Nachgefragt:
Können Hunde Angst riechen?

Leider wollen nicht alle Hunde nur „spielen“, manche beißen auch zu. Trifft es furchtsame Menschen öfter?

von Apotheken Umschau, 27.06.2010

Hunde können riechen, wer Angst hat – und beißen eher zu.


Grrr! Das Tier, das da auf dem Waldweg steht, knurrt und die Zähne fletscht, macht uns unmissverständlich klar: Mit mir ist nicht zu spaßen, das hier ist mein Revier! Von Frauchen oder Herrchen ist natürlich weit und breit keine Spur. Sofort fällt uns ein, was wir schon als Kind zu hören bekamen: "Jetzt ganz ruhig bleiben, sonst merkt er, dass du Angst hast, und beißt dich." Doch ist es wirklich möglich, dass Hunde etwas wahrnehmen, das wir fühlen?

Ja. Das funktioniert über die Nase. "Während der Mensch ungefähr 350 verschiedene Düfte unterscheiden kann, sind es beim Hund rund 1000", erläutert Professor Hanns Hatt. Der Biologe am Lehrstuhl für Zellphysiologie der Ruhr-Universität Bochum sagt: "Neben einem Individualgeruch, der durch die Gene bestimmt wird, stellt unser Körper Pheromone her. Das sind Duftstoffe, die andere Menschen unbewusst wahrnehmen und bei ihnen vorhersehbare Reaktionen auslösen. Jedes Gefühl wie Freude, Aufregung, Wut, Glück, Traurigkeit oder eben auch Angst riecht anders. Pheromone dienen also der chemischen Kommunikation."

"Vielleicht ist das der Grund", so Professor Hatt, "warum ein Mensch, der vor einem Hund Angst hat, noch so mutig auf ihn zugehen kann. Das Tier nimmt den Angstgeruch wahr und wird bei ihm eher zubeißen als bei jemandem, der diesen Angstgeruch nicht ausströmt."


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