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Covid-19: Mit dem Corona-Virus zu Hause

Verläuft die Erkrankung milde, können Covid-19-Infizierte sich zuhause auskurieren. Doch gelten nun strenge Regeln zum Schutz nicht infizierter Familienangehöriger und aller anderen Kontakte

von Sabine Schulz und Beatrice Sobeck, 07.04.2020
Coronavirus Zuhause Bleiben Krank Quarantäne

Für Infizierte gilt: Halten Sie auch in der Wohnung einen Abstand von 1,5 bis 2 Metern ein und tragen Sie nach Möglichkeit einen Mund-Nasen-Schutz, wenn sich ein Kontakt zur Familie nicht vollständig vermeiden lässt


Werden jetzt alle Familienmitglieder auf Covid-19 getestet?

Das örtliche Gesundheitsamt entscheidet darüber, ob Ihre Familie getestet wird. Aus Kapazitätsgründen werden infizierte Personen jedoch meist erst getestet, wenn Symptome wie beispielsweise Fieber zusammen mit trockenem Husten auftreten. Personen, die mit potenziellen Covid-19-Infizierten Kontakt hatten, rät das Gesundheitsamt dringend zur Quarantäne.

Wen muss ich über mein positives Testergebnis informieren?

Das örtliche Gesundheitsamt entscheidet, ob Ihr Arbeitgeber informiert werden muss. Wenn Sie in einem wechselnden Team gearbeitet haben, geben Sie bitte die Namen Ihrer Kontakte an Ihren Arbeitgeber weiter.

Versuchen Sie nach Möglichkeit, sich an alle Personen zu erinnern, mit denen Sie in den vergangenen 14 Tagen einen 15-minütigen Gesprächskontakt hatten, zum Beispiel in Meetings, in gemeinsamen Gesprächen im Büro oder beim Zusammenarbeiten, wo man die Abstandsempfehlungen nicht einhalten kann, etwa beim Bäcker, Metzger, im Supermarkt, im Krankenhaus oder im Pflegeheim.  

Meine Familie ist nicht infiziert. Worauf müssen wir jetzt achten, damit das so bleibt?

Es ist sehr wahrscheinlich, dass sich die Familienmitglieder gegenseitig anstecken. Noch nicht geschehen, sollten Sie sich in Haus oder Wohnung weitestgehend aus dem Weg gehen und keinen direkten Kontakt mehr zu Familienangehörigen haben. Das bedeutet, keine Berührungen, kein Kuscheln mit den Kindern, keine gemeinsamen Mahlzeiten.

Auch die Toiletten- und Badnutzung muss akribisch getrennt werden. Haushalte mit nur einem Badezimmer sollten in solchen Fällen besondere Hygienemaßnahmen ergreifen und beispielsweise Toilette und Waschbecken nach jeder Nutzung gründlich reinigen.

Halten Sie auch im Haus oder in der Wohnung einen Abstand von 1,5 bis 2 Metern ein und tragen Sie nach Möglichkeit einen Mund-Nasen-Schutz, wenn sich ein Kontakt zur Familie nicht vollständig vermeiden lässt. Dafür können Sie auch einen dünnen Schal oder ein Tuch verwenden.

Der Patient braucht Pflege. Was müssen Familienangehörige beachten?

Der Patient sollte sein Zimmer nicht mehr verlassen, außer zur täglichen Hygiene oder er muss zur Toilette. Leben Kinder im Haushalt sollte der Kontakt zu ihnen so weit wie möglich eingeschränkt werden. Im Idealfall kümmert sich immer ein und dieselbe Person um den Patienten. Waschen Sie sich vor und direkt nach dem Kontakt zum Patienten gründlich die Hände.

Tragen Sie zusätzlich einen Mund-Nasen-Schutz. Das verhindert zwar keine Infektion, verringert aber doch das Risiko, etwa wenn der Erkrankte in Ihrer Gegenwart niesen oder husten muss.

Treten bei bisher gesunden Familienmitgliedern Symptome auf, rufen Sie Ihren Hausarzt, die Corona-Hotline Ihres Gesundheitsamtes oder den Ärztlichen Bereitschaftsdienst unter Tel. 116 117 an und besprechen die weitere Vorgehensweise.

Das Fieber steigt, das Atmen fällt schwer. Kann ich den Rettungsdienst rufen?

Den Krankheitsverlauf einer Covid-19-Infektion kann niemand sicher vorhersagen. "Geht es einem Patienten aber immer schlechter oder bekommt er plötzlich Atemnot und das Fieber steigt, rufen Sie immer den Notarzt unter der Nummer 112", sagt Dr. Michael Barczock, Lungenfacharzt und Pressesprecher des Bundesverbands der Pneumologen, Schlaf- und Beatmungsmediziner.

Barczock empfiehlt: "Packen Sie vorab eine Notfalltasche, die im Ernstfall schnell mit ins Krankenhaus genommen werden kann. Positionieren Sie Notfall-Telefonnummern für jeden sichtbar."

Hilft eine besondere Ernährung beim Gesundwerden?

Wer leicht bis moderat an Covid-19 erkrankt ist, ernährt sich weiterhin gesund und ausgewogen. Orientierung bieten die Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung. Erlaubt ist, was schmeckt und gut vertragen wird.

"Essen Sie täglich Gemüse und Obst", sagt Dr. Michael Barczock. Noch wichtiger sei aber eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr, so die Diplom-Oecotrophologin Antje Gahl von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung. Als Faustregel gilt: Erwachsene sollten für jedes Grad Körpertemperatur über 37 Grad einen halben bis einen Liter zusätzlich pro Tag trinken.

"Der Richtwert für gesunde Menschen liegt bei 1,5 Liter Flüssigkeit am Tag. Geeignete Getränke sind zimmerwarmes Wasser ohne Kohlensäure, Kräuter- und Früchtetees, Brühe und zwischendurch auch mal ein Smoothie", sagt Gahl. Individuelle Nahrungsunverträglichkeiten, Ernährungsgewohnheiten und besondere Bedürfnisse des Kranken sollten beachtet werden.

Das Robert-Koch-Institut (RKI) empfiehlt folgende Maßnahmen für die häusliche Pflege:


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