Wer sich gegen Corona impfen lassen möchte, für den sieht es in einigen Bundesländern jetzt deutlich besser aus als in den vergangenen Monaten: In Sachsen etwa ist ab Ende der Woche ein Besuch im Impfzentrum auch spontan ohne Termin möglich, wie Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) am Dienstag in Dresden ankündigte. Von diesem Freitag an gelte das Angebot für den Impfstoff von Astrazeneca, ab Mitte nächster Woche dann auch für die Vakzine von Biontech und Moderna.

Niedersachen erhält mehr Impfdosen als geplant

In Niedersachsen ist eine Corona-Schutzimpfung voraussichtlich ab der kommenden Woche ohne Warteliste möglich, da die Impfzentren deutlich mehr Impfstoff als erwartet erhalten. „Im Juli können wir versprechen, dass jeder, der sich um einen Impftermin bemüht, diesen für die Erstimpfung auch im Juli erhält“, sagte Gesundheitsministerin Daniela Behrens (SPD) am Dienstag.

Die Warteliste mit derzeit noch 155.000 Impfwilligen werde bis zur kommenden Woche abgebaut. Wer künftig einen Termin abmache, könne rund eine Woche später seine Impfung bekommen. Im Juli erhielten die Impfzentren wöchentlich über 300.000 Impfdosen.

Bayern hatte am Montag mitgeteilt, dass noch in dieser Woche auch in den Impfzentren jegliche Priorisierung aufgehoben werden soll. Ziel ist es, die Impfwilligen besser zu erreichen, die bisher noch kein Angebot erhalten haben. Bislang war nur in Arztpraxen die Impfung für alle Menschen freigegeben. „Es darf kein Impfstoff übrig bleiben“, hatte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) gesagt.

Durchimpfung von gefährdeten Personen in Hamburg und Schleswig-Holstein

In den Impfzentren in Husum und Niebüll im Kreis Nordfriesland (Schleswig-Holstein) kann sich ab sofort jeder für eine Covid-19-Schutzimpfung mit übrig gebliebenen Dosen des Biontech-Präparats anmelden. „Bisher haben wir unsere Reste eingesetzt, um besonders gefährdete Personengruppen außer der Reihe zu impfen – zum Beispiel Klinikmitarbeiter, Pflegedienste und den Rettungsdienst“, sagte Impf-Koordinator Bernd Petersen am Dienstag. Diese seien mittlerweile alle geimpft.

In Hamburg sind unterdessen die Corona-Schutzimpfungen für Obdachlose nach Angaben der Sozialbehörde abgeschlossen. Etwa 1800 bis 2000 Obdachlose seien geimpft worden, wie die Behörde am Dienstag mitteilte. Seit Ende April ermöglichten mobile Impfteams und zahlreiche Einrichtungen die Corona-Schutzimpfungen für Obdachlose mit dem Impfstoff von Johnson & Johnson, bei dem eine Impfung reicht.