Vor drei Jahren waren Sie nur Fachpersonal ein Begriff. Heute kennt Sie jeder. Was für eine Karriere!

Ich freue mich, dass unser Einsatz für die Gesundheit endlich wertgeschätzt wird. Anfangs haben ja selbst Fachleute an unserer Kompetenz gezweifelt. Was für ein Irrtum! Doch auch wenn wir heute zum Alltag gehören: Wissenslücken gibt es noch immer.

Wirklich? Vom richtigen Anlegen bis zum Desinfizieren im Backofen – ich habe das Gefühl, ich habe über Sie wirklich alles gelesen.

Dann können Sie mir sicher sagen, was FFP bedeutet.

Jetzt haben Sie mich erwischt.

Es steht für Filtering Face Piece.

Filterndes Gesichtsteil? So einfach? Dass die 2 nicht für „zweite Wahl“ steht, weiß ich aber.

Wenigstens etwas. In Sachen Sicherheit sind unsere Kollegen von der FFP1-Fraktion die zweite Wahl. Sie filtern etwa 80 Prozent der feinen Teilchen, die in der Luft herumschweben, heraus. Ich bringe es dagegen auf mehr als 94 Prozent. Je höher die Zahl, desto besser der Schutz.

Und desto schwerer fällt das ­Atmen. Ein Grund, warum ihre Karriere von Kritik begleitet war. Es gab sogar Berichte über Todesfälle.

Lügen, alles Lügen! Von Ihnen als ­Medizinjournalistin hätte ich mehr erwartet, als solchen Unsinn aufzuwärmen. Als Nächstes fragen Sie mich noch, ob wirklich winzige Würmer in uns wohnen.

Masken-Würmer? Also davon habe ich noch nie gehört.

Es gibt sie ja auch nicht. Doch es gab Menschen, die mir meinen Erfolg missgönnten und wilde Gerüchte in die Welt setzten. Das kurioseste war das von den Morgellons.

Morgellons? Das klingt nach Monstern aus dem Roman „Der Herr der Ringe“.

Fantastisch sind sie wirklich. Es soll sich um eine Art Parasiten handeln, die manche als Verursacher von Hautkrankheiten vermuten. Nachgewiesen hat sie aber noch niemand. Trotzdem kursierten Internet-Videos, die wurmartige Wesen zeigten, die man in Masken gefunden haben wollte.

Wie eklig!

Überhaupt nicht. Man untersuchte die Pseudo-Würmer – und fand Fasern. Sonst nichts. Genauso ist das mit dem Maskentod. Ein Mythos. Wenn Sie uns länger aufhaben, werden wir feucht – man atmet schwerer. Wenn Sie zu wenig Sauerstoff bekommen, merken Sie das aber, bevor etwas passiert. Dann setzen Sie die Maske eben ab. Oder nehmen eine neue.

Pflicht sind Masken ja kaum mehr. Sind sie dennoch nötig?

Das kommt auf Ihre Freude am Risiko an. Schließlich sind noch immer Co­ronaviren unterwegs. Und Abstand ­allein hilft nicht. Das haben Tests klar gezeigt. Wenn ein infizierter Mensch Sie anatmet, haben sie sich in null Komma nichts angesteckt, auch wenn er weiter als drei Meter weg ist. Anders, wenn Sie mich aufsetzen – und auch die infizierte Person. Selbst wenn Sie schon fast kuscheln, ist das Ansteckungsrisiko minimal.

Irgendwann wird die Pandemie hoffentlich vorbei sein. Werden
wir dann auch zur FFP2-Maske
im Alltag Adieu sagen?

Ich hoffe nicht! Schließlich schütze ich ja nicht nur vor Corona. Wer sich früher im virenreichen Winter mit Maske schützen wollte, erntete verstörte Blicke. Ich hoffe, das ist ein für alle Mal vorbei. Und wir gehören ab sofort in die Hausapotheke wie Schmerzmittel und Fieberthermometer.


Quellen:

  • Max-Planck-Gesellschaft: So gut schützen Masken, Eine detaillierte Studie weist das maximale Risiko einer Coronainfektion für verschiedene Szenarien mit und ohne Masken aus. Online: https://www.mpg.de/... (Abgerufen am 11.01.2023)
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