Diabetes Ratgeber

Für wen gibt es eine zweite Boosterimpfung?

Gesundheitlich besonders gefährdete Menschen und solche, die ein hohes Risiko haben, sich anzustecken, sollen sich eine zweite Auffrischungsimpfung geben lassen. Das hat die Ständige Impfkommission des Robert Koch-Institut (Stiko) am 3. Februar beschlossen.

Die Stiko empfiehlt diesen zweiten Booster derzeit insbesondere folgenden Personengruppen:

  • Menschen im Alter ab 70 Jahren
  • Alle Bewohner von Pflegeeinrichtungen und Menschen, die in Pflegeinrichtungen betreut werden
  • Menschen mit Immunschwäche bereits ab 5 Jahren
  • Beschäftigten in medizinischen Einrichtungen und Pflegeeinrichtungen – insbesondere wenn sie direkt mit den Patienten, Bewohnern oder betreuten Menschen Umgang haben

Ausgenommen von dieser Empfehlung sind all jene, die sich nach der ersten Auffrischungsimpfung mit SARS-CoV-2 angesteckt haben. Sie benötigen erst einmal keinen weiteren Booster.

Diese zweite Auffrischungsimpfung hat das Ziel, schwere Covid-19-Krankheitsverläufe bei besonders anfälligen Menschen zu verhindern. Es hat sich gezeigt, dass die erste Booster-Impfung bestimmte Menschen – vor allem die Älteren oder Immungeschwächte – nur recht kurze Zeit zuverlässig vor einer schweren Erkrankung durch die jetzt zirkulierende Omikron-Variante des Corona-Virus schützt. Medizinisches Personal und Pflegende sollen wegen des erhöhten Ansteckungsrisikos besser geschützt werden.

Wann ist es Zeit für die zweite Boosterimpfung?

Menschen ab 70 Jahren, Bewohner von Pflegeeinrichtungen und Menschen, die in Pflegeinrichtungen betreut werden sowie Immungeschwächte sollten eine zweite Auffrischungsimpfung erhalten, wenn ihr erster Booster drei Monate oder länger zurück liegt.

Das Personal in medizinischen und pflegerischen Einrichtungen sollte sich ab sechs Monate nach dem ersten Booster erneut impfen lassen. Für die zweite Auffrischungsimpfung sollte wieder ein mRNA-Impfstoff verwendet werden.

Was gilt, wenn ich noch keine erste Auffrischung habe?

Allen Menschen ab 12 Jahren empfiehlt die Stiko eine Auffrischungsimpfung mit einem mRNA-Impfstoff ab drei Monaten nach der Grundimmunisierung. Das gilt auch für Schwangere ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel.

Grundsätzlich raten Experten davon ab, mit Booster-Impfungen zu warten, bis ein speziell an die Omikron-Variante angepasster Impfstoff in Deutschland verfügbar wird. Gefährdete Menschen benötigen den verbesserten Schutz umgehend.

Ab 3 Monaten nach einem sogenannten Impfdurchbruch ist ebenfalls eine Boosterimpfung ratsam: Die Auffrischung steht hier frühestens drei Monate nach der Corona-Infektion an.

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Mit welchem Impfstoff erfolgen Booster-Impfungen?

Zur Auffrischung erhalten alle Impfwilligen einen mRNA-Impfstoff (von BionTech/Pfizer oder Moderna) – auch dann, wenn zur Grundimmunisierung ein Vektorimpfstoff (AstraZeneca oder Johnson und Johnson) eingesetzt wurde oder wenn die Grundimmunisierung mit Impfstoffen verschiedener Klassen erfolgte: beispielsweise zunächst mit AstraZeneca und die Zweitimpfung mit BionTech. Wer bereits bei der Grundimmunisierung einen mRNA-Impfstoff erhalten hat, soll zur Auffrischung wieder einen mRNA-Impfstoff erhalten. Es muss aber nicht der gleiche sein wie bei der Grundimmunisierung.

Alle Geimpften, die jünger sind als 30 Jahre erhalten zur Auffrischung ausschließlich den mRNA-Impfstoff von BionTech/Pfizer. Und ebenso erfolgt eine Auffrischimpfung bei allen Schwangeren mit BionTech/Pfizer. Der Grund für diese Vorgaben: Jüngere Menschen - überwiegend junge Männer - erkranken nach einer Impfung mit mRNA-Impfstoffen in seltenen Fällen an einer Herzmuskel- und/oder Herzbeutelentzündungen (Myokarditis und Perikarditis). Das passiert beim Impfstoff von BionTech/Pfizer seltener als bei Moderna. Darum wird aus Sicherheitsgründen bei Jüngeren nur noch BionTech/Pfizer benutzt. Für Menschen ab 30 Jahren gibt es solche Unterschiede im Risiko nicht. Insgesamt verlaufen Entzündungen am Herzen, die mit der Impfung zusammenhängen, überwiegend mild. Das teilt die Stiko mit.

Für 5- bis 11-Jährige erfolgt die Grundimmunisierung mit zwei Impfstoffen des mRNA-Impfstoffs von BionTech in einer speziellen altersgemäßen Dosierung. Die zweite Impfung findet drei bis sechs Wochen nach der ersten statt.

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Fragen und Antworten zur Auffrischungsimpfung

Die Ständige Impfkomission empfiehlt eine Auffrischung der Impfung gegen Covid-19 jetzt für alle Erwachsenen. Wer wann dran ist und was für bestimmte Personengruppen gilt

Was, wenn ich einen Johnson&Johnson Impfstoff erhalten hatte?

Die Stiko empfiehlt für diesen Impfstoff Folgendes: Vier Wochen nach einer Impfung mit dem Johnson&Johnson-Impfstoff sollte man sich einen mRNA-Impfstoff verabreichen lassen. Dann hat man eine gute Grundimmunisierung. Ab drei Monate nach der Zweitimpfung sollte man den Impfschutz dann mit einem mRNA-Impfstoff auffrischen lassen.

In Bayern zum Beispiel gilt man schon einige Zeit nur dann als „geboostert“, wenn man diesem Schema gefolgt ist. Einige andere Bundesländer hatten andere Regelungen. Inzwischen wurde das Vorgehen jedoch vereinheitlicht. Im Zweifel sollten Johnson&Johnson-Geimpfte ihren Impfstatus prüfen und sich eine eventuell fehlende dritte Impfung geben lassen.

Wann impfen nach einer Corona-Infektion?

Wer 12 Jahre oder älter ist, sollte sich nach einer nachweislich durchgemachten (also durch PCR-Test bestätigten) Corona-Infektion nach 3 Monaten einmal impfen lassen. Zunächst war ein Abstand von 6 Monaten empfohlen. Mit Blick auf die hochansteckende Omikron-Variante des Corona-Virus hat die Stiko diese Empfehlung am 21.12.2021 geändert.

Die Empfehlung, sich ab 3 Monaten nach einer Corona-Infektion impfen zu lassen, gilt auch für 5- bis 11-jährige Kinder, wenn sie eine Vorerkrankung haben, die ihr Risiko, schwer an Covid zu erkranken, erhöht. Zu diesen Vorerkrankungen zählt unter anderem ein schlecht eingestellter Diabetes mit einem HbA1c-Wert höher als 9,0 %.

Alle Erwachsenen, die sich nach einer Corona-Infektion impfen lassen, sollten sich mindestens drei Monate später außerdem eine Booster-Impfung verabreichen lassen.

Wie ist die Empfehlung für Kinder unter 12 Jahren mit Diabetes?

Kinder mit Diabetes im Alter von 5 bis 11 Jahren sollten laut Stiko auf jeden Fall geimpft werden, wenn der Diabetes schlecht eingestellt ist – etwa wenn der Langzeitzucker-Wert HbA1c-Wert höher ist als 9,0 Prozent. Für Kinder dieser Altersgruppe, bei denen der Diabetes gut im Griff ist, gilt derzeit keine generelle Impfempfehlung. Trotzdem können sie, wie alle anderen ihrer Altersklasse, geimpft werden, wenn die Eltern das für sinnvoll erachten.

Wie bekomme ich einen Termin für eine Impfung gegen Covid-19?

Sowohl für eine Grundimmunisierung als auch für die Auffrischungsimpfung gilt: Wenden Sie sich direkt an Hausarztpraxen, Betriebsärztinnen und -ärzte, an Impfzentren und bei Kindern und Jugendlichen an die Kinderarztpraxis. Teilweise impfen auch andere Fachärztinnen und -ärzte, es kann sich lohnen, etwa bei der Frauenärztin nachzufragen.

Was kann die Wirksamkeit der Impfung gegen Covid-19 bei Diabetes beeinflussen?

Je besser ein Diabetes eingestellt ist, desto besser wirkt wahrscheinlich die Corona-Impfung. Hinweise auf so einen Zusammenhang erbrachte eine Studie aus Italien mit 478 Teilnehmern. Es zeigte sich, dass die Immunantwort umso schwächer ausfällt, je höher der Langzeitzuckerwert HbA1c zum Zeitpunkt der Impfung ist. Ab HbA1c-Werten über sieben Prozent war die Impfwirkung geringer. Doch die Immunantwort lässt sich offenbar kurz nach einer Corona-Impfung noch positiv beeinflussen: Laut Studie verbesserte sich die Immunreaktion, wenn der Diabetes in den ersten zwei Wochen nach einer Impfung besser eingestellt wurde.

Wie läuft die Impfung gegen Covid-19 ab?

Inzwischen können Sie eine Impfung gegen Covid-19 auch mit vielen anderen Impfterminen verbinden – etwa mit der jährlichen Impfung gegen Influenza, die echte Grippe. Gemäß der Stiko muss nun kein zweiwöchiger Abstand mehr zwischen einer Covid-19-Impfung und einer anderen Impfung mit einem Totimpfstoff mehr eingehalten werden. Zu den Impfungen mit Totimpfstoffen zählen neben der Influenzaimpfung als Spritze zum Beispiel die Impfstoffe gegen Tetanus, Hepatitis A und B, Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME), Keuchhusten, Pneumokokken- und Meningokokken.

Wer mehrere Impfungen in einem Aufwasch erledigen möchte, erhält die Injektionen jeweils an unterschiedlichen Gliedmaßen. Dabei ist zu beachten, dass Impfreaktionen wie zum Beispiel Schmerzen auftreten können. Die Wirksamkeit und Sicherheit der Impfungen wird dadurch – laut Stiko – nicht geringer. Solange die Covid-19-Impfung sehr neu war hatte die Stiko einen Impfabstand von 14 Tagen empfohlen. Nun hält sie das auf Grund der Datenlage nicht mehr für nötig.

Der Ablauf einer Grundimmunisierung richtet sich nach dem Impfstoff, den Sie beim ersten Impftermin erhalten erhalten.

Der Impfstoff der Firmen BionTech und Pfizer soll nach mindestens 21 Tagen erneut verabreicht werden. Wer noch keine 30 Jahre alt ist, erhält eine Grundimmunisierung in Zukunft ausschließlich mit dem m-RNA-Impfstoff von BionTech/Pfizer. Beim Moderna-Impfstoff erhält man die zweite Dosis nach mindestens 28 Tagen.

Der Impfstoff von Johnson&Johnson kommt bei Personen ab 60 Jahren zum Einsatz. Die Stiko empfiehlt eine Impfung mit einem mRNA-Impfstoff vier Wochen nach der Impfung mit Johnson&Johnson. Der Impfstoff von AstraZeneca kommt in Deutschland derzeit nicht mehr zum Einsatz.

Erklärvideo zu mRNA-Impfstoffen

Was ist mit dem neuen proteinbasierten Impfstoff?

Seit dem 20.12.2021 ist auch der Impfstoff des Herstellers Novavax in der europäischen Union zugelassen. Dieser Impfstoff ist anders zusammengesetzt als die mRNA-Impfstoffe. Er enthält Eiweiße des Virus und viele Menschen, die eine Immunisierung mit einem mRNA-Impfstoff ablehnten, haben auf ihn gewartet.

Der proteinbasierte Impfstoff ist in Deutschland nur für Erwachsene ab 18 Jahren empfohlen. Sie sollten zur Grundimmunisierung zwei Impfstoffdosen im Abstand von mindestens drei Wochen erhalten. Während der Schwangerschaft und Stillzeit soll er momentan nicht genutzt werden.

Was sollte ich als Mensch mit Diabetes noch beachten?

Diabetespatientinnen und -patienten leiden überdurchschnittlich oft auch an Erkrankungen, gegen die sie Gerinnungshemmer (Antikoagulanzien, umgangssprachlich Blutverdünner) einnehmen. Falls Sie diese Medikamente einnehmen, sollten Sie das Impfteam vorab darüber informieren, damit es Sie mit einer besonders feinen Nadel impft, die das Nachbluten minimiert.

Wichtig ist, dass man nach der Impfung mindestens zwei Minuten mit einer Kompresse Druck auf die Impfstelle ausübt. Menschen, die schon einmal allergisch auf eine Impfung, ein Medikament oder ein bestimmtes Lebensmittel reagiert haben, sollten dies dem Impfteam mitteilen, besonders wenn es sich um eine schwere allergische Reaktion (Anaphylaxie bis hin zum Kreislaufschock) gehandelt hat. In der Regel ist eine Impfung dennoch möglich. Zur Sicherheit erfolgt im Anschluss jedoch eine längere vorübergehende Überwachung (bis zu 30 Minuten). Die Mitarbeiter in den Impfzentren und Arztpraxen sind dafür ausgebildet und ausgerüstet, hier im Notfall richtig helfen zu können.

Schwere allergische Reaktionen, die ärztlicher Hilfe bedurften, sind bisher im Rahmen einer Corona-Impfung nur in seltenen Fällen aufgetreten. Falls nach der Gabe der ersten Impfung doch eine schwere allergische Reaktion auftritt, sollte die zweite Impfdosis nicht verabreicht werden.

Menschen, die einige bis 16 Tage nach der Impfung mit AstraZeneca Symptome wie starke Kopfschmerzen bekommen oder punktförmige blaue Flecken auf der Haut feststellen, sollten sofort einen Arzt aufsuchen.

Vor allem junge Menschen unter 30 Jahren sollten in den ersten 14 Tagen nach einer Corona-Impfung auf Symptome achten, die auf eine Entzündung am Herzen hindeuten können: Atemnot bei Anstrengung, Herzrasen, Herzstolpern (Rhythmusstörungen), Herzschmerzen, unerklärliche Müdigkeit und Abgeschlagenheit, körperliche Schwäche. Bei einem Verdacht sollten sie einen Arzt aufsuchen.

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