Hautreinigungsmittel für jeden Typ

Syndet, Mousse, Mizellenlotion, Fluid, Enzympeeling – es gibt zahlreiche Produkte, die unsere Haut reinigen sollen. Wann sich welches empfiehlt
von Ulrike Kleiner, aktualisiert am 17.10.2016

Ob Waschcreme oder -gel: Hautpflege ist individuell

W&B/Felix Brandl

Eigentlich reinigt sich die Haut ganz von selbst. Sie stößt dazu einfach die obersten Hornzellen ab. Aber: Sie braucht dafür vier Wochen. Kosmetikprodukte dagegen putzen die Poren innerhalb von Minuten. Nur gibt es inzwischen so viele verschiedene Hautreiniger, dass viele gar nicht mehr genau wissen: Verwende ich eigentlich den richtigen? Die Antwort gibt ein Blick in den Spiegel.

Glänzt die Haut nach dem Waschen ölig? Sind die Poren eher grob? Bilden sich häufig Mitesser und Pickel? Dann ist das Produkt zu mild und zu reichhaltig. Juckt, schuppt und brennt die Haut nach dem Säubern, wählt man besser einen sanfteren Reiniger. Der Kontakt mit Wasser und Kosmetikprodukten ist für jede Gesichtshaut auch anstrengend. Warum? Weil durch das Waschen der oberflächliche Fett-Feuchtigkeits-Film verloren geht. Normalerweise bildet die Haut ihn in fünf Minuten neu. "Erst wenn sie das nicht schafft, sollten Sie das Produkt wechseln", sagt Ikram Rahmani, Kosmetikerin in einer Apotheke in Ratingen.

Ist der Teint fleckig, hat man seinem Gesicht eventuell zu viel zugemutet: "Die Haut wird häufig zu grob und mit zu viel Druck regelrecht geschrubbt", so Rahmani. Dadurch werde sie durchlässiger. Die Folge: Schadstoffe dringen leichter ein, Feuchtigkeit aus der Tiefe geht verloren. Übervorsichtig das Gesicht nur mit Wasser abzuspülen ist jedoch genauso verkehrt. Vor allem abends bleiben dann nämlich Make-up- und Cremereste auf der Haut. "Auf Dauer verstopfen so die Poren und vergrößern sich, Unreinheiten und Irritationen sind vorprogrammiert", sagt Dr. Antonia Jeskowiak von der Universitäts-Hautklinik Münster. Die Dermatologin empfiehlt, das Gesicht zweimal täglich zu reinigen: "Am Abend gründlicher, morgens schonen­der." Im Folgenden finden Sie heraus, welche Reinigungsprodukte für Ihre Haut genau richtig sind.

Reinigen mit Wasser

Waschcreme: Cremige Basis mit milden Waschsubstanzen, entfernt Schmutz sowie Make-up. Gibt es für unreine Haut auch mit Fruchtsäure. Dafür ist sie gut: Löst Verhornungen und öffnet die Poren, eignet sich für alle Hauttypen. So wendet man sie an: In der Hand mit wenig Wasser aufschäumen, auf Gesicht und Hals verteilen, lauwarm abwaschen.

Festes Syndet: "Gesichtsseife" in fester Form. Rückfettende Zusätze wie Glyzerin und natürliche Öle halten die Haut im Lot. Dafür ist es gut: Reinigt schonender als Seife, da es den Säureschutzmantel nicht ­attackiert. "Es ist alkalifrei, bildet also keine Lauge", sagt Rahmani. So wendet man es an: Aufgeschäumt auf der Haut verteilen, mit reichlich Wasser abspülen.

Waschgel: Entfettet die Haut, entzieht ihr aber keine Feuchtigkeit. Wirkt außerdem leicht antiseptisch und antibakteriell. Dafür ist es gut: Für ölige und Mischhaut. Bindet überschüssigen Talg, beugt neuen Unreinheiten vor. So wendet man es an: Auf der feuchten Haut verteilen, gründlich abwaschen. Kosmetikerin Rahmani rät: "Nicht um die Augen auftragen."

Reinigungsschaum, Reinigungsmousse: Fettfreier, luftiger Schaum reinigt mild und trocknet das ­Gesicht nicht aus. Trotzdem ­entfernt er Make-up gründlich. Dafür ist er gut: Optimal für normale bis Mischhaut, spendet Feuchtigkeit und mattiert gleichzeitig. So wendet man ihn an: Ein bis zwei Pumpstöße in die trockene oder feuchte Haut einmassieren, wieder abspülen.

Reinigen ohne Wasser

Reinigungsmilch oder -emulsion: Reichhaltige Rezeptur mit Ölen (etwa aus Kokosnuss oder Avocado) sowie beruhigenden Wirkstoffen wie Meerwasser und Dexpanthenol. Dafür ist sie gut: Nimmt Schmutzpartikel und Schminke von empfindlicher, feuchtigkeits- und fettarmer Haut, ohne sie auszutrocknen. So wendet man sie an: Unverdünnt auf Gesicht und Hals verteilen, mit Kosmetiktüchern abnehmen und die Reste lauwarm abspülen.

Reinigungsöl: Verwandelt sich bei Kontakt mit Wasser in eine milchige Emulsion. Enthält rückfettende Öle wie Jojoba- oder Macadamiaöl. Dafür ist es gut: Für normale bis sehr trockene Haut, ersetzt die ausgewaschenen Fette sofort. So wendet man es an: In die trockene Haut kreisend einmassieren, danach die Fingerspitzen anfeuchten und damit das Öl leicht aufschäumen. Warm abspülen. Tipp von Expertin Rahmani: Auf ein feuchtes Wattepad getupft, lassen sich damit Augen und Lippen abschminken.

Reinigungsfluid: Reinigt wie Tonic und Milch in einem. Klärt die Haut und entfernt Make-up, ohne dass man reiben muss. Dafür ist es gut: Für alle Hautzustände, aber speziell auch für sensible, zu Rötungen neigende Teints. So wendet man es an: Mit den Fingerspitzen kreisend auftragen, mit Kosmetiktuch oder Wattepad abtupfen.

Augen-Make-up-Entferner: Meist ein Zwei-Phasen-Produkt: Die sogenannte Ölphase löst wasserfeste Wimperntusche, die Wasserphase entfernt sie und nimmt überschüssiges Fett gleich mit. Pflegt mit Dexpanthenol, Glyzerin, Squalan. Dafür ist er gut: Befreit von Schminke, ohne dass die Augen tränen. Ideal für Kontaktlinsenträger. So wendet man ihn an: Gut schütteln. Wattepad tränken, sanft auf die Lider pressen, Augen abschminken. "Dabei nicht reiben oder zerren", erläutert Kosmetikerin Rahmadi.

Mizellenlotion: Extramilde Rezeptur, etwa mit Kokos-Tensiden, Aloe vera oder Thermalwasser. Mizellen besitzen einen wasserliebenden und einen wasserabstoßenden Teil und ziehen den Schmutz an wie Magnete. Dafür ist sie gut: Entfernt auch Long-Lasting-Make-up ohne Reiben. So wendet man sie an: Auf ein Wattepad geben und damit Gesicht, Hals und Augen sanft abwischen.

Intensive Reinigung

Reinigungsmaske: Weicht die Poren auf, löst Verhornungen und Mitesser und bindet Schmutz. Tonerde oder Meeresschlamm nehmen überschüssigen Talg auf und mattieren. Dafür ist sie gut: Reinigt alle Hauttypen in der Tiefe und verfeinert nach und nach die Poren. So wendet man sie an: Ein- bis zweimal pro Woche anrühren oder pur aufstreichen (je nach Beschreibung). Nur auf gereinigter Haut anwenden und die Augenpartie aussparen. Nach zehn Minuten mit lauwarmem Wasser abnehmen.

Reinigungspulver, Enzympeeling: Gründliche Reinigung mit Peeling-Effekt ohne Rubbeln und Reiben. Enzyme lösen überschüssige Hornschüppchen und verbessern das Hautbild. Dafür ist es gut: Verfeinert die Poren jeder Haut. Auch für empfindliche Teints geeignet. So wendet man es an: Ein- bis zweimal pro Woche etwas Pulver mit Wasser aufschäumen, im vorher gereinigten Gesicht verteilen, fünf Minuten einwirken lassen, abspülen.

Waschpeeling, Peelingcreme: Milde Rezeptur mit Mikropartikeln. Löst Verhornungen und wirkt antibakteriell. Dafür ist es gut: Öffnet die Poren und beseitigt Mitesser bei öliger, zu Unreinheiten neigender Haut. Der Teint wird ebenmäßiger. So wendet man es an: In das feuchte Gesicht einmassieren, gut abspülen. Augenkontakt vermeiden.

Für Unterwegs

3-in-1-Produkte: Sie reinigen, schminken ab und tonisieren. Es gibt sie als Emulsion, Fluid und Schaum. Dafür sind sie gut: Reinigen, ohne einen Fettfilm zu hinterlassen. So wendet man sie an: Auf ein Wattepad geben, ­Gesicht und Augenpartie abreiben. Hautärztin Jeskowiak empfiehlt sie aber nur für z­wischen­durch: "Besser die Haut ­­typgerecht reinigen und mit Wasser abspülen."

Reinigungstücher: Mit milder Reinigunslotion getränkter Zellstoff. Spenden Feuchtigkeit und erfrischen gleichzeitig. Dafür sind sie gut: Befreien jede Haut, besonders trockene und empfindliche, von Staub und Make-up. So wendet man sie an: Die Haut behutsam abreiben. Expertin Jeskowiak würde mit klarem Wasser oder Gesichtswasser nachreinigen, damit Schmutzreste die Haut nicht reizen.

Klärend

Gesichtswasser, Tonic: Wässrige Lösung mit oder ohne Alkohol. Befeuchtet mit Stoffen wie Sorbitol, Hyaluronsäure und hemmt Entzündungen mit Allantoin, Hamamelis, Thermalwasser. Dafür ist es gut:
 Entfernt Kalk- und Reinigungsrückstände, soll den Säureschutzmantel stabilisieren. Bei trockener Haut besser auf diesen Schritt verzichten. So wendet man es an: Nach dem Reinigen auf Watte geben und Gesicht, Hals und Dekolleté sanft abreiben. Rahmani: "Bei gereizter Haut lieber Thermalwasserspray statt Tonic benutzen."


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