Cholesterinwerte: Cholesteringehalt in Lebensmitteln

Der Cholesterinspiegel im Blut wird nicht nur durch das im Essen vorhandene Cholesterin beeinflusst, sondern auch durch die Fettzusammensetzung insgesamt

von Dr. Martina Melzer, aktualisiert am 22.12.2014
Schweinebraten

Schweinebraten: Vor allem tierische Fette enthalten viel Cholesterin


Prinzipiell kommt in Innereien wie Niere oder Leber viel Cholesterin vor. 100 Gramm Leber enthalten zum Beispiel 370 Milligramm Cholesterin. Das beliebte Frühstücksei (Klasse M) kommt auf etwa 240 Milligramm, 100 Gramm Kaviar auf zirka 300 Milligramm. Etwa 220 Milligramm Cholesterin befinden sich in 100 Gramm Butter, rund 140 Milligramm in der gleichen Menge Garnelen.

Doch der Cholesteringehalt eines Nahrungsmittels beeinflusst den Cholesterinspiegel im Blut weniger als Art und Menge der Nahrungsfette insgesamt. Dabei spielt der Gehalt an gesättigten, einfach ungesättigten und mehrfach ungesättigten Fettsäuren eine wichtige Rolle. Je weniger gesättigte Fettsäuren in einem Lebensmittel vorkommen, desto besser.

Shrimp Sushi

Vor allem in tierischen Fetten wie Butter, Fleisch, Wurstwaren, Milch und Milchprodukten kommen reichlich gesättigte Fette vor. Aber auch pflanzliche Fette können viel davon enthalten. Hier spielen vor allem sogenannte Transfettsäuren eine Rolle, die bei der industriellen Härtung von Fetten entstehen. Transfette kommen zum Beispiel in Pommes frites, Donuts, Crackern und Plunderstückchen verstärkt vor. Prinzipiell gilt: Je weniger tierische Fette Sie essen, desto weniger Cholesterin und gesättigte Fettsäuren nehmen Sie zu sich. Gar kein Cholesterin enthalten zum Beispiel Obst, Gemüse, Salat, Reis und Kartoffeln.

Ungesättigte Fettsäuren, die unter anderem in Fisch, Nüssen, Samen und pflanzlichen Ölen wie Olivenöl vorkommen, können helfen, den Cholesterinspiegel zu senken. Achten Sie darauf, diese Fette statt der gesättigten zu verwenden.

Obwohl sich eine erhöhte Cholesterinzufuhr mit der Nahrung von Mensch zu Mensch verschieden auswirkt, sollte man nicht mehr als 300 Milligramm Cholesterin pro Tag aufnehmen.

Was ist von cholesterinsenkender Margarine zu halten?

Auch hier sollte jeder darauf achten, wie viel gesättigte, einfach ungesättigte und mehrfach ungesättigte Fettsäuren die jeweilige Margarine enthält. Mit einer cholesterinsenkenden Margarine kann der Cholesterinspiegel im Blut etwas abfallen. Ob dies aber tatsächlich zu einer geringeren Herzinfarktrate führt, lässt sich schwer nachweisen. Auch ein dünner Butteraufstrich auf dem Brot ist daher durchaus vertretbar.

Lebensmittel Cholesteringehalt (mg/100 Gramm)
Leber (Schwein) 370
Hühnerei

400 (ein Ei der Klasse M enthält

ca. 240 mg/100g)

Butter 220
Leberwurst 170
Aal, geräuchert 165
Scampi 140
Gouda (70 % Fett) 87

Schlagsahne

(30 % Fett)

84

Quelle: Die Nährwerttabelle, Deutsche Gesellschaft für Ernährung, 2012

Prof. Dr. Med. Wolfram Delius

Beratender Experte: Professor Dr. med. Wolfram Delius ist Facharzt für Innere Medizin und Kardiologie. Er habilitierte sich an der medizinischen Universitäsklinik Uppsala, Schweden, und hatte anschließend eine außerordentliche Professur für Medizin an der Technischen Universität München inne. Der Herzspezialist war lange Zeit als Chefarzt tätig, zuletzt zwei Jahrzehnte an der Abteilung Kardiologie/Pneumologie am Städtischen Krankenhaus München-Bogenhausen (Akademisches Lehrkrankenhaus). Inzwischen führt er eine eigene Praxis.

Professor Delius wirkt seit Jahren aktiv bei Fortbildungsveranstaltungen der Bayerischen Ärztekammer mit und wurde mit der Ernst von Bergmann Plakette der Bundesärztekammer ausgezeichnet.

Quellen:

American Heart Association (AHA): Cholesterol. Online: http://www.heart.org/HEARTORG/Conditions/Cholesterol/Cholesterol_UCM_001089_SubHomePage.jsp (Abgerufen am 07.10.2013)

European Society of Cardiology (ESC) and the European Atherosclerosis Society (EAS): ESC/EAS Guidelines for the management of dyslipidaemias. Online: http://www.escardio.org/guidelines-surveys/esc-guidelines/guidelinesdocuments/guidelines-dyslipidemias-ft.pdf (Abgerufen am 07.10.2013)

Parhofer K G: Update Fettstoffwechselstörungen. In: Der Internist 2013, 9: 1090-1101

Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE): Die Nährwerttabelle, 2. Auflage, Neustadt/Weinstraße Neuer Umschau Verlag 2012

 

Deutsche Gesellschaft zur Bekämpfung von Fettstoffwechselstörungen und ihren Folgeerkrankungen DGFF (Lipid-Liga) e. V.: Lipoprotein (a): ein unabhängiger kardiovaskulärer Risikofaktor. Online: http://www.lipid-liga.de/cms/images/stories/pdf/dgff_11_2012_presseinfo_lpaaerztliche_praxis.pdf

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