Ist Honig eine gesunde Zuckeralternative?

Honig gilt als Naturprodukt und Heilmittel. Manche halten ihn daher für einen gesunden und kalorienärmeren Zuckerersatz. Doch stimmt das wirklich?

von Katharina Bauer, 02.12.2016
Weißer und Brauner Zucker und Honig

Zucker, Honig oder Süßstoff? Die Möglichkeiten zu süßen sind vielfältig


Grundlage für den Honig sind Blütennektar oder der Honigtau von Pflanzenläusen. "Man unterscheidet nach botanischer Herkunft beispielsweise Blüten-, Wald- und Mischhonig", erklärt Gabriele Kaufmann, Ernährungswissenschaftlerin des aid Infodienstes. Laut Deutschem Imkerbund enthält Honig rund 180 Inhaltsstoffe, etwa Mineralstoffe wie Kalium und Magnesium und die Vitamine C, B1 und B2. "Deren Anteil im Honig ist jedoch so gering, dass sie kaum etwas zum täglichen Bedarf beitragen", erklärt Kaufmann.

Tatsächlich besteht Honig bis zu 80 Prozent aus Frucht- und Traubenzucker. Im Honig finden sich außerdem Spuren von Pollen, organischen Säuren, Aromastoffen und Enzymen. Letztere sollen entzündungshemmend und antibakteriell wirken. Die hauptsächliche Wohltat von Honig, etwa bei Halsweh, rührt aber eher daher, dass er den Speichelfluss anregt und somit die trockenen, wunden Schleimhäute beruhigt.

Zum Süßen Honig, Zucker oder Süßstoff?

Mit einer Kaloriendichte von 330 Kilokalorien auf 100 Gramm ist Honig genauso wie Zucker ein kalorienreiches Nahrungsmittel. Doch hat Honig eine höhere Süßkraft. "Für den gleichen Grad an Süße brauche ich also etwas weniger", erklärt Gabriele Kaufmann. Außerdem ist Honig ein Naturprodukt.

Wer jedoch eine neutrale Süße bevorzugt, ist mit Zucker besser beraten. "Denn Honig hat ein charakteristisches Aroma, das Gerichten eine besondere Geschmacksnuance verleiht", so die aid-Ernährungsexpertin. Anders als Süßstoff kann er Karies fördern.

Beim Backen ist Vorsicht geboten: "Man kann Zucker nicht eins zu eins durch Honig ersetzen, denn Zucker sorgt für mehr Masse!", warnt Kaufmann. Da Honig bis zu 20 Prozent Wasser enthält, empfiehlt die aid-Informationsbroschüre "Zucker, Sirupe & Honig", Flüssigkeitsmenge und Backzeit zu reduzieren.

Honiggenuss trotz Abnehmvorsatz?

"Man muss beim Abnehmen nicht komplett auf Honig verzichten!", sagt Kaufmann. Doch allein wegen der Inhaltsstoffe sollte man nicht zu Honig greifen. "Den Bedarf an Vitaminen und Mineralien deckt man besser durch Obst und Gemüse!", so die Expertin.

Honig ist vielmehr ein Genussmittel, ähnlich wie Schokolade. Wer Honig naschen möchte, kann versuchen, an anderen Stellen zu sparen. Am besten beginnen Sie mit kleinen Mengen und schauen, ob diese nicht schon ausreichen. Getränke sollte man möglichst nicht süßen. Kaufmanns Rat an Honigliebhaber: "Genießen Sie den Honig in Maßen, aber bewusst!" Wer sich ab und an ohne schlechtes Gewissen etwas gönnt, kann auch wieder leichter eine Weile darauf verzichten.