Zöliakie: Diagnose

Ein Test auf bestimmte Antiköper kann auf eine Zöliakie hindeuten. Sicher lässt sich die Darmkrankheit nur durch eine sogenannte Dünndarmbiopsie nachweisen

von Dr. Dagmar Schneck, aktualisiert am 20.04.2017
Dünndarm bei Zöliakie

Eine Zöliakie verändert die Beschaffenheit der Darmzotten. Normalerweise falten sie sich auf und können viele Nährstoffe aufnehmen (links). Durch die Zöliakie verkümmern die Zotten (rechtes Bild)


Besteht der Verdacht auf eine Zöliakie, kann der Arzt bestimmte Antikörpertests vornehmen. So lassen sich bei den meisten Patienten (mehr als 90 Prozent) mit aktiver Zöliakie (das heißt unter fortlaufender glutenhaltiger Kost) Antikörper nachweisen, die gegen das Enzym Gewebetransglutaminase (tTG-IgA) gerichtet sind. Seltener werden auch Antikörper gegen den Glutenbaustein Gliadin (deaminierte Gliadinpeptide, DGP-IgG) oder gegen das sogenannte Endomysium (EMA-IgA) bestimmt, die einen ähnlich hohen Aussagewert haben.

Konnte der Arzt Antikörper nachweisen, wird in der Regel eine Endoskopie durchgeführt.  Mit Hilfe eines speziellen, schlauchartigen Gerätes kann der Arzt bei dieser Untersuchung  den Magen und Dünndarm von innen betrachten (Magenspiegelung) und Gewebeproben (Biopsie) entnehmen. Die Untersuchung findet ambulant statt und gilt als risikoarm.

Anhand einer Gewebeprobe aus der Dünndarmschleimhaut (Dünndarmbiopsie), sind unter dem Mikroskop die für eine Zöliakie typischen Veränderungen an der Schleimhaut erkennbar. Sie faltet sich nicht, wie normal, in zahlreiche Ausstülpungen auf, sondern diese Zotten wirken abgeflacht oder fehlen ganz. Zugleich kann es zu  stark ausgeprägten Krypten (Schleimhautvertiefungen) und Ansammlungen von Lymphozyten (Immunzellen) innerhalb der Schleimhaut kommen.

Da die Antikörperbestimmung inzwischen immer verlässlicher auf eine Zöliakie hinweist, kann Kindern und Jugendlichen mit hohen Werten unter Umständen eine Biopsie erspart werden.