Augenschmerzen: Nur eine Lappalie?

Wenn Augen stechen, reiben, jucken, brennen oder schmerzen, tränen sie häufig auch vermehrt und sind gerötet. Als ob dies nicht lästig genug wäre, können auch Sehstörungen, etwa Doppelbilder, oder Lichtscheu (Photophobie) dazukommen.

Es mag gute Gründe dafür geben, dass die Augen manchmal  bis zur Toleranzgrenze gereizt sind. Beispielsweise kann Prüfungsstress  mit tage- und nächtelangem Lesen die Entfernungseinstellung der  Augen (fachsprachlich: Akkomodation) gerade bei empfindlichen  Menschen sehr strapazieren. Bei der Akkomodation ändert sich je nach Weite des Blickes die Brechkraft der Augen.

Augen-Check: Dazu gehört auch eine Augeninnendruckmessung

Augen-Check: Dazu gehört auch eine Augeninnendruckmessung

Wenn das Brennen, Jucken und  Müdigkeitsgefühl der Augen  aber nicht  vergeht, nachdem der Stress längst vorbei  ist, dann ist das  gewiss  nicht normal. Sicherheitshalber sollte  man in jedem Fall bei  Missempfindungen an den Augen – ob Brennen oder Schmerzen – zum  Augenarzt gehen, erst recht natürlich, wenn das  Sehen in irgendeiner  Form leidet.

Augenschmerzen: Akut oder chronisch?

Schmerzende Augen – dazu  kann es akut kommen. Die gezielte Behandlung beim Augenarzt  wird das Problem meist lösen.  Manche Augenschmerzen verlaufen  allerdings langwieriger, eventuell chronisch. Möglicherweise  gefährdet  die zugrunde liegende Erkrankung mitunter sogar das Sehvermögen.

Die Ursachen können hier zwar ebenfalls das Auge selbst betreffen.  Manchmal sind jedoch andere Erkrankungen im Spiel. Was jeweils Sache  ist, kann nur der Augenarzt beurteilen. Bei Bedarf wird er einen anderen  Spezialisten hinzuziehen.

Manchmal unklar: Schmerzen die Augen oder ist es der Kopf?

Manchmal unklar: Schmerzen die Augen oder ist es der Kopf?

Augenschmerzen oder Kopfschmerzen?

Krankhafte Vorgänge in der Umgebung des Auges – im Kopf, in den  Nasennebenhöhlen, mitunter auch am Hals – können sich ebenfalls mit  Schmerzen bemerkbar machen, die schwerpunktmäßig in der Augengegend  verspürt werden. Mitunter ist es unklar, ob zum Beispiel Kopfschmerzen eher von den Augen   herrühren, oder ob es sich um Kopfschmerzen  handelt, die auch im Bereich  der Augen verspürt werden, wie etwa bei  einer Art Migräne.

Starke Schmerzen am oder im Auge oder plötzliche, massive, "vernichtende" Kopfschmerzen sind immer ein Alarmsignal. Rufen Sie den Notarzt (als Teil des Rettungsdienstes, Tel.: 112)  oder lassen Sie sich, je nach Krankheitsverdacht und möglichen  Begleitsymptomen, in die Notaufnahme einer Augenklinik beziehungsweise  einer neurologischen Klinik bringen. Bei einem mutmaßlichen  Glaukomanfall zum Beispiel (siehe Kapitel "Ursachen am Auge") gilt es, sich unverzüglich zum behandelnden Augenarzt oder in eine Augenklinik zu begeben.

Bauplan Auge (Schemazeichnung; die zarte Bindehaut ist nicht dargestellt)

Bauplan Auge (Schemazeichnung; die zarte Bindehaut ist nicht dargestellt)

Welche Anteile des Auges können überhaupt wehtun?

Eine einfache Bindehautentzündung ohne Beteiligung der Hornhaut zum Beispiel macht nicht wirklich Schmerzen. Sie verursacht aber ein rotes, vielleicht auch vermehrt tränendes Auge mit Fremdkörpergefühl oder juckende, angeschwollene Lider.

Dagegen sind Augenabschnitte wie die Hornhaut, Lederhaut und teilweise die Uvea schmerzempfindlich. Die Uvea ist die vielen Menschen kaum bekannte  mittlere Augenhaut. Hier können Schmerzen von Teilbereichen wie der  Regenbogenhaut (Iris) und dem sogenannten Strahlenkörper (Ziliarkörper;  siehe Grafik "Bauplan des Auges" weiter oben) ausgehen. Entzündet sich  zum Beispiel die Uvea, was je nach Umstand zu Augenschmerzen führen  kann, aber nicht muss, spricht der Arzt von einer Uveitis.

Zu den "Anhängseln" (Adnexen) des Auges, die mitunter ebenfalls Schmerzen verursachen können, gehören die Lider, Tränenwege und in den Augenhöhlen beispielsweise die Muskeln, die für die Augenbewegungen zuständig sind. Mögliche Schmerzquellen am Auge sind auch Nerven, Gefäße und das schützende Bindegewebe namens Tenon-Kapsel,  das etwa zwei Drittel des Augapfels umhüllt. Fasern der Kapsel strahlen  in die seitlich liegenden Sehnen der Augenmuskeln aus, feinste  Ausläufer verlaufen auch zur Bindehaut.

Augenschmerzen: Vielfältige Ursachen

Augenschmerzen: Vielfältige Ursachen

Die wichtigsten Ursachen von Augenschmerzen

Am Auge:

  • Sehfehler, zum Beispiel Weitsichtigkeit, Alterssichtigkeit, Heterophorie / Asthenopie
  • Falsche Brille, Kontaktlinsen
  • Glaukom-Anfall (Winkelblock)
  • Lid- und Tränendrüsenerkrankungen, etwa einwärtsgedrehtes Lid (Entropium), Lidentzündungen, Tränendrüsenentzündung, trockene Augen
  • Hornhautprobleme wie Hornhautentzündung, Hornhautgeschwür
  • Entzündungen der mittleren Augenhaut, genannt Uvea (Uveitis beziehungsweise Iritis, Iridozyklitis)
  • Erkrankungen der Lederhaut (Episkleritis, Skleritis)
  • Entzündung des Augeninneren (Endophthalmitis) durch Erreger wie Bakterien, selten Pilze (etwa der Art Candida)
  • Verletzungen (Fremdkörper im Auge, Prellung, Verätzung, Verbrennung, Insektenstich am Auge)

Mehr dazu, ausgenommen Verletzungen, im Kapitel "Ursachen am Auge".

In der Augenhöhle:

  • Sehnervenentzündung (Optikusneuritis, Retrobulbärneuritis)
  • Muskelentzündung (Myositis)
  • Pseudotumor der Augenhöhle; Tolosa-Hunt-Syndrom
  • Endokrine Ophthalmopathie
  • Tumore der Augenhöhle
  • Augenhöhlen-Vereiterung (Orbitaphlegmone)

Das Kapitel "Ursachen in der Augenhöhle" informiert Sie genauer.

In der Umgebung des Auges:

  • Spezielle Kopfschmerz-Erkrankungen: Trigeminoautonome Kopfschmerzen wie Clusterkopfschmerz und episodische / chronische paroxysmale Hemikranie (CPH)
  • Spezielle Schlaganfall-Form: Einriss in der Wand der Halsschlagader (Karotisdissektion)
  • Nasennebenhöhlenerkrankungen: Entzündungen, Geschwülste

Im Kapitel "Ursachen in der Umgebung des Auges" erfahren Sie mehr über diese Krankheitsbilder.

Teilweise informieren die Ursachenkapitel Sie auch über mögliche Therapien. Und: Welche Untersuchungen bei Augenschmerzen anstehen, beschreibt das Kapitel "Diagnose".

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Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Informationen und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen.

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