Knoten in der Brust

Vier von fünf Knoten in der Brust erweisen sich als gutartig. Frauen sollten also Mut fassen und bei einem Tastbefund nicht zu lange mit der Untersuchung durch den Arzt abwarten

von Dr. med. Claudia Osthoff, aktualisiert am 26.06.2017

Für Frauen gehört das zum Alltag: Der Monatszyklus schreitet voran, und eine oder beide Brüste beginnen zu spannen oder zu schmerzen. Sie fühlen sich geschwollen und härter an als an den Tagen zuvor, vielleicht auch knotiger, vor allem oben außen. Nach Einsetzen der Regelblutung entspannt sich alles wieder.

Mehr Feingefühl: Die Brust regelmäßig selbst untersuchen

Etwas anderes ist es, wenn eine Frau plötzlich einen Knoten oder eine Schwellung in der Brust entdeckt. Oft passiert es zufällig, etwa bei der Körperpflege, oder die Frau stößt bei der Selbstuntersuchung darauf. Frauen, die ihre Brüste von Zeit zu Zeit bewusst abtasten, entwickeln meist ein recht gutes Gefühl für das Gewebe und sein zyklisches Auf und Ab. Daher fällt ihnen eine Veränderung, gerade auch wenn sie nicht von selbst wieder zurückgeht, oft eher auf. Hier empfiehlt sich auf jeden Fall eine Kontrolle durch den Frauenarzt.

! Wichtig: Ein Knoten bedeutet nicht automatisch Brustkrebs.

Fakt ist vielmehr:

  • Vier von fünf feingeweblich untersuchten Knoten sind gutartig. Der Arzt kann also die Frau meist beruhigen. Um keine ernsthafte Veränderung zu übersehen, wird er sicherheitshalber eine genauere Untersuchung empfehlen, wenn ein Befund auffällig ist.
  • Je jünger die Betreffende ist, desto größer die Wahrscheinlichkeit, dass der Knoten nicht besorgniserregend ist. Schätzungsweise zehn Prozent aller Frauen im Alter von etwa 15 bis 35 Jahren entwickeln zum Beispiel ein sogenanntes Fibroadenom. Das ist eine gutartige Geschwulst des Drüsen- und Bindegewebes der Brust. Mehr dazu im Kapitel "Ursachen: Fibroadenom".
  • Gutartige Brusterkrankungen erhöhen nicht automatisch das Risiko für Brustkrebs.

Allerdings gibt es auch einige gutartige Veränderungen des Gewebes, denen Ärzte ein "unsicheres biologisches Verhalten" zuschreiben. Dazu gehören zum Beispiel manche Papillome oder die atypische duktale Hyperplasie (ADH; duktal bezieht sich auf einen Milchgang, Hyperplasie bedeutet vermehrtes Zellwachstum). Nach neueren Erkenntnissen spielt auch eine hohe Dichte des Brustdrüsengewebes in der Mammografie als Risikofaktor eine Rolle. Liegt zum Beispiel gleichzeitig eine ADH vor, steigt das Brustkrebsrisiko deutlicher. Experten in spezialisierten Brustkrebszentren (Informationen: siehe Fachliteratur ganz unten) können dann unter Umständen zu einer vorbeugenden Anti-Hormon-Therapie raten. Typische Tastbefunde sind diese Veränderungen allerdings nicht.

Außerdem kommen spezielle Geschwülste mit ungewöhnlichen Ausprägungen vor, zum Beispiel der seltene Phyllodes- (oder Phylloides)-Tumor: Er ist meist gutartig, kann aber selten bösartig sein. Allerdings ist derzeit kein Zusammenhang zwischen einem gutartigen Phyllodes-Tumor und Brustkrebs bekannt.

Andererseits gibt es Krebsvorstufen wie das DCIS (duktales Cacinoma in situ). Carcinoma oder Karzinom bezeichnet eine bestimmte Krebsform, wie sie für Brustkrebs typisch ist; in situ bedeutet, dass die veränderten Zellen im Milchgang geblieben sind. Es liegt also noch kein invasiver Krebs vor, der eine bestimmte Grenzlinie überschritten hat. Sicherheitshalber raten Ärzte hier jedoch dazu, den entsprechenden Bereich der Brust zu entfernen und gegebenenfalls noch eine zusätzliche Therapie anzuschließen, ähnlich wie bei invasivem Brustkrebs. Auch ein DCIS ist normalerweise nicht tastbar.

Bestimmte gutartige Knoten oder "Herde" können insofern mit sich bringen, dass das Risiko für Brustkrebs über das normale, durchschnittliche Maß hinaus ansteigt. Je nach Befund gilt dies für die betroffene Brust oder auch für beide Brüste. Mehr zu diesen Themen in den Kapiteln "Ursachen: Fibrozystische Mastopathie" und "Ursachen: Andere Geschwülste".

! Gerade bei rechtzeitig erkannten grenzwertigen Befunden oder frühen Brustkrebsformen sind die Behandlungsmöglichkeiten
im Allgemeinen sehr gut.

Knoten in der Brust: Auch Männer können betroffen sein

Bei Männern kann sich tatsächlich auch ein "Knoten" in der Brust bilden. Die Brustdrüsen sind bei ihnen im Vergleich zu Frauen unterentwickelt, aber von der Anlage her gleich. Schwillt die Brust auf einer Seite an oder weist sie einen Knoten auf – insgesamt eher ein seltenes Vorkommnis – so kann das auch beim Mann eine gutartige und viel seltener eine bösartige Ursache haben.

Nur von hundert an Brustkrebs erkrankten Patienten ist einer ein Mann. Leider wird bei Männern die Diagnose Brustkrebs tendenziell deutlich verspätet gestellt. Dazu könnte beitragen, dass Männer "naturgemäß" diese Krankheit nicht auf sich selbst beziehen.
Oder die Neigung, einen auffälligen Befund zu verharmlosen (nicht als geschlechtertypisch zu verstehen!). Eine Rolle könnte außerdem spielen, dass man sich vor der Möglichkeit einer solchen "Frauenkrankheit" schämt und vorerst nicht damit zum Arzt gehen möchte.

Ähnlich verhält es sich mit einer Brustbildung, einer sogenannten Gynäkomastie (Männerbusen; mitunter tritt auch eine Gynäkomastie nur auf einer Seite auf). Egal, ob ein- oder beidseitig: Männer empfinden weibliche Rundungen am eigenen Körper verständlicherweise als unangenehm und oft auch peinlich. Allerdings ist dieses Problem inzwischen vermehrt ins allgemeine Bewusstsein gerückt, und es gibt mehr Beratungs- und Behandlungsangebote. Weitere Informationen dazu im Beitrag "Schmerzende Brüste".

Mögliche Ursachen von Knoten in der Brust

Folgende Veränderungen können die Ursache für einen oder oder mehrere tastbare Knoten oder eine Schwellung in der Brust sein:

  • Brustentzündung (Mastitis)
  • Fibrozystische Mastopathie
  • Fibroadenom
  • Zyste, Fettgewebsnekrose
  • Andere Geschwülste:
    – Lipom
    – Weitere Adenome
    – Adenomatose der Brustwarze
    – Adenose
    – Adenomyoepitheliom
    – Hamartom
    – Papillom
    – Phyllodes- (oder Phylloides-)Tumor
  • Krebserkrankungen

Die einzelnen Kapitel dieses Beitrags (siehe Kapitelübersicht oben am Textanfang oder Kapitellinks in der Leiste unten) informieren genauer über die hier gelisteten Ursachen.

Diagnose: Was untersucht der Arzt bei einem Knoten in der Brust?

Die Diagnose stützt sich für den Fall, dass ein Frauenarzt die Patientin erstmals untersucht und berät, zunächst auf Angaben zum Alter der Betroffenen, zu ihrer Krankengeschichte und zu möglichen Gesundheitsproblemen in ihrer Familie.

Der Arzt hinterfragt speziell auch die hormonelle Situation der Frau: Hat sie Kinder geboren? Oder ist sie gewollt beziehungsweise ungewollt kinderlos? Sofern Monatsblutungen vorhanden sind: Wie verhält es sich damit und mit dem Zyklus allgemein? Falls in den Wechseljahren: Gibt es diesbezüglich weitere Beschwerden? Hat die Betroffene an Krebsfrüherkennungsuntersuchungen teilgenommen?

Hinzu kommt die körperliche Untersuchung, außerdem bildgebende Untersuchungen wie Brust-Ultraschall, Mammografie, eventuell eine Magnetresonanztomografie der Brust. Bei unklaren oder verdächtigen Befunden empfiehlt der Arzt außerdem die feingewebliche Untersuchung einer Gewebeprobe (Biopsie).

Therapie: Unterschiedlich eingreifend

Die Behandlung hängt von der genauen Diagnose ab. Die Therapie reicht, grob skizziert, von abwartendem Beobachten und Kontrollieren über eine Punktion, zum Beispiel bei einer Zyste, bis zur Entfernung der Geschwulst (Exzision, offene Exzisionsbiopsie oder Tumorektomie, eine Form der brusterhaltenden Operation).

Kleinere Veränderungen können oft schon mittels der modernen Biopsietechnik vollständig eliminiert werden. Manchmal ist es jedoch unvermeidlich, die Brust nachzuoperieren oder als Ganzes wegzunehmen. Das entfernte Gewebe wird anschließend sorgfältig unter dem Mikroskop untersucht.

Eventuell ist eine zusätzliche Behandlung nötig, zum Beispiel eine Strahlentherapie. Dies gilt vor allem für Brustkrebs, wenn er brusterhaltend operiert wurde (manchmal auch nach Entfernung der Brust) und für das schon genannte duktale Carcinoma in situ (DCIS). Oft ist noch eine ergänzende Anti-Hormon-Behandlung notwendig. Auch eine Chemotherapie, eventuell zusätzlich auch eine Antikörper-Therapie beziehungsweise eine Therapie mit sogenannten zielgerichteten Substanzen gehört zu den möglichen Therapieoptionen.

Spezialisten der Brustkrebstherapie entscheiden zusammen mit der betroffenen Patientin über den jeweils geeigneten Weg. Ausschlaggebend sind dabei individuelle Krankheitsmerkmale sowie Leitlinien und Studien, die insgesamt viele Behandlungssituationen abbilden.

In diesem Beitrag geht es vor allem um Knoten und Schwellungen in der Brust, die tastbar sind, sich also als Symptom bemerkbar machen. Nochmals: Vier von fünf biopsierten Knoten sind gutartig, und auf gutartigen Veränderungen liegt auch der Schwerpunkt dieses Beitrags. Oft ist allerdings auch von Knoten die Rede bei Befunden, die nur bei der bildgebenden Diagnostik der Brust auffallen, egal, ob sie letztlich gut- oder bösartig sind.

Ein anderer Begriff, der in diesem Zusammenhang häufiger gebraucht wird, ist Tumor. Damit ist lediglich gemeint, dass es sich um eine Geschwulst handelt. Tumoren können gut- oder bösartig sein oder, wie zuvor schon erwähnt, zwischen "Gut" und "Böse" stehen.

Über Brustkrebs, der heute häufiger auch in einem frühen Stadium und keineswegs immer als tastbarer Knoten entdeckt wird, informiert Sie ein eigener Ratgeber (siehe unter Brustkrebs). Darin kommen auch gutartige Veränderungen zur Sprache, die mit einem erhöhten Brustkrebsrisiko einhergehen, beispielsweise die schon erwähnte atypische duktale Hyperplasie (ADH) in Milchgängen oder die Krebsvorstufe DCIS (siehe oben). Sie können zwar auch in Biopsien aus tastbaren Knoten als Zweitbefund festgestellt werden. Häufig geben aber nur bildgebende Verfahren Anhaltspunkte, zum Beispiel eine Mammografie.

Im nächsten Kapitel wird das Brustgewebe, und wie es sich anfühlt, näher beschrieben. Im letzten Kapitel finden Sie Gesundheitstipps, die zu Vorbeugung von Krebs beitragen können.

Wichtig: Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich.
 
 

Fachliteratur zu diesem Ratgeber:

Zertifizierte Brustzentren Deutschland, Österreich, der Schweiz und Oberitalien:
http://www.krebsgesellschaft.de/wub_zertifizierung_brustzentren,14092.html
(Abgerufen am 22.1.2014)

Deutsche Krebsgesellschaft e.V. (DGK) und Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG) e.V. (Leitlinienprogramm Onkologie der AWMF, Deutschen Krebsgesellschaft e.V. und Deutschen Krebshilfe e.V.): Interdisziplinäre S3-Leitlinie für die Diagnostik, Therapie und Nachsorge des Mammakarzinoms, Langversion 3.0, Stand 02.07.2012, AWMF-Register-Nr. 032-045OL.
Online: Pdf-Link »
(Abgerufen am 22.1.2014)


AGO Arbeitsgemeinschaft Gynäkologische Onkologie e.V.:
Empfehlungen gynäkologische Onkologie Kommission Mamma, Aktualisierung 29.3.2014. Online: 
http://www.ago-online.de/de/infothek-fuer-aerzte/leitlinienempfehlungen/mamma/maerz-2014/
(Abgerufen am 29.2.2016)

Tice J A, O'Meara ES, Weaver DL et al.: Benign Breast Disease, Mammographic Density, and the Risk of Breast Cancer, in: J Natl Cancer inst 2013; 105 (14): 1043-1049

Internet: Informationen über das Deutsche Krebsinformationszentrum, Krebsinformationsdienst KID, Thema "Gutartige Brusterkrankungen": http://www.krebsinformationsdienst.de/vorbeugung/risiken/gutartige-brustveraenderungen.php (Abgerufen am 29.02.2016)
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Symmetrisch sind sie natürlich normalerweise schon, aber nie sind die Brüste einer Frau haargenau gleich. Kleine Unterschiede dürfen durchaus sein. Merkliche Veränderungen an einer Brust, irgendetwas, das die Symmetrie, die Optik, den Tastsinn oder das Befinden stört, austretendes Sekret...: Solche und ähnliche Dinge sollte eine Frau sicherheitshalber dem Gynäkologen zeigen.

Woraus die Brust besteht

Das Drüsengewebe der Brust setzt sich aus Drüsenläppchen (Lobuli glandulae mammariae) und den zugehörigen kleinen Milchgängen zusammen. In den Läppchen wird in der Stillphase die Muttermilch gebildet. Sie gelangt über die Milchgänge zur Brustwarzenkuppe. Die kleinen Milchgänge vereinigen sich unterwegs zu größeren Sammelgängen. Vor der Mündung auf der Brustwarze weiten sie sich noch etwas auf. In der Stillperiode bilden sich hier kleine Milchseen, die sich entleeren und wieder füllen, wenn das Kind an der Brust saugt.

Mehrere Läppchen ergeben einen größeren, in sich verzweigten Drüsenlappen. Insgesamt enthält jede Brust etwa 15 bis 20, durch Bindegewebe voneinander abgesetzte Drüsenlappen. Das Läppchen mit seinem Gang ist eine Untereinheit. Es setzt sich aus beerenförmigen Endstücken zusammen, in denen die Milch gebildet wird.

Kontrollstation Lymphknoten

Der Drüsenkörper der Brust ist in das unter der Haut liegende Fettgewebe eingebettet. Nerven-, Blut- und Lymphbahnen in der Brust kommunizieren mit den entsprechenden Leitungsbahnen im Körper. Besondere Bedeutung kommt dem Lymphsystem zu.

Als ein Arm des Kreislaufs und der Immunabwehr erfüllt es eine Doppelrolle: Über seine Gefäße transportiert es einen Teil der Gewebeflüssigkeit, die Lymphe. Gleichzeitig sortiert es Abbauprodukte und sonstiges "Material" aus. Dazu gehören auch Krankheitserreger und Zellen. All dies wird in den Wachstationen des Lymphsystems, den Lymphknoten, regelmäßig kontrolliert. Was der Körper loswerden will, machen Immunzellen nach Möglichkeit klein und unschädlich.

Die zur Brust gehörenden Lymphknoten sind normalerweise nicht tastbar. Nur bei krankhaften Veränderungen vergrößern sie sich, können manchmal auch schmerzempfindlich sein und tastbar werden, zum Beispiel in der Achselhöhle.

Die Macht der Hormone

Das Brustdrüsengewebe unterliegt im Laufe des Lebens gegensätzlichen hormonellen Prägungen: erste Aussprossung in der Pubertät, Rückbildung in den Wechseljahren. In der Schwangerschaft reift es aus und entfaltet sich schließlich vollends, sodass nach der Entbindung das Stillen beginnen kann.

Zwischenzeitlich befindet sich das Drüsengewebe Monat für Monat in "gebremstem Auf und Ab": Nach dem Eisprung, normalerweise also in der Zyklusmitte, weiten sich die Milchgänge etwas, und die Drüsenläppchen vergrößern sich vorübergehend. Das Bindegewebe nimmt mehr Flüssigkeit auf, die Brust wird voluminöser, fester, spannt oder schmerzt womöglich. Alles dies dient, im Vorgriff auf eine Schwangerschaft, zur Vorbereitung der Milchbildung. Tritt keine Schwangerschaft ein, gehen die frühen Entfaltungen mit der Monatsblutung wieder zurück, ein neuer Zyklus beginnt.

In den Wechseljahren schrumpft das Drüsen- und Bindegewebe, Formfestigkeit und Dichte der Brust lassen nach – damit aber auch die viele Frauen plagenden zyklischen Brustbeschwerden.

Das Brustgewebe: Was sich wie anfühlt

Das Drüsengewebe lässt sich am besten im oberen äußeren Brustbereich (Quadranten) neben der Achselhöhle tasten, wo es auch am deutlichsten ausgeprägt ist. Normalerweise fühlt es sich fest und nur leicht strangförmig an, eventuell auch etwas höckrig oder knotig. Das Fettgewebe ist dagegen weicher und liegt zum Beispiel vermehrt im unteren Bereich der Brust. Besonders der Fettanteil hängt vom individuellen Körperbau ab: Bei Frauen, die viel auf die Waage bringen, sind auch die Brüste fettreicher.

Stellen, die sich oft etwas uneben, höckrig oder gar knotig anfühlen, können in der zweiten Zyklushälfte zunehmen und schmerzempfindlich sein. Diese zyklisch auftretenden Brustschmerzen heißen häufig Mastodynie (der Wortstamm "Mast-" leitet sich aus dem Griechischen ab und bedeutet Brust, Mutterbrust).

Ein schmerzhaftes Spannungsgefühl in beiden Brüsten gehört neben dem Ausbleiben der Monatsblutung übrigens auch zu den ersten, wenn auch unsicheren Anzeichen einer Schwangerschaft. Schmerzen im Bereich der Brüste ohne Bezug zum Zyklus nennen Ärzte eher Mastalgie. Ob Schmerzen in der Brust, Mastalgie, Mastodynie: Besser einmal zu viel als zu wenig zum Arzt, insbesondere dann, wenn außerdem eine Veränderung an der Brust festzustellen ist. Das gilt auch für Männer.

Vor den Wechseljahren sollten Frauen ihre Brüste möglichst immer in der ersten Zyklushälfte untersuchen, weil das Gewebe dann lockerer und besser "durchtastbar" ist.

Bei Einnahme einer Anti-Baby-Pille, die keinen Zyklus nachahmt, oder nach den Wechseljahren sollte man möglichst immer denselben Zeitpunkt im Monat für die Untersuchung wählen – einfach als Anhaltspunkt, um es nicht gänzlich zu vergessen. Natürlich kommt es auch auf die passende Technik an. Hilfestellung gibt der Frauenarzt (siehe Kapitel "Weitere Symptome, Diagnose").

Frauen, die ihre Brüste selbst untersuchen, haben meistens mehr Gespür für Veränderungen des Gewebes. Das ist nach aktuellen Studien der Hauptvorteil der Selbstuntersuchung. Wichtig ist auch, die Beschaffenheit rechts und links miteinander zu vergleichen und auf neu entstandene Seitenunterschiede zu achten.

Tastbare Knoten sind meistens größer als einen halben bis einen Zentimeter.

Brustsymptome: Wann zum Arzt?

Eine tastbare Veränderung der Brust, etwa eine ungewöhnliche Verhärtung, Vorwölbung, ein "Knubbel" oder Knoten und jede sonstige Auffälligkeit – egal ob mit oder ohne Knoten, mit oder ohne Schmerzen – ist ein Grund, zum Frauenarzt zu gehen. Das gilt insbesondere dann, wenn der Knoten schon einige Zeit besteht oder größer geworden ist. Auch eine Veränderung, die sich nicht gut vom umgebenden Brustgewebe abgrenzen lässt, sollte der Arzt untersuchen.

Neben einzeln abgrenzbaren Knoten gibt es weitere auffällige Symptome an den Brüsten, die der Frauenarzt immer abklären sollte:

  • Knotigkeit in einem bestimmten Bereich einer Brust
  • Größenzunahme oder Schwellung einer Brust, auch im Vergleich zur anderen
  • Abflachung oder Einziehung der zuvor normalen Brustwarze
  • Austritt von Flüssigkeit aus einer Brustwarze, insbesondere wässrig-blutige oder anders verfärbte Absonderungen
  • Veränderungen der Haut: Rötung, Schuppung, Juckreiz, Einziehung, Grübchenbildung ("Orangenhaut"), Geschwürsbildung

Knoten in der Brust: Diagnose

Früherkennungsuntersuchung auf Brustkrebs

Im Normalfall bieten die Krankenkassen Frauen ab 30 Jahren einmal jährlich kostenlos eine Früherkennungsuntersuchung an. Für die 50- bis 69-Jährigen steht zusätzlich alle zwei Jahre die freiwillige Röntgen-Reihenuntersuchung der Brust zur Verfügung, das Mammografie-Screening.

Bei der ersten Beratung notiert der Frauenarzt sich zunächst Angaben zur individuellen Familien- und Krankengeschichte der Betroffenen, etwa dazu, ob in der Familie bereits Erkrankungen wie Brust- und Eierstockkrebs aufgetreten sind. Wichtig sind natürlich Informationen zur hormonellen Situation (Zeitpunkt der ersten, bei älteren Frauen auch der letzten Periodenblutung), zu eventuellen Problemen mit dem Zyklus und zur Familienplanung (Schwangerschaften oder unerfüllter Kinderwunsch?).

Auch über eingenommene Medikamente, insbesondere Hormonpräparate (Anti-Baby-Pille oder andere hormonelle Verhütungsmaßnahmen beziehungsweise Hormone gegen Wechseljahresbeschwerden) muss der Arzt informiert werden, falls er die Therapie nicht selbst durchgeführt hat.

Bei der dann sich anschließenden körperlichen Untersuchung der Brüste (als Früherkennungsuntersuchung oder als regulärer Termin) betrachtet der Arzt zunächst ihre Form und Beschaffenheit. Dabei achtet er auch auf mögliche Seitenunterschiede, Hautveränderungen oder Narben. Dann untersucht er die Brüste mit seiner speziellen Tasttechnik. Dabei bittet er die Frau, verschiedene Körperhaltungen einzunehmen: Stehen, Sitzen, Arme in die Hüften gestemmt, über den Kopf gehoben. Außerdem kontrolliert er die Lymphabflusswege und tastet sie ab: die Achselhöhlen sowie die Bereiche über und unter dem Schlüsselbein.

Zur Brustkrebs-Früherkennungsuntersuchung gehört außerdem die Anleitung zur Selbstuntersuchung.

Frauen mit erblich erhöhtem Brustkrebsrisiko (siehe unter "Brustkrebs", Kapitel "Ursachen und Risikofaktoren") wird eine intensivierte Früherkennung mit Abtasten der Brust, Mammografien, Ultraschall, Magnetresonanztomografien und frauenärztlichen Untersuchungen der Unterleibsorgane empfohlen.

Und: Gesunde Frauen ab 20 Jahren können zudem einmal im Jahr zur kostenlosen Früherkennungsuntersuchung auf Gebärmutterhalskrebs gehen.

Wenn sich ein Knoten tasten lässt

Kommt die Frau wegen einer Auffälligkeit an der Brust, befragt der Frauenarzt je nach Kenntnis der Patientin diese mehr oder weniger eingehend nach dem oben beschriebenen Modus. Und: Gibt es bereits einen bekannten Brustbefund? Wurde die Betroffene schon einmal an der Brust operiert? Hat die Patientin weitere Brustbeschwerden (siehe oben)? Dann überprüft er den Tastbefund und untersucht die Frau gründlich. Falls sie sich gerade in der zweiten Zyklushälfte befindet, kann es sinnvoll sein, die Brust in der folgenden ersten Hälfte des neuen Zyklus zu kontrollieren, also kurz nach der nächsten Menstruation. Denn das Brustgewebe verändert sich hormonabhängig und ist in der ersten Zyklushälfte beim Tasten besser zu beurteilen.

Manchmal ist jedoch eine zeitnahe genauere Diagnostik ratsam. Infrage kommen eine Ultraschalluntersuchung (Sonografie, Mammasonografie) und eine Röntgenuntersuchung (Mammografie) der Brüste. Frauen, die jünger als 40 Jahre sind, haben in der Regel ein sehr dichtes Brustgewebe. Daher steht die Ultraschalluntersuchung bei ihnen an erster Stelle. Dies gilt auch in der Schwangerschaft und Stillzeit. Nötigenfalls führen Ärzte heute aber auch in diesen Situationen eine Mammografie durch.

Die zur Abklärung eines auffälligen (Tast-)Befundes herangezogene Röntgenuntersuchung der Brüste wird, im Unterschied zur Screening-Mammografie "brustgesunder" Frauen, als diagnostische oder kurative Mammografie bezeichnet.

Manchmal kann ergänzend noch eine Magnetresonanztomografie der Brüste (MRT) notwendig sein. Sie ist jedoch speziellen Fragestellungen vorbehalten.

Bei Besonderheiten, zum Beispiel Absonderungen (Sekretionen) aus einer Brust, können Milchgänge mittels eines eingespritzten Kontrastmittels in Röntgenbildern dargestellt werden. Diese Galaktografie ist eine Variante der Mammografie. Eingedicktes Sekret oder eine Wucherung, welcher Art auch immer, kann den Kontrastmittelfluss behindern. In der Röntgenaufnahme kann sich dann ein Abbruch oder Füllungsdefekt des Milchganges zeigen.

Die Untersuchung ist unangenehm bis schmerzhaft. Zuvor wird die Flüssigkeit selbst auf enthaltene Zellen und Bakterien untersucht. Eine Kontrastmittelallergie ist bedingt eine Gegenanzeige (relative Kontraindikation). Vorher kann die Patientin Medikamente erhalten, die die allergische Reaktion weitgehend unterdrücken. Die Untersuchung ist nur möglich, wenn ein Milchgang aktuell Sekret absondert oder dieses sich herauspressen lässt. Denn nur so ist erkennbar, welcher Gang untersucht werden muss. Vor der Kontrastdarstellung muss eine normale, aktuelle Mammografie vorliegen.

Die meisten Flüssigkeitssekretionen sind gutartiger Natur. Selbst hinter einer blutigen Absonderung muss nicht unbedingt eine bösartige Veränderung stecken. Ob das so ist, lässt sich aber nur bei genauerer Untersuchung feststellen.

! Wichtig: Auch wenn in einer Absonderung aus der Brustwarze keine auffälligen Zellen entdeckt wurden, muss bei einem gleichzeitig vorhandenen Knoten oder einem verdächtigen Befund in Röntgen- oder Ultrschallbildern der Brust eine Gewebeprobe (Biopsie, meist als Stanzbiospie) entnommen und feingeweblich untersucht werden.

Abgesehen von wenigen Ausnahmen, beispielsweise einer normalen Zyste, ist zur Diagnosestellung bei einem Knoten also häufig die feingewebliche Untersuchung einer Gewebeprobe nötig. Das bedeutet: Auch ein "solider", aus festem, nicht flüssigem Inhalt bestehender Herd, der nicht tastbar ist, aber in der bildgebenden Diagnostik auffällt, muss in aller Regel in einer Gewebeprobe abgeklärt werden.

Die Gewebeprobe wird bei tastbaren Befunden meistens ambulant durch eine minimal invasive Stanzbiopsie gewonnen. Minimal invasiv bedeutet, dass nur ein sehr kleiner Schnitt notwendig ist. Seltener erfolgt die Abklärung über einen kurzen chirurgischen Eingriff als offene Biopsie (diagnostische Exzisionsbiopsie). Diese kommt zum Beispiel infrage, wenn die bildgebenden Befunde verdächtig sind, die vorherige Stanzbiopsie jedoch kein klares Ergebnis bringt, oder wenn der minimal invasive Eingriff aus bestimmten Gründen nicht möglich ist.

Eine Feinnadelaspiration wird heute in der Brustdiagnostik im Wesentlichen nur noch zum Absaugen einer Zyste oder eventuell zur Untersuchung eines Lymphknotens in der Achselhöhle eingesetzt.

Mehr zur Diagnostik einschließlich Mammografie-Screening ebenfalls im Ratgeber Brustkrebs auf unserer Homepage, Kapitel "Früherkennung und Diagnose", und – themenbezogen – in den anderen Kapiteln des genannten Ratgebers und des vorliegenden Beitrags.

Stolpersteine beim Stillen: Milchstau und Brustentzündung

In der Stillzeit kommt eine Brustentzündung viel häufiger vor als außerhalb davon. Beteiligt sind häufig typische Haut- und Schleimhautbakterien wie zum Beispiel Staphylokokken. Die Mutter kommt über Händekontakt ständig damit in Berührung: Unvermeidlich, dass sie auch auf das Kind übergehen. So besiedeln sie nicht nur die Haut der mütterlichen Brust, sondern auch den Nasen-Rachen-Raum des Säuglings. Und wenn das Kleine an seinen Händchen nuckelt, nimmt es natürlich auch wieder Keime auf.

Über die Brustwarzenkuppe können die Erreger in die Milchgänge gelangen. In der Folge kommt es zu einer örtlichen Entzündung des Drüsengewebes um den infizierten Milchgang herum. Falls sich auch Milch staut, kann sich die Entzündung leicht im Brustgewebe ausdehnen. Ein Milchstau ist allerdings keine notwendige Voraussetzung für eine Brustentzündung. Auch über kleine Hautrisse im Bereich der Brustwarze finden Keime Zugang zur Brust. Dann breitet sich die Entzündung zunächst im Bereich der Lymphspalten des Bindegewebes unter der Brusthaut aus (Erysipel).

Wenn die Milch von vornherein nicht richtig abfließen kann und es bald zu einem Michstau kommt, entwickelt sich nicht selten eine Entzündung. Denn der Milchstau begünstigt die Vermehrung von Keimen. Außerdem kann die Milch durch den erhöhtem Druck in die Umgebung des Milchgangs sickern und dort eine Entzündung auslösen.

Ein Milchstau kann ganz alltägliche Ursachen haben, darunter seitens der Mutter beispielsweise Stress, eine Ernährungsumstellung, ein zu enger BH, einseitige Körperhaltungen beim Stillen und vieles mehr. Milch kann sich aber auch stauen, wenn das Baby seinen Rhythmus verändert, mehr schläft und weniger trinkt.

Mögliche Folgen: Milchzyste, Abszess

Noch während der Stillzeit oder kurz danach bildet sich mitunter eine Milchzyste (Galaktozele), wenn die Milch stagniert und ein Pfropfen entsteht, der den Milchgang verschließt (siehe Kapitel: "Ursachen: Zyste, Fettgewebsnekrose").

Eine höchst unwillkommene Komplikation der bakteriellen Brustentzündung – und selten eventuell auch einer Milchzyste – ist eine Eiteransammlung (Abszess).

Spätestens wenn sich eine Brustentzündung zum Beispiel nach ein- bis zweiwöchiger Therapie mit Antibiotika nicht grundlegend gebessert hat, wird der Arzt verschiedene Untersuchungen anschließen, zum Beispiel eine Ultraschalluntersuchung der Brust. Dabei geht es darum, der Ursache genauer auf die Spur zu kommen.

Symptome einer Brustentzündung: Zunächst entwickelt sich eine etwa münzgroße Rötung mit einem schmerzenden Knoten. Der entzündete Bereich ist heiß und gerötet. Bei deutlicher Ausprägung kommt es in der Regel auch zu einem schnellen Fieberanstieg über 38 Grad Celsius, manchmal Schüttelfrost. Auch können die Achsellymphknoten anschwellen. Viele Frauen fühlen sich krank. Ohne Behandlung kann sich der Entzündungsherd schlimmstenfalls weit ausdehnen, oder es bildet sich eine tastbare Schwellung, die womöglich einem Abszess entspricht.

Therapie: Eine leichte Brustentzündung lässt sich häufig mit Selbsthilfemaßnahmen wie sanftes Massieren der Brust, fortgesetztes Stillen, kühlende Umschläge, zum Beispiel Quarkwickel noch in den Griff bekommen. Am besten Rat bei der Hebamme einholen, in welcher Reihenfolge genau welche Maßnahmen angewendet werden können.

Klingen die Beschwerden nach ein bis zwei Tagen– besser: nach einem Tag – jedoch nicht ab, sollte die Frau ihre Hebamme erneut hinzuziehen oder sicherheitshalber zum Arzt gehen, bei deutlichen Beschwerden, Krankheitsgefühl und steigendem Fieber unverzüglich. Er wird nach genauer Befunderhebung und gegebenenfalls Keimbestimmung bei Bedarf auch Medikamente wie Antibiotika und ein entzündungshemmendes Mittel verschreiben. Einen Abszess punktiert oder eröffnet der Arzt. Die Frau muss nicht in jedem Fall abstillen.

Selten: Brustentzündung außerhalb der Schwangerschaft und Stillzeit

Eine Brustentzündung bei einer nicht schwangeren oder nicht stillenden Frau fällt ebenfalls hauptsächlich in das gebährfähige Alter. Doch auch in der Umstellungsphase der Wechseljahre tritt mitunter noch eine Mastitis auf. Es gibt verschiedene Ursachen, teilweise sind sie auch unbekannt.

So können beispielsweise Hohlwarzen ("Schlupfwarzen") oder Zysten und Knötchen in der Brust, sogenannte fibrozystische Veränderungen, Brustentzündungen unabhängig vom Stillen begünstigen, ebenso erweiterte Milchgänge (Duktektasien). Auch Rauchen oder hormonelle Einflüsse bis hin zu Hormontherapien zur Empfängnisverhütung oder gegen Wechseljahresbeschwerden scheinen eine Rolle zu spielen.

Unmittelbar auslösend sind häufig Bakterien und / oder ein Milch- beziehungsweise Sekretstau. Eventuell ist der Spiegel des Hormons Prolaktin erhöht (Hyperprolaktinämie, mehr dazu im Beitrag "Schmerzende Brüste"). Dabei kommt es häufiger auch zu Zyklusstörungen. Wenn die Brustwarzen gleichzeitig Milch beziehungsweise Sekret absondern, kann dies auf einen Zusammenhang mit Prolaktin hinweisen.

Ein Milch- oder Sekretstau in einem erweiterten Milchgang kann auch zur Folge haben, dass Milch oder Sekret ins umgebende Gewebe übertritt. Dieses reagiert wie auf einen Fremdkörper mit einer Entzündung (sogenannte periduktale Mastitis), ähnlich wie weiter oben im Hinblick auf die Brustentzündung in der Stillzeit beschrieben.

Schließlich kann eine Mastitis auf einer erhöhten Infektionsneigung oder Schwächung des Immunsystems beruhen, zum Beispiel bei Diabetes, Rheuma oder einer Therapie mit Kortison. Weitere Formen der Mastitis: Mastitis bei Tuberkulose oder Sarkoidose (keine bakterielle Ursache!) andere, seltene Infektionen der Brust sowie Hautinfektionen im Brustwarzenbereich bis hin zu Talgdrüsenvereiterungen. Auch Piercing kann auslösend sein.

Symptome der Brustentzündung außerhalb der Stillzeit: Die Haut ist in einem oft keilförmigen Sektor der Brust neben dem Warzenhof überwärmt, gerötet. Der entzündete Bereich ist schmerzhaft (Mastalgie, manchmal spricht der Arzt auch von Mastodynie), und es lässt sich eine geschwulstähnliche Verhärtung tasten. Fieber ist möglich, tritt sber nicht immer auf. Lymphknoten können auf der erkrankten Seite anschwellen. Die Brustwarze kann eingezogen oder verzogen sein. Als Komplikation kann sich auch hier ein Abszess, also eine eitrige Einschmelzung, entwickeln, oder ein Fistelgang, der außen in der Haut mündet. Mitunter tritt die Entzündung nach Abklingen erneut auf.

Eine Milchgangserweiterung ohne Entzündung macht in der Regel keine Beschwerden, sondern ist ein Zufallsbefund (siehe unten, Therapie).


Diagnose: Die Beschreibung der Patientin, wie sich das Krankheitsbild entwickelt hat, der Befund der Brust, eine Ultraschalluntersuchung und – falls aus der oder den Brustwarze(n) Sekret austritt, dessen weitere Untersuchung – führen zur Diagnose. Falls die Therapie nach wenigen Tagen keine Besserung bewirkt und / oder auffällige Zellen in den Absonderungen gefunden worden, wird der Arzt zu einer Mammografie, meist auch einer Gewebeentnahme aus dem erkrankten Bereich raten, um auszuschließen, dass eine ernsthafte Veränderung, die sich hinter der Entzündung verbirgt, länger unerkannt bleibt. Falls Symptome wie zum Beispiel Milchabsonderung außerhalb der Schwangerschaft oder Stillzeit sowie Zyklusstörungen bis hin zum Ausbleiben der Regel, eventuell auch Unfruchtbarkeit, bestehen, lässt der Arzt den Prolaktinspiegel bestimmen. Geht der Arzt von einer speziellen Grunderkrankung aus, so gestalten sich die Diagnose- und Therapiemaßen entsprechend.

Brustkrebsrisiko: nicht zusätzlich erhöht. Wenn aber eine zuvor normale Brustwarze ihre Form oder Beschaffenheit verändert oder eine Entzündung trotz Therapie fortbesteht, so ist das immer ein Warnzeichen, dem nachgegangen werden muss.

Therapie: Ist die Ursache eine bakterielle Infektion, wird die Patientin mit Antibiotika behandelt. Rauchverzicht ist empfehlenswert, ebenso ein stützender BH. Vorübergehende Einnahme eines Schmerzmittels und örtliche Wärmeanwendungen können die Beschwerden lindern. Ein Abszess wird nach vorhergehender Ultraschalldiagnostik chirurgisch eröffnet und der Eiter abgeleitet. Zusätzlich setzt der Arzt ein geeignetes Antibiotikum oder eine Antibiotika-Kombination ein. Bei wiederkehrender (chronischer) Entzündung wird der Arzt dazu raten, einen dann meist vorliegenden erweiterten Milchgang oder einen Bereich mit erweiterten Milchgängen unter dem Warzenhof zu entfernen. Auch eine Fistel oder andere entzündliche Gewebeveränderungen wie zum Beispiel eine wiederholt sich entzündende Talgdrüse werden meist operativ saniert.

Eine symptomlose Milchgangserweiterung, die zum Beispiel als unauffälliger Zufallsbefund bei einer Ultraschalluntersuchung der Brust festgestellt wurde, muss nicht behandelt werden, eine Milchzyste auch nicht unbedingt.

Mastopathie – was bedeutet das?

Der Begriff Mastopathie beschreibt verschiedene Veränderungen des Brustgewebes, die ohne oder mit Beschwerden einhergehen können und sich überwiegend unter dem Einfluss von Hormonen entwickeln. Fibrozystische Mastopathien treten vor allem bei Frauen im Alter zwischen 30 und 55 Jahren auf.

Die Brustveränderungen werden unterschiedlich eingestuft: Das reicht von "normal" über "kaum krankhaft" bis zur Bewertung "mäßig erhöhter Risikofaktor für Brustkrebs". Daher müssen viele dieser Veränderungen auch nicht behandelt werden, während andere zumindest regelmäßger Kontrollen bedürfen.

Wie der Name schon sagt, bedeutet fibrozystisch zweierlei: Zum einen vermehrt sich das Bindegewebe in der Brust (Fibrose), das dann teilweise auch narbigen Charakter annehmen kann. Zum anderen bilden sich Zysten (siehe auch Kapitel "Ursachen: Zyste, Fettgewebsnekrose"). Das sind flüssigkeitshaltige, bläschenartige Hohlräume im Gewebe, die erweiterten Endstücken der Milchgänge am Drüsenläppchen entsprechen.

Die Zysten sind nicht gerade klein und können auch als Knoten tastbar sein. Das Drüsengewebe kann zunehmen, sodass sich die Läppchen insgesamt vergrößern (Adenose, siehe auch Kapitel "Ursachen: Andere Geschwülste").

Formen der fibrozystischen Mastopathie

Ärzte unterscheiden feingeweblich ("nach Prechtel") drei Schweregrade. Die Mastopathie Grad I entspricht der einfachen fibrozystischen Form. Das Bindegewebe ist nur leicht vermehrt, und es finden sich wenige Zysten.

Ist die Tendenz zur Vermehrung des normalen Gewebes in einzelnen Milchgängen erhöht, so entspricht das Grad II. Hier kann ein wechselndes Bild aus kleinen Knötchen, Narbenzügen und verengten Milchgängen entstehen.

Beim Grad III besteht eine noch deutlichere Vermehrung von Drüsenzellen im Bereich der Milchgänge (Hyperplasie). Damit kann auch ein Wandel im Zellbild einhergehen: Es entstehen Zellen mit sogenannten atypischen Hyperplasien, das heißt, die neu hinzugekommenen Zellen haben ihren Charakter etwas verändert und weichen vom normalen Zelltyp mehr oder weniger ab. Eine entsprechende Ausprägung heißt atypische duktale Hyperplasie (ADH).

Fibrozystische Veränderungen betreffen in der Regel beide Brüste. In der zweiten Zyklushälfte, also in der Zeit zwischen dem Eisprung und der Monatsblutung, sind sie ausgeprägter und können dann auch mehr Beschwerden machen. Nach den Wechseljahren bilden sie sich je nach Ausprägung häufig zurück, sofern keine Hormone gegen Wechseljahresbeschwerden eingenommen werden.

Fibrozystische Mastopathie: Symptome

Manche Frauen haben keinerlei Beschwerden, und der Befund wird zufällig bei einer Unterschung entdeckt. Andere tasten in der Brust einzelne Knoten oder ganze Areale, die knotig verändert sind. Damit verbundene Brustschmerzen sind vor der Periode am stärksten ausgeprägt. Vor den Wechseljahren können die Beschwerden noch zunehmen. Zysten lassen sich häufig als prall-elastische Knoten wechselnder Größe, abhängig vom Zyklusverlauf, tasten. Selten kann es zum Austritt von etwas trüber, aber nicht blutiger Flüssigkeit aus den Brustwarzen – meistens auf beiden Seiten – kommen. Äußerst selten zeigt die Brust Entzündungszeichen, das heißt, ein Bereich fühlt sich etwas überwärmt an, ist leicht gerötet, knotig bis verhärtet und schmerzhaft.

Diagnose

Bei fibrozystischen Veränderungen ist der Tastbefund oftmals schwer zu beurteilen. Daher wird der Arzt bei Auffälligkeiten, etwa einem tastbaren Knoten oder einem verhärteten Bereich in der Brust, eine Ultraschalluntersuchung (Sonografie) durchführen. Dies gilt vor allem für Frauen unter 30 Jahren, da sie ein dichtes Brustgewebe haben. In Ultraschallbildern sind insbesondere Zysten optimal darstellbar. Nur bei Bedarf wird noch eine diagnostische Mammografie angeschlossen, im Zweifelsfall auch eine Biopsie, also die Entnahme einer Gewebeprobe zur feingeweblichen Untersuchung.

Und das Brustkrebsrisiko bei fibrozystischer Mastopathie?

Einfache fibrozystische Veränderungen erhöhen das Brustkrebsrisiko nicht. Es entspricht demjenigen "brustgesunder" Frauen. Finden sich Milchgangszellen mit atypischer Hyperplasie (ADH, Überlappung mit der Mastopathie Grad III), erhöht sich das Brustkrebsrisiko rein statistisch etwa um das Vier- bis Fünffache in der untersuchten und in der anderen Brust nach zehn Jahren. Das würde bedeuten, dass ungefähr 20 Prozent der Betroffenen oder eine von fünf Frauen später möglicherweise Brustkrebs bekommt.

Allerdings erkranken Frauen in der Altersgruppe, in der die Mastopathie meistens aufritt, von vornherein seltener an Brustkrebs, was diese Berechnungen relativiert (siehe unten). Im Einzelfall wird der Arzt immer alle relevanten Risikofaktoren bei einer Frau betrachten, bevor er ein mögliches individuelles Risiko für Brustkrebs annähernd abschätzen kann.

Sicherheitshalber wird er Befunde, die ein etwas erhöhtes Brustkrebsrisiko mit sich bringen, regelmäßig kontrollieren. Das gilt insbeosndere dann, wenn sich das Brustgewebe in der Mammografie als relativ dicht oder sehr dicht erweist. Dies gilt als eigenständiger Risikofaktor für Brustkrebs. In Kombination mit einer ADH würde es noch höher ausfallen, was eine Indikation für eine vorbeugende Anti-Hormonbehandlung sein kann. Am besten lässt eine betroffene Frau sich in einem zertifizierten Brustzentrum beraten. Informationen dazu im Kapitel "Überblick" (unter Fachliteratur).

Therapie

Über die Behandlungs- und Selbsthilfemöglichkeiten können Sie im Kapitel Ursachen: "Zyklusabhängig" im Beitrag "Schmerzende Brüste" nachlesen.

Was ist ein Fibroadenom?

Fibroadenome sind gutartige Geschwülste, die vor allem aus Binde- und Drüsengewebe bestehen. Obwohl sie am häufigsten vor den Wechseljahren – genau genommen bei jungen Frauen im Alter von etwa 15 und 35 Jahren – auftreten, können sie sich unter dem Einfluss einer Hormontherapie auch noch danach in der Brust bilden. Bei Frauen, die schon vor dem 20. Lebensjahr die Pille nehmen, entwickeln sich Fibroadenome tendenziell häufiger. Ansonsten scheint eher kein Zusammenhang mit der Pille zu bestehen. In der Schwangerschaft und Stillzeit können sie sich deutlich vergrößern. Nach den Wechseljahren nehmen sie normalerweise nicht weiter zu oder schrumpfen sogar. Abgesehen davon, dass sie hormonell beeinflusst werden, ist die genaue Ursache ihrer Entstehung noch unklar.

Feingeweblich werden Fibroadenome in einfache und komplexe Formen unterteilt. Komplex bedeutet, dass das Gewebe wegen bestimmter Zellveränderungen etwas "unruhig" wirkt – es enthält etwa Zysten, vergrößerte Drüsenzellen (Adenose; siehe Kapitel "Ursachen: Andere Geschwülste"), Kalk. Der Arzt spricht hier auch von proliferativen Veränderungen, was zunächst nur bedeutet, dass an der entsprechenden Stelle im Vergleich zum übrigen Gewebe mehr Zellen wachsen.

Fibroadenom: Welche Symptome gibt es?

Fibroadenome können kleiner als ein Zentimeter sein oder deutlich größer. Falls tastbar, sind es eher rundliche, kugelige, gut vom umgebenden Gewebe abgrenzbare Gebilde. Sie fühlen sich fest bis derb an, wie eine Murmel, lassen sich unter der Haut verschieben und sind in der Regel schmerzlos. Kleine Fibroadenome können dem Tastsinn entgehen und dann nur in einer Gewebeprobe festgestellt werden. In einer Brust können sich auch mehrere Fibroadenome bilden. Bei jungen Frauen kann ein Fibroadenom mitunter recht schnell wachsen und recht groß werden (juveniles oder Riesenfibroadenom, eine Sonderform).

Die Diagnose ist meist schnell gestellt

Auch wenn der Frauenarzt bei einem entsprechenden Tastbefund meist schon die richtige Diagnose vermutet, sind bildgebende Untersuchungsverfahren wegweisend: Bei Frauen unter 30 Jahren zuerst und vor allem eine Ultraschalluntersuchung (Sonografie) der Brust, weil das Brustgewebe bei ihnen sehr dicht ist und eine Mammografie daher weniger aussagekräftig wäre.

Bei Frauen in Altersgruppen darüber wird der Arzt zügig eine Mammografie ansetzen, zusätzlich eventuell auch eine Ultraschalluntersuchung heranziehen. Ob sicherheitshalber eine Biopsie mit anschließender feingeweblicher Untersuchung folgt, hängt von den Befunden im Einzelfall ab. Bei einer verdächtigen Veränderung wird der Arzt zur Biopsie raten.

Wie ist das Brustkrebsrisiko nach Diagnose eines Fibroadenoms?

Ein einfaches Fibroadenom beeinflusst das Brustkrebsrisiko nicht zusätzlich. Damit ist gemeint, dass dieses Risiko nicht über den Durchschnittswert von vier bis fünf Prozent steigt, der für "brustgesunde" Frauen ohne Risikofaktoren angesetzt wird. Das durchschnittliche Risiko aller Frauen für Brustkrebs, das die Bandbreite von hohen bis null Risikofaktoren abbildet und sich auf eine durchschnittliche Lebenszeit von 85 Jahren bezieht, beträgt etwa 12 Prozent.

Ein komplexes Fibroadenom erhöht das Brustkrebsrisiko geringfügig – etwa um das Eineinhalb- bis Zweifache in den nächsten zehn Jahren. Die Wahrscheinlichkeit, dass es im Laufe des Lebens tatsächlich zu Brustkrebs kommt – der nichts mit dem Fibroadenom selbst zu tun hat –, ist jedoch gering.

Therapie bei Fibroadenomen

Die Behandlung gestaltet sich individuell. Regelmäßige Kontrollen können genügen, wenn sicher ist, dass es sich um ein unproblematisches Fibroadenom handelt. Falls eine Frau sich aber an der Geschwulst stört oder sich wohler fühlt, wenn sie entfernt wird, so ist dies jederzeit möglich.

Kleine Fibroadenome lassen sich minimal invasiv entfernen. Das kann bereits mit der Stanzbiopsie erfolgt sein. Ansonsten kommt eine Exzisionsbiopsie infrage. Das ist ein kurzer Eingriff in Narkose, bei dem der Knoten vollständig herausgenommen wird. In die Entscheidung des Für oder Wider fließen immer auch kosmetische Gesichtspunkte ein.

Manchmal kann ein Fibroadenom die Brust beispielsweise etwas verformen, sodass die Operation aus kosmetischen Gründen erwünscht ist. Umgekehrt wird der Arzt darauf achten, dass bei einem Eingriff die Form der Brust bewahrt bleibt. Diese Frage kann sich zum Beispiel stellen, wenn mehrere Geschwülste in der Brust vorhanden sind. Außerdem können Narben es später erschweren, das Brustgewebe bei verschiedenen Untersuchungen zu beurteilen.

Gelegentlich sprechen das feingewebliche Ergebnis – etwa bei einem kompexen Fibroadenom –, eine gewisse Größe der Geschwulst (über zwei Zentimeter) oder wenn diese rasch wächst, sicherheitshalber dafür, sie zu entfernen. Bei älteren Frauen kann in Erwartung der natürlichen Rückbildung des Fibroadenoms bei sicherer Diagnose eventuell zunächst auf eine Operation verzichtet werden. Lässt sich nach Entfernung eines Fibroadenoms ein weiteres feststellen, so hat sich dieses in der Regel neu gebildet.




Was sind Zysten?

Zysten sind flüssigkeitsgefüllte, bläschenartige Hohlräume in Geweben. Sie können einzeln oder vielfach auftreten und sind meist harmos. Die Innenwand von Zysten in der Brustdrüse besteht aus Drüsenzellen. Zysten entstehen hier, wenn überschüssiges Drüsen- und Bindegewebe Milchgänge einengt. Sekret staut sich zurück, sodass sich die Milchgänge am Endstück, zum Drüsenläppchen hin, sackförmig erweitern. Eine einzelne Zyste ist meistens größer als einen Zentimeter.

Sind mehrere größere Zysten entstanden, so sind sie Teil sogenannter fibrozystischer Veränderungen der Brust (siehe Kapitel "Fibrozystische Mastopathie"). Die eigentliche Ursache von Zysten ist unklar. Weibliche Geschlechtshorme spielen offenbar eine Rolle. So können Zysten, die sich nach den Wechseljahren normalerweise zurückbilden, bestehen bleiben, wenn eine Frau Sexualhormone (Hormontherapie) einnimmt.

Eine Milchzyste (Galaktozele) kann sich – selten – gegen Ende der Stillphase entwickeln, spontan zurückgehen oder auch nach dem Abstillen zunächst weiterhin vorhanden sein. Sie entspricht einer verschlossenen Milchdrüse. Dadurch erweitert sich die Drüse und / oder der hier abgehende Milchgang zystisch, sodass sich eine milchhaltige zystische Geschwulst bildet (siehe auch Kapitel "Brustentzündung").

Wenn Fettzellen in der Brust geschädigt und zerstört werden, liegt eine Fettgewebsnekrose vor. Dies kann zum Beispiel bei einer Stoßverletzung der Brust passieren – am ehesten bei übergewichtigen Frauen, deren Brüste einen hohen Fettanteil haben. Auch nach einer Brustoperation oder Bestrahlung kann es zu einer Fettgewebsnekrose kommen.

Manchmal entsteht eine solche Nekrose im Rahmen fibrozystischer Veränderungen, bei einer Milchgangserweiterung oder auch bei Brustkrebs. Meistens vernarbt das geschädigte Gewebe mit der Zeit. Durch Verflüssigung kann sich jedoch eine Ölzyste bilden. Der ölige Zysteninhalt kann schalenförmige Verkalkungen abscheiden. Ölzysten bilden sich selten auch nach speziellen, plastischen Brustoperationen, bei denen Eigenfett verwendet wird (Transplantation von autologem Fettgewebe).

Symptome: Tastbare Zysten geben sich als rundliche oder eiförmige Gebilde zu erkennen. Sie fühlen sich in der Regel weich und elastisch an, sind meistens gut vom umgebenden Gewebe abgrenzbar und lassen sich unter der Haut verschieben. Ab einer bestimmten Größe können sie berührungsempfindlich oder schmerzhaft sein, zum Beispiel wenn sie vor der Periodenblutung anschwellen. Danach verkleinern sie sich wieder, sodass auch die Beschwerden nachlassen. Große Zysten können die Umgebung reizen und dadurch auch unabhängig von der Periode Beschwerden machen.
Eine Fettgewebsnekrose geht mit einer tastbaren, oberflächlich in der Brust gelegenen Schwellung oder Geschwulst einher und wird meistens von einer schmerzhaften Entzündungsreaktion begleitet. Die Haut kann eingezogen, gerötet und verdickt sein. Die benachbarten Lymphknoten können anschwellen.
Eine Ölzyste lässt sich beim Tasten kaum unter der Haut verschieben.


Diagnose: Kleinste Zysten bis zu drei Millimetern (Mikrozysten) sind nur mithilfe bildgebender Verfahren wie Ultraschall oder Röntgen (Mammografie) festzustellen. Demgegenüber erreichen größere Zysten (Makrozysten) einen Durchmesser von mehreren Zentimetern. In der Regel sind sie tastbar. Die Sonografie (Ultrschalluntersuchung) kann den flüssigkeitsgefüllten Hohlraum gut darstellen, ebenso die Zystenwand. Daher ist Ultraschall bei dieser Fragestellung das führende Verfahren, zumal er problemlos einsetzbar und nicht belastend ist. Der Arzt kann die Zyste beziehungsweise deren Inhalt über eine Nadel absaugen (Aspiration oder Punktion). Die Zyste selbst verschwindet dann, ebenso damit verbundene Beschwerden. Falls sie sich nachbildet, kann sie erneut punktiert werden. Die gewonnene Flüssigkeit wird auf enthaltene Zellen untersucht. Ist die abgesaugte Flüssigkeit blutig, eine Zyste nach Punktion nicht verschwunden und / oder weist sie in den Mammografie- oder Ultraschallbildern Besonderheiten auf, sind sicherheitshalber weiterführende Untersuchungen nötig. Dazu gehört insbesondere die mikroskopische Begutachtung einer Gewebeprobe.

Eine kalkhaltige Ölzyste ist gut mittels Mammografie diagnostizierbar. Sonografie und Mammografie ergänzen sich hier. Außerdem ergeben sich häufig Hinweise wie eine frühere Brusterkrankung. Das gilt auch für die selten auftretenden Milchzysten (siehe oben). Kleine Milchzysten werden manchmal als Zufallsbefund nach Ende der Stillzeit festgestellt.

Bei einer schmerzhaften Schwellung und Rötung der Brust unklarer Ursache ist ebenfalls eine weitere Abklärung mit einer Gewebeprobe notwendig – also auch bei einer Fettgewebsnekrose (siehe oben).

Brustkrebsrisiko: unbeeinflusst.

Therapie: Die Behandlung hängt von den Beschwerden und der Ausprägung der Zysten ab. Einfache einzelne Zysten können sich spontan wieder zurückbilden. Falls eine Zyste fortbesteht und schmerzt, kann der Arzt den Inhalt mit einer feinen Nadel absaugen (Punktion, siehe oben). Der Arzt wird die Brust nach gegebener Zeit kontrollieren, da die Zyste wiederkehren kann oder sich neue Zysten gebildet haben können. Die Einnahme einer Anti-Baby-Pille unterdrückt den hormonellen Zyklus (je nach Präparat sogar die Blutungen), damit auch die Neigung zu Zysten. Ob dies der geeignete Behandlungsweg ist, wird der Frauenarzt individuell entscheiden. Dabei wird er sowohl die Anliegen der betroffenen Frau, zum Beispiel den Wunsch nach Empfängnisverhütung, als auch mögliche medizinische Risiken berücksichtigen.

Zysten, die nach den Wechseljahren unter einer Hormontherapie auftreten oder fortbestehen, bilden sich normalerweise zurück, wenn die Hormone abgesetzt werden.

Bei einer Fettgewebsnekrose hängt die Behandlung von den Begleitumständen ab. Vernarbt sie, so entstehen normalerweise keine Probleme, außer dass Narben bei späteren Mammografien die Beurteilbarkeit erschweren können. Auch eine Ölzyste oder Milchzyste kann der Arzt punktieren. Eine Milchzyste kann sich manchmal auch spontan zurückbilden (siehe oben). Falls dem nicht so ist, muss sie aber nicht unbedingt (oder unbedingt gleich) behandelt werden. Der Arzt entscheidet darüber zusammen mit der Patientin anhand des individuellen Befundes und zeitnahen Verlaufes.

Vielfältige Geschwulstarten in der Brust

Die nachfolgend – ohne Anspruch auf Vollständigkeit – beschriebenen Geschwülste der Brust sind vielfältig. Die häufigsten gutartigen Ursachen, die der Arzt vorab bei einem tastbaren Knoten vermuten wird, sind Geschwülste vom Typ Lipom oder Fibroadenom. Die meisten Veränderungen gehen vom Drüsengewebe aus. Ein Sonderfall ist der seltene Phyllodes-Tumor: Überwiegend gutartig, zeigt er sich nur ganz selten als bösartige Geschwulst. Als solche wird er aber grundsätzlich von Brustkrebs abgegrenzt.

An der Brustwarze und im Bereich des Warzenhofs können sich mitunter verschiedene gutartige Tumoren oder Knoten bilden, die der Haut oder aber Muskeln zugeordnet werden. So ist kaum bekannt, dass es im Brustwarzenbereich auch vegetativ gesteuerte, kleinste Muskeln gibt. Sie bewirken, was wiederum bekannt ist, nämlich dass sich die Brustwarze auf bestimmte Reize hin zusammenzieht.

Nur sehr selten entwickelt sich ein bösartiges Melanom (Hautkrebs). Auch im Binde- und Lymphgewebe der Brust können mitunter Tumoren entstehen. Dazu mehr im Kapitel "Ursachen: Krebserkankungen".

Lipom: Gutartige Fettgewebswucherung

Der häufigste gutartige Geschwulsttyp in der Brust bei Frauen nach den Wechseljahren ist das Lipom: eine weiche, langsam wachsende Fettgewebswucherung. Lipome können auch an anderen Körperstellen auftreten, zum Beispiel als unter der Haut "verschiebliche" Knoten an Giedmaßen, am Hals oder als Gebilde in inneren Organen. In der Brust selbst können sich Lipome im Fettgewebe unter der Haut bilden, manchmal auch im Drüsenkörper. Gelegentlich enthalten sie zusätzlich Bindegewebe (dann Fibrolipome genannt) oder Drüsenzellen (Adenolipome).

Symptome:
Ein Lipom kann, muss aber nicht als weicher, abgrenzbarer Knoten in der Brust tastbar sein und macht auch sonst keine Beschwerden. Es fällt vor allem an Brüsten mit geringem Fettanteil auf. Lipome treten meist als einzelner oder mehrere im Gewebe verschiebliche(r) Knoten in Erscheinung. Normalerweise werden sie nicht größer als drei oder vier Zentimeter. In einer Mammografie oder in einem Ultraschallbild der Brust sind sie, abhängig von der geweblichen Zusammensetzung, mehr oder weniger gut erkennbar.

Diagnose: In erster Linie setzt der Arzt wie bei jedem unklaren Tastbefund zunächst Ultraschall und Mammografie ein, die üblichen bildgebenden Verfahren, wenn es um die Brust geht. Nur im Zweifelsfall erfolgt eine Gewebeentnahme.

Brustkrebsrisiko: ohne Auswirkung.

Therapie: Eine weitere Behandlung ist bei eindeutiger Diagnose nicht nötig. Falls die Geschwulst an Größe zunimmt, sollte sie sicherheitshalber entfernt werden. Auch kosmetische Gründe können dafür sprechen.

Adenome bestehen aus gutartigen Drüsenzellen

Es gibt verschiedene Formen dieses gutartigen, wenn auch seltenen Geschwulsttyps in der Brustdrüse. Adenome kommen überwiegend bei Frauen im gebährfähigen Alter (unter 40 Jahren) vor. Am häufigsten sind Milch absondernde, sogenannte laktierende Adenome, die meist im letzten Drittel der Schwangerschaft entstehen. Ansonsten heißen sie tubuläre Adenome und bilden kein Sekret. Laktierende Adenome können sehr selten auch in anderen Körperbereichen vorkommen, zum Beispiel in der Achselhöhle, an der Brustwand oder an den Schamlippen. Sie beruhen dann auf fehlerhaft angesiedeltem Brustdrüsengewebe, das unter dem hormonellen Einfluss in der Schwangerschaft ebenfalls Milch bilden kann. Eine weitere, viel häufigere Adenomvariante sind die Fibroadenome (siehe entsprechendes Kapitel in diesem Beitrag).

Symptome: Adenome können als tastbare, nicht schmerzhafte Knoten auffallen. Bei einem laktierenden Adenom der Brust tröpfelt spontan Milch aus der Brustwarze.

Diagnose: In bildgebenden Untersuchungen der Brust wie Ultraschall und Mammografie können Adenome den Fibroadenomen sehr ähnlich sehen. Während der Schwangerschaft und auch in der Stillzeit wird die Brust in erster Linie mit Ultraschall untersucht, nötigenfalls aber auch mittels Mammografie. Eine gesicherte Diagnose mit Ausschluss eines ernsthaften Befundes ist wichtig. Sie wird daher in der Regel feingeweblich gestellt.

Brustkrebsrisiko: Soweit bekannt keine Beeinflussung.

Therapie: Tubuläres Adenom: Üblicherweise Entfernung. Laktierende Adenome bilden sich nach der Entbindung und Abstillen zwar häufig spontan zurück, allerdings nicht immer vollständig. Etwa drei Prozent aller Brustkrebserkrankungen treten in der Schwangerschaft auf. Während bei Brustkrebs auch in der Schwangerschaft oder Stillzeit eine Operation nötig ist, gilt dies bei einem laktierenden Adenom, feingeweblicher Nachweis vorausgesetzt, nicht. Es sei denn, die Geschwulst ist sehr groß, was aber seltener vorkommt. Denn dann kann sie mitunter hinderlich sein, nicht zuletzt beim Stillen. Medikamentös beschleunigtes Abstillen – auch für den Fall, dass Stillen nicht (mehr) erwünscht ist – kann die Geschwulst schrumpfen lassen, allerdings arzneiliche Nebenwirkungen mit sich bringen.

Ärzte raten zu einer individuellen Behandlungsweise, die in Abstimmung mit der Patientin erfolgt und den medizinischen Befund berücksichtigt. Das kann auch bedeuten, eine nach Beendigung des Stillens fortbestehende Veränderung doch besser komplett zu entfernen.

Adenom (oder Adenomatose) der Brustwarze: Sicherheitshalber entfernen

Dabei handelt es sich um einen gutartigen Tumor, der von Zellen der Sammelmilchgänge in der Nähe der Brustwarze ausgeht. Hauptsächlich tritt er bei Frauen im fünften Lebensjahrzehnt auf. Sehr selten sind auch Männer betroffen, was generell für Erkrankungen der Brust gilt. Ein Adenom der Brustwarze kann äußerlich einen sogenannten Paget-Tumor nachahmen (siehe Kapitel "Ursachen: Krebserkrankungen"), sodann feingeweblich einem Milchgangspapillom ähneln oder entsprechen (zu Letzterem weiter unten im Text).

Symptome: Kleine Vorwölbung oder Wucherung an der Brustwarze, Wundsein mit Juckreiz (Ekzem), Geschwürbildung, Absonderung von blutiger Flüssigkeit. Manchmal ist die Brustwarze auch eher eingezogen.

Diagnose: Die üblichen bildgebenden Verfahren kommen zum Einsatz. Sekretabsonderungen werden untersucht, auch eine Gewebeprobe (Biopsie) wird entnommen.

Brustkrebsrisiko: Eigentlich kein Einfluss. Gleichzeitig oder später auftretender Brustkrebs im Bereich der Brustwarze oder brustwarzennah in einem Milchgang wurden gelegentlich bei Adenom dieser Lokalisation beobachtet, sodass eine genaue Diagnostik empfehlenswert ist.

Therapie: Sicherheitshalber wird das Gebilde komplett entfernt.

Adenose: Kontrollieren, eventuell entfernen

Wenn Drüsenläppchen vergrößert sind oder vermehrt Drüsengewebe enthalten, nennt der Arzt das Adenose. Dazu kommt es häufiger im Rahmen fibrozystischer Veränderungen der Brust (siehe entsprechendes Kapitel "Ursachen: Fibrozystische Mastopathie"). Eine der möglichen Varianten ist die sklerosierende oder sogar komplexe sklerosierende Adenose, bei der die vergrößerten Drüsenläppchen mehr oder weniger durch narbenähnliche Fasern verzogen sind und ein unruhiges Zellmuster aufweisen können. Sowohl bei einfacher wie komplexer sklerosierender Adenose können sich Verkalkungen bilden.

Symptome: kleine, rundliche Knoten, knotiger Tasteindruck oder fehlender Tastbefund.

Diagnose: Mammografie, Ultraschalluntersuchung der Brust, Biopsie mit feingeweblicher Untersuchung.

Brustkrebsrisiko: Bei ausgeprägter komplexer sklerosierender Adenose ist das Brustkrebsrisiko etwa eineinhalb bis zweifach nach den nächsten zehn Jahren erhöht. Die Veränderungen können mitunter auch zusammen mit verschiedensten Formen vermehrten Zellwachstums (Proliferation) in der Brustdrüse bis hin zu Brustkrebs vorkommen.

Therapie: Kontrollen genügen bei einfacher Adenose meistens. Wurde eine komplexe sklerosierende Adenose festgestellt, so wird der Arzt empfehlen, die Veränderung zu entfernen, zum Beispiel in einer Exzisionsbiopsie.

Selten: Adenomyoepitheliom

Diese gutartige Geschwulst kommt ausgesprochen selten vor. Feingeweblich ist sie durch verschiedene Merkmale gekennzeichnet, darunter Drüsengewebe mit verwandschaftlichen Beziehungen zu verschiedenartigen Drüsengeweben, zum Beispiel auch Speicheldrüsengewebe, und Muskelzellen. Manche dieser Tumoren ähneln tubulären Adenomen (siehe oben). Übermäßiges, eventuell auch artveränderndes Wachstum (Hyperplasie, Atypie) von Zellen bis hin zu Brustkrebs kommt ebenfalls vor, ist aber extrem selten.

Symptome: Tastbarer Knoten in der Nähe der Brustwarze oder in anderen Anteilen der Brust.

Diagnose: Es wird die übliche Brustdiagnostik einschließlich der Untersuchung einer Gewebeprobe (Biopsie) eingesetzt. Da dieser Geschwulsttyp, so selten er ist, von Brustkrebs abgegrenzt werden muss, wird der Arzt ihn eingehend überprüfen.

Brustkrebsrisiko: Leicht erhöht, insbesondere bei Veränderungen, die einer atypischen Hyperplasie von Milchgangszellen, kurz: ADH (siehe wiederum Kapitel "Ursachen: Fibrozystische Mastopathie"), einer Adenose (siehe oben) oder aber Papillomen ähneln.

Therapie: Vollständige Entfernung und Kontrollen werden empfohlen.

Hamartom: Meist drei Gewebe

Die gutartigen, abgekapselten Geschwülste bestehen aus Drüsen-, Fett- und ungeordneten Bindegewebe (sogenannte Mischtumoren). Wie es dazu kommt, ist unklar. Teilweise bestehen Ähnlichkeiten mit Fibroadenomen oder, wenn Drüsengewebe überwiegt, Adenolipomen. Teiilweise gibt es Verbindungen zu einer Erbkrankheit namens Cowden-Erkrankung, bei der sich auch in anderen Organen Hamartome bilden können, etwa in der Schilddrüse, im Magen-Darm-Trakt oder an den Eierstöcken.

Symptome: Eventuell ist ein größeres Hamartom als schmerzloser, weicher, glatter Knoten tastbar. Häufiger aber handelt es sich um einen Befund, der bei der Mammografie entdeckt wird.

Diagnose: Häufig liefert die Mammografie recht eindeutige Ergebnisse. Die weitere Abklärung empfehlen Ärzte nur bei unklarem Erscheinungsbild. Die sichere Diagnose eines Hamartoms ist durch Untersuchung eines entfernten Gewebeanteils möglich, da Hamartome in der Regel normalem Brustdrüsengewebe gleichen. Daher reicht eine Stanzbiopsie (siehe Kapitel "Weitere Symptome, Diagnose") meist nicht aus. Dennoch wird diese in unklaren Fällen, neben einer Ultraschalluntersuchung, zunächst meist durchgeführt.

Brustkrebsrisiko: kein Einfluss.

Therapie: Entfernung der Geschwulst.

Sekret aus der Brustwarze: Papillom?

Die warzenähnliche Wucherung geht von den Zellen aus, die den Milchgang auskleiden. Papillome treten am häufigsten im Alter von 30 bis 50 Jahren auf. Es gibt verschiedene Ausprägungen. Ein einzelnes Papillom findet sich meistens in einem größeren Milchgang nahe der Brustwarze. Kommen mehrere vor, was der Arzt multiple Papillome nennt, befinden sie sich oft weiter entfernt von der Brustwarze in kleinen Milchgängen am Übergang zu Drüsenläppchen. Manchmal unterscheiden such enthaltene Zellen deutlich vom normalen Bild (Atypie). Eine Sonderform kann bei jüngeren Frauen im Alter unter 30 Jahren vorkommen, auch an beiden Brüsten. Manchmal tritt in der jeweiligen Familie Brustkrebs auf, sodass möglicherweise eine familiäre Neigung zu Tumorerkrankungen der Brust vorliegt.

Symptome: Blutige oder auch klare Flüssigkeitsabsonderungen aus der Brustwarze sind das Leitsymptom von Papillomen der Brust. Sie können manchmal auch als kleiner Knoten in der Nähe der Brustwarze tastbar sein. Die Geschwulst kann aber auch zu klein sein, um getastet zu werden – es sei denn, es hat sich gleichzeitig eine Zyste gebildet. Die eher in Randbereichen der Brust liegenden "Mehrfach-Papillome" verursachen wiederum seltener Absonderungen aus der Brustwarze.

Diagnose: Standardverfahren ist die Mammografie, bei Absonderungen aus der Brust zusätzlich auch eine Röntgenuntersuchung des Milchgangs (Galaktografie). Das Sekret wird analysiert. Hinzukommt in der Regel eine Biopsie mit feingeweblicher Untersuchung.

Brustkrebsrisiko: Ein einzelnes Papillom beeinflusst das Risiko für Brustkrebs nicht. Finden sich mehrere Papillome, so kann es auch häufiger zu anderen Veränderungen von Milchgangszellen (Atypien) kommen. Manchmal entsprechen sie einer atypischen duktalen Hyperplasie (ADH). Damit geht nach bestimmter Zeit ein etwas erhöhtes Brustkrebsrisiko einher (mehr dazu wiederum im Kapitel Ursachen: "Fibrozystische Mastopathie"). Auch das Risiko für ein sogenanntes Duktales Carcinoma in situ (DCIS), eine Brustkrebsvorstufe, steigt (siehe Kapitel "Überblick").

Therapie: Komplette Entfernung der Geschwulst und des angrenzenden Teils des Milchgangs. Der Schnitt wird dabei möglichst um den Rand des Warzenhofs gelegt. Der Arzt wird eine regelmäßige Kontrolle beider Brüste empfehlen, wenn mehrere oder einzelne, stark ausgeprägte Papillome gefunden wurden.

Fällt aus der Reihe: Phyllodes-Tumor

Feingeweblich steht dieser schnell wachsende Geschwulsttyp den Fibroadenomen (darüber informiert das entsprechende Kapitel in diesem Beitrag) nahe. Ein Phyllodes-Tumor – weitere Bezeichnungen: Cystosarkoma phylloides, phylloider oder Phylloides-Tumor – kann aber auch Ähnlichkeit mit bösartigen Bindegewebstumoren haben, sogenannten Sarkomen (mehr dazu wiederum im Kapitel "Ursachen: Krebserkrankungen"). Meist erkranken Frauen im Alter zwischen 30 und 50 Jahren, doch können letztlich können alle Altersgruppen diese Geschwulstart entwickeln.

Im Unterschied zum normalen Fibroadenom ist ein Phyllodes-Tumor besonders stark von Bindegewebswucherungen durchsetzt. Sie bestimmen, ob der Tumor eher gutartig ist oder eine bösartige Richtung einschlägt. Letzteres betrifft nur einen kleinen Anteil der wenigen Betroffenen. Das heißt, Phyllodes-Tumoren sind meist gutartig.

Trotzdem wächst die Geschwulst oft überstürzt, mit Ausläufern weit ins gesunde Gewebe hinein (phylloid bedeutet blattförmig). Daher kann der Tumor sehr groß werden. Wegen des zerlappten Wachstums kann es manchmal schwierig sein, das erkrankte Gewebe restlos zu entfernen. Das erklärt eine gewisse Rückfalltendenz. Ganz selten offenbart die ursprünglich gutartige Phyllodes-Geschwulst, die wiedergekehrt ist, dann auch bösartige Züge.

Bei wiederum einem kleineren Teil der bösartigen Varianten können sich Tochtergeschwülste (Metastasen) bilden, vor allem in der Lunge. Bösartige Phyllodes-Tumoren werden aber grundsätzlich von Brustkrebs abgegrenzt.

Symptome: Meistens schmerzloser, gelegentlich aber auch schmerzhafter, eher rasch entstandener Knoten in der Brust. Die darüberliegende Haut ist mitunter stark gespannt. Unbehandelt kann der Tumor die Haut auch schädigen und nach außen durchbrechen.

Diagnose: Es kommen die Standardverfahren zur Untersuchung der Brust wie Sonografie und Mammografie zum Einsatz. Die Diagnose ergibt sich aus einer Gewebeprobe. Besonders bei jungen Frauen mit einem schnell wachsenden "Fibroadenom" wird der Arzt berücksichtigen, dass möglicherweise eine Geschwulst vom Typ des Phyllodes-Tumors vorliegt, und den Befund eingehend überprüfen lassen.

Therapie: Ein Phyllodes-Tumor wird möglichst weiträumig mit einem Saum gesunden Gewebes entfernt (Tumorektomie oder Teil-Mastektomie), um einem Rückfall vorzubeugen. Falls ein solcher Eingriff aus anatomischen oder kosmetischen Gründen nicht zufriedenstellend machbar ist, muss die Brust abgenommen werden (Mastektomie). Selten entnimmt der Arzt auch Achsellymphknoten, sogenannte Wächterlymphknoten, eventuell auch weitere Lymphknoten. Jedoch entwickelt sich der Tumor kaum dorthin. Ob eine zusätzliche Chemotherapie oder Anti-Hormontherapie bei bösartigen Formen sinnvoll ist, ist nicht erwiesen. Meist schließt sich jedoch eine Strahlentherapie an. Danach wird die Patientin in regelmäßigen Abständen kontrolliert. Gegen Metastasen setzen Ärzte eine Chemotherapie ein.

Hinter Brustkrebs verbergen sich zahlreiche, sehr verschiedene Erkrankungen. Ausführliche Informationen zu den häufigsten Formen des Mammakarzinoms finden Sie im Beitrag "Brustkrebs".

Nachfolgend geht es um einige Sonderformen wie das inflammmatorische Karzinom, den Paget-Tumor, Lymphome und Sarkome der Brust.

Wie eine Brustentzündung: Inflammatorisches Karzinom

Diese bösartige Erkrankung ist eine Sonderform von Brustkrebs. Sie kann sowohl von den Milchgängen als auch von den Drüsenläppchen ausgehen. Nur etwa ein bis sechs Prozent aller Brustkrebserkrankungen betreffen diesen Tumortyp. Die Patientinnen sind meist etwa Ende fünfzig. Eine Rarität ist dieser Tumor bei Männern. Wie bei "normalem" Brustkrebs ist die genaue Erkrankungsursache unbekannt. Der eher aggressiv wachsende Krebs verbreitet sich schon frühzeitig über die Lymphspalten in der Haut, verstopft die Lymphgefäße und führt zu einem Rückstau der Lymphe (zur Lymphe siehe Kapitel "Die Brust kennenlernen"). Dadurch schwillt die Brust an.

Symptome: Es kommt manchmal zu einem Knoten, in der Regel aber zu einer deutlichen Rötung oder Violettverfärbung und zur Verhärtung der Haut. Meistens betrifft das den unteren Anteil der Brust. Auch eine Grübchenbildung und Furchung der Haut, eine sogenannte Apfelsinenhaut, ist typisch. Die erkrankte Brust fühlt sich heiß an und kann schmerzen. Durch die begleitende Schwellung nimmt die Brust an Größe zu (Seitenunterschied!). Die Brustwarze kann abgeflacht oder eingezogen sein und schuppen. Fieber fehlt meistens. Jede Brustentzündung – insbesondere wenn sie außerhalb der Stillzeit auftritt –, die nach Behandlung mit Antibiotika nach ein, zwei Wochen nicht abgeklungen ist, wird der Arzt gründlicher untersuchen, um zum Beispiel ein inflammatorisches Karzinom auszuschließen.

Diagnose: Außerhalb der Stillzeit sind Brustentzündungen (nicht puerperale Mastitis, mehr dazu im Kapitel "Ursachen: Brustentzündung" in diesem Beitrag) eher ungewöhnlich. Zwar kann eine Mastitis zum Beispiel auch nach einer Brust-Operation oder -bestrahlung auftreten, aber sie entwickelt sich dann meist in zeitlichem Zusammenhang mit der Behandlung.

Zur Diagnostik einer unklaren Brustentzündung erfolgt zunächst meist eine Mammografie. Ergibt diese einen verdächtigen Befund, schließen sich Gewebeentnahmen an. Lautet das Ergebnis inflammatorischer Brustkrebs, werden noch detaillierte Untersuchungen, etwa des Brustkorbs, der Leber und des Knochensystems notwendig sein, um genau zu erkennen, welchen Bereich der Tumor einnimmt.

Therapie: Die Überlebenschancen sind durch die Therapie heute gestiegen. Eine Chemotherapie vor der Operation, die sogenannte neoadjuvante Therapie, verbessert zunächst einmal die Chancen der operativen Behandlung. Denn dadurch kann der Tumor verkleinert werden und sich von der Haut zurückziehen. Dies ist eine wichtige Voraussetzung für die Operation und Wundheilung. Ob außerdem eine Therapie mit einem speziellen Antikörper sinnvoll ist, hängt von den biologischen Eigenschaften des Tumors ab. In der Regel wird die Brust nach der Vorbehandlung operiert. Spricht der Tumor sehr gut darauf an, ist ein brusterhaltendes Operieren möglich. Andernfalls wird die Brust abgenommen. Auch Lymphknoten entnimmt der Operateur. Nach dem Eingriff wird die Chemotherapie teilweise fortgesetzt. In der Regel schließt sich noch eine Strahlenbehandlung an.

Juckender Ausschlag an der Brustwarze: Paget-Tumor?

Die Paget-Erkrankung tritt bei etwa ein bis zwei Prozent der an Brustkrebs erkrankten Frauen auf, meist im fünften Lebensjahrzehnt. Es kommt zu einer ekzemähnlichen Veränderung der Brustwarze. Ekzem ist zuächst ganz allgemein ein Oberbegriff für eine Reihe entzündlicher, nicht ansteckender, juckender Hautveränderungen, die mit einer Rötung, Bläschen, Knötchen, Krusten, Nässen und Schwellung einhergehen.

Ein Ekzem im Brustwarzenbereich kann verschiedene Ursachen haben: Hautkrankheiten wie Neurodermitis (atopisches Ekzem), allergisches Kontaktekzem, Schuppenflechte (Psoriasis), Krätze (Skabies). Ärzte haben bei einem Brustwarzenekzem stets im Hinterkopf, eine bösartige Erkrankungsursache zeitnah auszuschließen. Je nach Diagnose kann der Hautarzt in Abstimmung mit dem behandelnden Frauenarzt die Entzündung beziehungsweise das Ekzem kurzfristig gezielt behandeln. Falls es sich um eine der genannten Hauterkrankungen handelt, klingt der Befund meist ab. Die feingewebliche Untersuchung ist aber bei jedem Brustwarzenekzem notwendig, das nach gezielter dermatologischer Therapie nicht abgeheilt ist oder wieder auftritt, sprich bei womöglich zweifelhaften Veränderungen, und selbstverständlich auch bei einem Tastbefund.

Beispiel atopisches Ekzem der Brustwarze: Was spricht dafür?

Entwarnung und wiederholte ärztliche Kontrollen sind hier ein Balanceakt. Die Krankengeschichte und Begleitsymptome können die Diagnose atopisches Ekzem aber durchaus wahrscheinlich machen. So kommt es häufiger bei jungen Frauen mit schon länger bekannter Atopie- beziehungsweise Allergieneigung zu Hautekzemen (wichtig: Allergietestung, Allergieneigung in der Familie). Ein atopisches Ekzem der Brustwarze (atopisches Mamillenekzem) tritt eher beidseitig auf. Die Haut ist ganz allgemein trocken, reagiert jedoch auf die örtliche Behandlung mit Kortison- und Basissalben. Außerdem treten wechselnd Ekzeme an anderen Hautstellen wie Hals und Streckseiten der Arme und Beine auf – typische und viel häufigere Lokalisationen des atopischen Ekzems im Erwachsenenalter. Der stark ausgeprägte Juckreiz führt zu Kratzeffekten, die erkrankten Hautstellen neigen zu Infektionen. Befall der Brustwarzen ist ein mögliches Zusatzzeichen, wie es das zum Beispiel auch manchmal vorhandener Ausfall der seitlichen Augenbrauen oder angeborene doppelte untere Lidfalten sein können.

Verbirgt sich hinter einem Ekzem im Brustwarzenbereich doch Krebs, was natürlich nicht immer auszuschleißen ist, kann es sich zum Beispiel um Brustkrebs oder ein duktales Carcinoma in situ (DCIS) handeln. Das ist eine von einem Milchgang ausgehende Krebsvorstufe. Die Krebszellen sind hier nicht über den Milchgang hinaus in die Umgebung vorgedrungen, es handelt sich also um einen nicht invasiven Krebs. Dagegen überschreitet der normale, invasive Brustkrebs mit der Zeit bestimmte Grenzen am Ort der Entstehung. Der Tumor kann im frühen Stadium auf den Milchgangsbereich unmittelbar hinter der Brustwarze beschränkt sein. Die eigentlichen Ursachen sind unbekannt. Hormonelle und erbliche Einflüsse spielen eine Rolle. Weitere mögliche Diagnosen, die mitunter aus der feingeweblichen Untersuchung resultieren können: ein papilläres Mamillenadenom (erosive Adenomatose, ein gutartiger Brusttumor), ein Morbus Bowen (begrenztes Karzinom der Haut, geht von den hornbildenden Zellen aus), eventuell ein Melanom (Hautkrebs).

Symptome, die auf eine Paget-Erkrankung hinweisen können: Typisch ist ein hartnäckiger, rötlicher Hautausschlag der Brustwarze und des Warzenhofs, der in eine leicht nässende, blutende oder Krusten bildende, aber nicht abheilende Wunde, eventuell ein Geschwür, übergeht. Die Veränderungen können mit Schmerzen oder einem Brennen verbunden sein und allmählich über die Brustwarze hinausreichen. Sie finden sich eher nur an einer Brust. Bei etwa der Hälfte der Betroffenen ist ein Knoten tastbar.

Diagnose: Wichtig ist zunächst die Abgrenzung von anderen ekzemähnlichen Hauterkrankungen (siehe oben), die jedoch meistens vom Warzenhof auf die Brustwarze übergreifen und nicht, wie bei der Paget-Erkrankung, sich zunächst an der Brustwarze selbst entwickeln. Der Arzt wird die bildgebenden Diagnostikverfahren, wie sie für die Brust üblich sind, einleiten. Zusätzlich wird er einen Zellabstrich oder ausgepresstes Sekret aus der Brustwarze mikroskopisch untersuchen lassen und natürlich auch eine sachgerechte Gewebeprobe, eventuell ultraschallgesteuert, aus dem erkrankten Bereich entnehmen.

Therapie: Die Geschwulst wird operativ entfernt. Das Ausmaß der Operation hängt von der Art und Ausbreitung des Tumors ab. Brustwarze und Warzenhof und ein Teil des darunterliegenden Gewebes müssen in der Regel weggenommen werden, manchmal auch noch mehr Gewebe. Auch die Nachbehandlung hängt vom Einzelfall ab. Sie kann in einer Bestrahlung, bei begleitendem hormonempfindlichen Brustkrebs auch in einer Anti-Hormontherapie, sodann einer Chemotherapie bestehen. Eine Antikörper-Therapie kann infrage kommen, wenn das Tumorgewebe vermehrt den sogenannten HER2-Faktor ausbildet und dann besonders stark auf entsprechende Wachstumsreize reagiert. Eine Antikörper-Therapie kann diesen Mechanismus unterbrechen.

Vergrößerte Lymphknoten: Lymphadenopathie, Lymphome

Ein leicht vergrößerter Lymphknoten (Lymphadenopathie) im Brustgewebe ist häufig gutartig und muss auch nicht zwangsläufig getastet werden können. Er entspricht dann – bis zu einer bestimmten Größe – einem relativ typischen Befund in der Mammografie. Tastbare vergrößerte Lymphknoten, zum Beispiel in der Achselhöhle, können zum Beispiel Folge einer Infektion am Arm oder an der Hand sein. Außerdem können sie bei einer Brustentzündung (siehe oben und Kapitel "Brustentzündung") oder bei Brustkrebs auftreten. Die Mehrzahl der Lymphknotenschwellungen ist harmlos.

Wenn weitere Symptome wie etwa Fieber, Nachtschweiß oder ungewollte Gewichtsabnahme eine Lymphknotenschwellung begleiten, kommen bestimmte Infektionskrankheiten, mitunter eine sogenannte autoimmune Systemerkrankung, seltener auch eine bösartige Lymphknotenkrankheit in Betracht.

Bösartige Lymphknotenkrankheiten umfassen eine größere Zahl von krankhaften Veränderungen des lymphatischen Systems, die unter dem Begriff Lymphdrüsenkrebs oder maligne Lymphome zusammengefasst werden.

Die Diagnose bei einem in der Brust auffallenden Lymphknoten ergibt sich bei unklarer Bildgebung (Mammografie, Ultraschall) aus einer Biopsie, wenn weitere Symptome nicht von vorneherein andere Diagnoseschritte nahelegen. Die Therapie richtet sich nach der definitiven Diagnose. Ist sich der Radiologe sicher, dass eine Mammografieaufnahme einen einzelnen, nicht verdächtigen Lymphknoten aufzeigt, sind keine weiteren Maßnahmen außer den üblichen Kontrollen beim Frauenarzt notwendig. Er wird dann entscheiden, in welchem Rhythmus zum Beispiel weitere Mammografien stattfinden sollen.

Sarkom der Brust

Ein Sarkom ist eine eher aggressive Tumorform. Sarkome können schnell wachsen und neigen zur Wiederkehr. Sie gehen vom Bindegewebe aus und variieren feingeweblich stark. Es gibt teilweise auch Verbindungen zu bösartigen Vaianten des Phyllodes-Tumors (siehe Kapitel "Andere Geschwülste"). Nach der entsprechenden Diagnose aus einer Biopsie und bestimmten weiterführenden Untersuchungen werden diese Tumoren vollständig und mit einem größeren Saum gesunden Gewebes entfernt. Manchmal ist es unumgänglich, die Brust abzunehmen. Die weitere Behandlung sollte möglichst in einer interdisziplinären Ärztekonferenz in einem zertifizierten Brustzentrum festgelegt werden (weiterführende Informationen dazu im Kapitel "Überblick", unter Fachliteratur).

Gesunde Ernährung lohnt sich auf jeden Fall

Die Zusammenhänge zwischen Krebs und Ernährung sind neueren Untersuchungsergebnissen zufolge vielfach eher unklar als klar. Anders in Sachen Herz- und Gefäßgesundheit: Was Ernährungswissenschaftler schon seit längerem empfehlen, nämlich fünf Portionen Obst und Gemüse pro Tag ("5-am-Tag-Regel"), hat erst einmal Bestand. Auch die sogenannte Mittelmeerküche kommt dem nahe, da sie viele pflanzliche Bestandteile enthält.

Produkte aus tierischen Quellen liefern unter anderem Fette, die in ihrer Zusammensetzung – nicht zuletzt im Hinblick auf den Cholesterinspiegel – ungünstiger sind als bestimmte pflanzliche Öle, etwa kalt gepresstes, natives Olivenöl aus erster Pressung, aber beispielsweise auch qualitätvolles Lein-, Sesam- oder Walnussöl.

Fleisch, insbesondere rotes, Käse und Aufschnitt, daneben auch Süßigkeiten und Schokolade, Gebäck und salzige Snacks sollten oft gegen frisches Gemüse und Obst sowie Meeresfisch ausgetauscht werden. Wichtig ist dabei, sich abwechslungsreich zu ernähren und Übergewicht (siehe unten) zu vermeiden.

Ausreichend Flüssigkeit

Oft zu wenig beachtet: Der Körper braucht ausreichend Flüssigkeit – sofern keine medizinischen Einschränkungen bei der Trinkmenge vorgegeben sind. Wasser, Tees aller Arten und Aromen sind durchaus auch geeignet, den Flüssigkeitsbedarf auf gesunde Weise zu decken. Dabei ist eventuell zu beachten, dass schwarzer, grüner oder "weißer" Tee unter anderem Tein enthält. Es entspricht Koffein und gehört zu den sogenannten Methylxantinen, die auch Bestandteile in Kakao und Cola sind: ihnen wird teilweise eine mögliche Rolle im Zusammenhang mit der Entwicklung einer fibrozystischen Mastopathie der Brust zugeschrieben (siehe dazu Kapitel "Ursachen: Zyklusabhängig" im Beitrag "Schmerzende Brüste (Mastodynie)").

Milch, idealerweise fettarm, und Fruchtsäfte – bei Zuckerzusatz am besten mit Wasser verdünnt getrunken – eignen sich ebenfalls als Flüssigkeitsspender.

Alkohol dagegen nicht. Vielmehr ist er ein Genuss- und Rauschmittel, und er erhöht das Brustkrebsrisiko. Daher sollte er nur sehr maßvoll genossen werden. Gegen ein gelegentliches Glas guten Weines ist aber normalerweise nichts einzuwenden.

Dass nach Daten der Weltgesundheitsorganisation (WHO) auch Rauchen das Brustkrebsrisiko fördert, überrrascht eigentlich kaum, da vielfältige gesundheitsschädliche und krebsfördernde Wirkungen der Schadstoffe im Rauch seit langem bekannt sind.

Normalgewicht: Gute Chancen für ein langes Leben

Zu den Zielen einer gesunden Lebensweise gehört ganz wesentlich, ein normales Gewicht einzuhalten. Daberi hilft regelmäßige körperliche Bewegung. Zwischen Fettgewebe und Tumorwachstum könnten zum Beispiel unter bestimmten Voraussetzungen, etwa Körperfett im Übermaß, gewisse Zusammenhänge bestehen. Dass viele überschüssige Pfunde auch den Stoffwechsel, Herz und Kreislauf sowie die Gelenke belasten, ist ohnehin außer Zweifel. Also besser in Richtung Normalgewicht abspecken. Dazu noch ein paar Maße und Zahlen:

Der Body-Mass-Index (BMI) beispielsweise ist eine Formel zur Berechnung der Körpermasse. Dabei wird das Körpergewicht in Kilogramm (kg) durch das Quadrat der Körperlänge in Metern zum Quadrat geteilt. Der BMI liefert einen Anhaltspunkt dafür, in welchem Gewichtsbereich man persönlich liegt. Die aus dem Index abgeleitete normale Bandbreite für Normalgewicht liegt bei Werten ab 18,5 bis 24,9 (für Frauen durchschnittlich bei 19 bis 24, für Männer bei 20 bis 25). Oberhalb von 25 beginnt im Durchschnitt der übergewichtige Bereich. Außer dem Geschlecht beeinflussen auch das Alter und die Muskelmasse die Proportionen.

Direkt und problemlos zu messen ist der Taillenumfang, ein Maßband genügt. Bei Männern gelten hinsichtlich der Grenze, ab der Übergewicht beginnt, Taillen bis 94, bei Frauen bis 80 Zentimeter als normal und gesundheitlich unbedenklich.

Körperliche Bewegung

Pro Woche sollte man sich mindestens dreimal dreißig Minuten lang aktiv bewegen. Ehrgeiziger noch ist die Empfehlung von drei bis fünf Stunden schnellen Spazierengehens oder einer anderen körperlichen Aktivität mit vergleichbarem Energieverbrauch pro Woche. Lassen Sie sich dazu auch von Ihrem Arzt beraten.

Günstig sind Ausdauersportarten, etwa Walking, Fahrradfahren, Joggen, Schwimmen. Wer einen Teil des Aktivprogramms mit Krafttraining bestreitet, ist im Allgemeinen ebenfalls auf dem richtigen Weg.

! Achtung: Neu- oder Wiedereinsteiger über 35 Jahren sollten sicherheitshalber vorab Herz und Kreislauf beim Arzt checken lassen. Der "Check-up 35", der von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt wird, umfasst im Zweijahresrhythmus eine körperliche Untersuchung einschließlich Puls- und Blutdruckmessung, die Bestimmung von Blutzucker und Gesamt-Cholesterin sowie einen orientierenden Urinstreifentest auf Nieren- und Blasenerkrankungen sowie Diabetes.

Wer sich genauer über die Risikofaktoren von Brustkrebs informieren möchte, findet dazu unter "Brustkrebsk-apotheken-umschau" title="Brustkrebs (Mammakarzinom): Überblick">Brustkrebs" im Kapitel "Ursachen und Risikofaktoren" weitere Informationen.