Die richtige Hygiene ist entscheidend

Weiche Kontaktlinsen bergen ein erhöhtes Risiko für bakterielle Entzündungen im Auge. "Ihre Oberfläche ist wie ein Schwamm aufgebaut. Mikroorganismen finden in dem feuchtwarmen Klima gute Bedingungen, um zu wachsen", erklärt Augenoptikermeister Christian Müller aus Mülheim an der Ruhr. Ein kleiner Riss in der Hornhaut genügt, damit Erreger wie Akanth­­amöben, die im Leitungswasser vorkommen, eindringen können.

So halten Sie Ihre Linsen sauber

Vorher immer Hände waschen. "Das beste Pflegesystem versagt, wenn die Linsen mit schmutzigen Fingern angefasst werden", sagt Müller. Nach dem Entfernen aus dem Auge die Linse mit Reinigungsflüssigkeit benetzen und abreiben. Die Flüssigkeit bei jedem Gebrauch wechseln, den Behälter regelmäßig mit Kochsalzlösung säubern und mindestens alle drei Monate austauschen.

Das hilft bei trockenen, empfindlichen Augen

"Wenn sich die Augen röten, trocken sind oder jucken, deutet das auf eine Unverträglichkeit des Pflegemittels hin und liegt oft nicht an der Linse selbst", erklärt Karsten Pfeiffer, Kontaktlinsenspezialist an der Universitäts-Augenklinik Marburg. Sich am besten beraten lassen und nicht selbst experimentieren.

Eventuell sind die Augen auch zu trocken. Dann können  Tränenersatzmittel helfen. "Sie sollten keine Konservierungsstoffe  enthal­ten", sagt Apothekerin Dr. Gabriele Röscheisen-Pfeifer aus  Oldenburg. Sie rät, die Präparate in der Apotheke zu kaufen. "Viele  Augentropfen sind nicht als Arzneimittel registriert, sondern fallen  unter den Begriff Medizinprodukt, bei dem die Inhaltsstoffe nicht in  gleicher Weise deklariert sein müssen."

Auch Arzneien wie  Antidepressiva und Betablocker können trockene Augen verursachen. Mit  dem Augenarzt eine langfristige Befeuchtungstherapie besprechen.

Harte Linsen als Alternative

"Wenn  jemand sein Leben lang Kontaktlinsen tragen möchte, dann sind harte  dafür am besten geeignet", sagt Müller. Sie bergen mit ihrer glatten  Oberfläche ein deutlich geringeres Entzündungsrisiko. Lediglich die  längere Eingewöhnungszeit sei ein Nachteil. "Wer zwischen Kontaktlinsen  und Brille wechselt, der sollte zu weichen Kontaktlinsen greifen."

Tipp  für Sportliche: grundsätzlich harte Linsen tragen und beim Training auf  weiche Tageslinsen wechseln. Harte Linsen gehen bei Bewegung schneller  verloren, der finanzielle Verlust ist größer.

Wer sich für weiche  Tageslinsen entscheidet, entsorgt die Linsen  abends und spart sich den  Reinigungsprozess. Vorsicht: auch Tageslinsen  fachgerecht anpassen  lassen. Wer seine Sehhilfen in der Apotheke  kauft, erwirbt garantiert  ein geeignetes und sicheres Produkt.

Regelmäßig kontrollieren

"Das  Fatale bei weichen Kontakt­linsen ist, dass man häufig nicht  sofort  merkt, wenn etwas nicht stimmt. Deshalb ist es wichtig, die  Linsen und  Augen alle sechs ­Monate kontrollieren zu lassen", sagt  Christian  Müller, Vizepräsident des Augenoptiker- und  Optometristenverbandes NRW.  "Durch Ernährung, Umwelteinflüsse und das  natürliche Altern verändert  sich der Tränenfilm im Lauf des Lebens, und  die Kontaktlinse wird  trocken." Leidet der Tragekomfort, sollte man  die Kontaktlinsen oder die  Pflegemittel beim Optiker anpassen lassen.

Das richtige Reinigungsmittel auswählen

Kontaktlinsenträger  können aus einer Vielzahl an Linsen wählen.  Praktisch sind  All-in-one-Produkte. Sie enthalten aber oft  Konservierungsstoffe, die  das Auge reizen und Allergien auslösen  können.  Wasserstoffperoxid-Lösungen sind zwar konservierungsmittelfrei,  ­müssen  aber in der Regel in einem Extraschritt neutralisiert werden.

Neben  der Linsenart entscheiden das Material, die Oberfläche des   Auges und  der Tränenfilm darüber, welche Pflege sich eignet. "Hier   sollte man  unbedingt auf den Rat des Optikers hören und dann auch nur   dieses Mittel  verwenden", sagt Karsten Pfeiffer. Wer verschiedene   Produkte  kombiniert, müsse mit Reizungen am Auge rechnen.

Außerdem  wichtig: "Pflegemittel nur in dem Zeitraum anwenden, der   auf dem Etikett  aufgedruckt ist", so der Augenoptiker. Und weil selbst   die besten  Pflegemittel nicht alle Rückstände entfernen, sollte man  die  maximale  Tragedauer der Linse nie überschreiten.

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