Thema: Erhöhte-Bluttfettwerte-Cholesterin

Cholesterinwerte: In Ordnung oder zu hoch?

Welche Cholesterinwerte normal und wann sie zu hoch sind, hängt individuell vom Patienten und dessen Gesundheitszustand ab. Dennoch gibt es Richtwerte
von Dr. Martina Melzer, aktualisiert am 22.12.2014

Wer raucht und erhöhte Cholesterinwerte aufweist, hat ein höheres Risiko für Herz-Kreislauf-Krankheiten

Jupiter Images GmbH/Ablestock

Eines vorneweg: Mediziner müssen die Blutfettwerte sehr individuell beurteilen. Für viele Menschen stellen leicht erhöhte Cholesterinwerte kein Problem dar. Sie müssen auch keine Medikamente einnehmen. Kommen jedoch Risikofaktoren hinzu, kann schon ein leicht erhöhter Cholesterinspiegel eine Therapie nötig machen. Zu diesen zählen zum Beispiel Bluthochdruck, Diabetes, Rauchen sowie eine koronare Herzkrankheit oder ein Herzinfarkt in der Vergangenheit. Hatte ein nahes Familienmitglied in jüngeren Jahren oder im mittlerem Lebensalter einen Herzinfarkt kann ebenfalls ein erhöhtes Risiko bestehen.

Deshalb entscheidet in den meisten Fällen nicht alleine der Cholesterinwert darüber, ob eine Behandlung mit Medikamenten nötig ist. Dazu muss der Arzt erst sämtliche mögliche Risikofaktoren mit einbeziehen. Je nach Anzahl und Bedeutung der einzelnen Risiken, gelten heute weltweit bestimmte Zielwerte. Sie richten sich vor allem auf das LDL-Cholesterin aus.

Herzkreislauf-Gesamtrisiko

Bei einem niedrigen Herzkreislauf-Gesamtrisiko, wenn also höchstens ein zusätzlicher Risikofaktor vorliegt, sollte das LDL-Cholesterin nicht 160 Milligramm pro Deziliter (mg/dl) übersteigen. Gibt es mehrere Risikofaktoren, besteht ein moderates Herzkreislauf-Gesamtrisiko. Dann sollte das LDL-Cholesterin nicht höher als 115 mg/dl sein. Wer ein hohes Gesamtrisiko aufweist, zum Beispiel weil er an starkem Bluthochdruck leidet, für den erniedrigen sich die Zielwerte weiter. Experten fordern dann einen LDL-Cholesterinwert von maximal 100 mg/dl.

Besteht ein sehr hohes Risiko, etwa bei einer koronaren Herzkrankheit, bei Typ-2-Diabetes oder wenn der Patient bereits einen Herzinfarkt hatte, gilt ein Wert von unter 70 mg/dl als erstrebenswert.
 Lässt sich dieser Wert nicht erreichen, sollte die LDL-Konzentration zumindest um 50 Prozent im Vergleich zum Ausgangswert gesenkt werden.

Für das Gesamtcholesterin sehen Experten heute Werte bis 200 mg/dl als Obergrenze an. Die Deutschen liegen im Durchschnitt vielfach über diesem Zielwert, ihr Gesamtcholesterin liegt im Mittel bei 231 mg/dl. Bei den Blut-Triglyceridwerten gilt als allgemeine Richtlinie, dass sie möglichst unter 200 mg/dl, besser noch unter 150 mg/dl liegen sollten. Beim HDL sollte der Wert bei Frauen möglichst nicht unter 45 mg/dl liegen und bei Männern nicht unter 40 mg/dl.


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