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Neuerungen bei der Darmkrebsvorsorge

Ähnlich wie für das Brustkrebs-Screening gibt es seit 01. Juli 2019 auch für die Darmkrebsvorsorge Einladungen. Was sich sonst noch verändert

von Dr. Katharina Kremser, aktualisiert am 02.07.2019

Darmkrebsfrüherkennung – kurz zusammengefasst

Wer? 

Männer und Frauen ab 50 Jahren

Was und wann?

  • Frauen von 50 bis 54 Jahren können jährlich einen Test auf Blut im Stuhl machen lassen.
  • Männer ab 50 und Frauen ab 55 Jahren können zweimal im Abstand von mindestens zehn Jahren eine Darmspiegelung in Anspruch nehmen, wenn die erste Darmspiegelung vor einem Alter von 65 Jahren erfolgt. Ansonsten bleibt es bei einer solchen Untersuchung.
  • Wer Anspruch auf eine Darmspieglung hat und diese nicht nutzt, kann im Alter von 50 bis 54 Jahren jährlich den Stuhl auf Blut testen lassen, danach alle zwei Jahre.

Über die Darmkrebsfrüherkennung wird nun per Post informiert. Auch das Programm ändert sich etwas. Wir haben dazu bei Privatdozent Dr. Michael Hoffmeister vom Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) nachgefragt.

Herr Dr. Hoffmeister, seit 01. Juli 2019 haben einige gesetzlich Versicherte Post bekommen. Was hat es damit auf sich?

Dabei handelt es sich um die Einladung zur Darmkrebsfrüherkennung. Die Personen, an die sich das Angebot richtet, werden nun gezielt und rechtzeitig über die Möglichkeiten der Darmkrebsvorsorge informiert, um die Aufmerksamkeit und die Teilnahme an der Vorsorge zu erhöhen.

An wen richtet sich das Angebot?

An Männer und Frauen ab 50 Jahren.

Die Einladung ist neu - aber auch bei den Früherkennungsmaßnahmen gibt es Veränderungen. Was sind die wichtigsten?

Männer können bereits ab 50 Jahren eine Darmspiegelung machen lassen. Bisher wurde sie im Rahmen der von den Kassen übernommenen Früherkennungsmaßnahmen wie für Frauen erst ab 55 Jahren angeboten. Da sich aber herausgestellt hat, dass Männer ein höheres Risiko für Darmkrebs in früherem Alter haben, erfolgte kürzlich eine Anpassung an die wissenschaftlichen Erkenntnisse.

Video: Wie läuft eine Darmspiegelung ab?

Was ist mit dem Test auf Blut im Stuhl?

Der wird in der seit 2017 empfohlenen immunologischen Form weiterhin für Frauen im Alter von 50 bis 54 Jahren als einzige Vorsorgemaßnahme angeboten. Für Männer ab 50 und Frauen ab 55 ist er eine Alternative, wenn sie eine Darmspiegelung ablehnen. Im Alter von 50 bis 54 soll jährlich, danach alle zwei Jahre getestet werden.

Das heißt für diejenigen, die ihren Darm spiegeln lassen, fällt der Test auf Blut im Stuhl ab diesem Zeitpunkt weg?

Richtig, denn die Darmspiegelung ist die empfindlichere Methode.  Wer seinen Darm im Alter von unter 65 Jahren das erste Mal spiegeln lässt, hat übrigens Anspruch auf eine zweite Spiegelung im Abstand von mindestens 10 Jahren.

Was verspricht man sich von den Änderungen?

Vor allem eine breitere Information der Bevölkerung und steigende Teilnehmerzahlen. Bisher ließen diese zu wünschen übrig. Das Ziel ist letztlich, Darmkrebs früher zu erkennen oder sogar ganz zu vermeiden, und dadurch die Neuerkrankungen und Todesfälle zu verringern. Denn die Darmspiegelung ist eine echte Vorsorgemethode – Vorstufen von Tumoren lassen sich dabei entfernen, so dass sie nie entarten. Zudem ist früh erkannter Darmkrebs in den allermeisten Fällen gut heilbar.

Wichtig: Bei erhöhtem Risiko, zum Beispiel Darmkrebsfällen in der Familie, kann eine frühere Vorsorgeuntersuchung sinnvoll sein. Lassen Sie sich von Ihrem Arzt beraten!