Nasenpolypen (Polyposis nasi)

Nasenpolypen sind Schleimhautwucherungen in Nase oder Nasennebenhöhlen. Polypen können die Nasenatmung behindern und Symptome wie Schnarchen und Riechstörungen hervorrufen

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von apotheken-umschau.de, aktualisiert am 09.05.2019

Was sind Nasenpolypen?

Nasenpolypen sind weiche, gutartige Schleimhautwucherungen, die in den Nasennebenhöhlen entstehen.

Die Geschwülste sind wenige Millimeter bis mehrere Zentimeter groß und können bis in die Nasenhöhle hineinwachsen. Die Wucherungen sitzen flach auf der Schleimhaut auf oder sind über einen dünnen Stil mit ihr verbunden (gestielt).

Nasenpolypen kommen überwiegend im Erwachsenenalter vor. Sie gehören zum Krankheitsbild der chronischen Nasennebenhöhlenentzündung (chronische Sinusitis). Im Kindesalter treten Nasenpolypen bei der zystischen Fibrose (Mukoviszidose) und bei eher seltenen Funktionsstörungen der Nasenschleimhaut (Ziliendyskinesien) auf.

Welche Symptome sind typisch?

Anfangs machen Nasenpolypen nicht immer Beschwerden. Nehmen sie an Größe zu, können sie unterschiedliche Symptome hervorrufen – zum Beispiel eine behinderte Nasenatmung, eine näselnde Stimme, häufige Erkältungen und Nasennebenhöhleninfekte mit Kopfschmerzen, einen beeinträchtigten Riechsinn oder Schnarchen. Mehr zu den möglichen Anzeichen erfahren Sie im Kapitel Symptome.

Wie entsteht ein Nasenpolyp?

Die genauen Ursachen sind unklar. Risikofaktor ist eine anhaltende Schleimhautentzündung durch Allergien oder Infekte. Auch die Veranlagung spielt eine Rolle. Besonders häufig treten Nasenpolypen im Zusammenhang mit Asthma bronchiale und einer Schmerzmittel-Unverträglichkeit auf. Genaueres lesen Sie im Kapitel Ursachen.

Wie werden Nasenpolypen behandelt?

Zur Therapie verordnet der Arzt meist Medikamente, zum Beispiel ein Kortikoid- Nasenspray, bei einer gleichzeitigen Allergie eventuell auch Antihistaminika.

Bringt diese Behandlung keinen Erfolg, kann der Hals-Nasen-Ohren-Arzt die Polypen in einer Operation entfernen. Mehr Informationen gibt es im Kapitel Therapie.

Verwechslungsgefahr: "Polypen" bei Kindern

'Die Polypen sind vergrößert und müssen operiert werden', heißt es oft umgangssprachlich. Geht es dabei um Kinder, sind allerdings selten Nasenpolypen gemeint – sondern meistens eine vergrößerte Rachenmandel, also lymphatisches Gewebe. Mit Nasenpolypen, die aus der Nasenschleimhaut entstehen, hat das nichts zu tun. Mehr zu vergrößerten Rachenmandeln lesen Sie im Beitrag: "Müssen die Mandeln raus?"

Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder –behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich.

Wie Nasenpolypen genau entstehen, ist nicht bekannt. Experten vermuten, dass es eine gewisse Veranlagung für die Krankheit gibt. Wegbereiter sind in den meisten Fällen anhaltende Entzündungen der Schleimhaut in Nase und Nasennebenhöhlen (Sinusitis).

Nase und Nasennebenhöhlen verfügen über einen raffinierten Reinigungsmechanismus: Ihre Schleimhautzellen bilden einen feinen Sekretfilm, in dem sich Krankheitserreger und Schmutz verfangen. Auf den Schleimhautzellen sitzen bewegliche Härchen (Flimmerhärchen). Sie transportieren den Sekretfilm kontinuierlich Richtung Nasenhöhle und von dort zum Rachen. Der Schmutz wird abtransportiert wie auf einem Fließband. Staut sich das Sekret jedoch zurück, gerät der "Müll-Transport" ins Stocken, sodass besonders leicht Entzündungen entstehen können.

Gestörter Sekretfluss

Die Ursachen können zum Beispiel in der individuellen Anatomie liegen: Die Nebenhöhlen stehen über kleine "Kanälchen" mit der Nasenhöhle in Verbindung. Sind diese Öffnungen anlagebedingt sehr eng, werden die Nebenhöhlen womöglich nicht ausreichend belüftet. Der Sekrettransport in Richtung Nase funktioniert weniger gut als er soll. Sekret staut sich zurück und bildet einen idealen Nährboden für Krankheitserreger. Häufige Infekte sind die Folge. Die Schleimhaut wird ständig gereizt, schwillt an – was die Situation zusätzlich verschlechtert. Polypen können sich bilden, welche ihrerseits die Nebenhöhlenöffnungen noch weiter verlegen. Verkrümmungen der Nasenscheidewand oder andere anatomische Auffälligkeiten (zum Beispiel an den Nasenmuscheln) wirken sich unter Umständen vergleichbar ungünstig aus.

Allergie – möglicher Wegbereiter für Nasenpolypen

Die Schleimhaut in Nase und Nebenhöhlen kann auch aus anderen Gründen dauerhaft gereizt und angeschwollen sein – und so zu Nasenpolypen führen. Viele Patienten mit Nasenpolypen leiden zum Beispiel gleichzeitig an einer Allergie wie Heuschnupfen oder Hausstauballergie. Auch wer ständig zu trockene oder schadstoffbelastete Luft einatmet, hat ein erhöhtes Polypen-Risiko.

Häufige Kombi: Schmerzmittel-Unverträglichkeit, Asthma, Polypen

Menschen mit Asthma bronchiale neigen ebenfalls zur Bildung von Nasenpolypen, ebenso Personen, die Schmerzmittel nicht vertragen. Betroffene mit einer solchen Schmerzmittel-Unverträglichkeit erleiden schwere Asthmaanfälle, sobald sie bestimmte Medikamente einnehmen – zum Beispiel Acetylsalicylsäure (ASS), Ibuprofen, Diclofenac. Es handelt sich dabei um eine "Pseudo-Allergie". Der Organismus bildet also keine spezifischen Abwehrstoffe gegen die Medikamente, wie es bei einer echten Allergie der Fall wäre.

Die Kombination aus dieser Schmerzmittelunverträglichkeit, Nasenpolypen und Asthma ist sehr charakteristisch, weshalb sie eigene Namen erhalten hat: Ärzte sprechen von Samter-Trias, Widal-Trias, ASS-Intoleranz oder Aspirin sensitiver Atemwegserkrankung.

Auslöser Mukoviszidose

Nasenpolypen kommen bei Kindern nur sehr selten vor – mit einer Ausnahme: Etwa ein Drittel aller Kinder, die an der angeborenen Stoffwechselerkrankung Mukoviszidose (zystische Fibrose) leiden, haben gleichzeitig Nasenpolypen. Bei der Erbkrankheit sondern Drüsen ein abnormal zähflüssiges Sekret ab. Es staut sich deshalb leichter, wird in den Atemwegen schlechter "abtransportiert". Das begünstigt unter anderem Nasennebenhöhlenentzündungen und damit auch Nasenpolypen.

Seltene Ursache – die primäre Ziliendyskinesie

In seltenen Fällen entstehen Nasenpolypen als Folge einer Genveränderung, die Krankheit heißt primäre Ziliendyskinesie. Hier sind die Flimmerhärchen auf den Schleimhautzellen generell nur eingeschränkt beweglich, so dass sie ihre Aufgaben nur schlecht oder gar nicht erfüllen. Folglich funktioniert der Reinigungsmechanismus in Nase und Nebenhöhlen nicht mehr optimal, was Entzündungen und damit auch Nasenpolypen fördert.

Häufige Atemwegsinfekte bereits im Kindesalter können auf die Krankheit hinweisen. Auffälligstes, aber nicht zwingend vorhandenes Merkmal der Erkrankung ist ein Situs inversus – so nennen Mediziner das Phänomen, dass die Organe auf der "falschen" Körperseite liegen. Das Herz findet sich dann beispielsweise auf der rechten Brustseite statt auf der linken. Durch spezielle Untersuchungen lässt sich eine Ziliendyskinesie nachweisen.

Die unkritische langfristige Anwendung von abschwellenden Nasensprays kann die Funktion der Flimmerhärchen in ähnlicher Weise beeinträchtigen. Was Sie bei der Anwendung von Nasensprays beachten sollten, erfahren Sie im Beitrag "Nasensprays: Achtung, Suchtgefahr".

Nasenpolypen bestehen manchmal längere Zeit, ohne Beschwerden hervorzurufen. Je nach Lage, Größe und Anzahl können sie jedoch die Belüftung der Nasennebenhöhlen und der Nase stören. Der Sekretabfluss aus den Nebenhöhlen funktioniert nicht mehr richtig. Betroffene atmen dann eher durch den Mund als durch die Nase, welche die Atemluft normalerweise anwärmt, reinigt und befeuchtet.

All dies führt dazu, dass Krankheitserreger leichtes Spiel haben. Häufige oder anhaltende (chronische) Nasennebenhöhlenentzündungen und wiederkehrende Infektionen der Luftwege (Erkältungen, Bronchitis) sind oft die Folge.

Diese Symptome können auf Nasenpolypen hindeuten:

  • Schwierigkeiten beim Atmen durch die Nase (behinderte Nasenatmung)
  • Mundgeruch (weil Betroffene mehr durch den Mund atmen als durch die Nase, trocknet ihre Mundschleimhaut aus)
  • Näselnde Stimme
  • Riechstörungen: Der Riechsinn ist beeinträchtigt oder geht komplett verloren (weil die Luft nicht mehr bis zu den Riechzellen im oberen Bereich der Nasenhöhle gelangt)
  • Häufige Kopfschmerzen, Druckschmerzen über den Nebenhöhlen, ständiger Schleimfluss im Rachen – solche Zeichen deuten auf anhaltende Nasennebenhöhlenentzündungen als Auslöser und Folge von Polypen hin
  • Häufige Erkältungskrankheiten

Nasenpolypen kommen bei Kindern fast nur bei Krankheiten wie Mukoviszidose oder Ziliendyskinesie vor (siehe Kapitel Ursachen). Bleiben die Polypen bei Kindern unbehandelt, können sie zu einer Verbreiterung der Nase und zu einer Vergrößerung des Augenabstands führen.

Erster Ansprechpartner ist manchmal der Hausarzt. Er wird bei Bedarf zum Spezialisten, dem Hals-Nasen-Ohren-Arzt (HNO-Arzt), überweisen.

Zu Beginn erkundigt sich der Mediziner nach den Beschwerden und den Vorerkrankungen (Asthma, Allergien) des Patienten. Symptome wie ein beeinträchtigter Riechsinn, Probleme beim Atemholen durch die Nase oder häufige Nasennebenhöhleninfekte lenken den Verdacht bereits in Richtung Nasenpolypen.

Untersuchung beim HNO-Arzt

Der Arzt wird die Nase und die Nasennebenhöhlen dann genau untersuchen. Große Nasenpolypen, die in die Nasenhaupthöhle ragen, sind eventuell schon mit bloßem Auge auszumachen. Mit Hilfe von Spiegeln und einem Nasenendoskop – einem dünnen Instrument mit eingebauter Lichtquelle – kann der Arzt auch kleinere oder tiefer sitzende Polypen oft gut erkennen.

Bildgebende Verfahren

Unter Umständen sind weitere Untersuchungen nötig, um Gewissheit zu erhalten. Hierzu eignen sich bildgebende Verfahren, insbesondere die Computertomografie (CT) oder die digitale Volumentomografie (DVT). Konventionelle Röntgenaufnahmen der Nebenhöhlen sind heute eher in den Hintergrund gerückt. Die Ultraschalluntersuchung und die Magnetresonanztomografie haben nur in speziellen Situationen Bedeutung bei der Diagnose von Nasenpolypen.

Meistens treten Nasenpolypen beidseitig, also in den Nebenhöhlen auf beiden Seiten des Kopfes auf. Einseitige Geschwülste sollten immer genauer untersucht werden, insbesondere, wenn sie häufig Nasenbluten verursachen. Denn – eher selten – handelt es sich dann gar nicht um einen Polypen, sondern um einen bösartigen Tumor. Besteht dieser Verdacht, entnimmt der Arzt eine Gewebeprobe, die unter dem Mikroskop untersucht wird.

Allergie-Tests

Ob eine Allergie wie beispielsweise Heuschnupfen der Wegbereiter für die Nasenpolypen sein könnte, überprüft der Arzt mit Hilfe verschiedener Allergie-Tests – zunächst mit dem Prick-Test. Da sich die Ergebnisse aus diesem Hauttest nicht uneingeschränkt auf die Nasenschleimhaut übertragen lassen, kann dann ergänzend ein nasaler Provokationstest erfolgen: Der potenzielle Allergieauslöser wird auf die Nasenschleimhaut gesprüht, dann wird gemessen, ob der Luftwiderstand in der Nase zunimmt.

Eine Schmerzmittel-Unverträglichkeit kann durch Blutuntersuchungen oder mit Hilfe von Provokationstests aufgedeckt werden: Nach Gabe des verdächtigen Schmerzmittels wird der Widerstand in den Bronchien oder in der Nase gemessen.

Wichtig: Solche Provokationstests dürfen nur unter strenger ärztlicher Kontrolle und in speziell darauf eingestellten Praxen und Zentren stattfinden! Die Tests könnten schwere Unverträglichkeitsreaktionen auslösen, die sofortige Notfallmaßnahmen erfordern.

Nasenpolypen bilden sich oft auf dem Boden einer Nasennebenhöhlenentzündung. Leidet der Patient an einer akuten Infektion, wird der Arzt zunächst diese akute Erkrankung gezielt behandeln. Hier wird meist zunächst ein Nasenspray verordnet. Bei ausbleibendem Erfolg oder einer schweren Erkrankungen kommen Antibiotika zum Einsatz. Erst dann folgen weitere Therapieschritte.

Medikamente zur Behandlung von Nasenpolypen

Gegen Nasenpolypen helfen oft Medikamente, die dem körpereigenen Hormon Kortisol ("Kortison") nachempfunden sind. Solche Glukokortikoide können vor allem kleinere Nasenpolyen zum Schrumpfen bringen.

Üblicherweise verschreibt der Arzt den Wirkstoff zunächst in Form eines Nasensprays. Vorteil: Weil es nur örtlich wirkt, bleiben auch mögliche Nebenwirkungen auf den Einsatzort beschränkt. Im Gegensatz zu abschwellenden Nasensprays (mit Wirkstoffen wie Xylometazolin, Oxymetazolin) setzt der Effekt des Kortikoid-Sprays erst nach einigen Tagen ein. Wichtig ist die korrekte Anwendung: Das Spray soll in der Nase nicht in Richtung Nasenscheidewand, sondern nach außen gesprüht werden!

Bleibt der Erfolg aus, kann der Arzt alternativ Kortison-Tabletten verschreiben. Bei dieser Therapie treten manchmal unerwünschte Wirkungen auf. Sie sollte deshalb engmaschig ärztlich überwacht werden.

Eine Therapie mit speziellen Medikamenten, sogenannten monoklonalen Antikörpern, wird derzeit in Studien getestet.

Ist eine Allergie der Wegbereiter für die Nasenpolypen, muss sie entsprechend behandelt werden. Der Arzt empfiehlt dann zum Beispiel Medikamente gegen die allergische Reaktion, sogenannte Antihistaminika. Der Patient sollte den Allergieauslöser nach Möglichkeit meiden. Oft kommt eine spezifische Immuntherapie (Hyposensibilisierung) infrage. Mehr zum Thema erfahren Sie im Ratgeber Allergie.

Bei Schmerzmittel-Unverträglichkeit kann durch eine adaptive Desaktivierung eine Besserung zu erzielen (mehr zu dieser Behandlung lesen Sie weiter unten auf dieser Seite im Abschnitt "Therapie bei Schmerzmittel-Unverträglichkeit").

Operation von Nasenpolypen

Bleibt die Medikamenten-Therapie erfolglos oder sind die Polypen bereits sehr groß, ist ein chirurgischer Eingriff in Betracht zu ziehen. Patienten lassen sich zu den Erfolgsaussichten und den möglichen Risiken am besten ausführlich individuell beraten. Denn obwohl es "nur" um Nasenpolypen geht, gilt die Operation durchaus als anspruchsvoll.

Die Entfernung einzelner, kleiner Polypen (Polypektomie) kann eventuell unter örtlicher Betäubung ambulant in einer Praxis erfolgen. Die Polypen in der Nase sind aber in der Regel nur die "Spitze des Eisbergs" – denn die Polypen entstammen ja den Nasennebenhöhlen. Deshalb ist die Polypektomie meistens keine dauerhafte Lösung.

Ausgedehnte Eingriffe finden üblicherweise unter Vollnarkose in einer Klinik unter stationären Bedingungen statt.

Bei der Operation entfernt der Arzt die Polypen "minimalinvasiv", also ohne größere Schnitte. Nahezu immer kann die OP direkt durch die Nase erfolgen. Unter endoskopischer oder mikroskopischer Sicht werden die Polypen abgetragen. Eventuell kann dazu ein rotierendes Messer (Shaver) verwendet werden.

Oft nimmt der Arzt gleichzeitig eine sogenannte Sanierung der Nasennebenhöhlen vor: Er beseitigt zum Beispiel weitere Schleimhautwucherungen. Oder er vergrößert die Öffnungen zwischen Nasennebenhöhlen und Nasenhöhle, so dass die Nebenhöhlen wieder besser belüftet werden. Manchmal kann es außerdem angebracht sein, eine schiefe Nasenscheidewand zu begradigen oder vergrößerte Nasenmuscheln zu verkleinern.

Alle Maßnahmen haben das Ziel, den Atemfluss durch die Nase zu verbessern und dafür zu sorgen, dass Sekret wieder problemlos aus Nebenhöhlen und Nase abfließen kann. Das soll einerseits Symptome wie eine erschwerte Nasenatmung lindern, andererseits neuen Polypen vorbeugen.

Wie ist die Prognose nach der OP?

Nach der Operation erfolgt eine Nachbehandlung durch den Hals-Nasen-Ohren-Arzt. Üblicherweise wird er dazu raten, noch eine Weile kortisonhaltiges Nasenspray zu verwenden, um erneuten Polypen vorzubeugen.

Bei den meisten Patienten bessern sich die Symptome durch die Operation merklich. Bei gleichzeitig bestehendem Asthma bronchiale lässt sich häufig die Dosis der Asthma-Medikamente reduzieren.

Allerdings kommt es bei nicht wenigen Patienten auf lange Sicht zu einem Rückfall. Das passiert vor allem, wenn zugrunde liegende Risikofaktoren nicht ausgeschaltet werden können.

Therapie bei Schmerzmittel-Unverträglichkeit

Auch bei einer Schmerzmittel-Unverträglichkeit wachsen Nasenpolypen nach einem Eingriff häufig wieder nach. Generell müssen die Betroffenen alle Schmerzmittel meiden, die bei ihnen unerwünschte Wirkungen hervorrufen könnten. Am besten erstellen sie gemeinsam mit ihrem Arzt eine Liste aller fraglichen Arzneien sowie eine Liste von Ausweichpräparaten.

Daneben gibt es für die Betroffenen eine Therapie-Option – die adaptive Desaktivierung. Basis dieser Behandlungsmethode ist folgende Beobachtung: Kommt es in den ersten Stunden und Tagen nach einer Unverträglichkeits-Reaktion erneut zu einem Kontakt mit dem Schmerzmittel, erleiden die Patienten meist weniger heftige Symptome als beim ersten Mal.

Dieses Zeitfenster nützen Ärzte, um den Stoffwechsel des Patienten – vereinfacht gesagt – an ansteigende Dosen des Medikaments zu gewöhnen. Ob die Behandlung im Einzelfall infrage kommt, sollte individuell mit dem Arzt besprochen werden. Die Therapie muss gut geplant und engmaschig ärztlich überwacht werden. Sie erfordert ein hohes Maß an Mitarbeit durch den Patienten.

Dr. med. Frank Waldfahrer, Facharzt für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, arbeitet seit 2002 als Oberarzt an der Hals-Nasen-Ohren-Klinik, Kopf- und Halschirurgie des Universitätsklinikums Erlangen (Direktor: Professor Dr. Dr. H. Iro).

Quellen:

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heillkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e.V., Leitlinie "Rhinosinusitis", Stand 04/2017, AWMF online: http://www.awmf.org/leitlinien/detail/ll/017-049.html

Berufsverband der Hals-Nasen-Ohrenärzte e.V.:
https://www.hno-aerzte-im-netz.de/krankheiten/nasenpolypen/definition-und-haeufigkeit.html (Abgerufen im April 2019)

The Journal of Allergy and Clinical Immunology: Efficacy and Safety of Dupilumab in Patients with Chronic Rhinosinusitis with Nasal Polyps: Results from the Randomized Phase 3 Sinus-24 Study, Februar 2019; https://www.jacionline.org/article/S0091-6749(18)32690-3/abstract (abgerufen am 08.05.2019)

Deutsches Ärzteblatt: Antikörper verkleinert Nasenpolypen bei chronischer Sinusitis, Februar 2016; https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/65630/Antikoerper-verkleinert-Nasenpolypen-bei-chronischer-Sinusitis (abgerufen am 08.05.2019)

Probst, R., Grevers, G., Iro, H.: Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, 3. Auflage, Stuttgart Thieme Verlag, 2008