{{suggest}}


Motivationstipps vom Sportpsychologen

Aller Anfang ist schwer – dranbleiben noch viel mehr. Was Sportpsychologe Dr. Tom Kossak rät, damit man langfristig genug Antrieb hat

von Dr. Stefanie Reinberger, 30.12.2019
Frau läuft Schlittschuh auf dem gefrorenen See

"Der innere Schweinehund macht's hart" - trotzdem: Willenskraft und eine Sportart mit Spaß bringen auch Sportmuffel in Bewegung


Herr Dr. Kossak, kommt Sport ­daheim für jeden infrage?

Prinzipiell ja. Der innere Schweinehund macht uns das Training zu Hause aber schwer. Disziplinierte Menschen tun sich leichter dranzubleiben.

Was tun gegen den inneren ­Schweinehund?

Wichtig ist das Ziel. Wenn ich nur Sport mache, weil mir der Arzt dazu geraten hat, fehlt der Antrieb aus meinem Innersten. Wenn ich dagegen aus Lust am Laufen in die Sportschuhe schlüpfe, fällt es wesentlich leichter. Daher eine Sportart wählen, die Spaß macht. Oft kommt der Spaß auch mit dem Training, aber der Weg dorthin braucht Willenskraft.

Experte Dr. Tom-Nicolas Kossak

Sind feste Trainingszeiten wichtig?

Ja. Sie schaffen Verbindlichkeit. Wer zu Hause trainiert, sollte sich dafür konkrete Termine in den Kalender schreiben. Dazu noch ein Tipp: Wer tagsüber im Beruf gefordert ist, dem fällt es schwerer, sich am Abend noch zum Sport aufzuraffen.

Deshalb lieber morgens trainieren. Wenn das nicht geht, direkt nach der Arbeit loslegen. Wer erst auf der Couch sitzt, kann sich meist nur noch schwer überwinden.

Was hilft noch, um über einen längeren Zeitraum am Ball zu bleiben?

Langfristige Ziele festlegen und diese in Häppchen unterteilen. Wenn das Ziel "Sommerfigur" lautet, könnte ein Etappenziel sein, die Joggingstrecke ohne Pause zu schaffen. Die Ziele sollten genau ausformuliert werden und realistisch sein. Setzen Sie sich einen Termin, bis wann Sie sie erreichen wollen.

Können Geräte, Youtube-Videos oder Apps die Motivation fördern?

Trainingsgeräte haben einen Aufforderungscharakter und motivieren. Kann man sich trotzdem nicht aufraffen, kommt das schlechte Gewissen. Kommentare von Familienmitgliedern verstärken den Druck. Unlust macht sich breit.

Deshalb ein Gerät anschaffen, bei dem Sie wissen, dass Ihnen die Bewegung langfristig Freude bereitet. Video-Anleitungen und Apps können unterstützen.

Aber Vorsicht: Oft entsteht ein Wettbewerbscharakter, man setzt sich unter Druck. Das kann sich ungünstig auf die Motiva­tion auswirken.

Einfache und effektive Übungen ganz ohne Geräte, die sich zu Hause machen lassen, zeigt unsere Fitness-Expertin Carolin Heilmann im Internet unter:
www.apotheken-umschau.de/training-zuhause