Was genau ist Akne und was hilft dagegen?

Pickel und Mitesser im ganzen Gesicht – gerade Jugendliche kennen das Problem. Doch Akne lässt sich behandeln. Was Akne verursacht, welche Arten es gibt und wie die Therapie aussieht

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von Dr. Katharina Kremser (Redaktion), aktualisiert am 16.09.2019

Akne – kurz erklärt

  • Akne ist eine der häufigsten Hautkrankheiten.
  • Sie tritt besonders bei Jugendlichen auf. In etwas mehr als der Hälfte der Fälle genügt dann eine Behandlung mit freiverkäuflichen Mitteln.
  • Bei schwereren Verläufen ist eine ärztliche Therapie mit Medikamenten zur äußerlichen oder innerlichen Anwendung notwendig.
  • Wer unter Akne leidet, sollte bei der Hautpflege darauf achten, pH-neutrale Waschlotionen oder Seifen und Feuchtigkeitscremes auf Wasserbasis statt ölige oder fettige Cremes zu verwenden. Auch Make-up und Sonnenschutzmittel sollten möglichst fettfrei sein.

Was ist Akne?

Akne ist eine der am häufigsten auftretenden Hautkrankheiten. Rund 85 Prozent der Bevölkerung waren schon einmal davon betroffen. Akne tritt, bedingt durch die hormonellen Veränderungen während der Pubertät, hauptsächlich bei Jugendlichen ab dem neunten Lebensjahr auf. Fast jeder Teenager hat in seinem Gesicht schon einmal die charakteristischen Mitesser und Pickel entdeckt. Bis zum dritten Lebensjahrzehnt klingt die Krankheit meist wieder ab. Tritt Akne bei Erwachsenen über 25 Jahren auf, spricht man von einer Acne tarda, Spätakne oder Erwachsenenakne.

Physiologische oder leichte Akne

Etwa 60 Prozent der Jugendlichen leiden unter harmloser, sogenannter physiologischer oder leichter Akne. Sie haben meist nur kurz über ein bis zwei Jahre mit wenigen Mitessern und Pickeln zu kämpfen, die mit freiverkäuflichen Mitteln aus der Apotheke beherrscht werden können.

Klinische Akne

Bei etwa 40 Prozent liegt hingegen eine ausgeprägtere Verlaufsform vor, die sogenannte klinische Akne. Sie kann bis zum Ende des zweiten Lebensjahrzehntes oder auch darüberhinaus anhalten und bedarf der Behandlung durch einen Hautarzt (Facharzt für Dermatologie). Werden die Medikamente zu früh abgesetzt, kommt es zum Rückfall und die Therapie beginnt von neuem. Daher wird der Arzt oder die Ärztin eine Erhaltungstherapie verordnen, wenn die Akne weitgehend unter Kontrolle ist. Diese kann einige Jahre oder auch länger dauern, bis man die natürliche Rückbildungsphase am Ende des zweiten und zu Beginn des dritten Lebensjahrzehnts erreicht.

Akne kann nicht nur zu einer starken Belastung für den Körper, sondern auch für die Seele werden. Dies ist besonders bei den sehr schweren Verlaufsformen der Fall. Papeln, Pusteln sowie Knoten – vor allem im Gesicht – können kosmetisch als sehr störend empfunden werden und das persönliche Selbstwertgefühl herabsetzen. Bei einer schweren Akne sollte auch wegen dieser psychosozialen Faktoren, unbedingt ein Hautarzt aufgesucht werden, der gegebenenfalls auch einen Kollegen oder eine Kollegin des Fachgebiets für Psychosomatik hinzuzieht.

Was verursacht Akne?

An der Entstehung von Akne sind mehrere Faktoren beteiligt. Dieses sind:

A.) Talgdrüsenüberfunktion

B.) Verhornungsstörung im Talgdrüsengang

C.) Überbesiedlung mit Bakterien

D.) Entzündungsreaktion

 

Talgdrüsenüberfunktion und Verhornungsstörung

Bei Jugendlichen vergrößern sich mit Beginn der Pubertät unter dem Einfluss männlicher Sexualhormone (Androgene) und des Wachstumsfaktors (GH) die Talgdrüsen und produzieren mehr Talg. Es kommt zu einer Talgdrüsen-Überfunktion. 

Normalerweise dringt der Talg ungehindert über den Talgdrüsenkanal nach außen an die Oberfläche der Haut. Bei Akne bilden jedoch zusätzlich die den Gang auskleidenden und ebenfalls von Androgenen angeregten Zellen vermehrt Hornmaterial. Das überschüssige Hornmaterial verstopft schließlich den Ausführungsgang, so dass der Talg nicht mehr abfließen kann. Es bilden sich zunächst Mitesservorstufen (Microcomedonen), die wir mit dem bloßen Auge nicht sehen können.

Aus diesen entstehen alle anderen für Akne typischen Hauterscheinungen einschließlich offener und geschlossener Mitesser. Durch sanften Druck kann man den sich fadenförmig entleerenden weißlichen Inhalt – das Talg-Horn Gemisch – des Mitessers erkennen. Offene Komedonen erkennt man an ihrem schwarzen Punkt in der Mitte. Diese schwärzlich verfärbte Stelle besteht aus Melanin, welches aus den pigmentbildenden Zellen (Melanozyten) der Mündung des Ganges stammt. Es handelt sich also nicht um Schmutz. Aus offenen Mitessern kann das Horn-Talgmaterial leichter durch Peelingsubstanzen, Aknereinigungsmitteln oder Medikamente wie Vitamin-A-Säure Präparaten gelöst werden. Bei den geschlossenen Mitessern besteht gerade beim Ausdrücken die Gefahr der Entzündung, Verschlecherung, Verfärbung und Vernarbung. Hier kann die sogenante Aknetoilette durch erfahrene Medizinkometiker/-innen zusätzlich helfen.

Weil die Fett- und Hornzellproduktion in den Talgdrüsen durch männliche Geschlechtshormone noch stärker stimuliert wird, ist Akne bei Männern und Jungen meist deutlicher ausgeprägt als bei Mädchen und Frauen.

Überbesiedelung mit Bakterien und Entzündung

Aufgrund der Überaktivität der Drüse findet ein bestimmtes Bakterium, das Cutibacterium acnes, im Talgdrüsenausführungsgang verbesserte Wachstumsbedingungen und vermehrt sich. Akne ist aber keine Infektionskrankheit. An sich haben wir alle diese Bakterien auf der Haut. Sie besitzen viele Enzyme, die unter anderem den Talg zersetzen und die Entzündung in der Umgebung des Talgdrüsenapparates in Gang halten. Spezielle Immunzellen wandern in die Region ein, lockern die Wand des Ganges auf und das Hin-und Her von Botenstoffen der Entzündung wird erleichtert und verstärkt. In der Folge bilden sich auf der Haut Pusteln, Papeln und Knötchen. Kapseln sich die Bakterien im Follikelausführungsgang ab, können sich Antibiotikaresistenzen bilden, die eng mit der Entzündung und schlechterem Ansprechen auf bestimmte Aknemittel zur örtlichen Anwendung einhergehen. Vermieden werden sollten auch äußere Faktoren, die die Verstopfung der Talgdrüsen-Ausführungsgänge fördern. Zu ihnen zählen Fette oder Öle in Pflege- und Kosmetikprodukten, bestimmte Medikamente, heiß-feuchtes Klima oder auch mechanische Reize, zum Beispiel durch zu enge oder berufsbedingte Kleidung (Kinnriemen, Helme, Gesichtsschutz).

Symptome und Akne-Formen

Akne entsteht hauptsächlich dort, wo sich viele Talgdrüsen befinden:

  • im Gesicht,
  • am Nacken und seitlichen Hals,
  • auf dem vorderen Brustdreieck (Dekolleté),
  • am Rücken bis zum Gesäß
  • an den äußeren Oberarmen und vor allem Schultern

Akne kann aber auch unter den Achseln sowie in der Genital-, Gesäß- und Leistenregion auftreten. Dabei handelt es sich aber nicht um die Erkrankung der Talgdrüsen sondern um eine der Haarbalgfollikel (Terminalhaarfollikel), also eine völlig andere Erkrankung (Acne inversa oder Hidradenitis suppurativa). Diese hat ein anderes Behandlungskonzept und Betroffene sollten von hierauf spezialisierten Hautzentren betreut werden.

Man unterscheidet beim Krankheitsbild der eigentlichen Akne (Acne vulgaris) mehrere Formen, die durch verschiedene Hautveränderungen gekennzeichnet sind, aber fließende Übergänge sind stets vorhanden:

    •    Acne comedonica: Sie ist gekennzeichnet durch das Auftreten von offenen und geschlossenen Mitessern, die nicht oder kaum entzündet sind. Die Zahl der geschlossenen Mitesser übersteigt vor allem bei Frauen die Zahl der offenen Mitesser deutlich. Die Mitesser befinden sich bei der Acne comedonica hauptsächlich im Gesicht, besonders im seitlichen Nasen-, im Kinn- und Stirnbereich.
    •    Acne papulo-pustulosa: Bei dieser Akne-Form finden sich neben Mitessern entzündliche Pusteln (mit Eiter gefüllte Ausstülpungen des Ausführungsganges) und bei Berührung schmerzhafte Papeln (bis zu fünf Millimeter groß) sowie kleine Knötchen (fünf bis zehn Milimeter groß). Außer dem Gesicht können auch Brust, Rücken und Oberarme betroffen sein. Aus den Entzündungen können rasch oder auch erst später unterschiedliche Narbentypen entstehen.
    •    Acne conglobata oder zystische Akne: Hauptsächlich Männer sind von dieser schweren Form der Akne betroffen. Es bilden sich ein bis zwei Zentimeter große, hochentzündliche und schmerzhafte Knoten, die im Verlauf miteinander zu Gängen verschmelzen oder sich als tiefe Abszesse abkapseln. Nach dem Abheilen der Entzündungen bleiben charakteristische Akne-Narben bestehen.

Zudem gibt es noch diverse andere Formen der Akne, von denen hier einige Beispiele genannt sind:

  • Acne fulminans tritt als Komplikation von Acne conglobata auf. Dabei kann es zu Fieber und zum Absterben befallener Hautbereiche (Hautnekrosen), Nierenentzündungen und zu Gelenkentzündungen kommen.
  • Acne neonatorum kommt bei Neugeborenen vor, heilt aber nach der Entbindung schnell ab. Als Ursache gelten männliche Sexualhormone die von der Mutter auf den Embryo übertragen werden.
  • Acne infantum bedeutet, dass die Akne im Kleinkindalter bestehen bleibt. Eine mögliche Ursache sind angeborene hormonelle Enzymmangelstörungen oder lokal überfettende Hautpflege.
  • Acne medicamentosa: Pickel und Pusteln, die durch Medikamente entstehen, zum Beispiel durch Kortisonpräparate,Vitamin B Komplex, Jodverbindungen, Antidepressiva oder moderne Anti-Tumorpräparate.
  • Acne venenata (Berufsakne/Kontaktakne) betrifft Menschen, die beruflich zum Beispiel mit Ölen oder Teer zu tun haben, in heiß-feuchter Umgebung arbeiten (Schmelzofen, Heißmangel) oder sie wird durch Mitesser antreibende Inhaltsstoffe in Kosmetikartikeln hervorgerufen

Diagnose

Vor allem wenn in der Pubertät Pickel im Gesicht, an Schultern und Brust auftreten, ist an eine Akne zu denken. Um andere Hautkrankheiten wie eitrige Haarbalgentzündungen und Pilzerkrankungen sowie bei Patienten ab Mitte des dritten Lebensjahrzehntes eine Rosazea auszuschließen und eine Behandlung einzuleiten, ist der Besuch bei einer Hautärztin oder einem Hautarzt sinnvoll.

Die Diagnose "Akne" lässt sich bereits anhand des typischen Erscheinungsbilds stellen. Daneben sind Angaben zum Zeitpunkt des Auftretens, ob ein rascher Verlauf vorliegt, zu anderen bestehenden (Haut-)Erkrankungen und zur familiären Häufung der Akne sehr wichtig. Der Arzt fragt auch nach Kosmetika, der Einnahme von Medikamenten und den Ernährungsgewohnheiten sowie danach, ob eine Neigung zur Narbenbildung besteht.


Um die Diagnose Akne abzusichern und einen geeigneten Behandlungsplan zu erstellen, kann der Arzt oder die Ärztin in schweren Fällen oder bei Verdacht auf eine zusätzliche Infektion eitriges Wundsekret aus den Pusteln oder Nasensekret oder auch Blut entnehmen.

Therapie: Wie bekämpft man Akne?

Während es bei der sehr leichten physiologischen Akne genügen kann, Pickeln mit entsprechender Mitesser vorbeugender Hautpflege zu begegnen, ist es bei ausgeprägteren Formen notwendig einen Arzt oder eine Ärztin aufzusuchen und mit diesen gemeinsam einen Behandlungsplan zu erarbeiten. Er oder sie kann je nach Schwere und Ausprägung der Krankheit geeignete Wirkstoffe verordnen und Tipps zu entsprechenden Pflegemaßnahmen geben.

Selbst sollte man nicht Hand an die Mitesser legen: Es empfiehlt sich ein Besuch bei einer ausgebildeten Medizin-Kosmetikerin/Kosmetiker.

Bei der Therapie von Sonderformen der Akne, wie Acne venenata und Acne medicamentosa, steht die Vermeidung der Ursachen im Vordergrund.

Vorsicht: Pickel im Gesichtsbereich oberhalb der Oberlippe und seitlich der Nase und zum Augenwinkel hin sollte man auf gar keinen Fall selbst ausdrücken! Hier droht aufgrund der Gefäß- und vor allem Lymphbahnverbindungen in den Gehirnbereich eine Verschleppung von Keimen sowie ein Verschluss bestimmter Gefäße (Sinusvenenthrombose).

Hautpflege bei Akne

  • Die von Akne betroffenen Hautregionen einmal am Tag mit pH-neutralen und parfümfreien Seifen oder Waschlotionen reinigen. Zu häufiges Waschen mit aggressiven Substanzen zerstört das Bakterien-Milieu der Haut (Mikrobiom) und kann zu einer Verschlimmerung der Akne führen.
  • Nach dem Waschen Feuchtigkeitscremes auf Wasserbasis verwenden. Auf keinen Fall fettige oder ölige Cremes anwenden. Fette und Öle verstopfen die Poren.
  • Fettfreies Make-up und Sonnenschutzmittel wählen.

Mit Akne an die Sonne?

Manchmal entsteht der Eindruck, Sonnenbestrahlung habe einen heilenden Effekt auf Akne. Allerdings beruht dieser darauf, dass Akne auf gebräunter Haut weniger auffällt. Insbesondere UVA-Strahlung in Solarien kann vor allem die Mitesser fördern. Grundsätzlich ist UV-Strahlung keine Behandlungsoption für die Akne. Manche der gegen Akne eingesetzten Wirkstoffe machen die Haut sogar empfindlicher für UV-Licht, so dass es schneller zu Folgeschäden kommen kann. Daher sollten sich auch Akne-Patienten nicht übermäßig der Sonne aussetzen.

Ernährung

Wer feststellt, dass bestimmte Nahrungsmittel sich ungünstig auf die Haut auswirken, sollte seine Ernährung umstellen und die unverträglichen Lebensmittel, vor allem schnell aufgeschlüsselte Kohlenhydrate wie Cornflakes oder Schokoriegel und hoch gesättigte Fettsäuren (zum Beispiel Pommes frites oder Mayonnaise), weglassen. Auch übermäßiger Milchgenuß oder Molkepulver zum Muskelaufbau sind zu vermeiden. Obst- und gemüsereiche Kost ist vorzuziehen.

Welche Medikamenten helfen bei Akne?

Je nach Schweregrad der Krankheit und ob mehr die Entzündung überwiegt oder die übermäßige Talgproduktion und die Verstopfung der Talgdrüsen, wählt der Arzt oder die Ärztin die passenden Medikamente aus.

Äußerliche Therapie

Äußerlich kann die Akne mit Cremes, Gelen und verschiedenen Lösungen behandelt werden. Diese vermindern die weitere Entzündung und Ausbreitung der Akne. Geeignete Wirkstoffe sind:
    •    Benzoylperoxid: Benzoylperoxid wirkt in erster Linie bakterienabtötend und führt nicht zu Resistenzbildung. Es hat keinen Einfluss auf die Mitesser.
    •    Antibiotika: Sie bekämpfen die Bakterien, die den Talgdrüsenausführungsgang besiedeln, und wirken dadurch entzündungshemmend. Sie dürfen niemals alleine und auch in Kombination mit anderen Präparaten nicht länger als zwei bis drei Monate angewandt werden. Sie sind verschreibungspflichtig.
    •    Retinoide (Vitamin-A-Säure-Präparate): Sie können bei allen Formen der Akne alleine und besonders auch in Kombinationspräparaten äußerlich sehr effektiv angewendet werden. Sie wirken gegen die übermäßige Verhornung der Talgdrüsenausführungsgänge und reduzieren so die Bildung von Mitessern. Sie hemmen  auch die Entzündung und werden gerne mit Benzoxylperoxid kombiniert. Ideal sind sie auch für die Erhaltungstherapie, also um ein Wiederaufflammen der Akne zu verhindern. Retinoide sind verschreibungspflichtig und haben einige Nebenwirkungen, über die Ihr Arzt sie aufklären wird.
    •    Azelainsäure: Sie reduziert die Verhornung der Talgdrüsen, ist entzündungshemmend und wirkt antibakteriell. Sie ist auch für die Erhaltungstherapie geeignet.
    •    Alpha-Hydroxysäuren: Alpha-Hydroxysäuren gehören zu den natürlichen Fruchtsäuren. Sie öffnen die Poren der Ausführungsgänge.

Systemische Therapie

Bei schwereren Akneformen kann es nötig sein, Medikamente innerlich (systemisch), also in Form von Tabletten, zu verabreichen. Folgende Wirkstoffgruppen kommen in Frage:

    •    Hormonpräparate: Bei manchen Frauen bessert sich die Akne unter Einnahme der Antibabypille, diese soll aber einen anti–männlichen Hormonanteil enthalten. Allerdings dauert es mindestens sechs Monate, bis die Wirkung merkbar auch auf die Talgproduktion einsetzt. Immer müssen sie mit lokalen Mitteln wie Retinoiden oder Azelainsäure kombiniert werden.
    •    Antibiotika: Sie sollen von innen her in erster Linie die Entzündung bekämpfen und zusätzlich antibakteriell wirken. Sie werden stets mit äußerlichen Mitteln kombiniert.
    •    Retinoide (Isotretinoin): Dieses Präparat ist das wirksamste Mittel bei schwerster Akne. Es besitzt  Nebenwirkungen, über die Ihr Arzt sie aufklären wird. Unter anderem kann es Schäden beim ungeborenen Kind hervorrufen, weshalb bei Frauen, die Retinoide anwenden, eine Schwangerschaft ausgeschlossen und eine sichere Verhütung auch noch mindestens drei Monate über das Absetzen der Medikamente hinaus gewährleistet sein muss.

Was hilft gegen Akne-Narben?

Wichtigstes Ziel der Aknebehandlung ist es, erst gar keine Narben entstehen zu lassen. Deshalb ist es so entscheidend, rechtzeitig die richtige Therapie einzuleiten. Auch sollte nicht selbst an den Pickeln herumgedrückt werden.

Ist es trotzdem zu Narben gekommen, gibt es verschiedene Methoden, mit denen diese kaschiert oder beseitigt werden können:

  • stark deckendes Make-up zur Kaschierung von kosmetisch störenden oder entstellenden Akne-Narben
  • Peeling mit unterschiedlichen Säuren, die nur der Arzt anwenden darf. Die am stärksten wirksame ist die Trichloressigsäure in unterschiedlichen Konzentrationen
  • operatives Anheben von eingesunkenen Narben (Stanzelevation)
  • Injektionen von Kollagen zur Anhebung eingesunkener Narbenhaut und Abflachung von überschießenden erhabenen Narben mit lokaler Injektion von Kortikoiden in Kombination mit Kälte
  • Behandlung mit verschiedenen Lasertypen je nach Narbentyp

Ob und welche Verfahren für sie in Frage kommen, besprechen Akne-Patienten am besten mit einem Arzt oder der Ärztin für Hautkrankheiten, die sich auf die Narbenbehandlung im Rahmen der speziellen Aknetherapie spezialisiert haben.

Beratender Experte

Professor Dr. med. Harald Gollnick ist ehemaliger Direktor der Universitätsklinik für Dermatologie und Venerologie am Universitätsklinikum Magdeburg. Harald Gollnick studierte Medizin an den Universitäten Münster und Berlin. 1983 promovierte er, 1984 schloss er seinen Facharzt für Dermatologie und Venerologie ab. 1988 habilitierte er sich im Fach Dermatologie und Venerologie. Von 2001 bis 2014 war er Vorsitzender der Global Alliance Acne und von 2003 bis 2007 Präsident der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft. Er war Gründer und von 2007 bis 2010 Vorsitzender der Deutschen Akne Akademie. Zu den Hauptarbeitsgebieten von Professor Gollnick gehören unter anderem Akne, Allergien, Hautkrebs und Schuppenflechte.

Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder –behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich.