Zahnarzt: Was Krankenkassen zahlen

Für Zahnbehandlungen greift mancher tief in die Tasche. Das müsste aber nicht immer sein: Oft gibt es billigere Alternativen. Was Patienten wissen sollten

von Dr. Reinhard Door, aktualisiert am 25.01.2017
Frau beim Zahnarzt

Zahnarzt: Vor der Behandlung lohnt es sich, über die Kosten zu reden


Wer die Wahl hat, trägt auf einem Backenzahn lieber eine Krone aus Keramik als aus Metall. Hat Karies den Zahn gelöchert, soll es eine unsichtbare Füllung sein. Und mancher möchte einen wurzelkranken Zahn retten, obwohl der Zahnarzt diesem keine Chance mehr gibt. 

In solchen Fällen kann der Patient nicht auf seine gesetzliche Kran­ken­kasse zählen. Denn im Sozialgesetzbuch V steht, dass die Kasse nur bezahlen darf, was notwendig und wirtschaftlich ist. Kosmetische Wünsche und fast aussichts­lose Eingriffe gehören nicht dazu. Deshalb kann die Zahnarztrechnung bei Extras sehr hoch ausfallen.

Manchmal greifen Patienten aber auch tief in die Tasche, weil sie ihre Rechte nicht kennen. Die Leistungen der Kasse sind oft besser als ihr Ruf. Im Folgenden lesen Sie, wofür sie aufkommt – und was Sie selbst bezahlen müssen:

Zahnärztliche Behandlungen

Kostenkontrolle vor der Behandlung

Kostenvoranschlag: Bei Behandlungen, die der Patient teilweise oder komplett selbst zahlen muss, hat der Arzt die Kosten schriftlich vorzul­egen. Das verlangen das Bürgerliche Gesetzbuch sowie der Bundesmantelvertrag zwischen Zahnärzten und Kassen. Beim Zahnersatz dient dazu Seite zwei des Heil- und Kos­tenplans, bei Füllungen die "Mehrkostenvereinbarung". "Fragen Sie immer nach, ob sämtliche Kosten aufgeführt sind", empfiehlt Christiane Rock, Juristin bei der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen, "und achten Sie darauf, dass etwa bei einer kostenpflichtigen Füllung der Zuschuss der Kassen enthalten ist." Die Rechnung darf nach gängiger Rechtsprechung den Voranschlag um höchstens 20 Prozent übersteigen, sagt Rock.

Bonusheft: Die Kontrolltermine bei ihrem Zahnarzt sollten Patienten unbedingt in ihr Bonusheft eintragen lassen. Denn wird später Zahnersatz nötig, erhöht sich der Zuschuss der Kasse: bei fünf Stempeln innerhalb von fünf Jahren von 50 auf 60 Prozent der ­Regelversorgung, bei zehn lückenlosen Kontrollen auf 65 Prozent.

Geringes Einkommen: Bei Alleinstehenden, die monatlich weniger als 1162 Euro verdienen (Stand 2016), übernimmt die Kasse die Regelversorgung für den Zahnersatz zumeist komplett. Dazu ist ein Antrag bei der Kasse nötig. Für jeden Angehörigen erhöht sich der Grenzbetrag. Wer ihn geringfügig überschreitet, kann einen anteilig höheren Zuschuss erhalten.