Was ist von Frühstücksbreien zu halten?

Sind fertige Getreidebreie, wie es sie immer mehr zu kaufen gibt, besser als der klassische Porridge? Eine Expertin erklärt, auf was Sie achten sollten
von Annett Zündorf, 15.02.2017

Schnell gemacht: Fertiger Brei mit frischen Blaubeeren

Fotolia/Sveta/zarzamora

In den Regalen von Bioläden, Supermärkten und Drogerien stehen immer mehr Frühstücksbreie. In manchen Städten eröffnen Bars, in denen es eine riesige Auswahl an Getreidebreien gibt. Ein gesunder Trend? Wir haben bei Uta Viertel, Ernährungsberaterin bei der Verbraucherzentrale Sachsen, nachgefragt.

Frau Viertel, warum gibt es jetzt überall Brei? Ist das nicht nur etwas für Babys und alte Leute?

Solche Breie finden nicht nur Babys und alte Leute gut. Sie sind schnell zubereitet. Man muss sie nur mit heißem Wasser oder Milch aufgießen und fünf Minuten warten. Gerade in der kalten Jahreszeit genießen viele Menschen eine solche warme Mahlzeit zum Frühstück. Das wärmt und macht lange satt.

Ist das nur der gute alte Haferbrei, der seit einiger Zeit als Porridge oder Oatmeal Karriere macht, oder gemahlenes Müsli?

Die meisten Frühstücksbreie bestehen tatsächlich wie Müsli vor allem aus Getreide, hauptsächlich Hafer. Dazu kommen Nüsse, Samen, Kokosflocken  oder Trockenfrüchte, manchmal auch Gewürze wie Zimt, Vanille und Kardamom. Manche haben als Basis aber auch Couscous – das ist eine Art Weizengrieß.

Können Sie das als Frühstück empfehlen?

Auf jeden Fall. Hafer ist ein guter Nährstoffspender. Neben Kohlenhydraten und Eiweißen liefert er Magnesium, Eisen und Zink, die Vitamine B1, B6 und Biotin. Rund zehn Gramm Ballaststoffe stecken in 100 Gramm Haferflocken. Damit machen die Breie lange satt und sorgen für einen stabilen Blutzuckerspiegel und eine gute Verdauung. Der Schleimstoff Lichenin trägt dazu bei, dass auch Menschen mit empfindlichen Mägen die Breie gut vertragen.

Dazu kommen gesunde Fette aus Nüssen und Saaten, sowie schnell verfügbare Kohlenhydrate aus Trockenfrüchten. Das Ganze kombiniert mit Milch und frischen Früchten macht ein wirklich gesundes Frühstück.

Allerdings ist es nicht einzigartig. Grundsätzlich unterscheidet den Brei vom Müsli und vom Porridge nur, dass er so fein gemahlen ist und mit warmer Flüssigkeit angerührt wird. Die beiden anderen Varianten sind genauso empfehlenswert.

Würden Sie einen Frühstücksbrei auch zum Mittagessen empfehlen? Ist er besser als ein Wurstbrötchen?

Das kommt darauf an, welchen Job Sie haben. Wer schwer körperlich arbeitet und dass vielleicht noch draußen in der Kälte, der braucht Energie. Für den ist die Wurst oder der Käse auf einem kräftigen Vollkornbrot eventuell die bessere Wahl. Aber gerade für Büroarbeiter, die viel sitzen und wenig Energie verbrauchen, ist ein Brei eine kalorien- und fettarme Mahlzeit, die nicht müde macht.

Das klingt gut. Ich muss also nicht an anderer Stelle Kalorien einsparen, wenn ich Brei esse?

Getreide, Milchprodukte und frisches Obst gehören täglich auf den Speiseplan, sie entsprechen den Empfehlungen. Die daraus hergestellten Breie sind meist nicht sehr kalorienreich. Kalorienträger ist in erster Linie Fett, das über die Milch in den Brei gelangen kann. Wer auf das Gewicht achten muss, der sollte fettarme Milch oder Wasser bevorzugen und weniger Früchte nehmen, da diese Zucker enthalten.

Worauf muss ich bei der Auswahl des Breis achten?

Schauen Sie die Zutatenliste genau an. Dort sollten nur Getreide, Obst, Nüsse und – wer mag – Gewürze stehen. Mehr braucht ein guter Brei nicht. Er sollte keine Aromen, keinen Milchzucker und keine süßenden Zutaten wie zum Beispiel Maltodextrin enthalten. In der Nährwertkennzeichnung werden unter Zucker alle Mono- und Disaccharide aufgeführt, die enthalten sind. Bei Werbung und der Beschriftung des Etiketts ist darauf zu achten, dass "ohne Zuckerzusatz" nicht bedeutet, dass in dem Produkt gar keinen Zucker vorkommt. Es kann Zucker aus Früchten oder andere Zucker enthalten. Außerdem können Süßstoffe oder Zuckeraustauschstoffe verwendet worden sein.

Sind die Breie für Veganer, bei Glutenunverträglichkeit oder Laktoseintoleranz geeignet?

Veganer und laktoseintolerante Menschen müssen darauf achten, dass dem Brei kein Milchzucker oder Trockenmilch zugesetzt ist. Sie rühren den Brei mit einem Sojadrink oder einem anderen Getränk auf pflanzlicher Basis an. Veganer sollten zudem darauf achten, dass das Produkt keinen Honig enthält. Komplizierter wird es für Menschen, die Gluten nicht vertragen. Sie dürfen auf jeden Fall keine Produkte mit Weizen – also auch kein Couscous – Dinkel, Grünkorn oder Emmer wählen. Beim Hafer kommt es darauf an.

Er ist häufig stark mit Weizen und anderen Getreiden verunreinigt und deshalb nicht bei Zöliakie geeignet. Aber es gibt speziell gekennzeichneten nicht verunreinigten Hafer. Den vertragen die meisten Zöliakie-Patienten in begrenzter Menge. Aber das sollte man vorsichtig ausprobieren.

Kann ich mir Frühstücksbrei auch selber machen?

Natürlich. Sie können die Zutaten Ihrer Wahl mischen und anschließend in einem Mixer mahlen. Oder Sie mahlen ein Basismüsli und mischen die gewünschten Zutaten unter.


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