Dieser Artikel gibt den Wissensstand zum angegebenen Datum wieder. Er wird regelmäßig aktualisiert.

Welche Impfstoffe sind zugelassen?

Aktuell gibt es in der EU vier zugelassene Covid-19 Impfstoffe. Worin sich die vier Impfstoffe unterscheiden und was alle gemeinsam haben, lesen Sie im Folgenden. Zugelassen zur Impfung sind:

  • BioNTech/Pfizer „Comirnaty“
  • Moderna „Moderna“
  • AstraZeneca „Vaxzevria“
  • Janssen-Cilag International/Johnson & Johnson „Janssen“

Wie unterscheiden sich die Impfstoffe? Was ist gleich?

Allen Impfstoffen gemeinsam ist, dass sie den Körper zur Bildung von Antikörpern gegen Bestandteile des Coronavirus Sars-CoV-2 anregen. Dies geschieht, indem Baupläne des Virus für bestimmte Eiweißbestandteile, die sogenannten Spike-Proteine, in die menschliche Zelle eingeschleust werden. Die menschliche Zelle präsentiert dann diese Bestandteile (Antigene), welche von der Immunabwehr als fremd erkannt werden, sodass der Körper mit der Produktion von passenden Antikörpern und bestimmten Immunzellen (T-Zellen) gegen das Virus beginnt. Diese so gebildeten Antikörper und Immunzellen können dann im Falle einer echten Infektion mit SARS-CoV-2 schnell reagieren und eine weitere Vermehrung unterbinden.

Auf welche Art und Weise die Information über die Spike-Proteine in die menschliche Zelle transportiert wird, ist verschieden. Bei den mRNA-Impfstoffen werden kleine Fettteilchen (Liposomen) als „Transportmittel“ zum Einschleusen der mRNA verwendet. Bei den Vektor-Impfungen wird ein verändertes, harmloses Virus mit Erbmaterial des Corona-Virus verwendet.

a.) Vektor-Impfstoff

Die Impfstoffe von AstraZeneca und Johnson & Johnson sind sogenannte Vektorimpfstoffe. Sie brauchen als Grundlage ein Virus, um Informationen in den Körper zu schleusen. Als „Träger-Virus“ (Vektor-Virus) wird ein unschädlich gemachtes Erkältungsvirus (Adenovirus) verwendet. Bei Johnson&Johnson ist es ein verändertes menschliches Erkältungsvirus (Adenovirus 26), bei AstraZeneca ein Adenovirus, welches bei Schimpansen Atemwegsinfekte hervorrufen kann, für den Menschen aber ungefährlich ist (Adenovirus ChAdOx1). Die genetisch veränderten Vektor-Viren können sich nicht im menschlichen Körper vermehren. Sie enthalten das Gen, also Erbgut, für die Herstellung der bestimmter Oberfächeneiweiße von SARS-CoV-2, die sogennanten Spike-Proteine. Die Vektor-Viren werden vom menschlichen Immunsystem nach kurzer Zeit abgebaut. Vektor-Impfstoffe kommen auch bei anderen Impfungen (zum Beispiel bei Ebola) bereits zum Einsatz.

b.) mRNA-Impfstoff

Die Präparate von Biontech/Pfizer und Moderna dagegen sind sogenannte mRNA-Impfstoffe. "m" steht für messenger (Bote), "RNA" für Ribonukleinsäure. Hier ist die mRNA die Bauanleitung für einen Bestandteil des Covid-19-Erregers (das Spikeprotein). Die Boten-RNA gelangt mithilfe winziger Fettteilchen in die Körperzellen. Diese stellen dann ebenfalls das Viruseiweiß her, gegen das der Körper seine Immunantwort entwickelt.

Erklärvideo zu mRNA-Impfstoffen

Mehr zu den unterschiedlichen Wirkweisen der Impfstoffe hören Sie auch in unserem Podcast „Klartext Corona“.

Wie oft wird geimpft? Was sind die empfohlenen Impfabstände zwischen der ersten und zweiten Impfung?

Um einen vollständigen Impfschutz (Immunisierung) zu erhalten, sind bei den beiden mRNA-Impfstoffen sowie bei dem Vektor-Impfstoff von AstraZeneca zwei Impfungen notwendig.

Aktuell wird die Impfung mit Vektor-Impfstoffen nur für Personen ab 60 Jahren von der STIKO empfohlen. Eine Zulassung besteht aber für Personen ab 18 Jahren, sodass nach einer Nutzen-Risiko-Abwägung durch den Arzt sowie individueller Risikoakzeptanz durch den Impfling eine Impfung auch für Personen ab 18 Jahren möglich ist.

Bei den mRNA-Impfstoffen wird ein Abstand von 3 bis 6 Wochen (BionTech/Pfizer), beziehungsweise 4 bis 6 Wochen (Moderna) zwischen der ersten und zweiten Impfung empfohlen. In der Regel sollten beide Impfungen immer mit demselben Präparat gemacht werden, rät das Robert Koch-Institut (RKI).

Eine Ausnahme stellt der Vektor-Impfstoff von AstraZeneca dar: Hier wurde die Empfehlung im Verlauf geändert. Wer eine erste Impfung mit AstraZeneca erhalten hat, soll nach Empfehlung der STIKO einen mRNA-Impfstoff zur zweiten Impfung erhalten (heterologe Impfserie). Studien zufolge ist die Immunantwort nach einer Kombination von AstraZeneca mit einem mRNA-Impfstoff der Immunantwort nach zwei Impfdosen von AstraZeneca (homologe Impfserie) deutlich überlegen. Eine Zweitimpfung mit einem mRNA-Impfstoff ist ab 4 Wochen nach der ersten Impfung möglich. Gegebenenfalls und nach individueller Risikoakzeptanz durch den Impfling ist aber weiterhin eine Zweitimpfung mit AstraZeneca im Abstand von 9 bis 12 Wochen möglich.

Bei dem Vektor-Impfstoff von Johnson & Johnson genügte standardmäßig eine einmalige Impfung. Nach Erkenntnissen der STIKO werden die meisten Durchbruchsinfektionen im Verhältnis aber bei Personen beobachtet, die zuvor mit dem Impfstoff von Johnson & Johnson geimpft wurden. Daher wird eine ergänzende Impfung mit einem mRNA-Impfstoff ab 4 Wochen nach der Erstdosis empfohlen.

Impfstoff

Hersteller

Impfstoffart

Anzahl Impfungen

Abstand zwischen den Impfungen

Comirnaty

BionTech/Pfizer

mRNA-Impfstoff

2

3 bis 6 Wochen

Moderna

Moderna

mRNA-Impfstoff

2

4 bis 6 Wochen

Vaxzevria

AstraZeneca

Vektor-Impfstoff

2

ab 4 Wochen bei Zweitimpfung mit mRNA-Impfstoff

9 bis 12 Wochen bei Zweitimpfung mit AstraZeneca-Vakzin

Janssen

Janssen Cilag International / Johnson & Johnson

Vektor-Impfstoff

1

ab 4 Wochen bei ergänzender Zweitimpfung mit mRNA-Impfstoff

Wie gut wirken die Impfstoffe?

Der Impfstoff von Johnson & Johnson bietet einen etwa 65-prozentigen Schutz vor einer Erkrankung an Covid-19.

Laut Robert Koch-Institut (RKI) liegt die Wirksamkeit des Mittels von AstraZeneca nach einer zweiten Impfung unter Einhaltung eines Abstands von 12 Wochen zwischen den beiden Impfdosen bei bis zu 80 Prozent.

Höher liegen die Ergebnisse laut RKI bei den mRNA-Präparaten: Hier berichtet das Institut von einer etwa 95-prozentigen Wirksamkeit gegen Covid-19. Das bedeutet, dass die Wahrscheinlichkeit, an Covid-19 zu erkranken, um etwa 95% geringer ist als bei Ungeimpften. Die Wirksamkeit zur Verhinderung eines schweren Covid-19-Verlaufs liegt laut RKI bei 85%.

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Welche Nebenwirkungen gibt es?

Zu unterscheiden ist zwischen einer Impfreaktion und einer Impfkomplikation.

Impfreaktion: Unter einer Impfreaktion versteht man eine „erwartete Reaktion“ des Körpers, was signalisiert, dass sich sein Immunsystem mit den Erregerbestandteilen auseinandersetzt. Dazu gehören beispielsweise Schmerzen an der Einstichstelle, Abgeschlagenheit, Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen sowie Schüttelfrost. Im Allgemeinen sind solche Impfreaktionen schwach bis mäßig und klingen nach kurzer Zeit wieder ab.

Bei den Vektor-Impfstoffen bewirkt meist eher die erste Impfung eine Impfreaktion. Bei den mRNA-Impfstoffen verhält es sich meist umgekehrt und es kommt nach der zweiten Impfung zu einer stärkeren Reaktion.

Impfkomplikation: Unter Impfkomplikationen versteht man Ereignisse, die die übliche Impfreaktion übersteigen und mit teils schweren Folgen für die Betroffenen verbunden sind.

Bei den Vektor-Impfstoffen gegen Covid-19 kam es in sehr seltenen Fällen zum Auftreten von Blutgerinnseln (Thrombosen) - unter anderem der Hirnvenen (Sinusvenenthrombose) oder im Bauchraum - und einer Verringerung der Blutplättchenzahl (Thrombopenie) mit erhöhter Blutungsneigung. Vereinzelt kam es auch zu allergischen Sofortreaktionen (Anaphylaxie).

Personen, die einen Vektor-Impfstoff erhalten haben und sich vier bis 16 Tage nach der Impfung zunehmend unwohl fühlen - zum Beispiel mit starken und anhaltenden Kopfschmerzen, Kurzatmigkeit, Bauchschmerzen, Sehstörungen, Schwellungen und Schmerzen an Armen oder Beinen oder punktförmigen Hautblutungen – sollten sich unverzüglich in ärztliche Behandlung begeben. Dies können Hinweise auf eine Thrombose sein, welche einer ärztlichen Behandlung bedarf.

Bei den mRNA-Impfstoffen kam es in seltenen Fällen zu einer akuten Gesichtslähmung, welche sich nach einigen Wochen wieder zurückbildeten sowie zu Überempfindichkeitsreaktionen, welche sich in einer Schwellung des Gesichts und einer Quaddelbildung der Haut (Nesselsucht) äußerte. Vereinzelt kam es auch zu schweren allergischen Sofortreaktionen (Anaphylaxie). Herzmuskelentzündungen wurden ebenfalls im Zusammenhang mit der Impfung vor allem bei jüngeren Männern beobachtet.

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Wer sollte sich impfen lassen?

Prinzipiell können sich seit 07. Juni 2021 alle Erwachsenen impfen lassen. Seit diesem Termin ist die zunächst erarbeitete Impf-Priorisierung nicht mehr in Kraft. Insbesondere Personen, mit einem höheren Risiko für einen schweren Verlauf einer Covid-19-Erkrankung, beispielsweise aufgrund von Vorerkrankungen oder Personen, die beruflich besonders stark dem Virus ausgesetzt sind oder engen Kontakt zu Risikogruppen haben, wird eine Impfung empfohlen. Die Vektor-Impfstoffe werden für Personen ab 60 Jahren von der STIKO empfohlen, die mRNA-Impfstoffe sind für Erwachsene und zusätzlich für Jugendliche ab 12 Jahren empfohlen.

Für wen sind Auffrischungsimpfungen ratsam?

Seit September 2021 werden in Deutschland Auffrischungsimpfungen angeboten. Diese werden vor allem vulnerablen Gruppen, also Personen mit erhöhtem Risiko für einen schweren Covid-19-Verlauf, empfohlen. Die Auffrischungsimpfung wird, unabhängig davon mit welchem Impfstoff die erste oder zweite Impfung stattfand, mit den mRNA-Vakzinen von Biontech/Pfizer oder Moderna angeboten.

Die Auffischungsimpfung ist derzeit für besondere Personengruppen, wie Immungeschwächte gedacht und für :

• Mit Johnson & Johnson Geimpfte: Hier wird die Gabe eines mRNA-Impfstoffes vier Wochen nach der Einmalimpfung empfohlen, um den Impfschutz zu optimieren.

Mit AstraZeneca Geimpfte: Auch Personen, die vor mehr als einem halben Jahr und ausschließlich mit dem Impfstoff von AstraZeneca geimpft wurden, können nun eine Auffrischungsimpfung mit einem mRNA-Impfstoff erhalten.

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Quellen:

Paul-Ehrlich-Institut, SICHERHEITSBERICHT Verdachtsfälle von Nebenwirkungen und Impfkomplikationen nach Impfung zum Schutz vor COVID-19, Stand 07.05.2021. Online: https://www.pei.de/SharedDocs/Downloads/DE/newsroom/dossiers/sicherheitsberichte/sicherheitsbericht-27-12-bis-30-04-21.pdf?__blob=publicationFile&v=5a (abgerufen am 28.06.2021)

Robert Koch-Institut, Epidemiologisches Bulletin, 23/2021, Mitteilung der Ständigen Impfkommission beim Robert Koch-Institut, Beschluss der STIKO zur 6. Aktualisierung der COVID-19-Impfempfehlung und die dazugehörige wissenschaftliche Begründung, STIKO-Empfehlung zur COVID-19-Impfung, Aktualisierung vom 10. Juni 2021. Online:

Robert Koch-Institut, COVID-19 und Impfen: Antworten auf häufig gestellte Fragen (FAQ). Stand 16.06.2021 Online: https://www.rki.de/SharedDocs/FAQ/COVID-Impfen/gesamt.html (abgerufen am 24.06.2021)

Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZGA), Infektionsschutz.de, Impfstoffe gegen Covid-19, Stand 31.05.2021. Online: https://www.infektionsschutz.de/coronavirus/schutzimpfung/impfstoffe-gegen-covid-19.html (abgerufen am 24.06.2021)

Europäische Kommission, Kommission lässt vierten COVID19-Impfstoff in der EU zu, Stand: 12.03.21. Online: 

Robert Koch-Institut: Fragen zur COVID-19-Impfempfehlung, Stand 1.4.21. Online: 

Robert Koch-Institut: COVID-19 und Impfen: Antworten auf häufig gestellte Fragen (FAQ). Stand 1.4.21. Online:

Robert Koch-Institut: Wirksamkeit und Sicherheit. Stand 1.4.21. Online:

Paul-Ehrlich-Institut; CO­VID-19-Impf­stof­fe. Stand 1.4.21. Online:

Dagan, N., Barda, N., Kepten, E., et al. (2021). BNT162b2 mRNA Covid-19 Vaccine in a Nationwide Mass Vaccination Setting. New England Journal of Medicine. Online:

Public Health England: Public Health England vaccine effectiveness report. Stand: März 2021. Online:

Ministry of health, Surveillance of Myocarditis (Inflammation of the Heart Muscle) Cases Between December 2020 and May 2021 (Including), 02.06.2021. Online: https://www.gov.il/en/departments/news/01062021-03 (abgerufen am 28.06.2021)

CDC, Centers for Disease Control and Prevention, Myocarditis and Pericarditis Following mRNA COVID-19 Vaccination, Stand 23.06.2021. Online: https://www.cdc.gov/coronavirus/2019-ncov/vaccines/safety/myocarditis.html (abgerufen am 28.06.2021)