Viele sind bei der Arbeit unglücklich

Krank sein macht keinen Spaß. Arbeiten aber offenbar auch nicht. Forscher aus Großbritannien haben herausgefunden, wann Menschen am unglücklichsten sind
von Saskia Dittrich, 08.02.2016

Am liebsten alles hinschmeißen? Laut einer Studie setzt die Arbeit vielen Leuten zu

F1online

Sollten Sie gerade eigentlich arbeiten? Sie lesen aber lieber diesen Artikel, weil Ihnen Ihre Arbeit keinen Spaß macht? Dann sind Sie laut Forschungsergebnissen aus Großbritannien nicht alleine. Eine neue Studie der University of Sussex und der London School of Economics zeigte: Menschen sind besonders unglücklich, wenn sie arbeiten. Noch schlechter fühlen sie sich nur, wenn sie krank sind.

Mit Hilfe einer App haben die Forscher mehr als eine Millionen Antworten gesammelt. Die App fragte die Nutzer zu unterschiedlichen Zeiten, was sie gerade machten und wie sie sich dabei fühlten. Das Ergebnis der Umfrage: Am wenigsten glücklich waren die Menschen, wenn Sie krank waren. Gefolgt von der täglichen Arbeit. Hier rutschte das Glückslevel der Befragten um fast acht Prozent ab. "Wenn wir über die Bedeutung und den Zweck unserer Arbeit nachdenken, das Geld, das sie einbringt, sehen wir sie vielleicht positiv. Die Arbeit an sich jedoch fordert einen bedeutsamen psychologischen Preis", sagte der Macher der App, Dr. George MacKerron, ein Ökonom der University of Sussex, in einer Pressemitteilung. "Zu jeder Zeit würden wir eigentlich lieber etwas anderes machen."

Unglücksquellen: Schlange stehen, Finanzen und Pendeln

Seit 2010 befragt die App Menschen bis zu fünf Mal am Tag zu ihrem Glück. Die Anwendung wollte von den Nutzern auch wissen, wo sie sich gerade befinden, wie wach und entspannt oder mit wem sie gerade zusammen sind. Dabei kam heraus: Neben Krankheit und Arbeit machte die Befragten noch einiges andere unglücklich: In einer Schlange stehen, Finanzen erledigen, in einem Meeting oder im Unterricht zu sitzen sowie Pendeln. Die Forscher geben zu Bedenken: Da die Daten über eine Smartphone-Anwendung gesammelt werden, seien die, die an der Befragung teilnehmen, wohl tendenziell wohlhabender und jünger als der Bevölkerungsdurchschnitt. Das könnte die Ergebnisse der Studie verzerren.

Glücklich scheinen die Menschen der Erhebung zufolge dagegen bei der schönsten Neben-Sache der Welt: Sex. Danach sorgen Freizeit-Aktivitäten, wie Theater- und Museumsbesuche oder Sport für schöne Gefühle.
Was zu tun wäre, um den Job angenehmer zu gestalten? Flexible Arbeitszeiten und Home Office fördern zum Beispiel laut einer früheren Studie die Zufriedenheit der Mitarbeiter. Ist so eine selbstbestimmte Arbeitsgestaltung nicht möglich, sollen regelmäßige Pausen ebenfalls gut tun. Auch Freunde auf der Arbeit zu haben, macht sie erträglicher. Laut einer Gallup Studie machen sie Teams produktiver und Mitarbeiter zufriedener.


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