Was ist Harninkontinenz?

Harninkontinenz bedeutet, dass es zu einem unwillkürlichen Harnverlust kommt. Im allgemeinen Sprachgebrauch hat sich dafür auch der Begriff "Blasenschwäche" oder "schwache Blase" eingebürgert. Diese Bezeichnungen sind jedoch ein wenig irreführend. Denn die Blase ist nicht unbedingt "schuld" an einer Inkontinenz.

Ärzte unterscheiden verschiedene Formen der Harninkontinenz. Die drei häufigsten sind:

1 - Belastungsinkontinenz (früher Stressinkontinenz genannt)
2 - Dranginkontinenz
3 - Mischinkontinenz = Mischform aus 1 und 2.

Es ist wichtig, dass der Arzt herausfindet, um welche Form von Inkontinenz es sich handelt – zum einen, um der Ursache auf die Spur zu kommen, zum anderen, um die individuell passende Therapie zu finden. Und die ist in vielen Fällen erfolgreich.

Toiletten- und Trinkprotokoll

Hilfreich für Diagnose ist meist ein Trink- und Toilettentagebuch (auch Miktionsprotokoll genannt): Darin notiert der Betroffene einige Tage lang, wann er Wasser lassen musste, wie stark der Harndrang war, ob es zu einem unwillkürlichen Harnabgang kam. Außerdem vermerkt er seine Trinkmengen. Hier finden Sie ein Beispiel zum Herunterladen:

Unsere Expertin: PD Dr. med. Ricarda M. Bauer, Fachärztin für Urologie

Unsere Expertin: PD Dr. med. Ricarda M. Bauer, Fachärztin für Urologie

Inkontinenz ist ein sehr intimes und unangenehmes Problem. Viele Betroffene trauen sich deshalb nicht, in der Sprechstunde davon zu erzählen. Stattdessen leiden sie lieber im Stillen und versuchen, irgendwie zurecht zu kommen. Sie meiden womöglich Unternehmungen mit Freunden oder geben geliebte Hobbys auf. Manche Menschen glauben auch, es handle sich gar nicht um eine "echte" Krankheit und es gebe ohnehin keine Behandlungsmöglichkeiten. Dabei existiert eine Reihe wirksamer Therapien, etlichen Patienten kann gut geholfen werden. Und Patienten gibt es viele: Allein in Deutschland sind mindestens fünf Millionen Männer und Frauen von Harninkontinenz betroffen. Es muss sich also niemand scheuen, den Arzt um Rat zu fragen.

Fakt ist: Das Risiko für eine Harninkontinenz steigt mit dem Lebensalter. Trotzdem handelt es sich nicht um eine unvermeidliche Alterserscheinung, mit der man sich abzufinden hat. Und auch in jüngeren Jahren kann bereits eine Inkontinenz entstehen, so zum Beispiel häufig nach einer Schwangerschaft und Entbindung, aber auch nach Unfällen oder Operationen.

Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder –behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich.

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