Schleimbeutelentzündung: Was tun?

Schleimbeutel schützen unsere Muskeln und Sehnen. Eine Entzündung muss gründlich ausheilen. Worauf es dabei ankommt, wie man am besten vorbeugt
von Maria Haas, 04.12.2015

Schmerzen in der Schulter? Schuld kann eine Schleimbeutelentzündung sein

Thinkstock/iStockphoto

Manchmal steckt nur eine schlechte Angewohnheit dahinter. Wer etwa beim Lernen die Ellbogen auf dem Schreibtisch abstützt, riskiert, dass sich der Schleimbeutel entzündet. "Wir sprechen dann von einem Studenten-Ellbogen", sagt Markus Schneppenheim, Orthopäde in Herten.

Überlastung ist die häufigste Ursache für eine Schleimbeutelentzündung. Das kann im Beruf passieren. So sind zum Beispiel Fliesenleger, die oft auf den Knien arbeiten, gefährdet. Sportler riskieren etwa beim Tennis oder Handball, dass sich am Schultergelenk ein Schleimbeutel entzündet. Bei Joggern sind häufiger Sprung- oder Hüftgelenk betroffen.

Auch bei Stürzen und anderen Unfällen können die kleinen Polster verletzt werden. Seltener tritt die Entzündung als Folge von Rheuma, Gicht oder einer bakteriellen Infektion auf.

Weshalb Schleimbeutel so anfällig sind

Zu Beschwerden kommt es meist dort, wo Gelenke großer Belastung ausgesetzt sind. Schleimbeutel gibt es jedoch viel mehr – rund 150. Sie sitzen an Stellen, wo Muskeln und Sehnen auf Knochen und Gelenke treffen. Dort sollen die kleinen, flachen und mit wenig Flüssigkeit gefüllten Gewebesäckchen verhindern, dass die unterschiedlichen Strukturen aneinander reiben und Muskeln und Sehnen durch Knochen und Gelenke beschädigt werden.

Ein überlasteter Schleimbeutel füllt sich mit Flüssigkeit und schwillt an. Der betroffene Bereich ist überwärmt und schmerzt. Das Gelenk büßt an Beweglichkeit ein. Wer es jetzt schont und mit kalten Kompressen oder Coldpacks kühlt, erfährt oft innerhalb weniger Tage eine deutliche Besserung. "Bei starken Schmerzen kann man für zwei bis drei Tage ein entzündungshemmendes Schmerzmittel einnehmen", rät Schneppenheim.

Stellt sich nach drei bis fünf Tagen keine Besserung ein, empfiehlt sich ein Arztbesuch, denn eine Schleimbeutelentzündung muss gründlich ausheilen. "Die Infektion kann auch in die Tiefe gehen und im schlimmsten Fall das betroffene Gelenk zerstören", warnt der Hertener Orthopäde. Zudem bestehe die Gefahr, dass die Entzündung chronisch wird und immer wiederkehrt. Liegt eine bakterielle Infektion vor, kann der Arzt Antibiotika verordnen. Nicht immer lässt sich eine Schwellung erkennen. Manchmal wird der entzündete Schleimbeutel erst im Ultraschall sichtbar.

Vorbeugen mit Muskeltraining

Ist die akute Erkrankung auskuriert, lohnt sich zur Vorbeugung in vielen Fällen Muskeltraining. "Oft ist die Muskulatur für die Belastung im Beruf oder im Sport nicht ausreichend trainiert", beobachtet Schneppenheim. Der Orthopäde wird auch darauf achten, ob Fehlstellungen und Fehlbelastungen eine Ursache für wiederholte Entzündungen sein können.

In entsprechenden Berufen entlasten Gelenkschoner und andere Hilfsmittel, regelmäßige Pausen sowie ausgleichende Übungen die kleinen Gewebepolster.


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