Es gibt zahlreiche Schmerzursachen am Auge

Überwiegend liegt es am Auge selbst, wenn es schmerzt und der Betroffene sich womöglich mit weiteren Augenbeschwerden herumplagt. In diesem Kapitel geht es um Themen wie:

  • Sehfehler, zum Beispiel Weitsichtigkeit, Alterssichtigkeit, Heterophorie / Asthenopie
  • Falsche Brille; Kontaktlinsen
  • Glaukomanfall, Winkelblockglaukom
  • Liderkrankungen und Tränendrüsenerkrankungen, etwa einwärtsgedrehtes  Lid, Lidentzündungen, Tränendrüsenentzündung, Tumore der Tränendrüse
  • Hornhautprobleme wie Hornhautentzündung, Hornhautgeschwür
  • Entzündungen der mittleren Augenhaut (Uvea: Uveitis beziehungsweise Iritis, Iridozyklitis) 
  • Endophthalmitis
  • Entzündungen der Lederhaut und der Augenkapsel (Episkleritis, Skleritis, Tenonitis)
  • Augentumore (mehr dazu im Kapitel "Ursachen in der Augenhöhle")

Sehfehler: Überanstrengte Augen können weh tun, Kontaktlinsen auch ...

Sehfehler verschlechtern in unterschiedlicher Weise das Sehen. Manchmal sind die Augen ständig überanstrengt, brennen und schmerzen.

  • Weitsichtigkeit und Alterssichtigkeit machen bekanntlich Probleme beim "Nah-Sehen", also zum Beispiel beim Lesen. Wer als alterssichtiger Mensch zuvor normalsichtig war, kann weiterhin gut in der Ferne sehen, hat aber in der Nähe Schwierigkeiten. Werden Weitsichtige alterssichtig, sehen sie auch in der Ferne nicht mehr scharf. Ohne Korrektur liest es sich nicht nur schlecht, die Augen werden auch oft überanstrengt.
    Symptome: Dann ermüden die Augen schnell und brennen, häufig kommt es auch zu Kopfschmerzen. Alterssichtigkeit macht sich etwa ab Mitte 40 bemerkbar. Bei höhergradiger Weitsichtigkeit ist das Risiko eines Glaukomanfalls beziehungsweise Winkelblockglaukoms (siehe unten) erhöht.

Mehr über Sehfehler:

Weitsichtigkeit

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Brille

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Normalsichtigkeit

Kurzsichtigkeit: Ursachen und Therapie

Kurzsichtige haben Probleme damit, weit entfernte Gegenstände zu erkennen. Eine Kurzsichtigkeit (Myopie)...

Schreibtischarbeit ohne Ende kann die Augen strapazieren

Schreibtischarbeit ohne Ende kann die Augen strapazieren

  • Akkomodationskrampf: Wenn der Akkomodationsmuskel  (Ziliarmuskel) pausenlos angespannt wird, kann er sich mitunter  verkrampfen. Passieren kann das zum Beispiel bei intensiver Naharbeit  wie stundenlangem Lesen. Aber auch beim Glaukom (grüner Star), bei  überkorrigierter Kurzsichtigkeit,  bei Infektionskrankheiten und Vergiftungen, bei seelischen Belastungen  oder nach Augenverletzungen kann der Ziliarmuskel sich anhaltend  verspannen.
    Symptome: Ein Akkomodationskrampf führt zu Augenschmerzen, engen Pupillen und unscharfem Sehen.
  • Heterophorie bedeutet verdecktes (latentes) "Schielen".  Die für die Stellung der Augen zuständigen Augenmuskeln arbeiten nicht  völlig im Gleichschritt. Dadurch weichen die Sehachsen beider Augen  etwas voneinander ab. Das Gehirn kann die Seheindrücke bis zu einem bestimmten Punkt trotzdem zu einem  einheitlichen Bild verschmelzen, sodass noch keine Doppelbilder  entstehen. Die leichte Abweichung ist nahezu normal: Sie kommt bei  vielen Menschen vor, der Sehvorgang stellt sich ab der Geburt darauf  ein, nur wenige Betroffene, meist Kinder, haben Probleme.
    Meistens treten keine Beschwerden auf (Normophorie).
    Symptome: Manchmal müssen sich die Augen übermäßig anstrengen, und es kommt im Laufe des Tages zu Kopfschnmerzen, Augenbrennen oder -schmerzen, geröteten, tränenden Augen, eventuell auch Verschwommensehen oder Doppelbildern (Asthenopie).  Kinder können Leseschwierigkeiten haben und in der Schule in Rückstand  geraten. Irrtümlicherweise wird mitunter eine Lese- und Schreibschwäche  (Legasthenie) als Grund vermutet.
    Ob nur eine Asthenopie  dahintersteckt, lässt sich problemlos in einer auf Sehschwäche bei  Kindern ausgerichteten Augenarztpraxis feststellen. Mit orthoptischen  Übungen (Sehschule), eventuell auch einer vorübergehend getragenen  Sehhilfe lässt sich das Problem meist in den Griff bekommen.

    Gelegentlich  liegt eine andere Störung der Akkomodation zugrunde, zum Beispiel ein  nicht erkannter echter Sehfehler. Selten kann sich hinter einer  Heterophorie eine krankhafte Ursache, etwa ein neurologisches Problem,  verbergen. Dementsprechend sind dann womöglich weitere Beschwerden  vorhanden. Die Ursache sollte ansonsten zunächst vom Augenarzt abgeklärt  werden. Bei Bedarf zuieht er einen anderen Facharzt hinzu.
  • Kein Wunder: Auch eine falsch gewählte oder nicht korrekt angepasste Brille kann zu Sehproblemen,Augenbrennen oder -schmerzen führen.
    Ungünstigen Einfluss haben da auch Faktoren wie intensive Bildschirmarbeit, trockene Raumluft und Klimaanlagen.  Mitunter reagieren selbst normalsichtige Augen gereizt darauf. Ob  wirklich alles stimmt, sollte man bei Beschwerden aber überpüfen lassen.
  • Kontaktlinsen sind nicht nur unsichtbare Sehhilfen,  sondern bieten viele  weitere Vorteile, etwa freie Sicht und  zuverlässigen Sitz – auch beim  Sport. Jedoch  besteht bei manchen  Linsentypen ein gewisses Risiko, dass die  Hornhautoberfläche punktuell  austrocknet, weil sie nicht genügend  benetzt und belüftet wird. Dann  kann sich eine Rauigkeit oder ein schmerzhafter Defekt  (Erosion) auf der Hornhaut bilden.  Eine Infektion dieser Schwachstelle mit Bakterien führt zur Entzündung  (Keratitis), eventuell entsteht ein eitriges Geschwür (sogenanntes  Ring-Ulkus) – ein  Augen-Notfall! Wer Kontaktlinsen trägt und plötzlich massive Schmerzen am stark geröteten Auge bekommt, könnte sich zum Beispiel eine Akanthamöbenkeratitis eingehandelt haben. Akanthamöben sind weit verbreitete Parasiten  – vom  Erdreich über das Trinkwasser bis zur Schleimhaut in Nase und Rachen sind sie  überall präsent. Schon kleine Nachlässigkeiten bei der  Linsenpflege führen  schnell zu Verunreinigungen und können die ernste  Hornhautinfektion auslösen.
    ! Wichtig: Kontaktlinsen und Behälter gemäß Gebrauchsanleitung unbedingt täglich  ausschließlich mit dafür entwickelten Lösungen zur Desinfektion und  Reinigung behandeln und in den empfohlenen Zeitabständen auswechseln. 

Empfehlung: Bei Augenproblemen rechtzeitig zum  Augenarzt! Gegebenenfalls erweist sich dann zum Beispiel die Korrektur  einer vorhandenen Sehhilfe oder Erstverordnung einer solchen als  sinnvolle Lösung. Eine Akanthamöbenkeratitis bedarf der intensiven  Therapie mit speziellen Augentropfen, eventuell auch eines Eingriffs,  bei dem die Hornhaut nebst Akanthamöben entfernt und ersetzt wird (Hornhauttransplantation,  hier auch kurative = heilende Keratoplastik genannt). Mehr zur  Hornhautentzündung weiter unten. Wer Kontaktlinsen trägt, sollte die  Augen im empfohlenen Rhythmus kontrollieren lassen.

Eine Glaukom-OP von vielen: Schnitt im Trabekelwerk (Trabekulotomie) des Kammerwinkels lässt das Kammerwasser besser abfließen

Eine Glaukom-OP von vielen: Schnitt im Trabekelwerk (Trabekulotomie) des Kammerwinkels lässt das Kammerwasser besser abfließen

Akute Augenschmerzen: Glaukomanfall?

Bei zu eng angelegtem oder krankhaft  blockiertem Kammerwinkel im Auge kann der  Augeninnendruck stark ansteigen, sodass es zu einem akuten Winkelblock kommt. Die Beschwerden sind heftig,  das Auge kann erblinden.

Der Begriff "Glaukom" beinhaltet, dass der Sehnerv bereits geschädigt und das Gesichtsfeld beeinträchtigt ist.

  • Akuter Winkelblock: Am Rand der vorderen  Augenkammer, zwischen der Hornhautrückseite und der Irisvorderseite,  liegt der Kammerwinkel. Wird er akut verlegt (Winkelbock),  kann das Kammerwasser nicht mehr abfließen. Der Druck geht dann hoch,  die anliegende Hornhaut quillt auf und trübt sich.

    Mögliche Auslöser:

    - Enger Kammerwinkel, zum Beispiel bei Weitsichtigkeit (Kurzbau des  Augapfels) und / oder flacher Vorderkammer des Auges (etwa durch eine  verdickte Augenlinse bei  älteren Menschen), sowie:

      - Bestimmte Medikamente, unter anderem bestimmte trizyklische Antidepressiva               - Weitstellung der Pupille in einer Schrecksekunde oder im Dämmerlicht
      - Medikamente, die die Pupillen erweitern

    - Bei hoher Kurzsichtigkeit (Langbau des Augapfels): zum Beispiel Kortison als Augentropfen

    - Entzündungen oder andere krankhafte Veränderungen im Kammerwinkel (siehe unten: Uveitis, Iridozyklitis), auch bei ursprünglich nicht engem Kammerwinkel

    Symptome bei akutem Winkelbock: Starke Augen- und (Stirn-)Kopfschmerzen, über bestimmte "Schmerzleitungen" manchmal sogar Zahnschmerzen; Übelkeit, Brechreiz, Schwächegefühl, Sehstörungen wie Wahrnehmung bunter Ringe um Lichtquellen und Verschwommensehen. Das  Auge ist gerötet, die Hornhaut wirkt leicht getrübt, der Augapfel ist  "steinhart", die Pupille weit und starr.

    Therapie: Der  Augeninnendruck wird zügig durch Medikamente gesenkt. Der Arzt gibt sie  in die Blutbahn und in Form von Augentropfen, sofort danach wird eine  chirurgische periphere Iridektomie (in bestimmten Fällen auch mittels  Laser möglich) vorgenommen. Dabei wird ein direkter Abfluss des  Kammerwassers in die Vorderkammer (statt über den verlegten  Kammerwinkel) geschaffen. Vorbeugend kann bei engem Kammerwinkel eine sogenannte  Iridotomie, eine kleine Irisöffnung, mit dem Laser angelegt werden.

    Zu  weiteren Glaukom-Operationen am Kammerwinkel wie Filtrationsoperation  oder Laser-Trabekuloplastik siehe unter "Grüner Star (Glaukom)", Kapitel "Therapie".
Bei Hauterkrankungen können sich auch die Augenlider entzünden und jucken

Bei Hauterkrankungen können sich auch die Augenlider entzünden und jucken

Liderkrankungen: Schmerzen am Auge, Schwellungen, Knötchen, Bläschen 

Die Augenlider sind die Grenze zwischen Gesichtshaut und Auge.  Hautentzündungen im Gesicht können über die Lider auch das Auge  erreichen und Schmerzen verursachen. Fehlstellungen der Lider können ebenfalls Augenschmerzen nach sich ziehen.

  • Lidfehlstellung: Nach innen gewendetes Lid (Entropium):  Meistens betrifft dieser Lagewechsel das Unterlid. Die Wimpern können  dann auf der Hornhaut scheuern und sie schädigen. Der Ablauf ist ähnlich  wie zuvor unter dem Stichwort Hornhautentzündung beschrieben: Schmerzen durch Erosion > Infektion und Entzündung > Geschwür). Oft ist das  Lidgewebe altersbedingt erschlafft oder die Lidmuskulatur ist  verkrampft. In beiden Fällen verzieht sich das Lid. Narben spielen  ebenfalls eine Rolle.
  • Lid(rand)entzündung (Blepharitis): Auch diese Liderkrankungen sind schmerzhaft. Das Gerstenkorn (Hordeolum) ist die bekannteste Form der Lidrandentzündung. Auch (eitrige) Entzündungen der Tränendrüse (Dakryoadenitis) oder des Tränensacks am inneren Tränenwinkel (Dakryozystitis) präsentieren sich sich gelegentlich als Lidentzündung.

    Hauterkrankungen im Gesicht, darunter juckende Ekzeme,  können leicht auf die Lider übergreifen. Folge: eine Lidentzündung mit all ihren unangenehmen Begleiterscheinungen, wie  nachfolgend beschrieben.

    Symptome: Ein entzündetes Lid ist geschwollen, eventuell gerötet, die Augen können  jucken, brennen, die Lidränder morgens verklebt sein, die Wimpern  ausfallen. Bei Übergreifen von Hauterkrankungen auf die Lider zeigen  sich dort entsprechende Hautveränderungen und Ausschläge.

    - Sonderfall: Zoster ophthalmicus (Gesichtsrose): Herpes Zoster ist eine  späte Zweiterkrankung nach einer früheren Windpocken-Infektion. Der Zoster betrifft  sowohl die Haut als auch Nerven. Dass er in etwa zehn  Prozent der Fälle im Gesicht auftreten kann, ist – anders als die Entsprechung am Rumpf, die Gürtelrose – weniger bekannt. Der Zoster des Auges gilt als komplizierte Zoster-Erkrankung. Denn er kann zum Beispiel auch Augennerven und das Augeninnere – Bindehaut, Hornhaut, Aderhaut – erfassen. Das Gebiet ist hauptsächlich dem ersten sensiblen Ast des sogenannten Trigeminusnervs   zugeordnet, dem Nervus opthalmicus. Der Trigeminus ist der fünfte   Hirnnerv. Wieder aktiv gewordene Herpes-Viren wandern aus ihrem Versteck, hier dem   Nervenzellknoten (Ganglion) des Trigeminus in der Schädelhöhle, am Opthalmicus-Nerv entlang zum Auge.

    Symptome: Wenige Tage nach dem Einsetzen von Schmerzen, Kribbeln oder Missempfindungen auf einer Seite im Gesicht brechen in kleinen Gruppen angeordnete klare Bläschen auf inzwischen geröteten und geschwollenen Hautstellen  aus: an der Stirn- und angrenzenden Kopfhaut, am Oberlid, an den Augenbrauen und der Nase. Innerhalb von sieben bis zehn Tagen verkrusten sie. Der Zoster kann auf das Augeninnere übergehen,  zum Beispiel die Hornhaut oder Regenbogenhaut. Unbehandelt  drohen Augenkomplikationen, darunter ein Glaukom oder auch  Sehstörungen, etwa durch Befall von Augenmuskelnerven. Wenn das Virus den Nervenzellknoten und betroffene Hautnervenäste geschädigt hat, kann die gefürchtete  postzosterische Neuralgie aufreten. Sie führt zu brennenden, anhaltenden Schmerzen, oft gepaart mit unangenehmer Berührungsempfindlichkeit. Das betroffene Hautgebiet kann größer sein als die ursprüngliche Zoster-Zone.

    - Bei einer tief reichenden Herpes-zoster-Entzündung der Hornhaut (meist einseitig, mehr zu Hornhautentzündungen im Abschnitt weiter unten) kann unter anderem die Empfindlichkeit der Hornhaut nachlassen.

    ! Achtung:Zeigen sich plötzlich an der Nasenspitze zosterartige Bläschen, deutet das auf einen möglichen Befall auch des Auges hin (sogenanntes Hutchinson-Zeichen), da der mutmaßlich betroffene Nase-Wimpern-Nerv (Nervus nasociliaris)nicht   nur die Haut in der Nasengegend, sondern auch verschiedene Anteile des   Auges ansteuert. Gehen Sie sicherheitshalber bei schmerzhaften Bläschen im Gesicht sofort zum Augenarzt.

    Therapie bei Zoster ophthalmicus: Je früher die Behandlung, desto besser. Das heißt: Möglichst innerhalb von drei Tagen nach Einsetzen der ersten Bläschen sollten virushemmende Medikamente über die Blutbahn gegeben werden, außerdem Schmerzmittel. Die virostatische Behandlung verkürzt die Erkrankung und senkt das Risiko einer postzosterischen Neuralgie. Kommt es dennoch dazu, bedarf es einer umfassenden Schmerztherapie. Auf  die Bläschen kann im Gesicht ein transparentes Zinkgel mehrmals täglich aufgetragen werden; wenn die Bläschen verkrusten, hilft eine fetthaltige Salbe, die Krusten aufzuweichen.

Ratgeber:

Auge

Lidschwellung, Lid- und Gesichtsödem, Lidgeschwulst

Ein verdicktes Lid kann schmerzen, jucken, manchmal sogar gefährlich sein. Oft stört es kosmetisch, mitunter...

Hornhauterkrankungen: Fremdkörpergefühl, Schmerzen, Lichtscheu

Schon kleinste Verletzungen der Hornhaut sind auf Anhieb schmerzhaft, ebenso Entzündungen, die relativ häufig vorkommen. Bei einem Geschwür ist Gefahr im Verzug.

  • Die durchsichtige Hornhaut bedeckt das Auge vorne in  der Mitte wie ein gewölbtes Uhrglas. Sie ist das am stärksten lichtbrechende  Anteil des Auges. Am Rand grenzt sie an die Binde- und Lederhaut. Schon kleinste Verletzungen sind hochschmerzhaft. Zu oberflächlichen Defekten (Erosionen)  kann es zum Beispiel kommen, wenn ein Zweig oder Babys Fingernagel das  Auge streift. Insgesamt sind die Verletzungsmöglichkeiten schier  unbegrenzt, man denke nur an Verätzungen, Verbrennungen, Eindringen von Fremdkörpern, etwa kleinster Partikel bei Schleifarbeiten ohne  Schutzbrille.

    Auch unsachgemäßer Gebrauch von Kontaktlinsen (siehe oben) oder starke Lichteinwirkung (UV-Strahlung) können extrem schmerzhafte kleine Erosionen auf der Hornhaut  verursachen. Zwar regenerieren sich die Defekte bei angemessener  Behandlung meist wieder schnell wieder. Aber sie bergen auch ein Risiko  für eine bakterielle Infektion und Entzündung (Keratitis), mit der möglichen Folge einer Geschwürsbildung (Hornhautulkus). Da ein Geschwür durchbrechen kann, ist es prinzipiell eine  schwerwiegende Komplikation und ein Augen-Notfall. Durch rechtzeitige  Behandlung lässt sich eine solche Zuspitzung jedoch meistens vermeiden.

    Außer Bakterien sind vor allem Viren häufig an Hornhautentzündungen beteiligt, zum Beispiel Herpes zoster-Viren (siehe oben:  "Liderkrankungen", Abschnitt "Gesichtsrose"), außerdem Herpes simplex-Viren und Adenoviren. Herpes-Erkrankungen haben die Eigenart,  Jahre nach der Erstinfektion erneut in Erscheinung zu treten, wenn die  einmal eingefangenen und in Nervenzellansammlungen (Ganglien)  schlummernden Erreger plötzlich wieder aktiv werden. Der Auslöser ist  nicht immer erkennbar, manchmal kann es Stress, eine Immunschwäche oder  eine Allgemeinerkrankung sein.

    Weitere infrage kommenden Erreger sind Pilze oder Parasiten vom Typ Akanthamöben (siehe oben: "Sehfehler", Abschnitt "Kontaktlinsen").

    Zudem ist bei Hornhauterkrankungen ursächlich häufig der Tränenfilm gestört (Trockenes Auge,  Keratokonjunktivitis sicca), oder die Augenlider sind erkrankt (siehe  weiter unten). Ebenfalls mögliche, allerdings weniger häufige Ursachen  eines trockenes Auges und nachfolgender Hornhautentzündung sind Autoimmunkrankheiten wie das Sjögren-Syndrom, eine Gesichtsnervenlähmung oder andere Nervenstörungen.
    Symptome bei Hornhautentzündung allgemein: Fremdkörpergefühl, erhebliche Schmerzen, Lichtscheu, krampfhafter Lidschluss, rotes Auge, Sehstörung. Bei bakterieller Entzündung kann sich Eiter bilden, vorne im Auge als gelblicher Flüssigkeitsspiegel erkennbar.
    Eine bestimmte Form der Herpes-simplex-Entzündung der Hornhaut  (Keratitis dendritica, ebenfalls meist einseitig) führt häufig dazu, dass die Hornhaut ihre   Sensibilität (Berührungsempfindlichkeit), nicht aber   Schmerzempfindlichkeit verliert, das   Auge ist zudem deutlich gerötet. Der Augenarzt wird das Auge zum  Beispiel bei einer Keratitis dendritica intensiv mit örtlich  anzuwendenden virostatischen Medikamenten behandeln. Kortison wäre bei  dieser speziellen Entzündungsform kontraindiziert!

Zum Nachlesen:

Auge

Hornhautentzündung (Keratitis)

Eine Hornhautentzündung (Keratitis) wird in erster Linie durch eine Infektion mit Bakterien oder Viren...

Entzündungen der mittleren Augenhaut (Uveitis)

Augenschmerzen, die sich an   der Uvea festmachen lassen, sind hauptsächlich entzündungsbedingt  (Uveitis).

  • Die mittlere Augenhaut – die Uvea – besteht aus der Regenbogenhaut (Iris), der Aderhaut und dem Strahlenkörper (Ziliarkörper oder Akkomodationsmuskel). Dieser steuert über die Linse   das scharfe Sehen in der Nähe und Ferne. Zudem bildet er das   Kammerwasser, das den Augeninnendruck aufbaut, den Augäpfeln Form gibt   und die Hornhaut, die Augenlinse und den Glaskörper ernährt. Die Aderhaut ist ein wichtges Gefäßsystem des Auges.

    Je nachdem, wo die Entzündung schwerpunktmäßig liegt, unterscheiden Augenärzte eine vordere, mittlere und hintere Uveitis. Die Uveitis   ist ein komplexes Augenleiden, das in unterschiedlichen Formen   vorkommt. Augenschmerzen treten immer dann auf, wenn die Iris oder die feinen Muskelfasern des Ziliarkörpers beteiligt sind. Dies ist bei der hinteren Uveitis nicht zu erwarten.

    Als  reine Augenerkrankung kann die Uveitis an einem (häufigere Variante) oder beiden Augen  auftreten. Auslösend können zum Beispiel Infektionen mit dem HIV-, Zytomegalie- oder Herpes-Viren sein. Infrage kommen auch eine Lyme-Borreliose,  Tuberkulose und Parasiteninfektionen wie Toxoplasmose oder  Histoplasmose. Ebenfalls Kandidaten: Geschlechtskrankheiten wie die  Syphilis (Lues).

    Manchmal wird eine Uveitis von einer sogenannten Autoimmunkrankheit begleitet, die den Körper in mehreren Bereichen erfasst (Systemerkrankungen). Bei einer Autoimmunkrankheit geht das Immunsystem gegen körpereigenes Gewebe vor, weil es dieses irrtümlich als "feindlich" einstuft. Infrage kommen hier autoimmune Krankheiten, wie sie auch bei einer Lederhautentzündung eine Rolle spielen (siehe unten).

    Überlappungen mit einer Uveitis ergeben sich mitunter im Zuge einer Bechterew-Erkrankung, einer Sarkoidose (Bindegewebserkrankung mit entzündlicher Knötchenbildung, betrifft vor  allem die Lungen, Lymphknoten und mitunter die Augen) oder einer Behcet-Erkrankung (aphthenartige Geschwüre am Mund und im Intimbereich, Augenentzündungen, Hauterscheinungen). Das  Reiter-Syndrom tritt gewöhnlich etwa zwei bis sechs Wochen nach einer bakteriellen Infektion des  Darmes oder der Harn- und Geschlechtsorgane (wichtiges Symptom: Harnröhrenentzündung) auf. Zusätzlich zur  Uveitis (hier: als Iritis, siehe dazu weiter unten) geht das Krankheitsbild mit Geschwüren der Mundschleimhaut, Hauterscheinungen am Körper und Gelenkschmerzen einher. Bei den genannten Erkrankungen spielen unter anderem genetische Faktoren eine Rolle.

    Schließlich können auch eine multiple Sklerose, bestimmte Nierenentzündungen, Hauterkrankungen sowie manche Krebserkrankungen uveitisähnliche Krankheitsbilder auslösen. Auch Augenverletzungen spielen eine Rolle, sodann Probleme mit künstlichen Linsen im Auge (operativ eingesetzte Intraokularlinsen). Kürzlich wurde über Tätowierungen als mutmaßlicher Auslöser berichtet (siehe im Beitrag "Sehstörungen", Abschnitt 5: "Iris, Ziliarkörper (Uvea), Glaukom, Pupille"). Für die Behandlung ist es wichtig, eine Grund- oder Begleiterkrankung zu erkennen, da die entsprechende   Therapie auch die Augenbeschwerden bessern kann. Entsprechend umfassend sind meist die Diagnosemaßnahmen, um die sich im Einzelfall   verschiedene Fachärzte wie Internist, Hautarzt, Neurologe, Kinderarzt   zur Abklärung der Ursache kümmern.

    - Vordere Uveitis: Sie  ist die häufigste Uveitis-Form, zudem schmerzhaft, und wird daher hier noch kurz erläutert.  Bei der Erkrankung ist die für die Augenfarbe zuständige Iris entzündet (Iritis).   Wird der nahe gelegene Ziliar- oder Strahlenkörper miterfasst, liegt   eine Iridozyklitis vor. Bei einer sogenannten unspezifischen vorderen Uveitis lässt sich keine Ursache erkennen. Ganz allgemein erkranken hauptsächlich Kinder, junge Menschen   oder Erwachsene im mittleren Lebensalter. Die Betroffenen können zwar   ansonsten gesund sein, haben aber häufig eine bestimmte genetische   Veranlagung. Im Blut ist dann zum Beispiel das Merkmal HLA-B27 positiv. Bei manchen Patienten kann, wie zuvor erwähnt, eine Infektions- oder Autoimmunerkrankung vorliegen.Daher ist eine genaue ärztliche Abklärung bei einem Facharzt für innere Erkrankungen (Internist) oder beim Kinderarzt wichtig.

    Symptome: Leitsymptom der vorderen Uveitis sind Augenschmerzen, die auch als Stirnkopfschmerz oder Zahnschmerzen empfunden werden können. Dazu kommen Schmerzen  bei der Naheinstellung des Auges, also bei Naharbeit, wobei auch die erschwerte Papillenreaktion eine Rolle spielt, eine Rötung des Auges, das auch vermehrt tränen kann,  und Lichtscheu. Weitere Beschwerden sind verschwommenes Sehen  durch Trübungen des anliegenden  Glaskörpers oder störende dunkle Flecken  vor dem Auge (Schwebeteilchen,  "Floaters") durch Schlieren in der  Vorderkammer. Verklebungen im Kammerwinkel des Auges können zudem den Augeninnendruck ansteigen lassen. Eventuell ergeben sich aufgrund einer möglichen Begleiterkrankung weitere Krankheitszeichen.

    Therapie:Eine vordere Uveitis  wird meist mit kortisonhaltigen   Augentropfen behandelt. Dazu kommen vorübergehend Augentropfen, die     die Pupille erweitern. Außerdem kann es nötig sein, den Augeninnendruck     zu senken (in der Regel ebenfalls mit Augentropfen). Der Druck wird sorgfältig unter der Therapie kontrolliert. Manchmal sind  eingehendere Behandlungen nötig.  So wird Kortison manchmal auch innerlich angewandt,  alternativ kommen andere Entzündungshemmer  oder  Medikamente,  die das Immunsystem unterdrücken, zum Einsatz. Diese  Vorgehensweise richtet sich vor allem gegen einen autoimmunen Angriff im  Körper beziehungsweise ist eine Option, wenn die örtliche Therapie nicht ausreicht. Wird die Behandlung  längere Zeit fortgesetzt,  kann dies einen  Rückfall  verhindern helfen. Ist eine andere Grund- oder  Begleiterkrankung erkennbar, richtet    sich die Therapie natürlich  danach. So sind zum Beispiel bei einer Infektion je nach Erreger etwa Antibiotika oder ein virushemmendes Medikament angezeigt.

Mehr über rote Augen und Uveitis:

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Gesunde, klare Augen

Uveitis

Unter dem Begriff Uveitis fassen Mediziner verschiedene entzündliche Krankheiten im Augeninneren zusammen....

Endophthalmitis: Ernste Entzündung des Augeninneren

Endophthalmitis bedeutet, dass Gewebe im Auge durch einen Erreger, vor allem der Kategorie Bakterien oder Pilze, infiziert und    entzündet ist (endo-, griech. innen). Die Entzündung ist ein Notfall  und muss   intensiv in der Klink behandelt werden – medikamentös mit  Antibiotika,   oft auch operativ.

  • Entzündung des Augeninneren (Endophthalmitis): Das    dramatische Krankheitsbild bedroht das Auge als Ganzes. Die bessere    Nachricht: Es tritt heute sehr selten auf, mitunter als Komplikation    nach einer Augenoperation oder wenn eine Infektion im Auge sich   unkontrolliert ausbreitet. Zu den etwas häufigeren  Ursachen gehören   Verletzungen. Drogenmissbrauch oder generell  Immunschwäche begünstigen   die schwere Augeninfektion ebenfalls. Auch  aus einem anderen   Infektionsherd im Körper können Erreger im Prinzip  über das Blut ins  Auge gelangen und eine Endophthalmitis auslösen. Meistens sind die    Patienten durch die Grunderkrankung bereits stark geschwächt, sodass die    Keime leichter streuen können.
    Symptome: Heftigste   Schmerzen;  das Sehvermögen verschlechtert sich rapide. Das Auge ist   erheblich  gerötet; eventuell zeigen sich ein Geschwür der Hornhaut als    Ausgangsort der Infektion und mit einem Eitersee in der Vorderkammer  des  Auges.

Erkrankungen der Lederhaut (Episklera und Sklera)

Die Lederhaut (Sklera) bildet zusammen mit der Tenon-Kapsel, einer straffen  Bindegewebshülle, den Schutzmantel des Auges. Die  eher gefäßarme Sklera verläuft vom Hornhautrand auf beiden Seiten des  Augapfels bis nach hinten zum Sehnerv. Episklera heißt eine  blutgefäßreiche Bindegewebsschicht vorne seitlich zwischen Bindehaut und  Lederhaut.

  • Entzündungen der Lederhaut: Neben Verletzungen sind auch an der Lederhaut vor allem Entzündungen für Augenschmerzen verantwortlich. Sie kommen in zwei Formen vor: als Episkleritis und Skleritis.  

    Die Episkleritis spielt sich an der Oberfläche der Lederhaut, zwischen Leder- und   Bindehaut ab (griech. epi- bedeutet darauf, daneben). Das Krankheitsbild   kommt in zwei Ausprägungen vor: Bildet sich ein Knötchen im Augenweiß (noduläre Form), begleitet von einer sektorförmigen Rötung, so ist das auch meist mit einem Druckschmerz verbunden. Manchmal wird eine Bindehautentzündung vermutet, doch fehlt hier in der Regel der Druckschmerz.
    Dann gibt es noch eine diffuse, nicht begrenzte Form der Episkleritis.
    Nicht  immer lässt sich bei einer Episkleritis eine Ursache finden. Das  Krankheitsbild ist meist harmlos. Häufig geht die Entzündung spontan  zurück. Betroffen sind eher  junge Erwachsene. Manchmal greift eine  Bindehautentzündung auf die Episklera über. Dann behandelt der Arzt  beides gemäß Auslöser oder symptomatisch, andernfalls eventuell  kurzfristig mit kortisonhaltigen Augentropfen oder mit einem  entzündungshemmenden Präparat örtlich. Äußerst selten geht die  Episkleritis in eine Skleritis  über, die den ernsteren Fall darstellt.   

    Die Skleritis ist deutlich schmerzhafter und  langwieriger als eine Episkleritis. Das  hat mehrere Gründe. Zum einen  liegt die Entzündung tiefer im  Gewebe. Auch regeneriert die Sklera sich  schlechter als die Episklera,  weil sie spärlicher durchblutet ist. Zum  anderen kann das Geschehen auf andere Augenabschnitte übergreifen, zum  Beispiel Hornhaut, Regenbogenhaut  (als Teil der Uvea, auch im hinteren  Bereich, siehe oben) oder die Tenon-Augenkapsel (deren Entzündung heißt  Tenonitis), und sich festsetzen. Eine Skleritis tritt zudem häufiger bei  einigen, meist chronisch verlaufenden Autoimmunkrankheiten auf: Rheuma-Erkrankungen wie rheumatoide Arthritis, Arteriitis (Gefäßentzündung), Lupus erythematodes und Sklerodermie, sodann bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen wie Morbus Crohn und Colitis ulcerosa, außerdem bei Schilddrüsenerkrankungen und Gicht. Sodann bei Infektionskrankheiten wie zum Beispiel Tuberkulose, Syphilis oder Infektionen mit Herpes-Viren.
    Symptome der Skleritis: Die genannten Grund- oder Begleiterkrankungen gehen je nachdem, welche  Organe betroffen sind, mit entsprechenden Symptomen einher, etwa  Gelenkschmerzen, Darmbeschwerden, Lymphknotenschwellungen,  Hauterscheinungen, Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Fieber, Gewichtsverlust.

    Zudem  können ein oder beide Augen erkranken. Wie bei der Episkleritis gibt es  auch hier eine knötchenartige und eine diffuse Form. Charakteristisch sind drückende oder  bohrende Schmerzen im Auge und in dessen Umgebung, die sogar den Schlaf stören können. Das Auge  ist zudem ausgesprochen berührungsempfindlich.  Bindehaut und Lider sind  geschwollen, die Blutgefäße verdickt und  gestaut (Chemosis). Das  Augenweiß kann bläulich-rote Verfärbungen  aufweisen, das Auge  ist lichtscheu, das Sehen häufig verschwommen.
    Eine begleitende Tenonitis führt außerdem zu schmerzhaften, meist auch eingeschränkten  Augenbewegungen. Es kann zu einem Glaukom kommen. Zu den sehr schweren  Komplikationen gehören Einschmelzungen (Augen-Notfall).

    Diagnose und Behandlung ergeben sich aus dem gezielten Untersuchungsgang beim Augenarzt. Um eine Sonderform, die hintere Skleritis festzustellen, wird ein bildgebendes Verfahren wie Ultraschall oder Magnetresonanztomografie (MRT) herangezogen. Vielfach kann die endgültige Diagnose erst in  Zusammenrabeit mit dem Internisten, Gastroenterologen oder   Rheumatologen gestellt werden. In der Regel sprechen die  Augenbeschwerden gut auf die  dann eingeleitete Therapie an. Falls die  Gefahr eines entzündlichen Durchbruchs  (Perforation) droht, wird die  Lederhaut durch einen Kunstfaserflicken  (Patch) stabilisiert.
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