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Coronakrise: Was die Bundesländer tun

Als Reaktion auf die Coronavirus-Ausbreitung haben einige Bundesländer das öffentliche Leben eingeschränkt. Eine Übersicht über die zuletzt ergriffenen Maßnahmen

von dpa, 21.03.2020
Brandenburger Tor

In ganz Deutschland werden Maßnahmen ergriffen zur Eindämmung der Coronakrise. Aber nicht überall dieselben


BAYERN

Seit Mitternacht gelten im gesamten Freistaat weitreichende Ausgangsbeschränkungen, mit deren Hilfe die Ausbreitung des Coronavirus eingedämmt werden soll. Das Verlassen der eigenen Wohnung ist nur noch mit triftigen Gründen erlaubt, wie dem Weg zur Arbeit und zu nötigen Einkäufen, dringende Arztbesuche, aber auch Sport und Spaziergänge an der frischen Luft - dies aber in der Regel alleine. Gastronomiebetriebe aller Art müssen geschlossen bleiben. Ausnahme sind Auslieferungsdienste, Mitnahmeangebote und Drive-in-Schalter.

BADEN-WÜRTTEMBERG

Seit Mitternacht sind Menschenansammlungen auf öffentlichen Plätzen mit mehr als drei Personen nicht mehr erlaubt. Ausnahmen gebe es für Familien und Paare. Gaststätten und Restaurants sind für Gäste geschlossen. Essen zum Mitnehmen sei aber weiter erlaubt. Verstöße etwa gegen das neue Niederlassungsverbot können nach Angaben von Innenminister Thomas Strobl (CDU) mit Bußgeldern bis zu 25 000 Euro und auch mit mehrjährigen Haftstrafen geahndet werden.

NORDRHEIN-WESTFALEN

In Nordrhein-Westfalen gilt bislang keine Ausgangssperre. Die Landesregierung hat seit Anfang der Woche die Schulen und Kindergärten geschlossen. Um die sozialen Kontakte in der Bevölkerung weiter zu reduzieren, folgten unter der Woche weitere Einschränkungen für das öffentliche Leben. So durften Restaurants nur noch bis 15.00 Uhr öffnen, Einrichtungen wie Bibliotheken wurden geschlossen, Sportvereine stellten das Training ein, und Fitnessstudios mussten schließen. Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hat Ausgangssperren wiederholt als allerletztes Mittel bezeichnet. Daraufhin verschärften mehrere NRW-Städte die Regeln. In Köln, Leverkusen, Dortmund und Bochum gelten strenge Auflagen, um das Treffen von Personengruppen auf Plätzen oder Parks zu verhindern.

SCHLESWIG-HOLSTEIN

Private Veranstaltungen wie Geburtstagsfeiern, Grillabende oder ähnliche Veranstaltungen sowie Ansammlungen von Personen im öffentlichen Raum mit mehr als fünf Teilnehmern sind untersagt. Einzige Ausnahme ist, wenn Verwandtschaftsverhältnisse ersten Grades bestehen. Ziel der Landesregierung sei es, auf Ausgangssperren zu verzichten, hatte Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) gesagt. Zuvor hatte die Landesregierung unter anderem strenge Auflagen für Touristen erlassen.

NIEDERSACHSEN/BREMEN

Restaurants und Cafés müssen ab Samstagabend schließen. Der Außer-Haus-Verkauf von Speisen soll aber weiter möglich bleiben. Es geht darum, größere Menschenansammlungen in Gaststätten zu unterbinden. Auch in Bremen müssen Restaurants ab Samstag schließen. Noch strikter als bisher wollen die Behörden gegen Touristen vorgehen, die die ostfriesischen Inseln nicht verlassen wollen. Bisher galt eine Frist bis 25. März. Nun müssen Urlaubsgäste die Inseln Norderney, Juist und Baltrum bis Sonntag verlassen.

RHEINLAND-PFALZ

Hier sind mittlerweile Versammlungen von mehr als fünf Personen etwa in Parks verboten, zudem müssen Restaurants und Gaststätten geschlossen bleiben. Bereits am vergangenen Montag hatten Schulen und Kindertagesstätten bis auf eine Notbetreuung geschlossen,seit Mittwoch dürfen nur noch Geschäfte des täglichen Bedarfs öffnen. Dazu zählen unter anderem Supermärkte, Drogerien, Banken und Baumärkte. Kinos, Museen und andere Freizeiteinrichtungen wurden wegen Ansteckungsgefahr geschlossen.

HESSEN

Versammlungen von Personen im öffentlichen Raum etwa in Parks sind auf maximal fünf beschränkt, zudem müssen Restaurants und Gaststätten seit 12.00 Uhr geschlossen haben. Es wird aber weiter möglich sein, sich Essen zu bestellen und liefern zu lassen. Bereits am vergangenen Montag hatten in Hessen die Schulen und Kindertagesstätten bis auf eine Notbetreuung geschlossen, seit Mittwoch dürfen nur noch Geschäfte des täglichen Bedarfs öffnen.

SAARLAND

Seit 0.00 Uhr gilt eine Ausgangsbeschränkung. Damit dürfen die Saarländer die eigene Wohnung nur noch verlassen, wenn sie dafür einen triftigen Grund haben. Das hatte Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) am Freitag angekündigt. Dazu gehörten der Weg zu Arbeit, notwendige Einkäufe oder Arztbesuche. Auch gemeinsame Spaziergänge etwa in der Familie mit Abstand zu anderen bleiben weiter möglich.

SACHSEN

Sachsen will mit Strafen gegen Menschenansammlungen in Zeiten der Corona-Krise vorgehen. Verstöße gegen Vorgaben der Behörden sollen mit einer Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren geahndet werden können, teilte Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) am Freitag mit. Grundlage sei das Infektionsschutzgesetz. Eine Größenordnung für Ansammlungen wurde dabei nicht genannt.

MECKLENBURG-VORPOMMERN

Ab Samstag, 18.00 Uhr, müssen alle Restaurants schließen. Erlaubt ist ihnen nur ein Lieferdienst. Außerdem wurde das Urlaubsland diese Woche für auswärtige Touristen gesperrt. Die Polizei überprüft die Einhaltung dieser Maßgabe an zehn Kontrollstellen. Am Freitag wurde dort jedes zwölfte Fahrzeug zurückgewiesen.

HAMBURG

In der Hansestadt werden alle Restaurants geschlossen und Ansammlungen von mehr als sechs Personen untersagt, wie Bürgermeister Peter Tschentscher am Freitag nach einer Senatssitzung mitteilte. Ausnahmen gelten demnach für Lieferdienste sowie für Familien oder Gruppen von Berufstätigen.