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Coronavirus: Wer besonders aufpassen sollte

Thema Risikogruppen: Derzeit ist oft zu lesen, dass Menschen mit Vorerkankungen durch eine Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 gravierender erkranken können. Welche Vorerkrankungen sind gemeint?

von Dr. Andreas Baum, aktualisiert am 02.04.2020

Nach bisherigen Erkenntnissen nimmt eine Corona-Erkrankung (Covid-19) bei vier von fünf Betroffenen einen leichten Verlauf, etwa wie eine Erkältung. Schwerere Verläufe kommen vor allem bei Risikogruppen vor. Wer zu dieser Risikogruppe gehört, entscheiden neben dem Lebensalter insbesondere Vorerkrankungen und deren Behandlung.

Bei älteren Menschen öfter schwere Verläufe

Ab dem Alter von etwa 50 Jahren scheint das Risiko für schwere Verläufe zu steigen, am höchsten ist es bei über 80-Jährigen, unter denen bisher auch die meisten Todesfälle zu verzeichnen sind. Dabei spielt es sicher eine Rolle, dass alte und hochbetagte Menschen oft mehrere chronische Grunderkrankungen haben.

Vorsicht bei geschwächtem Immunsystem

Auch Menschen mit Vorerkrankungen, die das Abwehrsystem schwächen, sind durch Infektionskrankheiten wie Corona stärker gefährdet. Das gilt besonders für Patienten, die etwa nach einer Organtransplantation starke Medikamente (Immunsuppressiva) einnehmen, die eine Abstoßung unterdrücken, oder die wegen einer Krebserkrankung eine Chemo- oder Strahlentherapie bekommen.

Diabetes sollte gut eingestellt sein

Diabetes-Patienten können ein erhöhtes Risiko haben, da ein schlecht eingestellter Diabetes mit dauerhaft erhöhten Blutzuckerwerten die Abwehrkräfte schwächt. Vor allem nach langjährigem, schlecht eingestellten Diabetes und wenn dieser schon Folgekrankheiten wie einen Herzinfarkt verursacht hat, ist von einem erhöhten Risiko bei einer Coronavirus-Infektion auszugehen. Außerdem können fieberhafte Infektionskrankheiten die Blutzuckereinstellung auch bei gut behandelten Diabetikern verschlechtern.

 

Schwere Grunderkrankungen sind ein Risikofaktor

Darüberhinaus können alle schweren dauerhaften Grunderkrankungen – etwa chronisch entzündliche Darmerkrankungen wie Morbus Crohn oder entzündliches Gelenkrheuma – mit einem erhöhten Risiko verbunden sein, dass Infektionskrankheiten einen ernsteren Verlauf nehmen. Im Einzelfall hängt das stets von der Schwere der Erkrankung und der Art der Behandlung ab. So können die Abwehrkräfte beispielsweise stärker geschwächt sein, wenn bei einem Patienten wegen einer akuten Verschlechterung der Grunderkrankung, etwa des Gelenkrheumas, vorübergehend die Einnahme von Kortisontabletten in höherer Dosis nötig ist.

Erhöhte Gefahr bei Herzproblemen

Auch bei Patienten mit Herzproblemen, etwa nach einem Herzinfarkt oder bei einer chronischen Herzschwäche, ist von einem erhöhten Risiko auszugehen. Der Grund ist, dass eine schwere Lungenentzündung, wie sie im Rahmen einer Infektion mit dem Coronavirus auftreten kann, das Herz stark belastet. Denn es muss dann vermehrt pumpen, damit alle Organe ausreichend mit sauerstoffreichem Blut versorgt werden.

 

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Bei welchen Vorerkrankungen steigt die Wahrscheinlichkeit, dass eine Corona-Erkrankung einen schweren Verlauf nimmt? Darum geht es in dieser Podcast-Folge

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Stark vorgeschädigte Atemwege begünstigen Komplikationen

Auch bei Menschen mit chronischen Erkrankungen der Atemwege, etwa einer COPD (Chronisch obstruktive Lungenerkankung) oder einem schlecht kontrollierten Asthma bronchiale, kann das Risiko für Komplikationen und schwere Verläufe erhöht sein. Ebenso bei Rauchern, da die angegriffenen Bronchialschleimhäute Infekte schlechter abwehren können.

Was Betroffene tun können

Wer weiß oder vermutet, dass er unter geschwächten Abwehrkräften leidet, für den ist es besonders wichtig, sich an die Vorsichtsmaßnahmen zu halten, die derzeit in aller Munde sind. Stark gefährdet sind vor allem Menschen nach Organtransplantation oder mit aktueller Krebserkrankung. Sie haben in der Regel vom Arzt ausführliche Informationen zum Vermeiden von Infektionen bekommen. Deren Beachtung bietet auch weitreichend Schutz vor einer Corona-Infektion. Wer diesbezüglich unsicher ist, sollte sich an seinen Arzt wenden.


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