Apothekerinnen und Apotheker sollen künftig gefälschte Impfausweise besser identifizieren können. Ab morgen, den 16. Dezember 2021, können die gut 18.000 deutschen Apotheken beim Ausstellen digitaler Impfzertifikate eine neue Funktion der sogenannten Chargenprüfung nutzen.

Mit dem Begriff „Charge“ ist eine gewisse Menge Impfstoffdosen gemeint, die unter gleichen Bedingungen entstanden sind. Jede dieser Chargen hat eine Chargennummer, die nach der Impfung im Impfpass vermerkt wird. Diese Chargennummer können Apothekerinnen und Apotheker mit einer Software direkt online abfragen.

Immer mehr Fälschungen

Stellen Apothekerinnen und Apotheker einen digitalen Impfnachweis auf Grundlage des gelben Impfbuches aus, können sie nun prüfen, ob die dort eingetragene Chargennummer einer der in Deutschland verimpften COVID-19-Impfstoffdosen entspricht. Zusätzlich werde geprüft, ob diese Chargen zum angegebenen Impfzeitpunkt an Praxen oder Impfzentren verteilt worden waren. Ist dies nicht der Fall, handelt es sich um ein unechtes Impfzertifikat. Im Umkehrschluss bedeutet das für Geimpfte, dass sie davon absehen sollten, Fotos von ihren Impfnachweisen - zum Beispiel in den Sozialen Medien - zu veröffentlichen. Denn unter anderem so können Fälscher an existierende Chargennummern gelangen.

Tatsächlich hatten Apotheken neben den 60 Millionen ausgestellten digitalen Impf- und Genesenzertifikaten vermehrt auch mit gefälschten Impfpässen zu tun. Bislang konnten sie allerdings nur Identitäts- und Plausibilitätschecks durchführen. Also ob der Impfausweis vollständig ist und zur richtigen Person gehört.

Kriminelle und Urkundenfälscher stoppen

Die neue Funktion der Chargenprüfung entwickelte das Paul-Institut (PEI) gemeinsam mit dem Deutschen Apotherkeverband (DAV). Dessen Vorsitzender Thomas Dittrich sagt: „Mit der Chargenprüfung steht den Apotheken nun ein weiteres wirksames Instrument zur Verfügung, um Kriminelle und Urkundenfälscher zu stoppen“. Er macht außerdem deutlich: „Wer Impfpässe fälscht oder einen gefälschten Impfpass nutzt, gefährdet nicht nur seine eigene Gesundheit, sondern bringt auch Verwandte, Freunde, Nachbarn und Kollegen in Gefahr. Das ist kein Kavaliersdelikt, sondern eine Straftat und bremst die Gesellschaft im Kampf gegen die Pandemie.“

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