Klirrende Kälte, trockene Heizungsluft, häufiges Händewaschen – all diese Faktoren setzen den Händen im Winter zu. Die Kälte bewirkt, dass die Talgdrüsen in der Haut weniger Fett bilden. „Die Talgdrüsenaktivität funktioniert bei rund 20 Grad Celsius am besten“, erklärt Professor Dr. Philipp Babilas, Hautarzt in Regensburg. „Ist es kälter, baut sich der Säureschutzmantel der Haut nicht so gut auf.“ Die trockene Luft entzieht der Haut Feuchtigkeit. Wasser und Seife weichen die äußere Schutzhülle auf und schaden dem Säureschutzmantel der Haut zusätzlich. Die Folge: Die Haut wird spröde und rissig. Die Hände jucken und sehen faltiger aus. Da die Haut auf den Handrücken dünner ist, ist dieser Bereich besonders sensibel.

„Trockene Hände sind weit verbreitet“, sagt Babilas. „Ohne die richtigen Maßnahmen können leicht behandlungsbedürftige Schäden entstehen.“ Deshalb sei dann wichtig: „Die Schutzmaßnahmen hochfahren, die schädigenden Einflüsse runterfahren.“ Fünf Tipps, die gegen trockene Hände im Winter helfen:

Die passende Hautpflege finden

Die Haut benötigt im Winter eine fettreichere Pflege als im Sommer. Je trockener die Haut, desto mehr Fett sollte die Creme liefern. Spezielle Handcremes gibt es zum Beispiel in der Apotheke. „Wer tagsüber keine fettigen Hände gebrauchen kann, nimmt dann natürlich ein Präparat, das gut einzieht“, sagt Babilas. „Nachts empfehle ich eine sehr fettreiche Creme. Am besten einfach dünne Baumwollhandschuhe darüber anziehen, damit die Creme nicht verschmiert.“ Wer die Möglichkeit habe, auch tagsüber Handschuhe zu tragen, könne die fettreiche Pflege auch dann anwenden.

Es eignen sich laut Babilas zum Beispiel Produkte, die Oliven-, Avocado- oder Nachtkerzenöl, Bienenwachs oder Sheabutter enthalten. Eine fetthaltige Hautpflege, in der zusätzlich Harnstoff (Urea) vorkommt, spendet gleichzeitig Feuchtigkeit und bindet Wasser in der Haut. „Einen ähnlichen Effekt hat Aloe vera“, so Babilas. Die Inhaltsstoffe Dexpanthenol, Panthenol, Allantoin oder Zink können rissige Hände beruhigen.

Richtig eincremen

Tagsüber die Hände am besten so oft wie möglich eincremen – vor allem, wenn sie spannen. Dabei besonders zwei Stellen nicht vergessen, die oft vernachlässigt werden: den Handrücken und die Bereiche zwischen den Fingern. Hier zeigt die Haut schnell trockene, weißliche Stellen oder ist sogar gerötet.

Hände richtig waschen

Häufiges und gründliches Händwaschen beugt Infektionen vor. Allerdings spült jedes Waschen Fette aus der Haut, die sie dringend benötigt. Heißes Wasser verstärkt diesen Effekt, normale Seife schwächt zusätzlich den Säureschutzmantel der Haut. „Deshalb die Hände so oft es geht desinfizieren, statt sie zu waschen“, erklärt Babilas. „Und dafür ein rückfettendes Desinfektionsmittel benutzen.“

Sind die Hände schmutzig, kommt man am Waschen aber nicht vorbei. Dann eignen sich eine pH-neutrale Seife oder auch ein rückfettende Handwaschöl und lauwar­mes Wasser am besten. Anschließend die Hände bei Bedarf mit einer feuchtigkeitsspendenden Creme behandeln.

Haut weniger beanspruchen

„Ich empfehle, entweder weniger mit der Hand zu spülen oder immer Spülhandschuhe zu verwenden“, sagt Babilas. Damit die Hände in den Handschuhen aus Kunststoff nicht so schwitzen – was die Haut zusätzlich angreift –, rät Babilas, dünne Baumwollhandschuhe darunter zu ziehen. „Dasselbe gilt beim Putzen“, so Babilas. Und draußen helfen warme Handschuhe, die Haut an den Händen vor der Kälte zu schützen.

Wann zum Arzt?

Sind die Hände nicht nur trocken, sondern auch entzündet oder bluten, oder bestehen Juckreiz und andere Beschwerden trotz intensiver Behandlung mit einer passenden Creme weiter, sollte das ein Hautarzt untersuchen. „Eventuell hat sich ein ­Ekzem gebildet“, sagt Babilas. „Dann verschreibe ich ein antientzündliches oder kortisonhaltiges Präparat.“ Juckende, schuppige und rissige Hände können auch auf eine Hautkrankheit hinweisen, zum Beispiel auf Neurodermitis oder Schuppenflechte. Auch wiederkehrende Beschwerden sollte deshalb ein Arzt abklären.

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