingegen ist ein Zeichen, dass diese bereits austreiben. Die meisten Inhaltsstoffe finden sich bei der Karotte unter der Rinde, weswegen man Jungkarotten für den Rohverzehr lieber gründlich waschen oder bürsten sollte, anstatt sie zu schälen. Um die Wirkung des fettlöslichen Beta-Carotins voll zu entfalten, sollte die Möhre immer mit etwas Butter oder ein paar Tropfen hochwertigen Speiseöls zubereitet werden. Karotten sind vielseitig verwendbar: Als Rohkost sind sie ein gesunder Snack, im Salat ist die Kombination mit Nüssen, Sauerkraut und Äpfeln besonders beliebt. Mit wenig Wasser gekocht oder am besten gedünstet bietet die Möhre  eine beliebte Gemüsebeilage, in vielen Eintöpfen und Suppen ist sie unverzichtbar. Brot und Kuchen werden durch die gelben Rüben besonders saftig.

 

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Nährwerttabelle: Karotte (pro 100 Gramm)


Energie


kcal
25

Fett


gesamt (g)
Spuren

Kohlenhydrate


gesamt (g)
5

Mineralstoffe (mg)


Natrium (Na)
60
Kalium (K)
330
Calcium (Ca)
35
Magnesium (Mg)
15
Phosphat (P)
35
Eisen (Fe)
0,4
Zink (Zn)
0,3

Vitamine


Beta-Carotin (µg)
9800
Vitamin E (mg)
0,5
Vitamin B1 (mg)
0,07
Vitamin B2 (mg)
0,05
Vitamin B6 (mg)
0,27
Folsäure (µg)
15
Vitamin C (mg)
7

 

Quelle der Nährwertangaben: Deutsche Gesellschaft für Ernährung: Die Nährwerttabelle


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