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Wenn von den Folgeerkrankungen eines Diabetes die Rede ist, denken die meisten wahrscheinlich an Herzinfarkt, Augenerkrankungen oder Nierenschäden. Und bestimmt nicht an steife Finger, Blasenentzündungen oder Verdauungsbeschwerden. Doch auch Gesundheitsprobleme wie diese können mit Diabetes einhergehen.

Typische Bindeglieder sind zum Beispiel hohe Blutzuckerwerte, Übergewicht und andere Ausprägungen des metabolischen Syndroms, Schäden an den Nerven sowie Fehlsteuerungen des Immunsystems. Bei vielen Krankheiten rätseln Experten aber noch, wie sie mit Diabetes in Verbindung stehen.

Gestörte Immunabwehr

Infektionen haben bei Diabetes leichteres Spiel, da bei erhöhten Zuckerwerten die Immunabwehr beeinträchtigt sein kann. So sind Betroffene anfälliger für Erkältungen, aber auch Pilzinfektionen wie Fuß- und Scheidenpilz. Das Gleiche gilt für Harnwegsinfekte: Frauen mit Diabetes erkranken leichter an Blasenentzündungen.

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Parodontitis

Dreimal so viele Menschen mit Diabetes erkranken an einer Parodontitis, also an einer Entzündung des Zahnhalteapparates, wie Nicht-Diabetiker. Der Grund ist vermutlich, dass erhöhte Blutzuckerwerte die Funktion des Immunsystems beeinträchtigen und Entzündungen begünstigen. Sowohl bei Typ-1- als auch bei Typ-2-Diabetes kann die Parodontitis schwerer verlaufen, schneller fortschreiten und zu Zahnverlust führen. Inzwischen gilt sie als weitere Folgekrankheit des Diabetes.

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Krebs

Studien zufolge erkranken Menschen mit Diabetes häufiger an bestimmten Krebsarten, etwa Darmkrebs. Die Zusammenhänge sind noch nicht ganz klar – womöglich spielen mehrere Faktoren eine Rolle: Übergewicht, hohe Blutzuckerwerte und eine verstärkte Insulinausschüttung bei Typ-2-Diabetes könnten begünstigen, dass Krebszellen entstehen oder wachsen. Eine gesunde Lebensweise mit regelmäßiger Bewegung und einer gesunden, ausgewogenen Ernährung senkt das Krebsrisiko. Außerdem ist es sinnvoll, gerade bei Diabetes die angebotenen Vorsorgeuntersuchungen (etwa auf Darmkrebs) regelmäßig wahrzunehmen.

Osteoporose

Erhöhte Zuckerwerte können auf Dauer die Knochen schädigen, bei Typ-1- ebenso wie bei Typ-2-Diabetes. Die genauen Mechanismen sind noch nicht bekannt: Neben Veränderungen im Zucker- und Fettstoffwechsel, die die Knochenbildung beeinflussen, tragen womöglich auch Durchblutungsstörungen zum Knochenschwund bei. Hinzu kommt, dass Folgeerkrankungen wie Augen- und Nervenschäden das Risiko für Stürze und damit für Brüche erhöhen können. Deshalb ist für Menschen mit Diabetes eine frühe Erkennung der Osteoporose ebenso wichtig wie eine gesunde Lebensweise, die das Risiko für krankhaften Knochenschwund senkt.

Was Sie gegen Osteoporose tun können:

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Gelenkbeschwerden

Menschen mit Diabetes scheinen anfälliger für eine Vielzahl von Gelenkbeschwerden wie Arthrose und Rheuma zu sein. Ein Grund dafür könnte sein, dass sich bei erhöhten Werten Zucker im Bindegewebe einlagert und dieses sich verändert. Zudem ist Übergewicht ein Risikofaktor sowohl für Arthrose als auch für Typ-2-Diabetes.

Weitere typische Gelenkleiden bei Diabetes sind eine eingeschränkte Beweglichkeit der Finger, die sogenannte Cheiropathie, und die Frozen Shoulder, eine vorübergehende Versteifung des Schultergelenks. Gute Zuckerwerte können dazu beitragen, das Risiko für diese Erkrankungen zu senken.

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Blasenschwäche

Über längere Zeit erhöhte Blutzuckerwerte können die Nerven schädigen, die die Blasenentleerung steuern. Die Folgen: eine Reizblase mit häufigem Harndrang oder eine sogenannte Überlaufblase, aus der ständig Urin tröpfelt. Hohe Blutzuckerspiegel können außerdem zu vermehrter Harnbildung führen, weil der Körper versucht, überschüssigen Zucker auf diese Weise auszuschwemmen.

Blasenschwäche – Informationen und Hilfestellungen:

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Sport bei Diabetes

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Magenentleerungsstörung

Eine Magenentleerungsstörung kann die Folge eines Diabetes sein. Wenn erhöhte Blutzuckerwerte die Nerven geschädigt haben, die für die Bewegung des Magens zuständig sind, kann es passieren, dass diese Bewegungen nicht mehr richtig ausgeführt werden. Die Folgen sind ein starkes Völlegefühl nach dem Essen, Übelkeit und gegebenenfalls auch Erbrechen.

Was passiert, wenn der Magen seine Arbeit einschränkt:

Schlafapnoe

Fühlt sich jemand tagsüber dauernd müde und neigt zu plötzlichem Einschlafen ("Sekundenschlaf"), kann eine Schlafapnoe dahinterstecken. Betroffenen stockt nachts regelrecht der Atem. Sie wachen durch die Aussetzer auf, schlafen in der Regel aber sofort wieder ein. Außerdem schnarchen sie oft auffällig laut. Das macht den Schlaf weniger erholsam. Die Schlafapnoe ist unter Menschen mit Typ-2-Diabetes weitverbreitet. Der Grund ist dafür simpel: Die Zuckerkrankheit tritt meist zusammen mit Übergewicht auf. Und Übergewicht ist ein Risikofaktor für nächtliche Atemaussetzer.

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Kinder und Diabetes

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Störungen der Schilddrüsenfunktion

Eine Störung der Schilddrüsenfunktion lässt sich oft nicht auf den ersten Blick erkennen. Funktioniert das Organ nicht richtig, kann sich das auch auf den Blutzucker auswirken. So weisen mehr als die Hälfte der Menschen mit einer nicht erkannten bzw. nicht behandelten Überfunktion der Schilddrüse (Hyperthyreose) einen gestörten Zuckerstoffwechsel auf, was als ein Vorstadium des Typ-2-Diabetes gilt. Unter anderem verstärkt eine Überfunktion der Schilddrüse eine Insulinresistenz, sodass das Hormon nicht mehr richtig wirkt und der Blutzucker steigt.

Wichtig ist auch, dass eine Hyperthyreose den Stoffwechsel "antreibt", was das Risiko etwa für Herzprobleme wie Herzrhythmusstörungen erhöhen kann, für die Menschen mit Diabetes ohnehin besonders anfällig sind. Eine Unterfunktion der Schilddrüse (Hypothyreose) wiederum kann die Neigung zu Unterzuckerungen (Hypoglykämien) erhöhen, unter anderem, weil sie die Insulinempfindlichkeit der Zellen erhöht. Störungen der Schilddrüsen-funktion kann der Arzt in der Regel anhand eines einfachen Bluttests, bei dem der sogenannte TSH-Wert bestimmt wird, erkennen.

Weitere Informationen über die Schilddrüse:

Sexuelle Störungen

Eine erfüllte Sexualität hat viele Facetten: Man muss sich in der Partnerschaft wohlfühlen, die Psyche spielt eine wesentliche Rolle – und darüber hinaus sind schlicht funktionstüchtige Geschlechtsorgane wichtig. All diese Faktoren können bei Diabetes beeinträchtigt sein. So kann es bei Männern zu Erektionsproblemen kommen, bei Frauen zu vermehrter Scheidentrockenheit. Sexuelle Störungen sind also eine häufige, nicht ungewöhnliche Folge der Zuckerkrankheit. Die gute Nachricht: Es gibt viele Behandlungsmöglichkeiten.