Aprikose: Sonnengelbe Sommerfrucht

Aprikosen haben von Mai bis September Saison. Reife Früchte sollte man schnell verzehren, sie halten sich auch gekühlt nicht sehr lange. Alles über Inhaltsstoffe, Herkunft und Zubereitung

aktualisiert am 07.08.2013
Aprikose

Appetitliche Aprikosen mit hellgelber bis rotorangener Haut


Inhaltsstoffe: Da steckt viel Gesundes drin

Mit 280 Milligramm Kalium, 0,7 Milligramm Eisen und 1,6 Milligramm Provitamin A (Carotin) pro 100 Gramm liefert die Aprikose reichlich Nährstoffe. Carotin kann der Körper in Vitamin A umwandeln – wichtig unter anderem für Haut und Augen.

Aprikosen enthalten außerdem Vitamin B1, B2, Vitamin C, Kalzium und Phosphor. Diese Stoffe sind zum Beispiel wichtig für den Kohlenhydratstoffwechsel, den Energiestoffwechsel, das Immunsystem sowie für Zähne und Knochen.

Herkunft: Wahrscheinlich aus Armenien

Bereits in der Antike soll es Aprikosen in Armenien, Nordchina und Indien gegeben haben. Über den genauen Ursprung des Steinobsts sind sich die Wissenschaftler jedoch nicht einig, weil in historischen Quellen alle drei Regionen auftauchen. Der botanische Name der Aprikose gründet allerdings auf der Annahme, die Frucht stamme aus Armenien: prunus armeniaca. Dort fanden Forscher etwa 4000 Jahre alte Aprikosenkerne. Alexander der Große brachte die Aprikose angeblich um 400 vor Christus in den Mittelmeerraum, die Römer verbreiteten sie in Nordeuropa. Im 18. Jahrhundert machten die Spanier sie in Amerika bekannt. Heute befindet sich das größte Anbaugebiet der Welt in der Türkei. Die Frucht hat auch mystische Bedeutung: In Europa hielt man sie früher für ein Aphrodisiakum, in China symbolisiert sie ein junges Mädchen oder den Wunsch nach Kindern.

Achtung, Blausäure! Warnung vor bitteren Aprikosenkernen

Vorsicht: Bittere Aprikosenkerne enthalten den Inhaltsstoff Amygdalin. Daraus wird während der Verdauung im Körper Blausäure (Cyanid) freigesetzt. Größere Mengen führen zu Vergiftungen, die schlimmstenfalls sogar tödlich sein können. Das Bundesinstitut für Risikobewertung rät deshalb dazu, maximal ein bis zwei Kerne am Tag zu essen, am besten verzichten Sie aber ganz auf bittere Kerne. Im normalen Lebensmittelhandel befindliche süße Aprikosenkerne sollten dagegen keine bedenklichen Blausäurewerte aufweisen.

Botanik: Die Sonnenanbeterin

Aprikosen oder Marillen gehören zur Familie der Rosengewächse. Prunus armeniaca ist eine Steinfrucht mit großem Kern. Im Kern befindet sich ein mandelförmiger Samen. Zerstößt man ihn, entfaltet er Marzipan-Aroma. Aber Vorsicht, der Kern kann giftig sein (siehe Kasten). Der Aprikosenbaum ist ein bis zu sechs Meter hoher Baum, der wie ein Strauch aussieht. Er gedeiht gut bei hohen Temperaturen und auf sandigem Boden. Seine rundliche Frucht ist vier bis acht Zentimeter groß und hat eine Naht, die vom Blütenende bis zum Stiel verläuft.

Das Fruchtfleisch ist weich, bei überreifen Früchten mehlig. Bei reifen Früchten lässt sich das Fleisch leicht vom Kern lösen. Fruchtfleisch und Haut der Aprikose sind hellgelb bis orangerot. Die Seite, die der Sonne zugewandt war, ist rötlich gefärbt. Die Haut ist mit feinen Härchen überzogen, sie fühlt sich weich und samtig an. Das Fruchtfleisch schmeckt zuckersüß bis aromatisch süß-säuerlich. Unter den Aprikosen gibt es eine große Sortenvielfalt mit Arten, die zu unterschiedlichen Zeitpunkten reifen und sich in Größe, Farbe, Konsistenz der Haut und im Geschmack unterscheiden.

Saison: Von Mai bis September

Aprikosen haben von Mai bis Mitte September Saison. Im Mai und Juni werden sie aus Marokko und Spanien eingeführt. Hauptsaison ist im Juli und August. Dann kommen die Früchte auch aus Frankreich, Italien, Griechenland, der Türkei und Ungarn. Von Ende November bis März kann man Aprikosen aus Übersee kaufen.

Lagerung: Reife Aprikosen halten nur zwei Tage

Reife Früchte sollte man schnell verzehren. Im Kühlschrank bleiben sie nicht viel länger als zwei Tage frisch.

Tipps zur Zubereitung: Wie wär's mit Marillenknödel?

Am besten schmecken Aprikosen frisch. Aber auch als Kuchenbelag, zu Konfitüre, Kompott, Likör oder Konserven verarbeitet sind sie beliebt. Erhitzt man sie, verlieren sie ihren süßen Geschmack: Dann bilden die säuerlich gewordenen Früchte einen schmackhaften Kontrast in süßen Dessertgrundlagen. Bekannt sind vor allem die österreichischen Marillenknödel. Pikant in Gerichten mit Lamm oder Pute verleihen Aprikosen eine besondere Note.

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Nährwerttabelle: Aprikose (pro 100 Gramm)


Energie


kcal
43

Fett


gesamt (g)
Spuren

Kohlenhydrate


gesamt (g)
8

Mineralstoffe (mg)


Natrium (Na)
2
Kalium (K)
280
Calcium (Ca)
15
Magnesium (Mg)
9
Phosphat (P)
20
Eisen (Fe)
0,7
Zink (Zn)
0,1

Vitamine


Beta-Carotin (µg)
1570
Vitamin E (mg)
0,5
Vitamin B1 (mg)
0,04
Vitamin B2 (mg)
0,05
Vitamin B6 (mg)
0,07
Folsäure (µg)
4
Vitamin C (mg)
9

 

Quelle der Nährwertangaben: Deutsche Gesellschaft für Ernährung: Die Nährwerttabelle