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Prävention: Verlagsprojekt "Dranbleiben!"

Nicht nur darüber schreiben, sondern auch danach leben – Mitarbeiter des Wort & Bild Verlags üben sich in einem gesünderen Lebensstil – mit Erfolg!

von Barbara Kandler-Schmitt, 05.09.2019
Mann beim Nordic Walking

Walken mit Hörbuch: Beim Sport kombiniert Dr. Roland Mühlbauer, Arzt und Redakteur bei der Apotheken Umschau, Bewegung und Entspannung


Sechs Wochen lang nichts Süßes? Klingt erst mal ganz schön bitter. Doch es hat sich gelohnt: "Seitdem ich weniger Süßigkeiten esse, fühle ich mich deutlich leistungsfähiger und habe nebenbei zwei Kilo abgenommen", freut sich Heike Bothe, Key-­Account-Managerin im Verlagsbüro Frankfurt. "Ich war überrascht, wie leicht mir der Verzicht nach dem bewussten Entschluss gefallen ist."

Apotheken Umschau-Redakteurin Konstanze Fassbinder bestätigt: "Ich bin froh, dass ich auch mal eine Zeit lang auf ­Genussmittel verzichten kann." Sie hatte Süßigkeiten und Alkohol von der Liste gestrichen und beschlossen, in der Freizeit mehr Sport zu treiben.

Individuelle Ziele setzen

Da die Apotheken Umschau regelmäßig über Bewegung und gesunde Ernährung berichtet, machten 24 Verlagsmitarbeiter den Praxistest: Sie achteten sechs Wochen bewusst auf ihren Lebensstil und setzten sich individuelle Ziele. Bewegten sich mehr, ernährten sich gesünder, verzichteten auf Genuss­mittel oder nahmen sich regel­mäßig Zeit für sich selbst.

Der Mediziner und Online-Redakteur Dr. Roland Mühlbauer etwa gönnte sich zehntausend Schritte sowie fünf Portionen Obst und Gemüse am Tag. "Mit der Aktion hatte ich einen Grund, mir mehr Zeit für Bewegung zu nehmen oder im ­Restaurant einfach nur einen Salat zu bestellen", sagt er.

Auch die Stressreduktion kam bei Mühlbauer nicht zu kurz: "Beim Walken mit Hörbuch kann ich wunderbar entspannen." Andere Mitarbeiter entschleunigten mit Meditation, Yoga, beim Malen oder Musizieren.

Nach sechs Wochen zogen die Teilnehmer ihre persönliche Bilanz: Mehr als zwei Drittel hatten bis zum Ende durchgehalten, drei Viertel ihre Ziele ganz oder überwiegend erreicht. Und alle waren so überzeugt vom Nutzen ihrer Verhaltensänderung, dass sie auch in Zukunft dranbleiben wollen. Heike Bothe etwa möchte weiterhin auf Süßigkeiten verzichten: "Es wäre doch schade, jetzt wieder damit anzufangen, denn eigentlich ist es ja ganz einfach."

Rückfällen entgegenwirken

Zumal sich der Geschmack nach längerem Verzicht auf Zucker offenbar verändert: "Vieles ist mir inzwischen einfach zu süß", bestätigt Konstanze Fassbinder. "Als ich einmal rückfällig wurde, war mir richtig schlecht – ich hatte aber auch eine ganze Tafel Schokolade verspeist." Am nächsten Tag gab es wieder Obst.

Inzwischen hat sie Strategien entwickelt, um Rückfälle zu vermeiden: "Im Supermarkt steuere ich verführerische Gänge nicht mehr an. Und wenn ich Lust auf einen Snack habe, esse ich Nüsse, Datteln oder einen Apfel."

Die Erkenntnis, dass gesundheits­bewusstes Verhalten Vorteile bringt, hilft beim Durchhalten und verringert die Gefahr von Rückfällen. Wer bei der Bergtour weniger schnaufen muss oder endlich wieder in die enge Jeans passt, will diese Erfolge nicht leichtfertig aufs Spiel setzen.

Frau beißt in einen Apfel

Zudem beugen Bewegung sowie ausgewogene Ernährung Herz-­Kreislauf-Erkrankungen, Übergewicht, Diabetes und bestimmten Krebs­arten vor. Das Bundesgesundheitsministe­rium rät deshalb in seinen na­tionalen Bewegungsempfehlungen: Gesunde Erwachsene sollten an mindestens fünf Tagen pro Woche 30 Minuten körperlich aktiv sein – ein Ziel, das derzeit nur 10 bis 20 Prozent der erwachsenen Bevölkerung erreichen.

Mediziner Mühlbauer etwa will durch mehr Bewegung Bluthochdruck vorbeugen und sein ­Gewicht durch bewusste Ernährung im grünen Bereich halten. Und sammelt dabei spannende Erfahrungen: "Es macht mir Spaß, neue Sportarten zu entdecken und gesunde Rezepte auszuprobieren."

Spaß statt lästige Pflicht

Den Spaßfaktor sollte man bei der Prävention nicht unterschätzen: Egal ob Joggen, Schwimmen, Kraft- oder Ausdauertraining, Tanzen, Tennis, Wasserball oder Golf – wer mit Freude bei der Sache ist, bleibt langfristig konsequenter als jemand, der das Ganze als lästige Pflichtübung betrachtet.

Damit Ziele erreicht werden, müssen sie zudem ­realistisch und überschaubar sein: Wer sich zu viel gleichzeitig vornimmt, tut sich schwerer als jemand, der sich auf eine Sache konzentriert. "Eigentlich hatte ich neben dem Süßigkeitenverzicht auch mehr Sport geplant", erzählt Fassbinder. "Das war aber zeitlich schwierig. Insgesamt war’s wohl zu viel der guten Vorsätze."

Stark im Team

Im Team geht es offenbar leichter: "Der Gedanke, dass meine Kollegen mitmachen, hat mich zusätzlich motiviert", sagt Heike Bothe. "Auch die persönliche Ansprache und ­gegenseitige Motivation habe ich als hilfreich empfunden." Einige Teilnehmer entwickelten Eigeninitiative und verabreden sich jetzt regelmäßig mit Kollegen oder Freunden zum Sport.

Auch Belohnung scheint zu ­helfen: Teilnehmer, die sich wie Heike Bothe für ihre Erfolge hin und wieder etwas Schönes gönnten, waren motivierter und im Durchschnitt zufriedener mit sich. "Aber die größte Belohnung ist für mich, dass ich durch den Süßigkeitenverzicht fitter geworden bin und mich insgesamt wohler fühle."