Arzneimittelfieber

Fieber nach Einnahme von Medikamenten ist eine unerwünschte Arzneimittelwirkung und tritt üblicherweise etwa sieben bis zehn Tage nach Beginn der Behandlung auf

von Dr. med. Claudia Osthoff, aktualisiert am 07.09.2017

Fieber: Manchmal ist ein Arzneimittel schuld


Es gibt unterschiedlichste Mechanismen, die ein Arzneimittelfieber auslösen können. Sie reichen von Allergien über eine angeborene Überempfindlichkeit bis zu unmittelbaren pharmakologischen Wirkungen des Arzneistoffes selbst. Auch die Dosis des Medikamentes spielt eine Rolle. Manchmal tritt auch ein Hautausschlag auf. Bei einer immunologisch bedingten Unverträglichkeit kann das Fieber aufgrund einer plötzlichen Abnahme (Neutropenie) oder kompletten Zerstörung der weißen Blutkörperchen (Agranulozytose) entstehen und ist dann in der Regel sehr hoch. Je nach Schweregrad des Mangels an weißen Blutkörperchen und der damit verbundenen Abwehrschwäche drohen außerdem eine akute Mandelentzündung, Mundfäule und Blutvergiftung (Sepsis).

Folgende Arzneimittel sind zum Beispiel als mögliche Auslöser von Fieberreaktionen bekannt:

  • Antibiotika
  • Chemotherapeutika, etwa Bleomycin, Cisplatin, Cytarabin
  • Anti-Pilzmittel wie Amphotericin B
  • Schilddrüsenmedikamente
  • Weitere Arzneistoffe, darunter Metamizol (Schmerzmittel), Procainamid (ein Reservemittel aus der Gruppe der Antiarrhythmika), sehr selten auch Ranitidin (ein Magensäureblocker), eventuell auch einige sogenannte Biologika wie monoklonale Antikörper

Diagnose und Therapie: Bei entsprechendem Verdacht, der sich aus einem engen zeitlichen Zusammenhang zwischen Medikamenteneinnahme und Temperaturanstieg ergibt, wird der Arzt ein verdächtiges Medikament in der Regel absetzen. Falls eine alternative Therapie zur Verfügung steht, umso besser. Falls nicht, wird der Arzt den Zusammenhang eingehend prüfen, einen erneuten Therapieversuch allerdings sehr kritisch abwägen, da unter Umständen Gefahren durch eine noch stärkere Reaktion nicht auszuschließen sind. Kommen mehrere Medikamente als Auslöser infrage, kann eine solche Prüfung, am besten in der Klinik, unerlässlich sein.