Sex ist die schönste Nebensache der Welt. Doch leider können beim Liebesspiel auch Krankheiten übertragen werden. Ärzte sprechen von "sexuell übertragbaren Krankheiten" oder mit der englischen Bezeichnung benannt: "sexually transmitted diseases",  kurz STD.

STD werden – wie der Name schon sagt – beim Sex übertragen. Sexuell übertragbare Krankheiten sind zum Beispiel Trichomonadeninfektionen, Herpes genitalis, Pilzinfektionen der Genitalien und Feigwarzen. Das Risiko, sich mit einer sexuell übertragbaren Krankheit zu anzustecken, lässt sich jedoch durch Safer Sex reduzieren. Zum Safer Sex gehört zum Beispiel die Verwendung von Kondomen. Safer Sex bedeutet damit auch, Rücksicht zu nehmen auf die eigene Gesundheit und die anderer Menschen.

Zu den Geschlechtskrankheiten werden auch folgende Erkrankungen gezählt: Syphilis, Tripper (Gonorrhoe), Weicher Schanker (Ulcus molle) und Chlamydieninfektionen.

Im folgenden finden Sie einen kurzen Überblick zu einigen sexuell übertragbaren Krankheiten.

Chlamydieninfektion

Chlamydieninfektionen gehören zu den häufigsten sexuell übertragenen bakteriellen Erkrankungen.

Symptom einer Chlamydieninfektion bei Männern und Frauen kann zum Beispiel ein leichter, gelblicher Ausfluss sein, der manchmal mit Schmerzen beim Wasserlassen einhergeht. Der Erreger kann bei Frauen eine Entzündung der Gebärmutterschleimhaut und der Eileiter verursachen. Sehr häufig kommt es auch zu einer Eileiterinfektion. Die Symptome treten normalerweise etwa ein bis drei Wochen nach der Infektion auf.

Da die Symptome jedoch oft nur sehr schwach ausgeprägt sind und eine Chlamydieninfektion auch ohne Beschwerden verlaufen kann, bleiben etliche Krankheitsfälle unentdeckt. Sie können bei Frauen zu Frühgeburten sowie zu Eileiterschwangerschaften und Unfruchtbarkeit führen.

Die Behandlung einer Chlamydieninfektion erfolgt mit Antibiotika.

Feigwarzen

Verursacher der Genitalwarzen sind humane Papillomaviren (HPV). Diese Viren verursachen Hautwarzen beispielsweise an der Scheide, den Schamlippen, am Penis und der Aftergegend. Die Viren sind jedoch nicht immer harmlos: Ein Teil von ihnen sind sogenannte "High-risk"-Viren, die zur Entwicklung von Gebärmutterhalskrebs beitragen können.

Die Behandlung von Feigwarzen ist um so leichter, je kleiner sie sind und je früher der Patient mit der Therapie beginnt. Beispielsweise durch Vereisen, Abtragen oder dem Auftragen von bestimmten Cremes oder Lösungen können die Feigwarzen entfernt werden.

Die Humanpapillomaviren können aber auch nach der Entfernung der Warzen im Körper verbleiben und ähnlich wie bei Herpes nicht endgültig vernichtet werden. Deshalb können sich die Feigwarzen von neuem bilden.

Pilzerkrankungen der Genitalien

Die häufigsten Erreger für Pilzerkrankungen der Genitalien sind Hefepilze (Candida albicans). Diese Pilze sind in geringer Zahl bei den meisten Menschen in der normalen Keimflora nachweisbar, führen aber normalerweise nicht zu Krankheitssymptomen. So findet sich bei Frauen häufig eine geringe Anzahl von Hefepilzen in der Scheide. Die säurebildenden Bakterien einer gesunden Scheidenflora verhindern jedoch üblicherweise, dass die Hefepilze überhand nehmen.

Die Ursachen dafür, dass sich die Pilze vermehren können und es zu einer Infektion kommt, sind vielfältig. Bei Frauen ist teilweise übertriebene Hygiene ein Auslöser: Wird das biologische Gleichgewicht der Scheidenflora gestört, zum Beispiel durch Scheidenspülungen, kann es dort zu einer Pilzinfektion kommen.

Bei Frauen verursacht der Pilz unter anderem eine entzündliche Rötung der Schamlippen und der Scheide ("Vulvovaginitis"). Außerdem können die Betroffenen Schmerzen während des Geschlechtsverkehrs und weißlich-bröckeligen Ausfluss ("Fluor") haben. Besonders quälend ist jedoch der zum Teil mit dem Scheidenpilz einhergehende Juckreiz.

Bei Männern kann die Pilzinfektion zum Beispiel eine Entzündung der Eichel und der Vorhaut (Balanitis) hervorrufen: Vorhaut und Eichel sind gerötet und nässen manchmal. Auch kann es zu brennenden Schmerzen kommen.

Zur örtlichen Behandlung stehen etliche Pilzmittel (Antimykotika) zur Verfügung. Damit das natürliche saure Milieu der Scheide schnell wieder hergestellt ist, empfehlen Ärzte und Ärztinnen ihren Patientinnen oft, am Ende der Behandlung Vaginalzäpfchen mit Milchsäurebakterien zu verwenden. Führt die örtliche Therapie nicht zum Erfolg, besteht die Möglichkeit einer Behandlung mit einem Pilzmittel zur Einnahme.

Tripper (Gonorrhoe)

Tripper wird durch das Bakterium Neisseria gonorrhoea verursacht und ist extrem ansteckend.  Die Bakterien befallen nicht nur die Geschlechtswege und -organe, sondern finden sich beispielsweise auch im Rachen oder Enddarm.

Da die Krankheit zu Anfang oft symptomarm verläuft, kann sie chronisch werden und zu Unfruchtbarkeit führen. Bei Männern kann eine unbehandelte Gonorrhoe zum Beispiel zu einer Infektion der Prostata oder der Nebenhoden führen. Dadurch kann es ebenfalls zu Unfruchtbarkeit kommen.

Zeigen sich Symptome, so sind dies sowohl bei Frauen als auch bei Männern oft brennende Schmerzen beim Wasserlassen und milchig-eitriger Ausfluss.

Die Krankheit ist durch Antibiotika behandelbar. Die Verwendung von Kondomen beim Geschlechtsverkehr hilft, einer Ansteckung vorzubeugen.

Syphilis

Die Symptome dieser Geschlechtskrankheit zeigen sich nicht nur an den Geschlechtsorganen, sondern können fast den ganzen Körper erfassen. Ausgelöst wird die Syphilis durch Bakterien vom Typ Treponema pallidum. Die Infektionskrankheit kommt überall in der Welt vor. Seit der wirksamen Behandlung mit Antibiotika ist die Häufigkeit weltweit jedoch drastisch zurück gegangen.

Syphilis verläuft in mehreren Stadien.

Ungefähr drei Wochen nach der Infektion entwickeln sich kleine, schmerzlose Geschwülste, da wo der Erreger in den Körper eingetrungen ist, also beispielsweise im Geschlechts- oder Mundbereich. Diese Geschwülste werden "Harter Schancker" genannt. Ungefähr gleichzeitig kommt es zu einer Entzündung und Schwellung der Lymphknoten ("Lymphadenitis"), weil der Keim bis zu den Lymphgefäßen vorgedrungen ist. Unbehandelt heilt das Geschwür nach ungefähr fünf Wochen von selbst ab.

Etwa vier bis zehn Wochen nach der Infektion spürt der Betroffene allgemeine Krankheitssymptome: Kopfschmerzen, grippeähnliche Symptome wie Fieber, Abgeschlagenheit oder Gelenkschmerzen – der Krankheitserreger hat sich im ganzen Körper ausgebreitet. Sämtliche Lymphknoten können geschwollen sein, an der Haut kann ein Ausschlag entstehen, insbesondere an den Handflächen und Sohlen. Nach einer gewissen Zeit gehen diese Beschwerden zurück.

Die Spätsyphilis ist in der westlichen Welt heutzutage sehr selten, da in den meisten Fällen schon vorher eine Behandlung erfolgt. Die Spätsyphilis tritt nach einer gewissen, teilweise mehrere Jahre anhaltenden, Zeit ohne Symptome auf. Bei der Spätsyphilis kommt es unter anderem zu Schäden der Haut und der Gefäße. Zuletzt wird das Nervensystem angegriffen. Syphilis kann unbehandelt tödlich enden.

Mittel der Wahl bei der Behandlung von Syphlilis sind Antibiotika.

HIV-Infektion/ AIDS

Die zu Anfang der achtziger Jahre erstmals beobachtete Immunschwächekrankheit AIDS ist ebenfalls eine sexuell übertragbare Krankheit.

Ausgelöst wird sie durch das HI-Virus (Humanes Immunschwäche-Virus). Das Virus befindet sich in den Körperflüssigkeiten – in Blut und Sperma besonders hoch konzentriert. AIDS wird heutzutage hauptsächlich durch ungeschützten Geschlechtsverkehr übertragen.

Doch nicht nur beim Sex ausgetauschte Körperflüssigkeiten wie Samen- oder Scheidensekret können zu einer Infektion führen. Die Viren übertragen sich zum Beispiel auch über die Wiederverwendung bereits gebrauchter Nadeln bei der Injektion von Drogen. HIV-positive Frauen können ihr Baby bei der Geburt mit dem Virus anstecken.

Kam man mit virushaltigen Körperflüssigkeiten in Berührung und besteht die Gefahr einer Übertragung des HI-Virus, gibt es die Möglichkeit der sogenannten Postexpositionsprophylaxe. Eine HIV-Infektion lässt sich inzwischen mit Medikamenten behandeln. Die Therapie kann auch einer Übertragung des Virus auf andere Menschen vorbeugen.