Kribbeln und Taubheitsgefühle - kurz erklärt:

  • Sie gehören zu den Sensibilitätsstörungen, beziehungsweise Gefühls- oder Empfindungsstörungen.
  • "Kribbeln" ist eine Empfindung an der Körperoberfläche. Das unangenehme bis schmerzhafte Gefühl wird durch sensible Nerven beziehungsweise Nervenendigungen in der Haut vermittelt. Verstärkte Nervenaktivitäten spielt hierbei eine wesentliche Rolle. Meist ist dabei jedoch kein direkter äußerer Reiz erkennbar.
  • Taubheitsgefühle weisen auf eine vorübergehende Unteraktivität von Nerven hin, die harmlos, aber auch krankhaft sein kann. Fachleute sprechen dann auch von Hypästhesie. Mitunter sind die Nerven in den betroffenen Bereichen, etwa in den Füßen, sogar geschädigt und haben bestimmte Funktionen eingebüßt. Ebenso kann der Blutfluss gestört und damit ein Körperteil unterversorgt sein.
  • Kribbeln und Taubheitsgefühle haben vielfältige Ursachen. Diese könne kurz und vorübergehend sein, andere wiederum sollten genauer untersucht werden. Das Problem kann direkt in den ziehenden oder tauben Stellen liegen, aber auch in übergeordneten Körperbereichen, wie Rückenmark oder Gehirn.

Wie und wo entstehen Kribbeln und Taubheitsgefühle?

Kribbeln ist eine Empfindung an der Körperoberfläche. Sensible Nervenbahnen leiten sie weiter bis ins Gehirn. Hier wird die Gefühlsstörung wahrgenommen.

Unangenehmes Kribbeln als Krankheitssymptom wird durch "falsche"   beziehungsweise krankhafte Reize ausgelöst, etwa weil die zuständigen  Nerven in dem betroffenen Bereich geschädigt sind. Die Leitungsbahnen  sind  dann überaktiv. Die Missempfindung (medizinisch: Parästhesie) kann an  unterschiedlichen Hautstellen auftreten:

  • an Armen
  • Beinen
  • Händen
  • Fingern
  • Füßen
  • Zehen
  • Kopf
  • oder Gesicht

Manche Menschen beschreiben es auch als Ziehen, Stechen oder Ameisenlaufen, brennend oder elektrisierend. Das Kribbeln geht   mitunter Taubheitsgefühlen voraus, kann ihnen aber auch nachfolgen.

Taubheitsgefühle entstehen in den Gliedmaßen, im Gesicht, an den Lippen, im Mund oder an anderen begrenzten Körperpartien. Die meist als sehr störend wahrgenommenen Empfindungen können auch nahezu eine ganze Körperseite erfassen. Wer länger in einer bestimmten Position verharrt, zum Beispiel mit angezogenen Beinen sitzt, dem "schlafen" womöglich die Beine ein. Druck auf die Nerven kann solche unbedenklichen Ausfälle verursachen, die wieder verschwinden, wenn das Bein bewegt wird.

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Fachleute sprechen bei Taubheit auch von Hypästhesie, welches  vermindertes Empfinden bedeutet. Mitunter sind die Nerven in den  betroffenen Bereichen, etwa in den Füßen, sogar geschädigt und haben  bestimmte Funktionen eingebüßt. Ebenso kann der Blutfluss gestört und  damit ein Körperteil unterversorgt sein. Taubheitsgefühle können auch  ein Alarmzeichen sein, zum Beispiel für einen Schlaganfall. Insbesondere  dann, wenn sie auf einer Körperseite auftreten, etwa am Arm, am Bein,  oder nur einer Gesichtshälfte. Oder wenn sie die ganze oder fast die  ganze Körperhälfte erfassen.

Kribbeln und Taubheitsgefühle: Wann untersuchen lassen?

Sie sollten ärztlichen Rat suchen, wenn Kribbeln oder Taubheitsgefühle

  • unvermittelt ohne erkennbaren Grund einsetzen
  • sehr ausgeprägt sind
  • länger anhalten

Auch Gefühlsstörungen, die in bestimmten Abständen immer wieder auftreten, sollten abgeklärt werden. Das gilt vor allem dann, wenn zu einer Missempfindung folgende Alarmzeichen dazu kommen:

Wenn Sie Diabetes haben oder an einer anderen chronischen Erkrankung leiden, ist es immer wichtig, Veränderungen an der Körperoberfläche und im Empfinden ernst zu nehmen.

Ein Schlaganfall ist stets ein Notfall. Warnzeichen sind unter anderem plötzliche Taubheitsgefühle und Lähmungen auf einer Körperseite. Sie können im Arm, im Bein, im Gesicht oder im Mund auftreten und von Kopfschmerzen, Seh- und Sprachproblemen begleitet sein. Auch wenn eine solche Störung sich wieder kurzfristig von selbst zurückbildet, sollten Sie dennoch unverzüglich eine Ambulanz aufsuchen, oder wenn nötig die 112 alarmieren. Welche weiteren Symptome es gibt und wie Sie richtig reagieren, können Sie im Ratgeber "Schlaganfall (Apoplex)" nachlesen. Dort erfahren Sie auch Genaueres zu Ursachen, Diagnose und Therapien.

Häufige Ursachen für Kribbeln und Taubheitsgefühle

Ganz allgemein kommen Störungen in den Blutgefäßen, in unterschiedlichen Nervenbahnen, sowie im Rücken infrage, vor allem an der Halswirbel- und Lendenwirbelsäule. Doch auch  dort geben letztlich fast immer Nervenschädigungen oder Durchblutungsprobleme  den Ausschlag.

Ursachen im peripheren Nervensystem

Als peripheres Nervensystem bezeichnet man die Nervenbahnen und -endigungen in den Extremitäten und Organen.  Ein wichtiger Teil dieses Nervensystems sind die Empfindungsnerven der Haut. Diese sensiblen  Nerven leiten Empfindungen von unterschiedlichen Körperteilen, etwa  Armen Beinen, zum Gehirn. Im peripheren Nervensystem können aufgrund  verschiedener Erkrankungen ein oder mehrere Nerven gereizt, entzündet  oder geschädigt sein und dadurch unterschiedliche Missempfindungen erzeugen.

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Häufige Auslöser von Gefühlsstörungen sind Polyneuropathien.  Hier erkranken häufig Nerven auf beiden Körperseiten in ähnlich   ausgeprägter Form. Das geschieht entweder direkt an ihrem Endpunkt, zum   Beispiel in den Füßen oder Fingern, oder in ihrem Verlauf weiter oben. Anfangszeichen  einer Polyneuropathie sind in vielen Fällen:

  • Kribbeln
  • Brennen
  • Taubheit

Zudem beeinträchtigen Ungleichgewichte im Stoffwechsel und im Hormonhaushalt Nerven- und Gefäßfunktionen. Menschen mit Erkrankungen wie Diabetes  sind deshalb besonders gefährdet, Nervenschäden und   Durchblutungsstörungen zu entwickeln.

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Engpässe für periphere Nerven und Gefäße entstehen, wenn sich das umgebende Gewebe, wie Knochen oder Sehnen und andere Weichteile, verändert. Das passiert bei:

  • Verletzungsfolgen
  • Abnutzungserscheinungen
  • entzündlichen Vorgängen

Zudem können Tumore, also gut- oder bösartige Geschwülste, auf Nervenabschnitte drücken.

Ursachen im zentralen Nervensystem

Neben erkrankten peripheren Nerven kommen auch Veränderungen und Schäden im  Zentralnervensystem, das heißt in Gehirn und Rückenmark, als Auslöser für Kribbeln und  Taubheitsgefühle infrage. Verantwortlich dafür sind auch hier häufig:

  • Durchblutungsstörungen
  • Verletzungen
  • Infektionen
  • Abbauvorgänge
  • oder Entzündungen

Auch können krankhafte  Veränderungen wie ein Abszess oder eine Gewebewucherung (Tumor) im eng  begrenzten Raum des Gehirns oder Wirbelkanals Platz für sich  beanspruchen und damit Nerven und Gefäße abdrücken. Dies ruft wiederrum Missempfindungen hervor.

Ursachen auf Hautebene

Weitere Ursachen können bestimmte Hauterkrankungen sein. Auch  Verbrennungen (dritten Grades zum Beispiel) oder  Erfrierungen können Nervenendigungen   schädigen und nachhaltige  Gefühlsstörungen in den erkrankten   Hautarealen zur Folge haben. Häufig gehen allergische  Reaktionen und Unverträglichkeiten ebenfalls mit Missempfindungen wie  Kribbeln oder Pelzigkeitsgefühl einher.

Psychische Ursachen

Schließlich können auch psychische Auslöser wie Angst- und Panikattacken Kribbeln, Ameisenlaufen oder Taubheitsgefühle hervorrufen. Auch spezielle Angststörungen (Phobien) können sich so ankündigen.

Manchmal kennzeichnet Kribbeln eine sogenannte somatoforme Störung. Darunter verstehen Ärzte körperliche Beschwerden, die keine körperlich Ursache haben. Diese sind für die Betroffenen häufig besonders beeinträchtigend. Zu   den zahlreichen Symptomen von somatoformen Störungen gehören unter anderem

  • Müdigkeit
  • Muskelverspannungen
  • Schmerzen beim Sex
  • Beklemmungsgefühl
  • hartnäckiges Kribbeln
  • Zungenbrennen

Erster Anlaufstelle bei solchen Beschwerden sollte die hausärztliche Praxis sein. Hier wird  beurteilt, ob   und welche Diagnoseschritte zielführend sind. Danach richtet sich auch   die weitere Behandlung.

Gifte und Medikamente als Ursache

Alkohol greift langfristig die Nerven an. Diese reagieren mit fehlerhaften Reizen, wie Taubheit oder Kribbeln. Vergiftungen, zum  Beispiel mit Schwermetallen, haben mitunter chronische Schäden zur  Folge, die zu Sensibilitätsstörungen führen. Kribbeln und  Taubheitsgefühle treten bisweilen auch als unerwünschte, aber meist  vorübergehende Nebenwirkungen einiger Medikamente auf. Dazu gehören unter anderem:

  • verschiedene Mittel gegen Depressionen und Angsterkrankungen
  • einige Antiepileptika
  • Medikamente gegen Migräne und Psychosen (Neuroleptika)
  • Diuretika (wasserausschwemmende Mittel)
  • bestimmte  Blutdrucksenker
  • Mittel gegen Herzschwäche wie zum Beispiel sogenannte ACE-Hemmer

Missempfindungen an unterschiedlichen Körperteilen gehören mitunter auch zu den Nebenwirkungen einer Chemotherapie.

Sonderfall Taucherkrankheit

Die chronische Druckluftkrankheit wird auch Caisson-Krankheit genannt. Bei Tauchunfällen oder Arbeiten in Senkkästen (französisch: caisson) kann es zum Verschluss kleinster Blutgefäßen kommen, wenn die Gase (Sauerstoff und Kohlendioxid) im Blut unter abfallendem Druck nicht mehr gelöst, sondern als kleine Bläschen auftreten. Das kann zu Gewebeschäden führen. Kribbeln   und Taubheitsgefühle stellen hier ein erstes Anzeichen dar und entwickeln sich eventuell auch als Langzeitschäden.

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Mißempfindungen in Körperregionen: mögliche Ursachen

Manchmal können die Körperstellen, an denen sich Kribbeln und  Taubheit  bemerkbar machen, Hinweise auf eventuelle Ursachen  geben.  Aber nicht bei jeder Krankheit oder Störung, die mit Mißempfindungen  einhergeht, sind die Beschwerden auf einen einzigen typischen Ort  begrenzt. Auch gibt es individuelle Unterschiede, je nachdem wie sich  eine Störung entwickelt. Daher liefern unsere Beispiele nur einen groben  Anhaltspunkt, wo das Problem liegen könnte:

Gefühlsstörungen in Fingern und Händen

Ulnartunnelsyndrom (auch "Radfahrerlähmung")

Kribbeln und Schmerzen treten vor allem

  • am Handrücken
  • der Handinnenfläche
  • am Ringfinger
  • am kleinen Finger
  • zusätzlich eventuell Muskelschwäche am Kleinfingerballen

Durch eine falsche   Haltung der Hände, zum Beispiel beim Radfahren, wenn der Radfahrer die   Handgelenke am Lenker abknickt, entsteht eine Engstelle, die Nerven,   speziell den Ulnarisnerv, einklemmt oder darauf drückt. Die Folge sind kribbelnde Finger oder Taubheitsgefühle. Der Nerv kann auch schon am Ellbogen eingepresst und geschädigt werden.   Ungünstig wirkt es sich hier zum Beispiel aus, den Ellbogen häufig oder   länger anhaltend gebeugt zu halten. Das wirkt sich auch negativ auf die Durchblutung in   diesem Bereich aus.

Karpaltunnelsyndrom

Kribbeln

  • an Daumen und Zeigefinger
  • zum Teil am Mittelfinger
  • kann bis in den Unterarm ausstrahlen
  • vor allem nachts "Einschlafen" der vorderen Fingerglieder
  • mitunter ziehen die Mißempfindungen/der Schmerz bis in die Schulter

Häufig wird der mittlere Armnerv (medizinisch: Medianus) an der Handwurzel abgedrückt. Ein Sehnenband in der Nähe des Handgelenks bildet einen Kanal, welcher häufig eine Engstelle darstellt. Über Ursachen, Symptome und Therapien informiert der Ratgeber "Karpaltunnelsyndrom".

Ratgeber zum Nachlesen:

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Verspannungen

Beschwerden:

  • Schmerzen
  • kribbelnde oder taube Fingern

Verspannungen der Muskeln an der Halswirbelsäule sind besonders   häufig. Ursache hierfür können lange Arbeit am Bildschirm sein, oder   verschleißbedingte Schäden.

Schleudertrauma der Halswirbelsäule

Beschwerden:

  • Kopf- und Nackenschmerzen
  • schiefe Kopfhaltung ("Schiefhals") durch verkrampfte Muskeln
  • Schwindel und  Sehstörungen können zusätzlich auftreten
  • häufig Taubheitsgefühle in  Fingern, Händen und auf der Haut

Zerrungen und  Stauchungen an der Halswirbelsäule entstehen   klassischerweise bei einem  Auffahrunfall. Sie beeinträchtigen   Nervenfunktionen und Durchblutung.

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Blutkrankheiten

Vitamin-B12-Mangel

Missempfindungen an:

  • Hände
  • Füßen
  • Beinen

Dies können Zeichen für einen länger anhaltenden Mangel an Vitamin B12 sein. Dieser kann zu einer Blutarmut führen.

Polyzythämia vera

Beschwerden:

  • vermehrte Bildung von Blutgerinnseln ("dickes Blut"), insbesondere in sehr kleinen Gefäßen an den Extremitäten
  •  Kribbeln aufgrund von Durchblutungsstörungen
  • Juckreiz bei Kontakt mit Wasser
  • Kopfschmerzen und Schwindel
  • oft Vergrößerung von Leber und Milz

Auslöser für Sensibilitätsstörungen in  Fingern und Händen kann zum Beispiel ein auffälliger Anstieg der roten  Blutkörperchen im Rahmen einer sogenannten Polyzythämia vera sein. Diese  Erkrankung der blutbildenden Zellen ist erblich bedingt, häufiger noch  entsteht sie durch eine erworbene Schädigung von Stammzellen im  Knochenmark.

Hormonelle Störungen

Kribbeln:

  • an Händen
  • Füßen
  • Zehen
  • im Mund

Ursache kann etwa eine Unterfunktion der Nebenschilddrüsen sein.Siehe auch  Beschwerden an Beine, Füße, Zehen.

Polyneuropathien

Kribbeln, Ameisenlaufen, Taubheitsgefühle

  • meist an   beiden Händen
  • kann auch Füßen oder Unterschenkeln betreffen

Erkrankungen im peripheren Nervensystem  können als Folge eines  Diabetes mellitus, bei chronischem  Alkoholmissbrauch, Infektionen sowie  Vergiftungen entstehen.

Raynaud-Syndrom

Beschwerden:

  • ausgelöst durch Kälte oder Stress
  • schubweise kalte, blasse und gefühllose Hände
  • Schmerzen und/oder Kribbeln am Ende eines Anfalls
  • Zehen können auch betroffen sein
  • selten betrifft es Nase und Ohren
  • die Beschwerden treten auf beiden Seiten auf ("symmetrischer Befall")

[9313]Die Reize Kälte und/oder Stress lösen bei diesem Beschwerdebild Gefäßkrämpfe aus. Dies führt zu starken  Durchblutungsstörungen vor allem in den Fingern und Händen, oft ist dabei der Daumen ausgenommen. Das  Raynaud-Syndrom kann eigenständig, ohne eindeutige Ursache auftreten  oder ist Teil einer anderen Erkrankung. Darüber informiert Sie  der Ratgeber "Kalte Hände".

Wissenswert:

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Höhenkrankheit

Beschwerden:

  • Kribbeln in Händen und Füßen
  • Atembeschwerden
  • Kopfschmerzen
  • Übelkeit

Ein zu rascher Aufstieg in größere Höhe kann eine Höhenkrankheit auslösen. Für untrainierte oder geschwächte Menschen genügt manchmal   schon eine Gondelfahrt auf 2000 Meter. Hier ist der Luftdruck geringer,   daher wird insgesamt weniger Sauerstoff ins Blut aufgenommen. Das kann   zu den beschriebenen Problemen führen.

Gefühlsstörungen in/am Kopf, Gesicht, Nacken, Mund

Kopf und Gesicht

Mögliche Auslöser für Kribbelempfindungen im Kopfbereich sind Durchblutungsstörungen im Gehirn (können in einen Schlaganfall übergehen) oder Gehirntumore.  Störungen an den Gesichtsnerven, Verbrennungen oder Erfrierungen können sich durch folgendes äußern:

  • Kribbeln und Taubheitsgefühle
  • Schmerzen
  • teilweise Lähmungen (siehe Ratgeber "Gesichtsnervenlähmung").

Migräne

Beschwerden:

  • Kribbeln "im Kopf", beziehungsweise Gesicht kann eine Attake ankündigen
  • Übelkeit, Erbrechen
  • Licht- und Geräuschempfindlichkeit
  • Lichtblitze, Sehstörungen (sogenannte Aura)
  • starke Kopfschmerzen

Seltene   Ursache für Gefühlsstörungen im Gesicht kann ein Tumor am Gehör- oder  Gleichgewichtsnerv sein. Dieser bewirkt, dass auf der betroffenen Seite die Gesichtshälfte kribbelt oder sich taub anfühlt. Multiple Sklerose ruft ebenfalls bisweilen Taubheitsgefühle im Gesicht und an den Gliedmaßen hervor.

Ratgeber zur Migräne

Kopfschmerzen

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Nacken

Bei Gefühlsstörungen im Nacken stehen oft Probleme oder Verletzungen an der Halswirbelsäule beziehungsweise an den zuständigen Nervenbahnen oder Gefäßen im Vordergrund.

Mund und Zunge

Hyperventilieren

Beschwerden:

  • vertieftes, beschleunigtes Atmen
  • Gefühlsstörungen an Händen und Lippen
  • Verkrampfungen an Händen und Lippen
  • das Gefühl von Atembeschwerden
  • Muskelschmerzen und Zittern

Hyperventilieren, zum Beispiel in Stresssituationen oder  während einer Panikattacke, löst häufig Kribbeln an den Lippen sowie in  Fingern und Händen aus. Das verstärkte, hektische Ein- und Ausatmen  stört das Gleichgewicht der Blutgase. Im Blut nimmt das Kohlendioxid ab,  Nerven und Muskeln sind kurzfristig  übererregt.

Zieht und schmerzt es am Mund, steckt häufig Herpes dahinter.

Weitere Erkrankungen, die ebenfalls im Mund Sensibilitätsstörungen hervorrufen können,    sind zum Beispiel

  • eine Unterfunktion der Nebenschilddrüsen
  • Allergien
  • und Unverträglichkeiten.

Verantwortlich ist manchmal auch eine Vermehrung des Kaliumgehalts im Blut, etwa bei Nierenversagen.

Nase und Ohren

Durchblutungsstörungen, zum Beispiel bei der Raynaud-Krankheit (beziehungsweise dem Raynaud-Syndrom), können sich auch an Nase und Ohren bemerkbar machen. Auch hier führt die schlechte Durchblutung durch die zusammengezogenen, kleinen Gefäße zu Empfindungsstörungen und Schmerzen.

Gefühlsstörungen in Beinen, Füßen, Zehen

Kribbeln und Taubheit in den Beinen kann auf vielfältige Störungen hinweisen. Wir haben die häufigsten Beispiele aufgelistet.

Alkoholkrankheit

Ganz oben auf der Liste möglicher Auslöser für Gefäß- und Nervenstörungen in den Beinen (Polyneuropathie) steht Alkoholmissbrauch. Eine Alkoholsucht kann zudem Mangelerscheinungen zur Folge haben, die ebenfalls häufig Gefühlsstörungen auslösen.

Mangelzustände

Erkrankungen, bei denen die  Nahrungsaufnahme oder die Nahrungsverwertung gestört ist, können zu  Nervenstörungen führen, die mit Kribbeln und Taubheitsgefühlen  einhergehen. Chronische Darmerkrankungen oder eine  Glutenunverträglichkeit (Zöliakie) können dafür verantwortlich sein. Hinter Kribbeln und Missempfindungen in Händen, Füßen und Beinen verbergen sich manchmal ein

  •  ausgeprägter Magnesiummangel
  • ein Kalziummangel (kann auch mit Muskelkrämpfen verbunden sein, oft erkennbar an der "Pfötchenstellung" der Hände)
  • oder ein Vitamin-B12-Mangel (siehe "Gefühlsstörungen der Finger und Hände").

Gefäßerkrankungen

Mitunter  weisen Sensibilitätsstörungen in den Gliedmaßen neben anderen jeweils  charakteristischen Symptomen auf eine Gefäßentzündung (Vaskulitis) hin. Eine spezielle Erkrankung der Arterien ist die

Panarteriitis nodosa

Beschwerden:

  • Fieber
  • Gelenkschmerzen
  • Hautausschläge
  • Raynaud-Syndrom mit Kribbeln und Taubheitsgefühlen
  • Kälteempfinden in Füßen und Händen

Die Ursachen für eine Panarteriitis sind nicht eindeutig geklärt, fehlgeleitete Immunreaktionen können eine Rolle spielen.

Durchblutungsstörungen und Gefäßverschlüsse (pAVK)

Beschwerden:

  • Schmerzen beim Gehen
  • brennendes Kribbeln
  • schmerzhaften Sensibilitätsstörungen
  • später: Lähmungen

Ist der Blutfluss länger gestört, werden die Nerven in den Beinen ungenügend durchblutet, wie zum Beispiel bei einer peripheren arteriellen Verschlusskrankheit (pAVK). Ein sogenanntes Leitsymptom, welches deutlich auf die Krankheit hinweist, sind Schmerzen, die zum Stehenbleiben zwingenund während des Stehens besser werden.Ursache einer pAVK ist eine Arterienverkalkung. Hauptrisikofaktoren stellen Nikotinabhängigkeit und Diabetes mellitus dar. Eingehende Informationen finden Sie im Ratgeber "Durchblutungsstörungen der Extremitäten (PAVK)".

Restless Legs

Beschwerden:

  • schmerzhaftes Kribbeln
  • Ziehen
  • Brennen
  • Bewegungsunruhe

Das Syndrom der unruhigen Beine (englisch: restless legs) ist gekennzeichnet durch höchst unangenehme, häufig nicht konkret zu beschreibende Missempfindungen in den Beinen, selten auch in den Armen. Die Beschwerden bestehen in Ruhe vor allem  abends und nachts. Die Betroffenen verspüren häufig den starken Drang, sich zu bewegen, manchmal auch ohne Gefühlsstörungen. Die Beschwerden bessern sich dann meist beim Umhergehen oder bei bestimmten Aktivitäten. Da sie das oft nachts tun, sind meistens ausgeprägte Schlafstörungen die Folge. Häufig ist die Ursache unbekannt. Ein Restless-Legs-Syndrom kann auch in folgenden Zusammenhängen auftreten:

  •  bei einer Eisenmangelanämie
  • bei einer Harnvergiftung (Nierenversagen)
  • in der Schwangerschaft

Lesen Sie mehr dazu im Ratgeber "Restless Legs Syndrom (RLS, unruhige Beine)".

Fibromyalgie

Beschwerden:

  • anhaltende Schmerzen in unterschiedlichen Körperbereichen
  • Kribbeln und Taubheitsgefühle in den Gliedmaßen

Diese chronische Schmerzkrankheit betrifft meist die Gelenke und den Bewegungsapparat. Welche Beschwerden häufig auftreten, und was sie bessert, beschreibt der Ratgeber "Fibromyalgie (FMS)".

Nebenschilddrüsenunterfunktion (Hypoparathyreoidismus)

Beschwerden:

  • Kribbeln und Ameisenlaufen in Füßen und Händen
  • Muskelkrämpfe der Hände aufgrund von Kalziummangel

Diese Hormonstörung (Hypoparathyreoidismus), kann unter anderem eine Folge operativer Eingriffe an der Schilddrüse sein kann.

Diabetische Neuropathie

Beschwerden:

  • Empfindungsstörungen vor allem in Beinen und Füßen
  • Pelzigkeit
  • brennende, bohrende Schmerzen

Die diabetische  Neuropathie ist eine Nervenschädigung. Betroffene bemerken meist zuerst die Empfindungsstörungen. Wenn diese fortschreitet, werden Schmerz und Temperatur gar nicht mehr richtig wahrgenommen. Dieses Problem ist oft auch Teil des  diabetischen Fußsyndroms. Mehr dazu erfahren Sie auf unserem Partner-Portal diabetes-ratgeber.de.

Guillain-Barré-Syndrom

Beschwerden:

  • Beginn: häufig Missempfindungen an beiden Füßen und Beinen
  • später Missempfindungen auch an den Händen
  • Schmerzen
  • Lähmungserscheinungen, Muskelschwäche

Bei dieser speziellen Erkrankung entzünden sich Nervenwurzeln, Rückenmarksnerven und periphere Nerven aus häufig ungeklärter Ursache. Vorausgegangene Infektionen mit verschiedenen Viren oder Bakterien, Entzündungen oder Autoimmunreaktionen können eine Rolle spielen. Es kommt im Verlauf zu Lähmungen und Bewegungsstörungen in den Beinen. Die Störungen können sich nach oben fortsetzen und bedrohliche Ausmaße annehmen.

Multiple Sklerose

Zu den Anfangsbeschwerden dieser Erkrankung des Zentralnervensystems gehören oft Gefühlsstörungen in den Beinen (mehr Hinweise liefert der Ratgeber "Mulitple Sklerose (MS)").

Weitere Störungen im zentralen Nervensystem

Folgende Erkrankungen können ebenfalls mit Kribbeln und Taubheitsgefühlen einhergehen und haben ihren Ursprung im zentralen Nervensystem:

  • Epilepsie
  • Parkinson-Krankheit
  • Geschwülste und Tumoren in Gehirn und Rückenmarkkanal
  • Verletzungen, Blutergüssen oder Gehirnentzündungen
  • Immunbedingte Nervenstörungen im Rahmen einer Krebserkrankung (Paraneoplasien)
  • Verengungen im Wirbelsäulenbereich führen häufig zu Missempfindungen in Beinen und Füßen
  • Muskelverspannungen im Kreuz[49327]
  • Bandscheibenvorfall
  • Rückenmarksverletzungen oder -schädigungen.

Leistentunnelsyndrom (Meralgia paraesthetica)

Beschwerden:

  • Meist einseitige brennende Schmerzen
  • Gefühlsstörungen am Oberschenkel vorne und in der Hüftgegend

Dieses Syndrom erzeugt durch Druck im Leistenkanal Engpässe im Verlauf des Oberschenkelhautnervs. Der Druck kann durch Übergewicht, aber auch zu enge Kleidung, wie zum Beispiel Jeans, entstehen.Teilweise werden diese Beschwerden daher auch "Jeanskrankheit" genannt.

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Vibrations-Test mit einer Stimmgabel

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Diagnose: Den Missempfindungen auf der Spur

Erste Adresse bei Sensibilitätsstörungen ist die hausärztliche Praxis. Hier können die Beschwerden genauer eingegrenzt werden. Gegebenenfalls lässt sich mit  verschiedenen Tests gleich prüfen, ob  Kälte-, Wärme- oder Schmerzwahrnehmung,  Druck- oder Berührungssinn gestört sind. Ebenso wird das  Vibrationsempfinden getestet.

Ein Symptom allein genügt oft nicht, um die Ursache zu finden. Dann geben weitere Beschwerden, wie etwa Schmerzen,  Hautverfärbungen, Krämpfe oder bestimmte Bewegungsstörungen weitere Hinwiese.  Auch ist wichtig, an welcher Stelle genau, zu welcher Zeit – zum  Beispiel nachts – und in welcher Situation die Missempfindungen und  eventuelle Begleitsymptome auftreten. Je nach Verdachtsdiagnose werden Fachleute aus Innerer Medizin, Neurologie, Orthopädie  oder Dermatologie (Hautärztinnen und Hautärzte) hinzugezogen. Die Behandlung richtet sich dann nach dem zugrunde liegenden Krankheitsbild.

Vorbeugen mit einem gesunden Lebensstil

Vor allem körperliche Bewegung und der Verzicht auf Nikotin helfen, Durchblutungsstörungen vorzubeugen und die Nervensysteme gesund zu erhalten. Sport und gutes Haltungstraining stärken die Rückenmuskulatur, die Arm- und  Beinmuskeln und können Schmerzen lindern. Auch die  Durchblutung verbessert sich, das kommt Herz, Gehirn und dem ganzen Körper zugute.

Diabetikerinnen und Diabetiker sollten immer darauf achten, einen gesunden Blutzuckerspiegel zu  halten, um Nerven- und Gefäßschäden entgegenzuwirken. Ein gezieltes  Bewegungstraining gehört mit zur Behandlung, auch wenn schon  Nervenerkrankungen eingetreten sind.

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Wichtiger Hinweis:

Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen.

Qellen

Mattle H, Mumenthaler M: Neurologie, 13. Auflage, Stuttgart Thieme Verlag, 2013

Herold, Gerd und Mitarb.: Innere Medizin, 2017

Möller H-J, Laux G, Deister A, Braun-Scharm H, Schulte-Körne G: Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie, 6. überarb. Auflage, Stuttgart Thieme Verlag, 2015

Moll I: Dermatologie, 8. Auflage, Stuttgart Thieme Verlag, 2016

Die nachfolgend aufgeführten, teils inzwischen ergänzten drei Leitlinien stammen aus: Diener H-C, Weimar C (Hrsg.): Leitlinien für Diagnostik und Therapie in der Neurologie, Herausgegeben von der Kommission "Leitlinien" der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN), Thieme Verlag, Stuttgart, September 2012, Kapitel "Erkrankungen peripherer Nerven":

- Diagnostik bei Polyneuropathien, S1-Leitlinie, AWMF-Registernummer 030/067, gültig bis September 2017.
Online: http://www.dgn.org/leitlinien/11-leitlinien-der-dgn/2331-ll-44-2012-diagnostik-bei-polyneuropathien (Abgerufen am 22.05.2017)

- Diagnostik und Therapie der chronischen Ulnarisneuropathie am Ellenbogen (ulnar neuropathy at the elbow, UNE), S1-Leitlinie, Stand: September 2012. Online: http://www.dgn.org/leitlinien/11-leitlinien-der-dgn/2368-ll-47-diagnostik-und-therapie-der-chronischen-ulnarisneuropathie-am-ellenbogen (Abgerufen am 22.05.2017)

- Restless-Legs-Syndrom (RLS) und Periodic Limb Movement Disorder (PLMD),
S1-Leitlinie, Stand: September 2012, AWMF-Registernummer 030/081; verlängert bis September 2017. Online:
http://www.awmf.org/leitlinien/detail/ll/030-081.html (Abgerufen am 22.05.2017)

Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie e.V.: Polycythaemia Vera (PV), Onkopedia Leitline aktualisiert, Stand: Juni 2014 (Abgerufen am 22.05.2017)

Schaefert R, Henningsen P, Häuser W et al.: Nichtspezifische, funktionelle und somatoforme Körperbeschwerden. S3-Leitlinie und Patientenversion. In: Psychotherapeut 2014, 59:155-174. DOI: 10.1007/s00278-014-1030-z. Springer Verlag Berlin Heidelberg

Fachredaktion: Dr. med. Claudia Osthoff, Dr. med. Laura Weisenburger

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