Die Schnupfensaison hat begonnen. Ich hoffe, Sie haben vom Winter nicht schon die Nase voll.

Was für ein lustiges Wortspiel (gähnt). Obwohl Sie damit recht haben, dass uns die Schniefnasen im Augenblick tatsächlich viel Arbeit machen. Jeden Erwachsenen erwischt es ja bekanntlich bis zu vier Mal im Jahr. Und das vor allem in der kalten Jahreszeit.

Ja, bei Kälte erkältet man sich eben leicht.

Sie brauchen schon ein paar Viren dazu. Die stecken in der Regel dahinter, wenn man die Nase voll hat. Forschende ließen Testpersonen in nassen Badehosen auf zugigen Fluren rumlaufen, steckten sie fröstelnd in eine Kühlkammer. Bei der Zahl der Erkältungen hatten sie danach die Nase nicht unbedingt vorn.

Okay, in Sachen Wortspiele gebe ich mich schon mal geschlagen. Dann hat eine Erkältung nichts mit Kälte zu tun?

Ganz so einfach ist es nicht. Zusammenhänge gibt es nämlich schon. So halten sich die Menschen bei Kälte oft in geheizten Räumen auf, wo sich die Viren leichter verbreiten. Die Heizungsluft trocknet zudem die Schleimhäute in der Nase aus. Erreger können sich leichter einnisten. Doch auch draußen ist die Nase wohl anfälliger. Die Kälte verengt die Blutgefäße in der Schleimhaut. Dann zirkulieren dort weniger Abwehrzellen. Ein Nasenwärmer wäre daher durchaus sinnvoll. Könnte Ihnen gut stehen!

Da greife ich im Notfall doch lieber zu einem Schnupfenspray.

Aber Sie wissen: Immer in Maßen verwenden. Sonst besteht die große Gefahr, dass Sie zum Nasenspray-Junkie werden.

Nasenspray-Sucht? Jetzt führen Sie mich aber an der Nase herum.

Sie fangen bei Entzug nicht gerade zu zittern und zu schwitzen an. Sie haben nur halt dauerhaft die Nase voll.

Warum? Ich dachte, Nasensprays lassen Schnupfen schnell vergehen.

Ein verbreiteter Irrtum. Wie viele meiner Medikamenten-Kollegen bekämpfen auch wir nicht die Ursache. Diesen Job muss das Immunsystem erledigen, was ein paar Tage dauern kann. Bis dahin helfen wir Ihnen dabei, die Zeit besser durchzustehen. Nämlich dadurch, dass wir die Nase frei machen.

Und wie machen Sie das?

In mir stecken Wirkstoffe mit komplizierten Namen wie Xylometazolin. Die führen dazu, dass sich Blutgefäße in der Nase zusammenziehen. Weniger Blut, das heißt weniger Schwellung. Und Sie können freier atmen. Doch auf Dauer gewöhnen sich die Gefäße daran. Ohne Nasenspray schwillt die Schleimhaut sofort wieder an. Bakterien siedeln sich leichter an. Es kann zu einer sogenannten Stinknase kommen.

Igitt! Das klingt nicht gut.

Das ist es auch nicht. Die Entwöhnung ist schwierig und dauert ihre Zeit. Die Regel lautet daher: Man sollte uns nicht länger als eine Woche verwenden. Oder Sie beugen einfach einem Schnupfen vor. Zum Beispiel, indem sie in Innenräumen eine Maske tragen. Die schützt nämlich nicht nur vor Corona, sondern auch vor Erkältungsviren. So haben wir deutlich weniger zu tun.


Quellen:

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