Was für eine Karriere! Vor noch nicht einmal zwei Jahren wurden Sie entwickelt. Und heute findet man Sie in fast jedem Haushalt (niest mehrfach).

Das klingt aber nicht gut. Haben Sie Kopfweh? Vielleicht sogar Fieber? Ich könnte schnell einen Kollegen rufen, damit Sie sich testen können. Mit Corona ist noch immer nicht zu spaßen.

Danke. Wie vor jedem Interview habe ich gerade einen Test ­gemacht. Daher mein Niesen. Ich habe noch immer das Kitzeln des Wattestäbchens in der Nase. Muss das denn wirklich sein?

Sie könnten auch einen Rachenabstrich machen. Ich würde das aber nur zusätzlich empfehlen. Bei einem Nasenabstrich kommen Sie um etwas Gekitzel nicht herum. Weiter oben in der Nase sitzen deutlich mehr Erreger. Wenn Sie ein zuverlässiges Ergebnis wollen, müssen Sie dorthin.

Keinen Selbsttest machen, weil der auch mal falsch liegt? Dann können Sie auch auf den Airbag im Auto verzichten.

Na ja, zuverlässig. Einmal war mein Test positiv. Und? Ich war völlig gesund. Bei einer Freundin war er negativ – aber sie hatte Corona. Bringen Selbsttests denn überhaupt was?

Was für eine Frage! Die Menschen wollen immer totale Sicherheit. Eine Impfung schützt nicht zu 100 Prozent? Dann kann man sie ja auch sein lassen! Ein Test liegt auch mal falsch? Dann braucht man ja gleich keinen zu machen! Dann können Sie auch auf den Airbag im Auto verzichten. Zumal es bei unserer Spezifität nichts zu meckern gibt. Und bei der Sensitivität, nun ja, zumindest vor Omikron waren wir da auch nicht so schlecht.

Puh! Dass „negativ“ beim Coronatest etwas Positives bedeutet, nämlich „nicht infiziert“, habe ich mir endgültig gemerkt. Aber Spezifität und Sensitivität, das verwechsle ich noch immer.

Deswegen bin ich ja hier: Was Ihnen passiert ist, nämlich, dass Sie als Gesunde ein positives Ergebnis hatten, kommt eher selten vor. Wenn Sie gesund sind, können Sie davon ausgehen: Ihr Test ist negativ. Die Spezifität gibt die Wahrscheinlichkeit an, mit der Gesunde als gesund erkannt werden. Und da sind die meisten von uns Tests nach wie vor sehr gut.

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Wenn Schnelltests falsch liegen

Der Schnelltest ist positiv – und zieht einen PCR-Test nach sich. Dieser deckt oft auf, dass dieses Ergebnis falsch war. Unsicherheiten gibt es aber auch bei negativen Testergebnissen.

Ein negativer Test bedeutet, dass ich ziemlich sicher gesund bin?

Nein, eben nicht! Sie müssen genau zuhören. Wenn Sie gesund sind, ist Ihr Test negativ. Das dürfen Sie nicht einfach umdrehen. Was Ihrer Freundin passiert ist, kommt nämlich leider öfter vor. Jemand hat Corona, aber der Test ist trotzdem negativ. Das passiert vor allem bei Menschen, die infiziert sind, aber keine Beschwerden haben. Und noch öfter, wenn es sich um eine Omikron-Variante handelt.

Stimmt. Meine Freundin fühlte sich erst einen Tag nach dem Test krank. Wie geht man damit um?

Mein Tipp: Wenn Sie sich mit jemandem treffen und Sie möchten das Risiko, dass Sie ihn anstecken, so gering wie möglich halten: Testen Sie sich! Ist der Test positiv, gibt es eben kein Treffen. Zudem ist dann mein Kollege an der Reihe, der PCR-Test. So einfach und praktisch wie ich ist er nicht. Aber ich muss zugeben: Sicher ist er. Am besten, Sie wenden sich telefonisch an eine Arztpraxis oder ein Testzentrum.

Was raten Sie, wenn ich eine Schniefnase oder Kopfweh habe, der Test ist aber negativ? Es gibt ja auch harmlose Erkältungen.

Wenn Sie Schnupfen oder Fieber haben, gehören Sie ins Bett. Mit und o­hne Corona. Auch wenn Sie jemanden nur mit einem Erkältungsvirus anstecken – glücklich wird er oder sie darüber nicht sein. Bleiben Sie lieber zu Hause.

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