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Erkältung: Das hilft gegen Halsschmerzen

Ein häufiges Anzeichen für einen Infekt sind Halsschmerzen. Mit unseren Tipps tut es weniger weh: von Kräuterbonbons lutschen über inhalieren und viel trinken bis hin zum Gurgeln mit Betäubungsmitteln

von Marlen Schernbeck, aktualisiert am 13.01.2020
Gurgeln

Ob mit Salzwasser, Salbei- oder Kamillentee: Gurgellösungen helfen, die Keime auszuspülen


Kratzt es im Hals, stecken meist Viren dahinter – "in etwa 70 Prozent der Fälle", erklärt Dr. Matthias Heinze, HNO-Arzt und Saarland- Landesvorsitzender des Berufsverbands für Hals-Nasen-Ohren-Ärzte. "Die Erreger befallen die Schleimhäute im Hals, das Gewebe entzündet sich und schmerzt." Gegen Viren helfen keine Antibiotika. Stattdessen können natürliche Maßnahmen die Beschwerden lindern. Dabei gilt: Gut ist, was guttut. Einfach ausprobieren.

Kräuter lutschen

Bonbons oder Lutschpastillen regen den Speichelfluss an. Die Schleimhäute werden befeuchtet, Schmerzen gelindert. Wichtiger als die Inhaltsstoffe ist das Lutschen selbst.

Bestimmte Pflanzen haben sich dennoch bewährt. "Dazu zählen Isländisch Moos oder Spitzwegerich", sagt Dr. Uwe Siebling, Allgemeinmediziner aus Ehingen. Sie bilden einen zusätzlichen Schutzfilm auf der entzündeten Schleimhaut.

Was gegen Halsschmerzen helfen kann, sehen Sie auch in diesem Video

Genug trinken

Das hält die Schleimhäute im Hals feucht. Eine Alternative zu Wasser sind Arzneitees aus der Apotheke – zum Beispiel mit Salbei, Kamille oder Thymian. "Von Pfefferminztee rate ich wegen seiner Schärfe eher ab", so Siebling. Außerdem: den Tee kurz abkühlen lassen, um die Schleimhäute nicht zu reizen.

Wann zum Arzt?

Bei Luftnot sofort. Sonst, wenn die Schmerzen nicht binnen sechs Tagen verschwinden, stärker werden oder Fieber hinzukommt. "In 30 Prozent der Fälle stecken bakterielle Infektionen hinter den Halsschmerzen, die oft einer antibiotischen Therapie bedürfen", sagt Heinze.

Schmerzen betäuben

Für stärkere Beschwerden gibt es Mittel, die örtlich ­betäuben, etwa Lutschpastillen oder Gurgellösungen mit Benzocain oder Lidocain. Lassen Sie sich zu Auswahl und Anwendung in der Apotheke beraten.

"Wenn die Schmerzen sehr stark sind, kann man auch mal Paracetamol oder Ibuprofen als ­Tablette nehmen – vorausgesetzt, man verträgt die Arzneistoffe gut", sagt Heinze.

Warm halten

Am besten einen Schal um den Hals legen, Wärme von außen hilft bei der Genesung. Der Grund: Das Gewebe wird besser durchblutet, die Abwehrzellen ­gelangen schneller zum Ort der Entzündung. "Angenehm kann auch ein warmer Halswickel sein, etwa mit Kartoffeln", rät Siebling. Übermäßiges Schwitzen jedoch besser vermeiden.

Inhalieren

Inhalationen mit warmem Dampf – etwa mit Kamille oder ätherischen Ölen aus Eukalyptus – halten die Atemwege feucht und lindern mitunter Schmerzen. Für Kinder und Asthmatiker sind ätherische Öle jedoch tabu. Sie können bei ihnen Luftnot auslösen.

Lüften

Heizungsluft trocknet die Schleimhäute im Rachen aus, das macht sie anfällig für Viren. Daher auf genug Luftfeuchtigkeit im Raum achten und regelmäßig stoßlüften.

Schonen

Während einer Erkältung gilt immer: Ausreichend schlafen und keinen Sport treiben, sonst können die Viren auf den Herzmuskel übergehen. "Gegen einen Spaziergang an der frischen Luft ist jedoch nichts einzuwenden", sagt HNO-Arzt Heinze. Speziell die Schleimhäute schont, wer leise spricht, nicht raucht und scharfes Essen meidet.

Gurgeln

Gurgellösungen helfen, die Keime auszuspülen. Auch hierfür eignen sich etwa abgekühlter Salbei- oder Kamillentee. Auch mit Salzwasser kann gegurgelt werden. Siebling: "Einfach einen Teelöffel Kochsalz auf 250 Milliliter Wasser geben. Die Lösung anschließend wieder ausspucken.


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