Welche Schmerzart wie behandeln?

Rezeptfreie Schmerzmittel wirken meist gut und schnell. Doch werden sie häufig zu bedenkenlos eingenommen. Was Patienten bei der Selbstmedikation beachten sollten

von Christian Krumm, 16.04.2019

Mit Zwicken im Rücken aufgewacht, trotzdem den Yogakurs besucht. Am Vorabend zu viel Wein getrunken, der Schädel brummt, um 8 Uhr dennoch topfit im Büro erschienen. Schmerzen ertragen muss heute fast niemand – und will auch fast niemand. Rezeptfreie Medikamente lindern Beschwerden rasch und effektiv. Rund 29 Prozent der Deutschen greifen bereits bei ersten Schmerzsignalen zu solchen Präparaten. Das zeigt eine reprä- sentative Umfrage des Marktforschungsinstituts GfK im Auftrag der Apotheken Umschau.

Die ohne vorherigen Arztbesuch erhältlichen Arzneimittel sind äußerst beliebt, wie auch Zahlen des IMS Pharmascope National belegen. Demnach gaben deutsche Apotheken im Jahr 2018 rund 105 Millionen Packungen davon ab, zehn Jahre zuvor waren es sogar noch 114 Millionen. Internationale Spitzenreiter sind wir damit nicht. Schätzungen zufolge werden in manchen europäischen Ländern wie Schweden oder Frankreich bis zu dreimal mehr Schmerzmittel geschluckt.

Warnzeichen ernst nehmen

"Viele Schmerzen lassen sich mit Selbstmedikation gut behandeln", bestätigt Dr. Charly Gaul, Generalsekretär der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft. Ein allzu sorgloser Konsum allerdings wird von Experten kritisch gesehen. Denn die Mittel bergen das Risiko von Nebenwirkungen auf Magen, Leber, Nieren und Herz-Kreislauf-System. Zudem ist akuter Schmerz auch ein Warnsignal des Körpers – das man nicht einfach dauerhaft ­unterdrücken sollte. Dann ist es wichtiger, den Ursachen auf den Grund zu gehen und diese gezielt zu behandeln.

Vor allem aber ist es wichtig zu wissen: Nicht jedes Schmerzmittel eignet sich für jeden Pa­tienten gleichermaßen. Eine Rolle bei der Auswahl spielen etwa Vorerkrankungen oder auch die Art der Beschwerden, die man bekämpfen will. "Ein Universalmittel gegen alle Arten von Schmerzen gibt es nicht", sagt Gaul.

Standard nicht immer die Lösung

Dennoch zeigt die GfK-Umfrage: 42 Prozent der Deutschen greifen regelmäßig zum selben Schmerzmittel. Keine gute Idee, findet auch Dr. Dominik Irnich, Schmerzmediziner an der Uniklinik München-Innenstadt: "Allerdings ist es durchaus zu begrüßen, wenn der Patient das Medikament kennt und weiß, wie er darauf reagiert und was er erwarten kann."

Wichtige Informationen zu den verschiedenen schmerzstillenden Wirkstoffen finden Sie im Folgenden. Gerne berät man Sie dazu außerdem in Ihrer Apotheke.