Allergisch auf Arzneimittel?

Manche Menschen reagieren allergisch auf Arzneistoffe. Was sie beachten sollten
von Apotheker Dr. Martin Allwang, aktualisiert am 14.01.2016

Vertrage ich das Mittel? Das lässt sich vorab nicht immer klären

W&B/Forster & Martin

Eine Allergie ist eine Reaktion des Immunsystems gegen harmlose Stoffe. Der Allergieauslöser wird auch Allergen genannt. Nicht nur Wirkstoffe können Allergien auslösen, sondern auch andere Bestandteile des Arzneimittels.

Welche Beschwerden treten auf?

Der Fachmann unterscheidet vier verschiedene Typen von Allergien, wobei in diesem Zusammenhang nur Typ I und IV von Bedeutung sind. Beim Typ 1 schwellen die Schleimhäute an und sondern Schleim ab. Die Augen jucken und röten sich, die Nase reagiert mit heuschnupfenartigen Beschwerden. Auch ein Asthmaanfall ist möglich. Auf der Haut kommt es zu einem nässenden Ausschlag, den man als Nesselsucht (Urtikaria) bezeichnet. Im schlimmsten Fall – beim anaphylaktischen Schock – sinkt der Blutdruck massiv bis zum Kreislaufkollaps.

Kontaktallergien auf Salben und Cremes

Bei Mitteln zur örtlichen Anwendung kann sich auch eine Kontaktallergie (Typ IV) entwickeln. Die Symptome zeigen sich erst nach einiger Zeit und sind auf die Areale begrenzt, die mit dem Allergen Kontakt hatten.

Welche Arzneistoffe lösen Allergien aus?

Arzneistoffe, auf die viele Menschen allergisch reagieren, sind: Penicillin-Antibiotika, Sulfonamide und das Schmerzmittel Acetylsalicylsäure. Unter den Hilfsstoffen machen vor allem Konservierungsmittel Probleme. Patienten, die gegen Korbblütler allergisch sind, vertragen oft Heilpflanzen aus dieser Familie nicht (Kamille, Ringelblume, Sonnenhut).

Was tun bei Allergieverdacht?

Wenden Sie sich an einen Allergologen (Hautarzt, HNO-Arzt). Er wird durch einen Allergietest herausfinden, auf welche Stoffe Sie allergisch reagieren, und diese Substanzen in einen Allergiepass eintragen.

Wenn das Allergen feststeht

Um dem Allergen in Zukunft aus dem Weg zu gehen, sollten Sie vor jeder ärztlichen Behandlung den Allergiepass vorzeigen und den Arzt oder Apotheker auf die Allergie aufmerksam machen, wenn Sie sich ein Arzneimittel kaufen oder ein Medikament verordnet bekommen. Manche Hilfsstoffe für Arzneimittel werden auch in der Lebensmitteltechnologie oder für Kosmetika verwendet.


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