Für die Bayern gilt seit dem 18.01.2021 die FFP2-Maskenpflicht, alle anderen müssen zumindest einen "medizinschen Mundschutz" in Geschäften und im öffentlichen Personennahverkehr verwenden. Das haben Bund und Länder am Dienstag beschlossen.

Laut einer neuen Studie scheint das auch sinnvoll. Der Leiter des Instituts für Strömungsmechanik und Aerodynamik an der Universität der Bundeswehr München, Christian Kähler, hat sie veröffentlicht.

Demnach schützen FFP2-Masken besonders gut vor einer Infektion mit SARS-CoV-2. Laut Studie filtern hochwertige FFP2-Masken Tröpfchen und Aerosolpartikel beim Ein- und Ausatmen recht zuverlässig aus dem Luftstrom heraus. Das gelinge mit OP-Masken und Mund-Nasen-Bedeckungen nicht. Die Erkenntnisse wurden im Journal of Aerosol Science veröffentlicht.

Die Modelle zeichnen sich zudem dadurch aus, dass sie fest am Gesicht anliegen und keinen Spalt am Maskenrand aufweisen, durch den Aerosolpartikel und Tröpfchen in größeren Mengen ungehindert ein- und austreten können. "Aufgrund dieser beiden Eigenschaften bieten hochwertige FFP2-Masken einen sehr guten Fremd- und Selbstschutz", sagt Experte Kähler.

Wie schützen FFP2-Masken?

Mund-Nasen-Bedeckungen und OP-Masken verhindern zwar, dass sich Aerosolpartikel vor dem Gesicht ausbreiten. Zudem können sie große Tropfen und Schleim abfangen, wie sie beim Husten und Niesen entstehen. Wirksam schützen sie aber nur dann, wenn das Gegenüber den Mindestabstand von 1,5 Metern einhält, sagt Kähler. Im Büro, in der Schule oder im öffentlichen Nahverkehr böten diese Masken keinen wesentlichen Schutz, da sie, verglichen mit den FFP2-Masken, nicht dicht genug am Gesicht liegen. Aerosolpartikel könnten so seitlich austreten und direkt zur benachbarten Person strömen und eingeatmet werden.

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FFP2-Masken seien deshalb vor allem dann sinnvoll, wenn sich Personen über längere Zeit nahekommen. Kähler empfiehlt insbesondere Personengruppen medizinischem Personal, Lehrpersonal, Kellnern und Schülern, gute FFP2- oder FFP3-Masken tragen, um sich selbst und andere zu schützen. Auf diese Masken könne nur dann verzichtet werden, wenn andere wirksame Schutzvorkehrungen vorhanden seien.

Schutz in Räumen

Auch in Räumen, in denen die Luft mit Viren belastet ist, könnten vor allem FFP2-Masken demnach das Ansteckungsrisiko minimieren. In Bereichen, in denen das Tragen der FFP2-Masken auf Dauer unmöglich sei, beispielsweise in Klassenräumen oder in Büros, könne man mithilfe mobiler Raumluftreiniger Abhilfe schaffen.

Dass in manchen Bundesländern FFP2-Masken jetzt in Gebäuden und Verkehrsmitteln getragen werden müssen, ist laut Kähler ein wichtiger Schritt.