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Wie wirkt Ezetimib?

Der Arzneistoff senkt den Cholesterinspiegel. Dies geschieht, indem er die Aufnahme von Cholesterin als auch von Phytosterinen aus der Nahrung hemmt. Phytosterine sind die pflanzliche Variante des Cholesterins.

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Der Wirkstoff hat, wie alle anderen Medikamente auch, ­Nebenwirkungen. In der Regel treten diese selten und nur vo­rübergehend auf. Dazu gehören: Bauchschmerzen, Blähungen und Müdigkeit. Die Arznei wird bei vielen Patientinnen und Pa­tienten in Kombination mit einem weiteren Cholesterinsenker, einem Statin wie etwa Simvastatin oder Rosuvastatin, ver­ordnet. Vor allem bei der Kombination mit einem Statin kann es zu Muskelschmerzen und der Erhöhung bestimmter Leberwerte kommen (siehe „Was ist bei der Anwendung zu beachten?“).

Wussten Sie, dass …

… nur 25 Prozent des Cholesterins im menschlichen ­Körper aus der Nahrung stammen? Die restlichen 75 Prozent produziert der Körper selbst in der Leber. Für den Körper ist es ein Rohstoff, den er für die Herstellung von ­Hormonen, zum Beispiel Östrogen und Testos­teron, braucht. Cholesterin ist auch eine Vorstufe des D-Vitamins.

Welche Wechselwirkungen sind möglich?

Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten gibt es bei der Einnahme von Ezetimib nur wenige. Colestyramin, ein Cholesterinsenker, kann die cholesterinsenkende Wirkung von Ezetimib beeinträchtigen. Ferner kann der Arzneistoff die Wirkung der Gerinnungshemmer Warfarin und Phenprocoumon beeinflussen. Daher muss der Gerinnungswert kontrolliert und die Dosis gegebenenfalls angepasst werden.

Was ist bei der Anwendung zu beachten?

Ezetimib hemmt nur die Aufnahme von Cholesterin aus der Nahrung: Daher wird es in der Regel zusammen mit ­einem Statin verschrieben, wenn dieses alleine den Cholesterinspiegel nicht ausreichend verbessert. Statine hemmen die körpereigene Cholesterinproduk­tion in der Leber.

Leberwerte: Ezetimib alleine, aber vor allem in Kombination mit einem Statin kann bestimmte Leberwerte erhöhen. Deshalb sollten während der Therapie, insbesondere im ersten Jahr, die Leberwerte regelmäßig kontrolliert werden.

Muskelschmerzen oder -schwäche: Teilen Sie dies sofort Ärztin oder Arzt mit. Es muss ausgeschlossen werden, dass es sich um eine seltene, sehr ernste Nebenwirkung handelt: Rhabdomyolyse, der Zerfall von Muskeln. Weiteres Symptom: teefarbener Urin. Meistens ist bei der Kombitherapie das Statin der Auslöser.


Quellen:

  • Kahle C, Herbel JN: Ezetimib - Anwendung, Wirkung, Nebenwirkungen. Gelbe Liste: https://www.gelbe-liste.de/... (Abgerufen am 02.05.2023)
  • Geisslinger G, Menzel S, Gudermann T et al. : Ezetimib. In: Mutschler Arzneimittelwirkungen 01.01.2020, 11: 396-403